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Kulturnachrichten

Samstag, 14. Mai 2016

Knochenfund in Florida

Erste Siedlungen Tausend Jahre früher als gedacht

Der Südosten Nordamerikas könnte nach einer neuen Analyse gut Tausend Jahre früher besiedelt gewesen sein als bisher angenommen. Darauf weisen in Florida gefundene Steinwerkzeuge und Urtierknochen hin, wie Forscher im Fachmagazin "Science Advances" berichten. Die Speerspitzen und eingeritzten Knochen eines Mastodons stammen aus einem Flussbett in Floridas Norden, Radiokarbon-Analysen lassen auf ein Alter von 14 550 Jahren schließen, schreibt das Team von der Texas A&M University in College Station. Bisher waren Archäologen davon ausgegangen, dass Angehörige der Clovis-Kultur als erste in Florida ankamen - und zwar gut Tausend Jahre später. Die Daten von den Forschern stützen jetzt Studien, nach denen die Clovis nicht die ersten Einwanderer in Nordamerika waren. Vielmehr dürfte eine andere Kultur schon vorher von Asien über die Beringstraße auf den bis dahin unbewohnten Kontinent vorgedrungen sein, vermuten die Forscher.

Maren Ade erobert Cannes

Außenseiterin auf Filmfestspielen in Favoritenrolle

Der deutschen Regisseurin Maren Ade gelingt mit "Toni Erdmann" ein Coup: ihr kluger, witziger und berührender Film über eine Vater-Tochter-Beziehung steigt über Nacht zum Favoriten auf die Goldene Palme auf. Ihr zugleich zum Lachen und zu Tränen herausfordernder Film über eine im Grunde völlig alltägliche, entfremdete Eltern-Kind-Beziehung berührt zutiefst und wurde vom Publikum in Cannes mit jener Art heftigem Applaus bedacht, der einen Film als palmenverdächtig qualifiziert. In "Toni Erdmann" spielt der 69-jährige österreichische Schauspieler Peter Simonischek die Titelfigur. Dabei trat Maren Ade in mehrfacher Hinsicht als absolute Außenseiterin bei diesen 69. Filmfestspielen an. Sollte am Ende tatsächlich eine Palme herausspringen, könnte Ade gleich mehrere Rekorde brechen: als erste deutsche Regisseurin seit Wim Wenders Goldener Palme für "Paris, Texas" 1984 und als zweite Frau in der Geschichte von Cannes nach Jane Campions Gewinn 1993 mit "The Piano".

Obama schaltet sich in Transgender-Streit ein

Schulen und Unis sollen freie Toilettenwahl zulassen

Der Streit um die Toilettenbenutzung durch Transgender in den USA weitet sich aus. Die Regierung von Präsident Barack Obama wies Schulen und Universitäten des Landes an, die Diskriminierung von Transgendern bei der Benutzung der WCs zu unterlassen. Demnach müssen sie frei auswählen können, in welche Toiletten sie gehen. Transgender sind Menschen, deren sexuelle Identität nicht den geschlechtlichen Merkmalen entspricht, mit denen sie geboren wurden. Die Richtlinien wurden von Justiz- wie Bildungsministerium an Schulbezirke und Universitäten geschickt. Sie sind nicht bindend. Allerdings riskieren die Bildungseinrichtungen, vom Justizministerium verklagt zu werden oder Zuschüsse aus Washington gestrichen zu bekommen, wenn sie sich nicht daran halten. Die Anweisung erging vor dem Hintergrund eines erbitterten Streits um ein Gesetz im Bundesstaat North Carolina, das Transgendern die freie Toilettenwahl in staatlichen Einrichtungen verbietet. Das US-Justizministerium sieht in den Regelungen einen Verstoß gegen die Bürgerrechte.

Wettbewerb mit antiisraelischen Karikaturen in Teheran

Iranische Regierung distanziert sich

In Teheran ist heute eine Ausstellung mit 150 antiisraelischen Karikaturen aus 50 Ländern eröffnet worden. Wie der Veranstalter Massud Schodschaie Tabatabaie, selbst Karikaturist, mitteilte, soll es für die beste Karikatur 12.000 Dollar (10.600 Euro) geben. Der Wettbewerb fällt mit der von den Palästinensern begangenen Veranstaltungen zum Gedenken an die Nakba (Katastrophe) am Sonntag zusammen. Damit erinnern sie an Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgte. Auf mehreren Zeichnungen ist der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu als Terrorist oder als Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat mit einem Säbel in der Hand zu sehen. Eine Karikatur zeigt eine Karte des Nahen Ostens. Dort wo sich Israel befindet, steht ein Sarg mit der Aufschrift "Holocaust", der Palästinenser zerquetscht. Die iranische Regierung hat sich vom Karikaturenwettbewerb distanziert. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte, verantwortlich sei eine Nichtregierungsorganisation, von den Behörden gebe es keinerlei Unterstützung.

Gratis-Comic-Tag

Händler verschenken bundesweit 400 000 Comics

Bereits zum siebten Mal werden heute zum Gratis-Comic-Tag bundesweit in ausgewählten Läden Comic-Hefte verschenkt. "Ziel der Aktion ist es, dem Buch- und Comic-Handel etwas unter die Arme zu greifen und Leserinnen und Leser in die Läden zu locken", sagte Philipp Schreiber, Hamburger Verleger und Koordinator der Aktion. Bundesweit sind demnach knapp 300 Händler beteiligt, die rund 400 000 Comics an neue und alte Fans bringen wollen, darunter Klassiker wie "Lucky Luke" oder beliebte Superhelden von "Marvel" und "DC". Neben Comic-Läden sind auch Filialen der Buchkette Thalia beteiligt.

Dresdner Theater soll bald wieder spielen

Kleines Haus am Staatsschauspiel hat Wasserschaden

Trotz Wasserschadens soll das Kleine Haus des Staatsschauspiels Dresden am Dienstag wieder Stücke aufführen. Derzeit seien Trocknungsgeräte und Lüfter im Einsatz, heißt es von der Technischen Leitung des Hauses. Die Sprinkleranlage war plötzlich angegangen und hatte fast ihr ganzes Reservoir von 50 000 Litern ausgeschüttet. Etwa acht Minuten lang prasselte das Wasser auf die Bühne. Da ein Feuer nicht auszuschließen war, wurde das Gebäude evakuiert. Am Donnerstag hatte die Sprinkleranlage des Theaters die Bühne mit etwa 40 000 Litern Wasser geflutet. Das Wasser lief auch unter die Bühne und beschädigte dort Technik. Betroffen sind ferner der Bühnenhimmel, Kulissenteile, der Vorhang sowie Projektionstechnik und Scheinwerfer. Die Ursache ist noch unklar.

Nero-Ausstellung in Trier eröffnet

800 Exponate aus 21 Ländern

Mit einem Festakt in der Konstantin-Basilika in Trier ist am Freitagabend eine Ausstellung über den römischen Kaiser Nero eröffnet worden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer würdigte als Schirmherrin die neue Perspektive, die die Ausstellung auf den antiken Herrscher eröffne. Das einmalige Ausstellungsprojekt werfe einen differenzierten Blick auf sein Leben und seine Herrschaft, sagte sie. Fast 800 Exponate aus 21 Ländern sind zusammengetragen worden - so viele wie bei keiner anderen Ausstellung über Nero (37 bis 68) zuvor, wie es hieß. Die Sonderschau "Nero - Kaiser, Künstler und Tyrann" will den umstrittenen Herrscher von all seinen Seiten zeigen, auch bisher weitgehend unbekannten. Die Ausstellung wird in drei Trierer Museen auf 2000 Quadratmetern zu sehen sein. Sie ist bis zum 16. Oktober zu sehen.

Inklusionspreis an vier Projekte

Paul- und Käthe-Kraemer-Preis mit 30.000 dotiert

Erstmals wurde der Paul-und-Käthe-Kraemer-Inklusionspreis verliehen. Mit dem Preis fördert die Gold-Kraemer-Stiftung bundesweit inklusive Projekte. Den erste Preis erhielt das Modellprojekt "Inklusive Bildung" der Stiftung Drachensee aus Kiel, bei dem Menschen mit Behinderung an Hochschulen lehren. Zweitplatzierte ist die internationalen Kulturgruppe "Un-Label" aus Köln und den dritten Rang teilen sich der "Kulturschlüssel Saar" und das Ausflugschiff "Ulmer Spatz". Die Schirmherrin des Inklusionspreises und Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, gratulierte den Preisträgern in einer Video-Botschaft. Die Verleihung des Inklusionspreises unterstütze genau solche Projekte und Initiativen, die ein besonders gelungenes Beispiel für Inklusion seien, sagte sie. Die Ehrung der vier Preisträger fand im Rahmen eines Festaktes zum 100. Geburtstag des bereits verstorbenen Stiftungsgründers Paul Rudolf Kraemer statt.

Reiner Stach erhält Joseph-Breitbach-Preis 2016

Berliner Literaturwissenschaftler erhält 50.000 Euro für dreibändiges Werk über Franz Kafka

Der Berliner Literaturwissenschaftler Reiner Stach erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2016 für sein "herausragendes Gesamtwerk auf dem Feld der literarischen Biografie". Mit seinem dreibändigen Hauptwerk über Franz Kafkas Leben und Schreiben habe er neue Maßstäbe für das Genre gesetzt, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz vergebene Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 16. September in Koblenz verliehen. Der im sächsischen Rochlitz geborene Reiner Stach studierte Philosophie, Mathematik und Literaturwissenschaft an der Universität Frankfurt am Main. Der Joseph-Breitbach-Preis wird seit 1998 jährlich gemeinsam von der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur sowie der Stiftung Joseph Breitbach verliehen. Der Preis erinnert an den deutsch-französischen Schriftsteller Joseph Breitbach (1903-1980). Im vergangenen Jahr wurde der Berliner Schriftsteller Thomas Lehr ausgezeichnet.

Polizeischutz für Aufführung der "Satanischen Verse"

Kauf von Theaterkarten nur gegen Angaben von persönlichen Daten

Unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen wird das Staatstheater Wiesbaden den Salman-Rushdie-Roman "Die satanischen Verse" auf die Bühne bringen. "Wir haben frühzeitig Kontakt zur Polizei gesucht. Diese hat Einschätzungen vorgenommen, denen wir nun zu folgen haben", sagte Intendant Uwe Eric Laufenberg. Er selbst erachte die Maßnahmen "nicht unbedingt für nötig". Das Publikum muss etwa beim Kartenkauf persönliche Daten angeben. Bei den Vorstellungen müssen sich Besucher ausweisen und werden mit Detektoren kontrolliert. Schon während der Proben bewacht Sicherheitspersonal die abgesperrte Spielstätte.Nach einem Regiewechsel inszeniert der aus dem Irak stammende Kurde Ihsan Othmann das Stück. Premiere ist am 19. Mai.

Mozart-Wettbewerb: Beste Geiger kommen aus Fernost

Finalisten hatten sich in mehreren Runden für die Endausscheidung qualifiziert

Zwei Südkoreanerinnen und ein Chinese sind die Sieger des 9. Internationalen Augsburger Mozart-Violinwettbewerbes. Die Nachwuchs-Geigerin Ji Won Song aus Südkorea habe den mit 10 000 Euro dotierten ersten Preis gewonnen. Zudem bekommt die 23-Jährige eine eigene CD-Produktion. Bei der Finalrunde belegte der erst 17 Jahre alte Chinese Ziyu He den zweiten Platz; er erhält 7500 Euro. Die 23-jährige Südkoreanerin Jae Hyeong Lee bekam den dritten Preis, der mit 5000 Euro dotiert ist. Rund 60 Geigen-Talente aus aller Welt hatten sich um den begehrten Nachwuchspreis beworben, besonders viele Teilnehmer kamen aus Asien. Der alle drei Jahre veranstaltete Wettbewerb erinnert an den in Augsburg geborenen Leopold Mozart, Vater von Wolfgang Amadeus Mozart. 1756 veröffentlichte Leopold Mozart in Augsburg seine "Violinschule". Das Buch wird bis heute von Musikschülern verwendet.

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