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Kulturnachrichten

Montag, 15. Mai 2017

Gedenktafel für Jüdische Bauschule in Berlin

Bauschule sollte Juden auf Ausreise nach Palästina vorbereiten

Seit Montag erinnert eine schmale Glastafel an die lange Zeit vergessene Jüdische Bauschule in Berlin-Friedrichshain. "Es ist das Verdienst engagierter Bürger, dass dieser Ort wiederentdeckt wurde", sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer bei der Einweihung der Gedenk- und Informationstafel. Er dankte besonders Walter Frankenstein, dem Initiator des Projekts. Der heute 93-Jährige lernte einst selbst an der Bauschule. Die Jüdische Gemeinde Berlins hatte zwischen den Jahren 1937 und 1941 an der früheren Fruchtstraße die Bauschule betrieben. Mit der Umschulung zum Maurer wurden hier junge Juden auf einen Neuanfang in Palästina vorbereitet. Eine Ausbildung an staatlichen Einrichtungen war vom NS-Staat verboten worden. Das Gebäude in Friedrichshain wich in den sechziger Jahren einem Plattenbau. Die Fruchtstraße verschwand vom Berliner Stadtplan. Heute heißt sie Straße der Pariser Kommune.

60 Millionen für Restaurierung von Pariser Notre-Dame

Paris beliebte Kathedrale soll zehn Jahre lang restauriert werden

60 Millionen Euro stehen für die Restaurierung der Kathedrale Notre-Dame in Paris in den kommenden zehn Jahren zur Verfügung. Der Erzbischof von Paris, Andre Vingt-Trois, die Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt, Anne Hidalgo, und die Kulturministerin, Audrey Azoulay, unterzeichneten in der vergangenen Woche ein entsprechendes Übereinkommen, wie französische Medien berichten. Renoviert werden sollen unter anderem der Chorraum, die Bögen im Kirchenschiff, die Fenster und die Sakristei. Die Kathedrale wird jährlich von 13 Millionen Menschen besucht.

Pressler für Andersen Award 2018 nominiert

Autoren und Illustratoren aus 35 Ländern gehen ins Rennen um Ehrenmedaille

Die Autorin Mirjam Pressler und der Illustrator Nikolaus Heidelbach sind von deutscher Seite für den Hanns Christian Andersen Award 2018 nominiert worden. Sie gehören zu insgesamt 33 Autoren und 28 Illustratoren aus 35 Ländern, die um die goldene Ehrenmedaille ins Rennen gehen. Die undotierte Auszeichnung wird seit 1956 all zwei Jahre vom Internationalen Board on Books for Young People (IBBY) für das Gesamtwerk vergeben. Sie gilt als renommierteste internationale Ehrung im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Unter den Gewinnern waren bisher sechs deutsche Preisträger: Rotraut Susanne Berner (2016), Jutta Bauer (2010), Wolf Erlbruch (2006), Klaus Ensikat (1996), James Krüss (1968) und Erich Kästner (1960). Der Preisträger 2018 wird von einer internationalen Experten-Jury ermittelt. Die Bekanntgabe erfolgt im Rahmen des 36. IBBY-Kongresses vom 30. August bis 1. September 2018 in Athen.

OSZE-Leitfaden zur Bekämpfung von Antisemitismus

Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und Schutz jüdischer Gemeinden im Zentrum

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat von ihren Mitgliedern ein wirksameres Vorgehen gegen Antisemitismus und Hassverbrechen gefordert. Das OSZE-Büro für Demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) veröffentlichte dazu in Berlin einen entsprechenden Leitfaden. Es geht unter anderem darum, antisemitische Straftaten als solche zu erkennen, sowie die Vorfälle zu registrieren und zu dokumentieren. Die Staaten werden aufgefordert, das Bewusstsein für das Problem des Antisemitismus zu stärken. Auch damit verbundene Sicherheitsmaßnahmen wie etwa eine verstärkte Polizeipräsenz zum Schutz jüdischer Gemeinden und Einrichtungen oder finanzielle Unterstützung sollen stärker thematisiert werden. Der Leitfaden "Antisemitische Hassverbrechen begegnen - jüdische Gemeinden schützen" wurde im Projekt "Taten statt Worte gegen Antisemitismus" entwickelt. Es wurde 2016 während des deutschen OSZE-Vorsitzes initiiert und wird von der Bundesregierung gefördert.

CDU will wieder einen NRW-Kulturstaatssekretär

Rot-Grün hatte die Kulturpolitik ins Familienministerium integriert

Nach ihrem Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen will die CDU die Kulturpolitik wieder zur Chefsache machen. Es werde voraussichtlich wieder ein Kulturstaatssekretär in der NRW-Staatskanzlei angesiedelt, sagte der CDU-Kulturpolitiker Thomas Sternberg der Deutschen-Presse-Agentur. "Ganz sicher wird die Kulturpolitik nicht weiter als fünftes Rad am Wagen in einem Sammelministerium verkommen." Sternberg ging davon aus, dass auch die FDP als möglicher Koalitionspartner den Neuzuschnitt der NRW-Kulturpolitik mittragen werde. Unter der abgewählten rot-grünen Regierung war die Kulturpolitik in das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport integriert worden. Sternberg und Grosse-Brockhoff gehören zum Kultur-Kompetenzteam des CDU-Landesvorsitzenden und voraussichtlich künftigen Ministerpräsidenten Armin Laschet.

ARD-Verantwortlicher schließt Rückzug vom ESC aus

ESC sei erfolgreichste Fernsehshow der Jahres und vergleichweise preiswert

Trotz der erneuten Pleite Deutschlands beim Eurovision Song Contest (ESC) will die ARD dem Musikwettbewerb treu bleiben. "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Auf die Frage, ob Deutschland nach dem dritten ESC-Debakel in Folge aussteigen solle, sagte er: "Nein." Sängerin Levina war mit ihrem Song "Perfect Life" am Wochenende Vorletzte geworden. In den beiden Jahren zuvor landete Deutschland jeweils sogar auf dem letzten Platz. Gewonnen hat in diesem Jahr Portugal. Der ESC sei "die mit weitem Abstand erfolgreichste Fernsehshow des Jahres in einer Sendelänge von 20.15 Uhr bis ca. 1.40 Uhr". Die Startgebühren für Deutschland hätten in diesem Jahr bei rund 380 000 Euro gelegen - "deutlich unter den durchschnittlichen Produktionskosten von Unterhaltungsshows im Hauptabend", so Schreiber.

US-Schauspieler Powers Boothe ist tot

Emmy-Gewinner starb im Alter von 68 Jahren in Los Angeles

Der US-Schauspieler Powers Boothe ist tot. Der Charakterdarsteller sei am Sonntag im Alter von 68 Jahren an einer natürlichen Ursache in seinem Haus in Los Angeles gestorben, teilte sein Pressesprecher mit. Der aus Texas stammende Boothe war bekannt für seine Rolle als Bösewicht in der US-Fernsehserie "Deadwood". Ebenso spielte er in Filmen wie "Tombstone", "Sin City" und "The Avengers". 1980 hatte Boothe einen Emmy für seine Darstellung des Sektenführers Jim Jones im Fernsehfilm "Guyana Tragedy: The Story of Jim Jones" ("Das Guyana-Massaker") gewonnen. In "Deadwood" spielte er den skrupellosen Saloon-Besitzer Cy Tolliver, in "Sin City" verkörperte er einen korrupten Senator.

Skulptur im Museum Barberini beschädigt

Mann befestigte rotes Kreppband an "Jahrhundertschritt" von Wolfgang Mattheuer

Im Innenhof des Kunstmuseums Barberini in Potsdam ist die Skulptur "Jahrhundertschritt" von Wolfgang Mattheuer (1927 - 2004) mit roter Farbe beschädigt worden. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, befestigte am Samstag ein 74-jähriger Mann ein circa 20 Meter langes rotes Kreppband an der Plastik. Weil es regnete, habe das Rot den Sockel der Skulptur und Marmorplatten im Umfeld verfärbt. Den Beamten habe der Mann gesagt, dass es sich um eine "Kunstaktion" handele. Unklar blieb, ob auch die Färbung beabsichtigt war. Nach Angaben der Polizei bekam der Mann ein Hausverbot. Zudem wurde ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet. Im Sommer 2016 war die Bronzestatue mit einem Kran an ihrem Standort platziert worden. Von dem fünf Meter großen und 700 Kilogramm schweren Kunstwerk existieren sechs Fassungen.

Englands größte Pfarrkirche zum Münster erhoben

Die Dreifaltigkeitskirche in Kingston upon Hull wurde zwischen 1320 und 1500 erbaut

Englands größte Pfarrkirche im nordostenglischen Kingston upon Hull ist zum Münster erhoben worden. Wie die BBC berichtet, führte der anglikanische Erzbischof von York, John Sentamu, eine Schiffsprozession auf dem Fluss Humber an, um mit einer Laterne Kerzenlicht in die 700 Jahre alte Dreifaltigkeitskirche von Hull zu bringen. Mit dem Ehrentitel "minster" (Münster) kennzeichnet die anglikanische Kirche große Kirchen von regionaler Bedeutung. Das zwischen 1320 und 1500 erbaute Gotteshaus ist laut Bericht die größte Pfarrkirche des Landes, bezogen auf den Grundriss. Derzeit wird der Innenraum für mehrere Millionen Euro neu gestaltet. Zwischenzeitlich hatten Bürger der Stadt die Kirche vor der drohenden Schließung bewahrt. Die Dreifaltigkeitskirche ist die Taufkirche von William Wilberforce (1759-1833), des britischen Anführers im Kampf gegen Sklaverei und Sklavenhandel.

Grundsteinlegung für Maria-Theresia-Denkmal in Prag

Anlass war der 300. Geburtstag der Monarchin am 13. Mai

Im Park an der Prager Pulverbrücke ist am Wochenende der Grundstein für ein künftiges Maria-Theresia-Denkmal gelegt worden. Die symbolischen Hammerschläge für das Denkmal der österreichischen Kaiserin und Königin von Böhmen (1717 - 1780) machte Oberbürgermeisterin Adriana Krnacova, wie Radio Prag berichtet. Die Zeremonie wurde demnach mit mehreren Salven aus den Gewehren der Habsburger Garde abgeschlossen. Die militärische Einheit wurde von Darstellern in zeitgenössischen Uniformen nachgestellt. Das Denkmal soll fünfeinhalb Meter Höhe erreichen. Die Baukosten werden derzeit mit umgerechnet gut 110.000 Euro beziffert. Der 13. Mai war der 300. Geburtstag der Fürstin aus dem Hause Habsburg. Maria Theresia war von 1740 bis zu ihrem Tod 1780 regierende Erzherzogin von Österreich sowie Königin von Ungarn und Böhmen. Sie zählte zu den prägenden Monarchen der Epoche des aufgeklärten Absolutismus.

Portugal gewinnt erstmals beim ESC

Sänger Salvador Sobral überzeugt Jury und Zuschauer

Portugal hat erstmals den Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Sänger Salvador Sobral holte beim Finale in Kiew sowohl bei der Jury als auch bei der Zuschauerabstimmung die meisten Punkte und ließ das in beiden Wertungen zweitplatzierte Bulgarien deutlich hinter sich. Deutschland enttäuschte erneut: Levina wurde Vorletzte mit nur sechs Punkten und damit lediglich einem Punkt mehr als der Letzte Spanien. Sobral gewann den 62. ESC mit der ungewöhnlichen Jazzballade "Amar Pelos Dois", die seine Schwester geschrieben hat. Im Gegensatz zu den oft schrillen und auf Effekte setzenden ESC-Liedern handelte es sich um ein melancholisches Lied, das der 27-jährige Musiker mit reduzierten Gesten und Bewegungen vortrug. Überlagert wurde der Wettbewerb vom Konflikt zwischen Gastgeber und Vorjahressieger Ukraine und Russland. Wegen eines Auftrittsverbots für die russische Sängerin verzichtete Russland auf seine Teilnahme. Kurz vor dem Finale sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko seine Teilnahme am ESC-Finale ab. Wegen Bombenangriffen auf die Stadt Awdijiwka und des Todes von Zivilisten habe er entschieden, nicht zuzuschauen, schrieb Poroschenko am Samstagabend auf seiner Facebook-Seite.

Deutschland großer Sieger auf Kunst-Biennale

Zwei Mal Goldener Löwe

Sowas gab es noch nie: Deutschland darf auf der Kunst-Biennale in Venedig doppelt jubeln. Sowohl der Pavillon von Anne Imhof als auch der Künstler Franz Erhard Walther werden ausgezeichnet. Die Jury lobt radikale Arbeiten. Deutschland hat damit die beiden wichtigsten Preise auf der diesjährigen Kunst-Biennale in Venedig gewonnen. Der von der Frankfurter Künstlerin Anne Imhof gestaltete deutsche Pavillon bekam den Goldenen Löwen als bester nationaler Beitrag. Der Konzeptkünstler Franz Erhard Walther aus Fulda wurde mit dem Goldenen Löwen als bester Künstler ausgezeichnet. Die Biennale wurde heute eröffnet und gehört zu den wichtigsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst.

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