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Kulturnachrichten

Samstag, 2. April 2016

Jan Fabre tritt als Leiter des Internationalen Theaterfestivals Athen/Epidaurus zurück

Griechische Künstler hatten gegen ihn protestiert

Nur knapp zwei Monate nach seiner Ernennung zum Leiter des Theaterfestivals Athen und Epidauros (2016 – 2019), hat der belgische Künstler und Regisseur Jan Fabre jetzt den Posten wieder zurückgegeben. Das meldet die Online-Ausgabe der belgische Zeitung "L’avenir" und zitierte Fabre mit den Worten: "Ich habe die Einladung des griechischen Kultusministers angenommen, unter der Bedingung, dass ich künstlerische Freiheit genieße. Das ist in Griechenland nicht mehr möglich. Ich möchte nicht in einem künstlerisch feindlichen Umfeld arbeiten zu dem ich mit  offenem Geist und Herzen gekommen bin." Die Proteste griechischer Künstler gegen das von Fabre vorgestellte Programm, das im ersten Jahr vor allem belgische Künstler präsentieren will, hätten ihn, so Fabre, zu diesem Entschluss gebracht.
Korrigierte Fassung vom 04.04.2016

Experte: Wiederaufbau von Palmyra möglich

Palmyra war vor etwa einem Jahr von der Terrormiliz IS besetzt worden

Der originalgetreue Wiederaufbau des syrischen Weltkulturerbes Palmyra ist nach Ansicht des Altertumsexperten Udo Hartmann möglich. Die antike Oasenstadt sei durch die Arbeit von Archäologen sehr gut erfasst, sagte er dem Magazin "Der Spiegel". Es gebe genug Vorgaben, an die man sich bei der Rekonstruktion halten könne. Palmyra war vor etwa einem Jahr von der Terrormiliz IS besetzt worden. Die Dschihadisten zerstörten dort viele Monumente, unter anderem den rund 2000 Jahre alten Baal-Tempel. Syrische Regierungstruppen haben die historische Oasenstadt nun zurückerobert. Den Wiederaufbau sollte ein Team von Spezialisten steuern. "Wir brauchen die Kompetenz aller Palmyra-Forscher, ein internationales Team unter der Schirmherrschaft der Unesco", sagte Hartmann. Zugleich schränkte er ein: "Bevor sich nicht feste staatliche Strukturen in Syrien einstellen und solange Millionen auf der Flucht sind, ist nicht daran zu denken, alte Tempel auszubessern."

App soll Kritzeleien an Baudenkmälern verhindern

Besucher in Florenz sollen sich auf Tablets verewigen

Kaum eine Sehenswürdigkeit der Welt, an der Touristen sich nicht mit Kritzeleien á la "Ich war hier", Herzchen oder Smileys verewigen. Verbote zeigten bislang wenig Wirkung. In Florenz soll nun eine App Besucher und Denkmalschützer zufrieden stellen. Auf Tablet-Computern können Besucher des Campanile di Giotto, des Glockenturms des Doms von Florenz, nun ihre Botschaft hinterlassen. Auf einer speziellen Website können sie sich ihre Hinterlassenschaften auch noch ansehen, wenn der Urlaub längst vorbei ist. Und die Idee findet Zuspruch. Die Botschaften reichen von Friedensappellen über das klassische "Pietro was here" bis zu Klagen über unerwiderte Liebe. "Wir wollen ein Bewusstsein bei den Besuchern für Vandalismus schaffen, aber ihnen gleichzeitig die Chance geben, ein dauerhaftes Zeichen zu hinterlassen, ohne dabei das Bauwerk zu beschädigen", heißt es in einer Erklärung zu der neuen App. Inzwischen sind die meisten Kritzeleien von den Wänden des Turms verschwunden - bis auf die ins Mauerwerk geritzten, gegen die auch die Restauratoren nichts ausrichten können. Als nächstes sind die Schmierereien in der Domkuppel an der Reihe. Und auch dort darf dann auf Tablets weiter gekritzelt werden.

Kunstsammlerin Stoschek eröffnet Dependance in Berlin

Julia Stoschek Collection zählt zu den bedeutenden Sammlungen zeitgenössischer Kunst

Die Düsseldorfer Kunstsammlerin Julia Stoschek will Anfang Juni eine Dependance in Berlin eröffnen. "Düsseldorf bleibt das Stammhaus", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung". "Aber ich möchte jetzt auch dort präsent sein, wo die meisten Interessenten für mein aktuelles Programm sind. Das ist nun mal Berlin." Die Julia Stoschek Collection in Düsseldorf zählt mit dem Schwerpunkt Videoarbeiten, Installationen und Fotografien zu den bedeutenden privaten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Deutschland. "Berlin ist eine Stadt des Wandels, das gilt auch für meinen Sammlungsansatz", sagte sie. Zur Eröffnung werde es eine Gruppenausstellung mit 18 Künstlern und 40 Werken geben - "von raumgreifenden Videoinstallationen, skulpturalen Arbeiten, Performances bis hin zu einer monumentalen Live-Simulation".

Weiterhin keine Gewissheit über Nofretetes Grabstätte

Erkenntnisse zu versteckten Kammern von Tutanchamuns Grab lassen auf sich warten

Ob das Grabmal des ägyptischen Pharaos Tutanchamun weitere Grabkammern und möglicherweise sogar die Mumie seiner berühmten Stiefmutter Nofretete verbirgt bleibt weiter ein Rätsel. Ägyptens neuer Antikenminister Chaled al-Anani bat einmal mehr um Geduld, nachdem neue Radaraufnahmen des berühmten Grabes in Luxor gemacht worden waren. Neue Erkenntnisse werde es erst in mehreren Wochen geben, sagte er. Al-Ananis Vorgänger Mamdouh El-Damaty hatte Mitte März von einer "90-prozentigen Chance" gesprochen, dass sich hinter dem Grab des jung verstorbenen Pharaos zwei weitere Kammern befinden. Der neue schlägt nun einen deutlich vorsichtigeren Ton an: Vor Journalisten und Kamerateams aus aller Welt kündigte er für Ende April eine neue Analyse des Grabmals mit Hilfe einer anderen Technologie an. Alle Ergebnisse sollen dann am 8. Mai auf einer internationalen Experten-Konferenz erörtert werden. Alle Hypothesen müssten "überprüft und nochmals überprüft werden", sagte al-Anani.

Indonesien droht DiCaprio mit Einreiseverbot

Schauspieler hatte sich kritisch zur Palmölindustrie geäußert

Indonesien droht Hollywood-Star Leonardo DiCaprio mit Einreiseverbot. DiCaprio habe seinen jüngsten Besuch in Indonesien dazu missbraucht, die Palmölindustrie und die Regierung in Verruf zu bringen, sagte der Sprecher der Einwanderungsabteilung im Justizministerium. Wenn sich der 41-Jährige in sozialen Medien weiter so aufstachelnd und provokativ äußere, werde er auf eine Schwarze Liste gesetzt. Der Schauspieler hatte nach einem Besuch in einem Nationalpark im Norden Sumatras Fotos präsentiert und sich dabei besorgt über die Gefährdung von Tierarten geäußert. Deren Lebensraum sei wegen der Zerstörung von Regenwäldern für Palmölplantagen gefährdet.

Jay-Z von Streaming-Einnahmen enttäuscht

Rapmogul erwägt nun eine Klage

Ein Unternehmen des US-Erfolgsrappers Jay-Z ist von der Zahl der Abonnenten eines von ihm übernommenen Streaming-Dienstes enttäuscht - und erwägt nun eine Klage. Jay-Zs Firma Project Panther Bidco sagte, sie sei über die Zahl der zahlenden Kunden des Dienstes Tidal getäuscht worden. Damit legt sie nahe, dass der Kaufpreis zu hoch gewesen sei. Sie hatte Tidal vor einem Jahr von skandinavischen Betreibern für 56 Millionen Dollar erworben. "Die Gesamtzahl der Abonnenten war deutlich unter den 540 000, die uns die Vorbesitzer genannt hatten.", hieß es. "Als Ergebnis dessen haben wir Rechtshinweise an die am Verkauf beteiligten Parteien zugestellt." Die in Norwegen ansässige Schibsted Media Group als größter der Vorbesitzer wies die Vorwürfe "und alle potenziellen Forderungen zurück".

Schmuck von Mata Hari für 17000 Euro versteigert

Erlös liegt damit um das Zehnfache über dem Schätzwert

Schmuck aus dem Besitz der 1917 hingerichteten niederländischen Tänzerin und Spionin Mata Hari ist in Amsterdam für rund 17 000 Euro versteigert worden. Dies liege um das Zehnfache über dem Schätzwert, sagte ein Sprecher des Auktionshauses De Zwaan. "Wir haben die Gegenstände so geschätzt, als ob sie eine normale Herkunft hätten. Wir konnten den Wert des Namens Mata Hari nicht einschätzen." Zu den Gegenständen, die ein mit Mata Hari befreundeter Künstler einem Notar hinterlassen hatte, gehörten neben Schmuck auch eine Uhr, ein Marmorbild, Silberbesteck und ein Puppenservice. Teuerstes Stück war eine Halskette mit orangefarbenen Steinen. Die als Margaretha Geertruida Zelle 1876 in Leeuwarden geborene Frau war schon vor dem Ersten Weltkrieg als "exotische Tänzerin" zu Berühmtheit gelangt und hatte sich 1915 für den deutschen Geheimdienst verpflichtet. Die tatsächliche Bedeutung der Spionin ist bis heute umstritten.

Guns N' Roses geben Wiedervereinigungskonzert

Reunion sollte ursprünglich nächste Woche stattfinden

Eigentlich sollte die Wiedervereinigung der legendären Rockband nächste Woche in Las Vegas stattfinden - zum Start der "Not in This Lifetime" Tour. Aber es kam alles anders: Kurz vor 0 Uhr Ortszeit am Samstag früh in Los Angeles, trat die Band im Club "The Troubadour" in West Hollywood auf. Der Club fasst nur etwa 400 Leute, und für die Tickets zum Freundschaftspreis von 10 Dollar standen manche Fans stundenlang an. Im "The Troubadour" fing die Karriere von Guns N' Roses an. Anfang Januar hatte die Ankündigung zweier Auftritte der legendären Band bereits einen Ansturm auf Tickets für das Musikfestival Coachella Mitte April in Kalifornien ausgelöst. Die regulären Eintrittskarten waren innerhalb einer Stunde ausverkauft. Die Besetzung beim Festival ist noch nicht bekannt.

Satiriker von "extra3" sorgen mit Clip für Aufsehen

Video wurde innerhalb eines Tages 900 000 Mal angeschaut

Ein neues Video des NDR-Satiremagazins "extra3" sorgt derzeit im Netz für Aufsehen. Der Beitrag mit dem Titel "Religion als Medikament" wurde innerhalb von einem Tag rund 900.000 Mal angeschaut und 14.000 Mal "geteilt", also im Sozialen Netzwerk Facebook weiterempfohlen. Die fünf Weltreligionen werden in dem gut zweiminütigen Clip in Tablettenform präsentiert. Das Medikament helfe "bei verschnupfter Seele, innerer Leere, Angst und Einsamkeit", erklärt ein Schauspieler. Doch leider komme es immer wieder "zum Missbrauch durch Überdosierung". Die schlimmsten Folgen hätten sich früher in den Kreuzzügen gezeigt, heute bei fundamentalistischen Predigern, Radikalisierung und Terrorismus. "Wer sich darüber aufregt, hat wahrscheinlich schon eine Überdosis des Medikaments genommen", so Joachim Frank, Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten. Zudem erkenne er einen ernsten Kern in dem humorvollen Clip. "Die wahre Verunglimpfung von Religion geschieht nicht durch eine solche Satire, sondern genau durch das, was im Video kritisiert wird: Fundamentalismus, Radikalisierung, Gewalt im Namen Gottes."

Gericht verurteilt Kunstbetrüger zu Haftstrafe

Bonner Auktionshaus wurde um 15000 Euro betrogen

Das Bonner Landgericht hat einen 75-Jährigen in zweiter Instanz erneut wegen Betrugs zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der einschlägig vorbestrafte Kunstbetrüger aus Hessen muss ins Gefängnis, weil er ein Bonner Auktionshaus mit falschen Angaben um 15 000 Euro betrogen hat. Im August 2012 hatte der Mann dem Auktionshaus 32 Gemälde, Aquarelle oder Holzschnitte angeboten, sie in seinem Elternhaus aufgehängt und vorgetäuscht, er habe die Sammlung geerbt. Für eine Erbengemeinschaft solle er sie nun versteigern lassen. Tatsächlich war die Sammlung, deren Wert er mit 50 000 Euro angegeben hatte, zuvor für wenige Hundert Pfund in einer englischen Internet-Auktion ersteigert worden. Das Auktionshaus hatte die Sammlung allerdings für echt erachtet und dem Angeklagten per Vertrag einen Vorschuss von mehr als 15 000 Euro gezahlt. Eine Woche später waren dem Auktionshaus Zweifel gekommen, der Betrug konnte rechtzeitig vor der Versteigerung aufgedeckt werden.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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