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Kulturnachrichten

Dienstag, 3. Mai 2016

Hoher Brandschaden bei Künstlerin Rosemarie Trockel

Mehrer Werke fielen den Flammen zum Opfer

Bei einem Brand in der Kölner Villa der Künstlerin Rosemarie Trockel sind mehrere Kunstwerke beschädigt worden. Der Schaden geht nach ersten Schätzungen in die Millionen. Ein Sprecher der Polizei sagte am Dienstag, die Künstlerin selbst sei zum Zeitpunkt des Feuers am Montagnachmittag nicht im Haus gewesen. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Der Brand brach im Keller aus, wo auch Werke von Trockel gelagert waren. Die Ursache ist noch unklar. Die 63-jährige Trockel wird in Rankings immer wieder als die weltweit einflussreichste Künstlerin eingestuft.

Festival Mitte Europa fällt 2016 aus - Zukunft unklar

Trägerverein war in finanzielle Schieflage geraten

Das Festival Mitte Europa im Dreiländereck von Bayern, Böhmen und Sachsen fällt in diesem Jahr aus. Wie Insolvenzverwalter Christian Heintze mitteilte, habe sich der Plan, das Festival mit einem reduzierten Angebot stattfinden zu lassen, nicht realisieren lassen. "Zum einen war die Zeit deutlich zu knapp, um ein Programm einschließlich der Verpflichtung zahlreicher Künstler zu koordinieren und umzusetzen. Zum anderen erlaubte das laufende Insolvenzverfahren letztlich nicht die notwendige Finanzierung der Veranstaltung." Da das Festival eine hohe Strahlkraft habe, gebe es bereits "vorsichtige Überlegungen, es wiederzubeleben". Allerdings werde es noch dauern, bis sich etwas konkretisiere. Das Festival Mitte Europa war 1992 entstanden und wollte in diesem Jahr seine 25. Auflage feiern. Der Trägerverein mit Sitz in Plauen war aber schon vor einiger Zeit in finanzielle Schieflage geraten.

Irans Präsident Rohani für mehr Meinungsfreiheit

"Kritiker sollten nicht ins Gefängnis gesteckt werden"

Nach dem Wahlsieg der Reformer bei der Parlamentswahl im Iran hat Präsident Hassan Rohani sich für mehr Meinungsfreiheit stark gemacht. "Kritiker sollten nicht festgenommen, Kritiker sollten nicht ins Gefängnis gesteckt werden", sagte Rohani bei der Teheraner Buchmesse. Gleichzeitig griff er aber auch jene an, deren Texte Lügen und Schuldzuweisungen beinhalteten und eine Schwächung der Staatsmacht zum Ziel hätten. Bei der Parlamentswahl eroberte Rohanis Lager der Reformer und Gemäßigten 143 der 290 Sitze im Parlament, verpasste aber knapp die absolute Mehrheit. Erst im April hatte die iranische Justiz vier reformorientierte Journalisten unter dem Vorwurf der Gefährdung der nationalen Sicherheit zu fünf bis zehn Jahren Haft verurteilt.

Böhmermann kritisiert Kanzlerin

"Die Bundeskanzlerin darf nicht wackeln, wenn es um die Meinungsfreiheit geht"

Jan Böhmermann kritisiert Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihr Verhalten nach der Veröffentlichung seines Schmähgedichts. "Die Bundeskanzlerin darf nicht wackeln, wenn es um die Meinungsfreiheit geht", sagte der Satiriker der Wochenzeitung "Die Zeit", die am Donnertag erscheinen wird, und vorab auf "Zeit online" zitiert wird. "Doch stattdessen hat sie mich filetiert, einem nervenkranken Despoten zum Tee serviert und einen deutschen Ai WeiWei aus mir gemacht", sagte der ZDF-Moderator und Grimmepreisträger, der sich bislang zum Wirbel um sein Gedicht kaum geäußert hatte. Böhmermann las Ende März in seiner satirischen TV-Show "Neo Magazin Royale" auf ZDFneo ein Gedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor, das Formulierungen enthielt, die unter die Gürtellinie zielten. Erdogan stellte Strafantrag wegen Beleidigung. Die Bundeskanzlerin ermächtigte die Behörden zur Strafverfolgung.

Leipziger Baumwollspinnerei wird ausgebaut

Das letzte ungenutzte Gebäude soll saniert werden

Das Kulturzentrum Leipziger Baumwollspinnerei wird ausgebaut. Mit 7,5 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" soll die Halle 7, das letzte noch ungenutzte Gebäude des ehemaligen Fabrikareals, saniert werden. Danach sollen dort Spielstätten verschiedener Theater sowie das Naturkundemuseum untergebracht werden. Insgesamt werde die Sanierung der Halle 7 rund zwölf Millionen Euro kosten, teilte das sächsische Innenministerium mit. In der Leipziger Baumwollspinnerei haben sich zahlreiche international renommierte Künstler wie zum Beispiel Neo Rauch mit ihren Ateliers und Galerien niedergelassen.

Ronja von Rönne lehnt Springer-Preis ab

Autorin distanziert sich von ihrem Text "Warum mich der Feminismus anekelt"

Umstritten war der Beitrag "Warum mich der Feminismus anekelt" bereits nach seinem Erscheinen in der "Welt am Sonntag". Als er gestern Abend mit dem Axel Springer Hauptpreis in Silber ausgezeichnet werden sollte, distanzierte sich auch die Autorin Ronja von Rönne von ihrem Text. Zu den Gründen sagte Rönne laut dem Branchendienst Meedia: "Mein Text war eine sponate Wutrede im Kontext einer Debatte und sollte kein lebenslanges Statement sein. Einge Sätze sind sehr missverständlich und für derart Missverständliches kann ich keinen Preis annehmen." Weitere an dem Abend ausgezeichnete Texte waren von Bastian Berbner, der für einen Beitrag über die Leiden zweier Al-Kaida-Geiseln in der Wochenzeitung "Die Zeit" prämiert wurde. Der Hauptpreis in Bronze ging an Dominik Stawski für einen Artikel über das rätselhafte Verschwinden einer jungen Frau und die Ermittlungen zu ihrem Tod in der Zeitschrift "Stern Crime". Dotiert sind die Hauptpreise mit 10 000 Euro, 5000 Euro und 3000 Euro.

Kulturrat setzt Museum Morsbroich auf Rote Liste

Ausstellungshaus droht Schließung aus Geldnot

Der Deutsche Kulturrat hat das Museum Morsbroich in Leverkusen auf die Rote List bedrohter Kultureinrichtungen gesetzt. Das Museum besitzt eine renommierte Kunstsammlung, unter anderem mit Werken von Joseph Beuys und Gerhard Richter. Es stehe jetzt auf der "Vorwarnliste", hieß es in einer Mitteilung. Das entspricht der zweitniedrigsten von fünf Gefährdungskategorien. Wirtschaftsprüfer hatten empfohlen, das 1951 eröffnete Kunstmuseum zu schließen, damit die verschuldete Stadt Leverkusen ihre Sparvorgaben erfüllen kann. Mit der Schließung und dem Verkauf der Sammlung könnten demzufolge fast 780 000 Euro pro Jahr gespart werden. Bis zum 27. Juni soll die Stadtverwaltung einen Vorschlag zur Umsetzung der Sparmaßnahmen vorlegen. Im Stadtrat Leverkusen gibt es großen Widerstand gegen die Schließung des überregional beachteten Hauses.

Bauhaus Dessau will stärker zum Ausstellungsort werden

Neue Werbestrategie soll mehr Besucher ansprechen

Das Bauhaus Dessau will sich verstärkt zu einem Ausstellungsort entwickeln. "Bislang kommen die Leute vor allem wegen der Architektur hierher", sagte die Direktorin der Stiftung Bauhaus, Claudia Perren, der Deutschen Presse-Agentur. Rund 100 000 Besucher würden erreicht und üblicherweise hätten die Ausstellungen im Bauhaus 5000 Besucher, manchmal 12 000. Das müsse aufgebaut werden, auch im Hinblick auf den für Ende des Jahres geplanten Museumsneubau, betonte Perren. Mit der aktuellen Ausstellung "Große Pläne!" zur angewandten Moderne werde ein Auftakt gemacht, das Bauhaus als Ausstellungshaus zu etablieren. "Wir machen das erste Mal ganz anders Werbung, eine ganz andere Kommunikation, um die Leute zu informieren: Kommt ins Bauhaus, nicht nur um das tolle Gebäude zu sehen, sondern auch wegen der Ausstellungen." Die Bauhausgebäude in Dessau und Weimar entstanden in den 1920er Jahren nach Plänen des Architekten Walter Gropius und gehören seit 1996 zum UNESCO-Welterbe.

Sieben Menschen erheben Anspruch auf Prince-Erbe

Auch bisher unbekannte Halbschwester des Pop-Stars unter den Antragstellern

Auf das Erbe von US-Popstar Prince, der kein Testament hinterlassen hat, erheben sieben Menschen Anspruch. Darunter ist laut der Promi-Website "TMZ" auch eine Frau, die nach eigenen Angaben eine bislang nicht bekannte Halbschwester des verstorbenen Sängers ist. Darcell Gresham Johnston habe sich wie die anderen Geschwister und Halbgeschwister bis Montag bei dem zuständigen Nachlassgericht in Minnesota gemeldet. Bei den übrigen Antragstellern handelt es sich um die Schwester von Prince, Tyka Nelson, sowie die fünf Halbgeschwister John, Norrine und Sharon Nelson, Alfred Jackson und Omarr Baker. Der Musiker, Komponist und Produzent, der am 21. April überraschend im Alter von 57 Jahren verstorben war, hatte nach Schätzungen ein Vermögen im Wert von hunderten Millionen Dollar.

"Ernst von Siemens Musikpreis" für Per Nørgård

Dänischer Komponist für sein Lebenswerk geehrt

Er sei einer der originellsten Komponisten des Nordens, hieß es in der Begündung der Ernst von Siemens Musikstiftung. Sein Werk sei weit über die skandinavischen Grenzen hinaus von einzigartiger Bedeutung. Die Auszeichnung wurde Nørgård gestern Abend im Münchner Prinzregententheater verliehen. Sie ist mit 250 000 Euro dotiert. Das Lebenswerk des 1932 geborenen Dänen erstreckt sich über nahezu alle musikalischen Gattungen. Er entwickelte eine kompositorische Technik, die er "infinity series" nennt. Es handelt sich dabei um eine Methode, bei der sich dieselben musikalischen Strukturen immer wieder neu auf verschiedenen Ebenen entfalten.

Blanchett jetzt Botschafterin des UN-Flüchtlingswerks

Neue Rolle für australische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin

In einer Mitteilung der Vereinten Nationen zeigte sich Cate Blanchett sehr stolz, als neue Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zu arbeiten. Es habe nie eine entscheidendere Zeit gegeben, um an der Seite von Flüchtlingen zu stehen und Solidarität zu zeigen, betonte sie. Die Schauspielerin ist gerade aus Jordanien zurückgekehrt, wo sie sich über humanitäre Hilfsmaßnahmen für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge informiert hatte. Blanchett hatte bereits vor ihrer Ernennung für das UN-Flüchtlingswerk gearbeitet.

Sotheby's versteigert Werke aus Proust-Archiv

Sammlung des französischen Autors enthält auch unveröffentlichte Manuskripte

Seltene Briefe an den Vater, unveröffentlichte Manuskripte und sehr persönliche Fotos aus dem Besitz des französischen Schriftstellers Marcel Proust kommen am 31. Mai in Paris unter den Hammer. Das Auktionshaus Sotheby's versteigert mehr als 120 Fotografien, Zeichnungen, Bücher, Manuskripte und Briefe von Proust, der mit seinem Hauptwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" Weltruhm erlangte. Die Sammlung, die von einer Urgroßnichte des Schriftstellers verkauft wird, gibt Einblick in sein Schaffen, seinen Freundeskreis und seine Liebschaften. Unter den zahlreichen Fotos sind Aufnahmen von Proust selbst und Familienporträts. Versteigert wird ebenso eine Originalausgabe von "In Swanns Welt", dem ersten, 1913 veröffentlichten Band von "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Auch ein bisher unbekanntes Manuskript des zweiten Bandes wird versteigert. 1919 erhielt Proust dafür den wichtigsten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt.

"Ode an die Freude"-Vortrag ohne Strafverfolgung

Mainzer Staatstheaters protestierte mit Beethoven gegen AfD-Kundgebung

Der Protest des Mainzer Staatstheaters mit einer lautstark vorgetragenen "Ode an die Freude" gegen eine AfD-Kundgebung bleibt ohne strafrechtliche Konsequenzen. Das Strafverfahren sei eingestellt worden, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit. Allerdings könnte es sein, dass der Intendant und die Ensemble-Mitglieder ein Bußgeld von bis zu 511 Euro für eine Ordnungswidrigkeit zahlen müssen. Dies wird von einer Behörde geprüft. Sänger und Musiker des Theaters hatten im November vergangenen Jahres so laut Beethovens Hymne für Freiheit und Vielfalt gesungen, dass sie damit eine Kundgebung der rechtskonservativen AfD störten.

Direktor verlässt Museum für Sepulkralkultur in Kassel

Werner Tschacher geht nach nur drei Monaten

Das Kasseler Museum für Sepulkralkultur hat nach rund drei Monaten seinen neuen Direktor verloren. Werner Tschacher habe innerhalb der Probezeit aus persönlichen Gründen gekündigt, sagte Museumssprecherin Jutta Lange am in Kassel. Sie bestätigte damit auf Anfrage entsprechende Medienberichte. Langes Angaben zufolge übernahm bereits zum 1. April der stellvertretende Direktor, Gerold Eppler, die kommissarische Leitung des Museums. Diese Funktion soll Eppler zunächst bis Ende des Jahres ausüben. Wann die Stelle des Museumsleiters neu ausgeschrieben werde, stehe noch nicht fest, so Lange. Das 1992 eröffnete Sepulkralmuseum will den Besuchern Kontinuität und Wandel im Umgang mit den letzten Dingen veranschaulichen und zeigt dazu in seiner Dauerausstellung Zeugnisse der Bestattungs-, Friedhofs- und Trauerkultur im deutschsprachigen Raum vom Mittelalter bis heute.

Neuer Archivdirektor in der Akademie der Künste

Werner Heegewaldt folgt auf die im Streit entlassene Birgit Jooss

Werner Heegewaldt wird zum Direktor des Archivs der Akademie der Künste und Mitglied der Geschäftsführung ernannt. Das beschloss der Senat der Akademie einstimmig. Der Historiker und wissenschaftliche Archivar war vorher bereits kommissarischer Direktor des Archivs. Nachdem seine Vorgängerin Birgit Jooss noch in der Probezeit durch die neue Präsidentin Janine Meerapfel entlassen worden war, hatte es heftigen Streit innerhalb der Akademie um die Kündigung gegeben. Das Direktorenamt war Ende 2015 öffentlich ausgeschrieben worden, für das Bewerbungsverfahren wurde eine Auswahlkommission eingerichtet, der neben Vertretern der Akademie auch externe Sachverständige angehörten.
 

Macher der re:publica sehen offenes Netz in Gefahr

8000 Experten diskutieren auf zehnter Auzsgabe der Internet-Konferenz

Zum Auftakt der zehnten Internet-Konferenz re:publica haben die Macher die Notwendigkeit eines offenen Internets unterstrichen. "Wir machen uns immer mehr abhängig von immer weniger Plattformen, die uns einseitig die Regeln vorgeben", sagte Netzaktivist Markus Beckedahl in Berlin mit Blick auf Netzwerke wie Facebook oder Twitter. "Seit der ersten re:publica reden wir über die Vorteile eine offenen Netzes. Aber dieses offene Netz ist bedroht." Die re:publica wurde 2007 von den Machern der Blogs netzpolitik.org und Spreeblick ins Leben gerufen. Zur Jubiläumsausgabe versammeln bis Mittwochabend rund 8000 Blogger, YouTuber und Politiker, Künstler, Netzaktivisten und Intellektuelle. Mehr als 700 Redner stehen auf 17 Bühnen.

Thomas-Mann-Preis für Jenny Erpenbeck

Berliner Autorin wird für ihr Oeuvre geehrt

Die Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck (49) erhält den mit 25 000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis. Der Preis werde ihr zuerkannt, weil sie seit ihrem gefeierten Debüt, dem Roman "Geschichte vom alten Kind" (1999), zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Essays und Dramen publiziert hat, die sich der prekären politischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, aber auch den brennenden Fragen unserer Gegenwart stellen", teilte die Hansestadt Lübeck mit. Lübeck und die Bayerische Akademie der Schönen Künste München verleihen gemeinsam den Thomas-Mann-Preis. Die Laudatio bei der Preisverleihung am 17. September im Theater Lübeck wird der Film- und Literaturkritiker Knut Elstermann halten.

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Fazit

Kultursymposium WeimarDie Route wird neu berechnet
Auf dem Festivalgelände des E-Werks beim Kultursymposium in Weimar stehen Zelte, auf die Bilder und Schriften projiziert sind. (Joerg Glaescher/Goethe-Institut)

Die Welt wird komplexer, Orientungslosigkeit macht sich breit allenthalben. Dem setzt das Goethe-Institut in Weimar sein Kultur-Symposium entgegen, bei dem Experten aus allen Bereichen mit Künstlern nach Antworten auf die Fragen der Zukunft suchen.Mehr

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