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Kulturnachrichten

Sonntag, 15. Mai 2016

Kritik an Wettbewerb mit anti-israelischen Karikaturen

Netanjahu verurteilt die Ausstellung scharf

In einer Kabinettsitzung in Jerusalem sagte der israelische Ministerpräsident Netanjahu, dass die Karikaturen-Ausstellung deutlich zeige, dass es nicht nur um die Subversion und Aggression in der Region gehe, sondern um darunterliegende Werte. Der Iran verleugne und beschönige den Holocaust und bereite gleichzeitig einen neuen Holocaust vor, sagte Netanjahu. In Teheran ist am Wochenende eine Ausstellung mit 150 anti-israelischen Karikaturen aus 50 Ländern eröffnet worden. Auf mehreren Zeichnungen ist der israelische Regierungschef als Terrorist oder als Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat mit einem Säbel in der Hand zu sehen. Die iranische Regierung hatte sich von dem Wettbewerb distanziert. Außenminister Dschawad Sarif sagte, verantwortlich sei eine Nichtregierungsorganisation, von den Behörden gebe es keinerlei Unterstützung.

Russische Abgeordnete kritisieren Ukraine-Sieg

Jamala-Song sei politisch motiviert

Russische Abgeordnete haben den Sieg der ukrainischen Sängerin Jamala beim Eurovision Song Contest in Stockholm als politisch motiviert kritisiert. Das Siegerlied über die Vertreibung der Tataren sei kein Beitrag für den gesamteuropäischen Kulturdialog, den sich der Wettbewerb auf die Fahnen geschrieben habe, sagte der einflussreiche Außenpolitiker Alexej Puschkow. Der ESC verwandele sich in ein politisches Schlachtfeld. Ähnlich äußerte sich der Parlamentarier Konstantin Kossatschjow. Der Erfolg von Jamala sei ein "Sieg des Kalten Krieges" des Westens gegen Russland, meinte er der Agentur Tass zufolge in Moskau. Der Politiker Ruslan Balbek von der moskautreuen Führung der Halbinsel Krim sprach von einem "Ergebnis der antirussischen Politik". Der Westen habe das Votum des Publikums, das mehrheitlich für den russischen ESC-Kandidaten Sergej Lasarew gestimmt hatte, ignoriert und einer "ukrainischen Erpressung" nachgegeben. Jamala thematisiert in ihrem Lied die Vertreibung der Tataren von der Halbinsel Krim unter Sowjetdiktator Josef Stalin.

Ukraine gewinnt Eurovision Song Contest

Sängerin Jamala setzt sich mit ihrem Lied "1944" durch

Der ukrainische Präsident Poroschenko bejubelt ihren Siegersong als "unglaublich". Die ukrainische Sängerin Jamala hat in Stockholm das Finale des Eurovision Song Contests gewonnen. Sie setzte sich mit ihrem Lied "1944" über die Vertreibung der Tartaren von der Krim, im ESC durch. Dass solch ein Lied den Gesangswettbewerb gewinnt, gibt dem ESC auch eine politische Dimension. Russland hatte die Krim 2014 annektiert. Dank einer hohen Punktzahl beim Publikumsvotum überholte die 32 Jahre alte Popsängerin in der Nacht die Australierin Dami Im, die nach der Vergabe der Punkte der Jurys noch deutlich in Führung gelegen hatte. Australien landete auf Platz zwei, es folgten Russland, Bulgarien und Gastgeber Schweden. Insgesamt nahmen 26 Länder am ESC-Finale teil. Die Ukraine, die zuletzt 2004 bei dem Gesangswettbewerb gewonnen hatte, erhielt 534 Punkte, Australien 511 und Russland 491. Deutschland wurde mit elf Punkten Letzter.

300 000 Besucher bei JazzRally in Düsseldorf

Positive Zuschauerbilanz

Die 24. JazzRally in Düsseldorf ist über Pfingsten ein nach Veranstalterangaben ein Zuschauermagnet gewesen. Rund 300 000 Besucher kamen zu den 89 Konzerten auf mehr als 30 Bühnen, teilten die Veranstalter mit. "Die Qualität an dieser vier Tagen war hoch wie nie zuvor.", bilanzierte die Destination Düsseldorf, die das "deutsche Jazz-Festival" organisiert hat. Der große Publikumszuspruch sei auch auf das vielfältige Programm der JazzRally zurückzuführen. In den Konzerten werden viele Musikrichtungen von Blues, Dixieland, Funk, Latin über Soul, Swing bis zum Jazz geboten. Zu den Höhepunkten des Festivals gehörten die Auftritte von Natalia Klitschko, die Sängerin und Frau des früheren Box-Weltmeisters Vitali, Mario Biondi, die singende Schauspielerin Meret Becker, Earth, Wind & Fire, Experience sowie die von profilierten Jazz-Musiker wie Wolfgang Haffner und Wojtek Mazolewski bei. Etwa 40 Prozent der Konzerte waren kostenlos.

Karneval der Kulturen zieht durch Kreuzberg

Festzug zieht durch Berlin

Mit einem Lied, das die Zusammengehörigkeit der Welt besingt, hat am Vormittag der Umzug des 21. Karnevals der Kulturen in Berlin-Kreuzberg begonnen. 72 Gruppen mit rund 5000 Teilnehmern machten sich auf den Weg, um mit Tanz, Musik und bunten Kostümen durch die Straßen Berlins zu ziehen. Den Anfang machten 300 Trommler und Tänzer der Sambagruppe "Sapucaiu No Samba", angeführt von einem Froschkönig. Trotz kühlen 12 Grad und angekündigten Regenwetters werden wieder hunderttausende Zuschauer erwartet. Die Route des Zugs führt vom Hermannplatz in Neukölln über Hasenheide, Gneisenaustraße und Yorckstraße bis zur Möckernstraße in Kreuzberg.

"Schwangere Auster" wird saniert

Architekturikone wird fit gemacht

Die frühere Berliner Kongresshalle, im Volksmund "Schwangere Auster" genannt, wird denkmalgerecht saniert. Das dort untergebrachte Haus der Kulturen der Welt muss deshalb von September bis Dezember schließen. Nach Pfingsten laufen die Bauarbeiten an. Vor allem das große Auditorium und die sogenannte Studiogalerie sollen für zehn Millionen Euro modernisiert werden. Das Haus mit dem markant geschwungenen Dach entstand als Beitrag der USA zur internationalen Bauausstellung 1957 in Berlin. Der amerikanische Architekt Hugh Stubbins hatte es zur Zeit des Kalten Kriegs als "Leuchtturm der Freiheit" nach Osten hin geplant. Seit 1989 ist sie Sitz des damals gegründeten Hauses der Kulturen der Welt. Es betreibt dort ein internationales Programm mit Theater, Symposien, Konzerten und Ausstellungen. Nun soll das große Auditorium eine neue Akkustik bekommen. Zudem gibt es eine variable Bestuhlung und eine dreifach größenverstellbare Bühne.

Theaterpreis Berlin und 3sat-Preis werden verliehen

Geehrt wird Intendanten-Duo des Maxim-Gorki-Theaters

Zur Halbzeit des 53. Berliner Theatertreffens werden die ersten beiden der begehrten Preise verliehen. Shermin Langhoff und Jens Hillje, die Leiter des Berliner Maxim Gorki Theaters, werden mit dem Theaterpreis Berlin ausgezeichnet. Er ist mit 20 000 Euro dotiert. Das Intendanten-Duo habe das Haus seit der Spielzeit 2013/2014 "konsequent und radikal" zu einer Spielstätte gemacht, die die Vielfalt der Stadtbevölkerung spiegele, urteilte die Jury. Die 1969 in der Türkei geborene Langhoff entwickelt seit mehr als zehn Jahren ein "postmigrantisches" Theater, das sich dem traditionellen Schubladendenken widersetze. Der Theaterpreis wird von der Stiftung Preußische Seehandlung vergeben. Bis zum 22. Mai zeigt das Theatertreffen deutschsprachiger Bühnen noch die zehn "bemerkenswertesten" Inszenierungen der Saison. Theatermacher Herbert Fritsch, der mit "der die mann" nach Konrad Bayer beim Festival vertreten ist, nimmt den mit 10 000 Euro dotierten 3sat-Preis entgegen. Zum Abschluss wird dann der Gewinner des Alfred-Kerr-Darstellerpreises für Nachwuchsschauspieler bekanntgegeben.

MoMA in San Francisco wiedereröffnet

Öffnung nach dreijährigem Umbau

San Francisco ist mit seinem renovierten und erweiterten Museum of Modern Art (MoMA) auf dem besten Weg, New York den Rang abzulaufen. San Franciscos MoMA - kurz S.F. MoMA - öffnete nach dreijährigen Aus- und Umbauarbeiten wieder seine Tore. Es verfügt jetzt über eine Ausstellungsfläche von 16 000 Quadratmetern, 40 Prozent mehr als das MoMA in New York. Allein den zehnstöckigen Neubau ließ sich San Francisco 305 Millionen Dollar (knapp 270 Millionen Euro) kosten. Es ist ein geschwungenes, weiß schimmerndes Bauwerk, das die amerikanisch-norwegische Architekturfirma Snohetta entwarf. Gleichzeitig gelang es dem Museum, gut 3000 Kunstwerke überwiegend von privaten Sammlern gespendet oder geliehen zu bekommen. Zur Wiedereröffnung an diesem Wochenende bietet es 9 neue Ausstellungen an.

DOK.fest-Hauptpreis geht an dänischen Film

Preisverleihung beim Internationalen Dokumentarfilmfestival

Zum Abschluss des Internationalen Dokumentarfilmfestivals DOK.fest in München sind die besten Beiträge mit Preisen geehrt worden. Den mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt der dänisch-niederländische Dokumentarfilm "Natural Disorder" des Regisseurs Christian Sønderby Jepsen. Der Film über den 20-jährigen, spastisch gelähmten Journalisten Jacob sei "sowohl in seiner Thematik als auch in seiner filmischen Erzählweise so kraftvoll wie eindringlich", hieß es in der Begründung der Jury. Als bester deutschsprachiger Film wurde "Holz Erde Fleisch" des Österreichers Sigmund Steiner ausgezeichnet, der vom Aussterben der Landwirtschaft erzählt. Den Filmschulpreis erhielt als beste Nachwuchsfilmerin Zahra Vargas für ihr Werk "La Fin d'Homère". Insgesamt wurden 13 Preise im Gesamtwert von 50 000 Euro vergeben.

Knochenfund in Florida

Erste Siedlungen Tausend Jahre früher als gedacht

Der Südosten Nordamerikas könnte nach einer neuen Analyse gut Tausend Jahre früher besiedelt gewesen sein als bisher angenommen. Darauf weisen in Florida gefundene Steinwerkzeuge und Urtierknochen hin, wie Forscher im Fachmagazin "Science Advances" berichten. Die Speerspitzen und eingeritzten Knochen eines Mastodons stammen aus einem Flussbett in Floridas Norden, Radiokarbon-Analysen lassen auf ein Alter von 14 550 Jahren schließen, schreibt das Team von der Texas A&M University in College Station. Bisher waren Archäologen davon ausgegangen, dass Angehörige der Clovis-Kultur als erste in Florida ankamen - und zwar gut Tausend Jahre später. Die Daten von den Forschern stützen jetzt Studien, nach denen die Clovis nicht die ersten Einwanderer in Nordamerika waren. Vielmehr dürfte eine andere Kultur schon vorher von Asien über die Beringstraße auf den bis dahin unbewohnten Kontinent vorgedrungen sein, vermuten die Forscher.

Dresdner Theater soll bald wieder spielen

Kleines Haus am Staatsschauspiel hat Wasserschaden

Trotz Wasserschadens soll das Kleine Haus des Staatsschauspiels Dresden am Dienstag wieder Stücke aufführen. Derzeit seien Trocknungsgeräte und Lüfter im Einsatz, heißt es von der Technischen Leitung des Hauses. Die Sprinkleranlage war plötzlich angegangen und hatte fast ihr ganzes Reservoir von 50 000 Litern ausgeschüttet. Etwa acht Minuten lang prasselte das Wasser auf die Bühne. Da ein Feuer nicht auszuschließen war, wurde das Gebäude evakuiert. Am Donnerstag hatte die Sprinkleranlage des Theaters die Bühne mit etwa 40 000 Litern Wasser geflutet. Das Wasser lief auch unter die Bühne und beschädigte dort Technik. Betroffen sind ferner der Bühnenhimmel, Kulissenteile, der Vorhang sowie Projektionstechnik und Scheinwerfer. Die Ursache ist noch unklar.

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