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Kulturnachrichten

Donnerstag, 12. Mai 2016

Britische Regierung will neue BBC-Aufsicht

Pläne zur Zukunft der BBC vorgegt

Großbritannien will den öffentlich-rechtlichen Rundfunksender BBC mit einer neuen Aufsicht und mehr Transparenz fit für die Zukunft machen. Die Aufsicht soll die BBC-Stiftung ersetzen. Zudem sollen die Gehälter der bestbezahlten Mitarbeiter veröffentlicht werden. Allerdings beschnitt die Regierung nicht Größe und Aufgabengebiet des Unternehmens, wie es Teile der Belegschaft befürchtet hatten. Einige der größten BBC-Stars hatten Regierungsvertretern jüngst vorgeworfen, sie bedrohten die Unabhängigkeit des Senders. Die BBC erreicht nach Schätzungen mit ihren Diensten pro Woche 97 Prozent der Briten. Der Rundfunksender finanziert sich über ein garantiertes Einkommen, das von einer Rundfunkgebühr aller Fernseh-Haushalte stammt. Die BBC wehrt sich gegen Veränderungen, die ihrer Beliebtheit schaden könnten. Kritiker hingegen halten den Sender für eine Organisation, die der Konkurrenz ein Schnäppchen schlägt - etwa weil sie auf ihrer Online-Seite kostenlose Nachrichten veröffentlicht. Dies erschwert die Bemühungen von privatwirtschaftlichen Rivalen, mit journalistischen Inhalten im Internet Geld zu verdienen. Ähnliche Kritik gibt es in Deutschland an ARD und ZDF.

Nationalgalerie zeigt iranische Kunstsammlung

Werke der Moderne waren bisher verborgen

Eine bedeutende iranische Kunstsammlung mit etlichen lange unter Verschluss gehaltenen Werken der Moderne kommt nach Berlin: Sie ist von Dezember 2016 bis Februar 2017 in der Nationalgalerie zu sehen. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, und der Direktor des Teheraner Museums für Zeitgenössische Kunst, Majid Mollanoroozi, vor wenigen Tagen in Berlin und Teheran, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mitteilte. Die iranische Sammlung umfasst wichtige Werke von den französischen Impressionisten bis zur amerikanischen Pop Art. Sie lagerte jahrzehntelang verborgen in Teheran. Nun wird sie erstmals international zu sehen sein. Präsentiert wird in Berlin auch zeitgenössische iranische Kunst aus der Sammlung. Parzinger bezeichnete den Vertragsabschluss als historischen Erfolg: Erstmals werde eine Sammlung vorgestellt, die in ihrer Zusammensetzung und in ihrer Geschichte einzigartig sei.

Ausnahmezustand für Düsseldorfer Schauspielhaus

Normalbetrieb erst wieder 2018

Mindestens zwei Jahre wird es noch dauern, bis das Düsseldorfer Schauspielhaus wieder den Normalbetrieb aufnehmen kann. Das erklärte der künftige Intendant Wilfried Schulz nach einer Krisensitzung. Wegen einer benachbarten Großbaustelle kann das Schauspielhaus wohl erst zu Beginn der Spielzeit 2018/19 wieder vollständig genutzt werden. Grund ist der Lärm auf der Baustelle, weswegen zunächst kein normaler Spielbetrieb stattfinden kann. Stattdessen muss Schulz Ersatzspielstätten nutzen. Immerhin sei mit der Stadt und den Investoren des Bauprojekts festgehalten, dass wie geplant im Mai 2017 Robert Wilsons "Der Sandmann"-Inszenierung im Schauspielhaus zu sehen sein werde, sagte Schulz weiter. Das sei ein zentrales Stück des Spielplans, erklärt er. Ebenso werde überprüft, ob weitere Produktionen dort in Abendvorstellungen inszeniert werden könnten.

Naumann-Stiftung räumt Verbindungsbüro in Kairo

Deutsche Stiftungen können nur noch sehr eingeschränkt arbeiten

Nachdem die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung Ägypten im Streit mit der Regierung verlassen musste, wird sie nun auch zur Räumung ihres Verbindungsbüro in Kairo gezwungen. Das Außenministerium Ägyptens habe die Aufrechterhaltung untersagt, teilte die Stiftung heute mit. "Es ist bedauerlich, dass auf diplomatischem Wege keine Lösung erreicht werden konnte", heißt es von der Stiftung. Die deutschen Stiftungen können in Ägypten seit einem Urteil gegen zwei Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung 2013 nur noch sehr eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten. Der Versuch, ihre Arbeit in einem Zusatzprotokoll zum Kulturabkommen auf eine klare rechtliche Grundlage zu stellen, scheiterte bislang am Widerstand der ägyptischen Behörden. Deswegen hatte die Friedrich-Naumann-Stiftung im Januar angekündigt, ihren Hauptsitz im Nahen Osten in die jordanische Hauptstadt Amman zu verlegen.

Josephine Pryde für Turner Prize nominiert

Berliner Kunstprofessorin ist Anwärterin des britischen Preises.

Die Britin Josephine Pryde steht auf der Shortlist für die mit 25 000 Pfund (rund 31 700 Euro) dotierte Auszeichnung, wie die Jury mitteilte. Pryde ist Professorin für Zeitgenössische Fotografie an der Universität der Künste. Außer ihr wurden die britischen Künstler Michael Dean, Anthea Hamilton und Helen Marten nominiert. Der Preis wird im Dezember vergeben. Die Tate Britain in London zeigt vom 27. September bis 8. Januar 2017 eine Ausstellung mit Werken der vier Künstler. Der Turner Prize zählt zu den weltweit wichtigsten Kunstpreisen. Er wird seit 1984 jährlich an einen britischen Künstler im Alter von unter 50 Jahren vergeben. 2015 hatte ihn das britische Kollektiv "Assemble" erhalten, eine Gruppe aus 18 jungen Architekten, Designern und Künstlern.

Von Storch zieht Berufung gegen Schaubühne zurück

Klage gegen Stück "Fear" eingestellt

Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch hat ihre Berufung im Gerichtsverfahren gegen die Berliner Schaubühne zurückgezogen. Das bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts Berlin. Von Storch hatte Ende vergangenen Jahres dagegen geklagt, dass in dem Anti-Rechtspopulismus-Stück "Fear" (Angst) des Regisseurs Falk Richter Fotos von ihr gezeigt werden. Das Gericht hatte die Klage im Dezember abgewiesen und entschieden, dass das Stück ohne Einschränkungen weiter aufgeführt werden dürfe.

Norwegen ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019

Heute werden Verträge unterschrieben

Norwegen soll Ehrengast bei der Frankfurter Buchmesse 2019 werden. Das teilten die Veranstalter heute mit. Am Nachmittag sollten die Verträge im Osloer Nationaltheater unterzeichnet werden. Norwegen sei ein Land mit einer langen literarischen Tradition, begründete Buchmessen-Chef Juergen Boos die Auswahl. "Diese reicht vom weltberühmten Henrik Ibsen bis hin zum charismatischen und schonungslosen Karl Ove Knausgard, der zurzeit die literarische Welt in Atem hält." Weitere bekannte Autoren sind etwa Knut Hamsun, Sigrid Undset, Jo Nesbø und Linn Ullmann. Deutschland ist laut Buchmesse ein wichtiger ausländischer Markt für norwegische Kultur und ist auch Norwegens wichtigster Wirtschaftspartner in Europa. Gast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse sind Flandern und die Niederlande. Es folgen im Jahr 2017 Frankreich und 2018 Georgien.

Athen besteht auf Rückgabe vom Parthenon-Fries

London soll Skulpturen zurückgeben

Im jahrzehntelangen Streit um die Parthenon-Friesteile beharrt Athen auf der Rückgabe der Skulpturen aus London. "Wir bestehen darauf", sagte der griechische Kulturminister Aristidis Baltas. Eine Klage vor internationalen Gerichten schloss der Minister zwar nicht aus, dies sei aber nicht der geeignete Moment. Die antiken Marmorelemente sind seit 1816 im Besitz des British Museum. Der britische Botschafter in Konstantinopel, Lord Elgin, hatte sie abmontieren und in das Vereinigte Königreich bringen lassen. Seit 1982 fordert Griechenland die "Elgin Marbles" zurück, die Briten verweigern dies bislang. Der Parthenon ("Jungfrauengemach") ist eines der berühmtesten noch existierenden Baudenkmäler des antiken Griechenlands.

Armin Mueller-Stahl erhält Preis für Lebenswerk

Der Schauspieler erhält die Ehrenauszeichnung am 20.Mai

Weltstar Armin Mueller-Stahl (85) erhält für sein Lebenswerk den Ehrenpreis des Deutschen Schauspielerpreises. Die Auszeichnung wird am 20. Mai in Berlin vom Bundesverband Schauspiel vergeben. "Armin Mueller-Stahl ist einer der größten unseres Faches, seiner Sprache zutiefst verbunden und doch weltweit gerühmt", erklärte Verbandsvorstand Thomas Schmuckert. Mueller-Stahl, gebürtiger Ostpreuße, war einst der beliebteste Schauspieler der DDR, später Aushängeschild des deutschen Films in Hollywood. Für seine Rolle in dem Musikerdrama "Shine" wurde er 1997 mit einer Oscar-Nominierung geehrt. Zuletzt hatten Rolf Hoppe, Senta Berger, Katharina Thalbach und Götz George den Ehrenpreis erhalten.

Ai Weiwei dreht Dok-film im Gazastreifen

Er interviewt palästinensische Flüchtlinge

Der chinesische Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei hat im Gazastreifen mit Arbeiten für einen Dokumentarfilm über Flüchtlinge begonnen. Er habe bereits Interviews mit Flüchtlingen geführt und Menschen getroffen, die im Gaza-Krieg 2014 ihre Häuser verloren. Ai Weiwei befasst sich seit längerem mit dem Schicksal von Flüchtlingen. Im März stellte er einen weißen Flügel im Schlamm des griechischen Flüchtlingslagers Idomeni auf und ermöglichte es einer Syrerin, unter einer Plastikplane im Regen Klavier zu spielen. Davor sorgte Ai Weiwei für Aufsehen, als er sich für das Magazin "India Today" am Strand von Lesbos fotografieren ließ. Dabei stellte er das Bild des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi nach, das im September um die Welt gegangen war.

Iranische Pilger reisen 2016 nicht zum Hadsch

Grund seien mangelhafte Sicherheitsbedingungen

Iranische Pilger werden nach der tödlichen Massenpanik 2015 in diesem Jahr nicht am Hadsch in Saudi-Arabien teilnehmen. Kulturminister Ali Dschannati begründete diesen Schritt laut der Nachrichtenagentur Irna damit, dass die Sicherheitsbedingungen in dem sunnitischen Königreich mangelhaft seien. Teheran habe vier Monate lang versucht, mit Riad das Problem zu lösen. Dabei habe es keinen Fortschritt gegeben. Iranischen Angaben zufolge starben bei der Massenpanik von Pilgern im September allein mindestens 464 Landsleute. Die Regierung hatte Saudi-Arabien Inkompetenz bei der Sicherheit vorgeworfen. Nach AP-Zählungen starben bei der Wallfahrt insgesamt mehr als 2400 Menschen. Zu dem Unglück war es am 24. September bei einem Ritual in Mina in der Nähe von Mekka gekommen.

Neuer Sonderforschungsbereich in Göttingen

Bildung und Religion stehen im Mittelpunkt

Mit dem Zusammenhang von Bildung und Religion beschäftigt sich ein neuer Sonderforschungsbereich an der Universität Göttingen. Er wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft zunächst für vier Jahre gefördert, wie die Uni mitteilte. Beteiligt sind demzufolge Forscher der Theologischen und der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen. Die Bandbreite der Fächer reicht dabei von den Altertumswissenschaften über die Theologie bis zur Religions- und Islamwissenschaft und der Religionspädagogik. Kooperationspartner ist die Hebräische Universität Jerusalem. Der Sonderforschungsbereich wird laut Universität am 26. Mai eröffnet.

Neuer Rekordpreis für Kahlo-Gemälde erwartet

Christie's versteigert "Two Nudes in the Forest"

Bei einer Auktion im traditionsreichen New Yorker Haus Christie's wird ein Aktgemälde von Frida Kahlo heute abend voraussichtlich einen neuen Rekordpreis erzielen. Das Gemälde "Two Nudes in the Forest" zeigt zwei Nackte in einer traumähnlichen Umgebung. Es wurde auf acht bis zwölf Millionen Dollar (7 bis 10,5 Millionen Euro) geschätzt. Bislang liegt der Auktionsrekord für ein Gemälde der mexikanischen Künstlerin bei 5,6 Millionen Dollar. Ebenfalls unter den Hammer kommt ein berühmtes Werk von Claude Monet. Das Bild "Teich mit Seerosen" gehört zu einer 14-teiligen Serie, die der französische Künstler von 1918 bis 1919 schuf. Es wurde geschätzt, dass das Bild einen Preis zwischen 25 und 35 Millionen Dollar erzielen wird.

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