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Kulturnachrichten

Mittwoch, 25. Mai 2016

US-Sammler zahlt über drei Millionen Euro für Shakespeare-Bände

Auktionshaus Christie's: "Heiliger Gral des Verlagswesens"

Ein amerikanischer Sammler hat die ersten vier Ausgaben von Shakespeare-Stücken für 2,5 Millionen Pfund (3,3 Millionen Euro) ersteigert. Vom Auktionshaus Christie's wurden die Folianten aus den Jahren 1623, 1632, 1664 und 1685 als "Heiliger Gral des Verlagswesens" bezeichnet. Allein ein bislang nicht registrierter Band der ersten Ausgabe von 1623 brachte 1,87 Millionen Pfund ein. Die Bände wurden in Einzelpositionen angeboten. Sie wurden aber alle von einem amerikanischen Sammler ersteigert, der anonym bleiben wollte.

Britische Historikerin erhält Prinzessin-von-Asturien-Preis

Jury: Mary Beard eine der einflussreichsten Intellektuellen

Die englische Althistorikerin Mary Beard erhält den angesehenen spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Sozialwissenschaften. Die 61-jährige Professorin an der Universität Cambridge gehöre zu den wichtigsten Altertumswissenschaftlern und zu den einflussreichsten Intellektuellen Großbritanniens, teilte die Jury bei der Bekanntgabe der Siegerin in Oviedo in Nordspanien mit. Beard arbeitet unter anderem auch für die BBC und ist vor allem in ihrem Heimatland durch zahlreiche Medienauftritte bekannt. Mit umstrittenen Aussagen zu den New Yorker Terroranschlägen vom 11. September sorgte sie für besonders viel Wirbel. Sie interpretierte diese unter anderem als "Antwort" auf die Außenpolitik der USA. Zu den wichtigsten Werken der Engländerin gehört das Buch "Pompeji. Das Leben in einer römischen Stadt". Beard ist unter anderem Kolumnistin der "The Times" und betreibt den Blog "A Don's Life". Der Prinzessin-von-Asturien-Preis gilt als "spanischer Nobelpreis". Er wird alljährlich in acht Sparten vergeben und ist mit jeweils 50 000 Euro dotiert.

Muslimische Schüler müssen Lehrerin die Hand schütteln

Bei Weigerung drohen 5000 Franken Strafe

Muslimische Schüler im schweizerischen Kanton Basel-Land dürfen ihrer Lehrerin nicht aus religiösen Gründen den Handschlag verweigern. Diese Entscheidung gab die Schulbehörde des Kantons bekannt. Anlass für die Richtlinie der Behörde war ein Fall, der in der Schweiz große Aufmerksamkeit erregt hatte: Zwei Brüder im Alter von 14 und 15 Jahren aus Syrien hatten sich geweigert, ihrer Lehrerin an der Sekundarschule in Therwil die Hand zu geben. Die beiden muslimischen Jugendlichen argumentierten, dass der Islam ihnen körperlichen Kontakt zu Frauen außerhalb der Familie verbiete. Das öffentliche Interesse bezüglich der Gleichstellung von Mann und Frau sowie die Integration von Ausländern überwiege die Glaubensfreiheit "erheblich", begründete die Schulbehörde ihre Entscheidung. "Der Händedruck kann durch eine Lehrperson folglich eingefordert werden." Wenn Schüler den Handschlag verweigerten, könne den Erziehungsberechtigten eine Strafe von bis zu 5000 Franken (4500 Euro) auferlegt werden.

Spendenaufruf für Kulturgüter in Rom

Insgesamt soll eine halbe Milliarde Euro gesammelt werden

Die Stadt Rom hat einen Spendenaufruf für ihre Kulturgüter gestartet. Bürger und Firmen sollen dazu beitragen, berühmte Stätten wie den Circus Maximus und das Forum Romanum zu retten und zu erhalten. Die Stadtverwaltung hofft, dass etwa 500 Millionen Euro zusammen kommen. Das mit 12 Milliarden Euro verschuldete Rom sieht sich selbst nicht in der Lage, für den Erhalt seiner Kulturgüter zu sorgen.

Kassel erwirbt unbekannte Brüder Grimm-Briefe

Die bislang unerforschten Briefe sollen digitalisiert und veröffentlicht werden

Die Stadt Kassel hat 88 bisher nicht bekannte Briefe der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm an ihren Verleger, die Dieterichsche Buchhandlung in Göttingen, erworben. In dem Göttinger Verlag seien alle bedeutenden Werke der Grimms erschienen, auch die Hausmärchen seien dort ab der 3. Auflage verlegt worden. In den Briefen, die noch nicht erforscht sind, gehe es nach einer ersten Durchsicht vor allem um die Übersendung von Manuskripten und Korrekturen, so Ehrhardt weiter. Auch Verträge und Honorarverhandlungen spielten eine Rolle. Obwohl die Brüder durchaus geschäftstüchtig gewesen seien, hätten sie mit den Büchern offenbar nicht viel verdient. "Die Einnahmen dürften sich bei rund zehn Prozent ihres Jahresgehaltes bewegen", sagte Ehrhardt. Zusammen mit den über 700 im Eigentum von Stadt und Universitätsbibliothek befindlichen Briefen besitze Kassel eine der bedeutendsten Grimm-Briefsammlungen. Der Erwerb sei finanziell durch die Kulturstiftung der Länder sowie der Hessischen Kulturstiftung ermöglicht worden. Der leitende Bibliotheksdirektor Axel Halle kündigte an, dass die Briefe bis zum Jahresende digitalisiert würden und danach im Onlinearchiv der Universität weltweit kostenlos zur Verfügung stünden. Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm lebten mit Unterbrechungen über 30 Jahre in Kassel. Weltberühmt ist ihre Märchensammlung der "Kinder- und Hausmärchen" sowie das "Deutsche Wörterbuch".

Schriftstellerin Yang Jiang stirbt im Alter von 104

Tod der Autorin war im größten sozialen Netzwerk Chinas das meistgeteilte Thema des Tages

Die chinesische Schriftstellerin und Übersetzerin Yang Jiang ist tot. Die 104-Jährige starb in einem Pekinger Krankenhaus, wie staatliche Medien berichteten. Die 1911 geborene Autorin wurde in China mit zahlreichen Romanen, Theaterstücken und Aufsätzen bekannt. Auch als Übersetzerin westlicher Literatur machte sie sich einen Namen. Yang Jiang war die erste Autorin, die "Don Quixote" ins Chinesische übertrug. Zu einem Bestseller wurde eine von Yang Jiang 2003 veröffentlichte Essaysammlung, in der sie über das Familienleben mit ihrer Tochter und ihrem verstorbenen Mann Qian Zhongshu schrieb, der ebenfalls ein bekannter Schriftsteller war. Der Tod der Autorin löste in China große Betroffenheit aus.

Lebenswerk-Echo für Jazz-Pianist Wolfgang Dauner

Jury: "Einer der wichtigsten Stilsynoptiker"

Der Echo Jazz für das Lebenswerk geht in diesem Jahr an Wolfgang Dauner (80). Der Jazz-Pianist und Filmkomponist werde die Auszeichnung bei der siebten Verleihung der Musikpreise am Donnerstag in Hamburg entgegennehmen, teilten die Veranstalter mit. "Er ist einer der wichtigsten Stilsynoptiker der vergangenen Jahrzehnte, ein famoser Pianist, opulenter Komponist und hintersinniger Humorist, der dem Jazz in Deutschland auf eigensinnige und inspirierende Art neue Wege gewiesen hat", hieß es in der Begründung der Jury. Seit 1992 vergibt die Deutsche Phono-Akademie den Echo, seit 1994 den Echo Klassik und seit 2010 den Echo Jazz.

Leander Haußmann pausiert vom Theater

Haußmann bedauert das Ende der Intendanzen von Frank Castorf und Claus Peymann

Leander Haußmann kehrt dem Theater vorerst den Rücken. "Ich werde mich jetzt für eine ganze Weile aus dem Theaterbusiness zurückziehen", sagte der Regisseur der "Berliner Morgenpost". Mit dem Ende der Intendanzen von Frank Castorf und Claus Peymann an der Volksbühne Berlin und am Berliner Ensemble (BE) gehe die Epoche der Künstler, die Theater leiten, zu Ende. "Die Verrückten sterben aus, und Sie werden mir ja sicher recht geben, wenn ich sage, Peymann und Castorf sind Verrückte. Ich fürchte, dass die Politiker sich in Zukunft nicht so gerne mit diesen Verrückten umgeben werden." Er glaube aber, dass die Zeiten sich immer wieder korrigieren, sagte Haußmann, der auch Film-Regisseur ("Sonnenallee") und Buchautor ("Buh: Mein Weg zu Reichtum, Schönheit und Glück") ist. "Wenn die Manager alle Scheiße bauen, dann wird man wieder Künstler dazu berufen, Theater zu leiten." An der Volksbühne übernimmt im Sommer kommenden Jahres Chris Dercon, derzeit noch Chef des Londoner Museums Tate Modern, die Intendanz. Am Berliner Ensemble übernimmt der derzeitige Frankfurter Intendant Oliver Reese. An diesem Freitag hat am BE Schillers "Die Räuber" unter der Regie von Haußmann Premiere.

Pergamonaltar als digitales 3D-Modell

Pergamonaltar gilt Forschern als achtes Weltwunder der Antike

Während der weltberühmte Pergamonaltar wegen Renovierungsarbeiten bis 2019 nicht zu sehen ist, haben Wissenschaftler ein genaues 3D-Modell des hellenistischen Bauwerks erstellt - als digitale Anwendung. "Damit kann eines der bedeutendsten Denkmäler der Antike auf eine ganz besondere Weise neu erlebt werden", sagte Hermann Parzinger, Präsident der verantwortlichen Stiftung Preußischer Kulturbesitz, am Dienstag bei der Vorstellung des aufwendigen Projekts in Berlin. Federführend war das in Darmstadt und Rostock ansässige Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung. Zwei Wochen vor der Teilschließung des Pergamonmuseums im Herbst 2014 scannten Fachleute den mehr als 2000 Jahre alten Altar in einem hochkomplizierten Verfahren ein: Das 113 Meter lange originale Wandrelief wurde zeilen- und spaltenweise genaustens abfotografiert. Das Pergamonmuseum, eigens für den Altar gebaut, ist mit jährlich mehr als einer Million Besuchern Berlins größtes und beliebtestes Museum. Seit 2013 wird es abschnittsweise saniert. Das Gesamtprojekt soll voraussichtlich 2025/26 abgeschlossen sein, die Wiedereröffnung des Altarsaals ist für 2019 geplant.

Acht deutsche Autoren beim Bachmann-Wettbewerb

Der Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb findet vom 29. Juni bis 3. Juli statt

Acht der 14 Autoren beim diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb kommen aus Deutschland. Zu den "Tagen der deutschsprachigen Literatur" im österreichischen Klagenfurt wurden Ada Dorian (Hannover), Isabelle Lehn (Bonn), Sascha Macht (Frankfurt/Oder), Bastian Schneider (Siegen), Jan Snela (München), Astrid Sozio (Hagen), Julia Wolf (Groß-Gerau) und die Deutsch-Französin Sylvie Schenk von der Jury eingeladen. Daneben nehmen noch Autoren mit serbischen, israelischen, türkischen, britischen, französischen und Schweizer Wurzeln am 40. Wettlesen teil. Unter den Autorinnen ist auch die Österreicherin Stefanie Sargnagel, die in ihrem 2015 erschienenen Buch "Fitness" Facebook-Beiträge verarbeitete. Es sei ein "so breit gestreutes Teilnehmerfeld wie noch nie", sagte der Leiter des Literaturtage, Horst L. Ebner.

Berliner Philharmoniker: EU-Jugendorchester retten

Unterstützung soll am 1. September auslaufen

Als "großes Armutszeugnis" haben die Berliner Philharmoniker Pläne für eine Auflösung des Jugendorchesters der Europäischen Union kritisiert. Sollte die Unterstützung tatsächlich am 1. September auslaufen, wäre das angesichts der europafeindlichen Tendenzen ein "kulturpolitischer Gau", hieß es. EU-Politiker müssten das Überleben des Orchesters sichern. Das Orchester habe sich zu einem wichtigen Ort für den Musiker-Nachwuchs entwickelt, erklärten Chefdirigent Sir Simon Rattle, Intendant Martin Hoffmann und die Orchestervorstände Ulrich Knörzer und Knut Weber. Das 1976 gegründete Ausbildungsorchester für begabte Nachwuchsmusiker ist schon von namhaften Dirigenten geleitet worden - darunter Daniel Barenboim, Claudio Abbado und Leonard Bernstein. Mehr als 3000 junge Musiker haben seitdem dort gespielt. In diesem Sommer geht das Orchester mit dem aktuellen Chefdirigenten Vasily Petrenko wieder auf Europa-Tournee.

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