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Kulturnachrichten

Dienstag, 26. Mai 2015

Vicente Aranda gestorben

Spanischer Film-Revolutionär starb heute in Madrid

Der Filmemacher Vicente Aranda, einer der angesehensten und einflussreichsten Regisseure Spaniens, ist tot. Aranda sei heute am frühen Morgen in seiner Madrider Wohnung im Alter von 88 Jahren gestorben, teilte die spanische Filmakademie mit. "Einer der ganz Großen hat uns verlassen", klagte der spanische Schauspieler Antonio Resines. Aranda drehte mehr als 30 Filme. Zu den bekanntesten Werken des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs und Drehbuchautors aus Barcelona gehört "Amantes" (Die Liebenden), für das er 1992 den spanischen Goya-Preis für die beste Regie und den besten Film erhielt. Dieser Streifen und auch Arandas Romanverfilmung "Der Blick des Anderen" wurden jeweils 1991 und 1998 auf der Berlinale für einen Goldenen Bären nominiert.

Behörden untersuchen B.B. Kings Todesumstände

Beerdigung werde aber nicht verschoben

US-Behörden untersuchen den Tod des Blues-Musikers B.B. King auf mögliche unnatürliche Umstände. Das Büro des Untersuchungsrichters im Bezirk Clark County im US-Bundesstaat Nevada teilte über Twitter mit, Kings Leiche werde obduziert. "Wir haben keine Beweise dafür, dass die Vorwürfe von Fremdeinwirkung zutreffen", sagte der Rechtsmediziner John Fudenberg dem Fernsehsender NBC News. "Dennoch nehmen wir die Hinweise sehr ernst und führen eine gründliche Untersuchung durch." Nach US-Medienberichten wurden die Ermittlungen eingeleitet, weil zwei Töchter des Musikers den Verdacht äußerten, ihr Vater könnte Opfer eines Verbrechens geworden sein. Nach Gerichtsdokumenten, die dem Online-Portal "E! News" vorliegen, werfen Karen Williams und Patty King zwei Vertrauten des Sängers vor, seinen Tod mit Gift beschleunigt zu haben. Die Behörden erklärten, es werde mindestens sechs bis acht Wochen dauern, bis die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchungen vorlägen. Ein Sprecher der Polizei von Las Vegas betonte gegenüber NBC News, die Mordkommission werde erst ermitteln, wenn feststehe, "dass King nicht eines natürlichen Todes gestorben ist". Eine Obduktion fand demnach bereits am Sonntag statt, die Beerdigung des Künstlers werde von den Untersuchungen aber nicht verzögert.

Bibliothekare: neues Urheberrecht für digitale Bücher

Niedrigerer Mehrwertsteuersatz gefordert

Die Bibliothekare in Deutschland kritisieren eine Benachteiligung digitaler Medien in Deutschland. Zur heutigen Eröffnung des Deutschen Bibliothekartages in Nürnberg forderten sie einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz für digitale Bücher. Außerdem wollen Bibliotheken und Büchereien das Recht bekommen, digitale Medien zu erwerben und zu verleihen, heißt es in einer Mitteilung. Das derzeitige deutsche Urherberrecht hinke den Entwicklungen der digitalen Welt hinterher. Ein Buch sei ein Buch, unabhängig von der medialen Form, kritisierte der Vorsitzende des Vereins Deutscher Bibliothekare, Klaus-Reiner Brintzinger. Für ein E-Book gelte der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Andere europäische Länder hätten längst den niedrigeren Steuersatz auch für digitale Medien eingeführt.

Komponist Michael Braunfels gestorben

Braunfels stand für eine Alternative zur Atonalität

Der Pianist und Komponist Michael Braunfels ist tot. Der Sohn des Komponisten Walter Braunfels (1882-1954) sei bereits am 15. Mai im Alter von 98 Jahren in Köln gestorben, teilte sein Sohn heute mit. Michael Braunfels hatte Klavier bei seinem Vater studiert. Walter Braunfels, einer der erfolgreichsten Komponisten in den 1920er Jahren, war von den Nazis verfemt worden und nach dem Krieg in Vergessenheit geraten. Sein Sohn Michael hatte großen Anteil an der Wiederentdeckung der Musik des Vaters in jüngerer Zeit. Der am 3. April 1917 in München geborene Braunfels, ein anerkannter Schubert-Interpret, hatte von 1954 bis 1982 an der Kölner Musikhochschule unterrichtet. Seit Mitte der 80er Jahre widmete er sich ganz dem Komponieren und blieb mit seiner Musik stets in der Tonalität verankert. Braunfels' Werkverzeichnis umfasst Orchester- und Kammermusik, Klaviermusik, Lieder und Chorwerke. Die meisten seiner Werke entstanden als Auftragsarbeiten für Musikerkollegen, die eine Alternative zur atonalen Musik suchten.

USA geben erbeutete Artefakte an Italien zurück

Die Kunstgegenstände wurden in Katalogen entdeckt

Die USA haben 25 geraubte Artefakte an Italien zurückgegeben. Dabei handelt es sich unter anderem um etruskische Vasen und Fresken aus dem ersten Jahrhundert sowie um wertvolle Bücher, die in bekannte Museums-, Universitäts- und private Sammlungen in den Vereinigten Staaten gekommen waren. US-Botschafter John Phillips präsentierte die Rückgabe heute gemeinsam mit italienischen Carabinieri. Die Gegenstände wurden entweder spontan ausgehändigt oder von der Polizei beschlagnahmt. Italienische Behörden hatten die Artefakte in Katalogen des Auktionshauses Christie's oder in Auflistungen von Galerien bemerkt und der Polizei Hinweise gegeben. Zu den jetzt zurückgegebenen Artefakten gehören etruskische Vasen vom Toledo Museum of Art im US-Staat Ohio und dem Minneapolis Institute of Art im Staat Minnesota. Ebenfalls dabei sind Botanikbücher aus dem 17. Jahrhundert von der Johns Hopkins University in Maryland.

Margaret Atwood stiftet für die Bibliothek der Zukunft

Manuskript wird 2114 veröffentlicht

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (75) hat heute in den Wäldern von Oslo ein bisher unveröffentlichtes Buchmanuskript aus der Hand gegeben, das erst in 99 Jahren gedruckt werden soll. Dahinter steckt ein Projekt der schottischen Künstlerin Katie Paterson, das den Titel "Future Library" (Bibliothek der Zukunft) trägt. Jedes Jahr soll ein anderer Autor ein Manuskript zur Verfügung stellen, das 2114 veröffentlicht werden soll. Das Buch von Atwood mit dem Titel "Scribble moon" ist das erste in der Serie. Im vergangenen Jahr pflanzte Paterson in einem Wald nördlich von Oslo 1000 Fichten, die in 99 Jahren das Papier liefern sollen, auf dem die Bücher gedruckt werden.

Auszeichnung des Klosters Corvey als Weltkulturerbe

Kloster ist Deutschlands 39. Unesco-Welterbestätte.

Die Ernennung des einstigen Klosters Corvey zum Unesco-Welterbe wird heute im westfälischen Höxter mit einem Festakt besiegelt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (beide SPD) werden dabei sein, wenn eine Plakette an den Mauern der Abteikirche enthüllt wird. Die Vorsitzende des Unesco-Welterbekomitees, Maria Böhmer, wird die Urkunden überreichen, die das karolingische Westwerk der Kirche sowie das Bodendenkmal "Civitas Corvey" offiziell als Welterbe ausweisen. Bereits vor elf Monaten hatte die Kulturorganisation der Vereinigten Nationen die im Mittelalter bedeutsame Klosteranlage in die Liste der für die Menschheit wertvollen Stätten aufgenommen. Heute ist das Schloss Corvey im Besitz der Herzoglichen Familie von Ratibor, die barock ausgestattete Abteikirche gehört einer Kirchengemeinde.

Historiker: Müntzers Rolle in Reformation kommt zu kurz

Luther habe dafür gesorgt, dass Müntzer vor und nach seinem Tod verunglimpft wurde

Die Rolle des Predigers Thomas Müntzer (um 1489-1525) in der Reformation wird nach Ansicht von Historikern zu wenig gewürdigt. "Die Reformationsdekade bis 2017 ist sehr stark auf Martin Luther fokussiert", kritisierte der Mühlhäuser Museumsdirektor Thomas Müller, der auch Vorstandsmitglied der Thomas-Müntzer-Gesellschaft ist. Müntzer habe wie andere Theologen eine Alternative zur Reformation Luthers aufgezeigt. Er habe schon vor Luther auf Deutsch gepredigt. Aus den einstigen Weggefährten wurden erbitterte Gegner. "Luther hat dafür gesorgt, dass Müntzer vor und nach seinem Tod verunglimpft wurde. Das hat ziemlich gut funktioniert", so Müller. Thomas Müntzer wurde bei Mühlhausen am 27. Mai 1525 nach der Niederlage des Bauernheeres bei Frankenhausen gefoltert und hingerichtet.

Anhaltisches Fürstenhaus verlangt Beutekunst zurück

Es geht um Gemälde, die in einem Museum im ukrainischen Poltawa hängen

Nach der Entdeckung von Kunstwerken aus dem Erbe des Anhaltischen Fürstenhauses in einem ukrainischen Museum fordert das Familienoberhaupt nach Informationen der "Mitteldeutschen Zeitung" seinen Besitz zurück. Eduard Prinz von Anhalt habe an die Politik appelliert, die Frage der Beutekunst bei der ukrainischen Regierung auf die Tagesordnung zu setzen. Die in einem Museum der Stadt Poltawa aufgetauchten Fürstenbildnisse seien "ein für die Familie, Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland bedeutsames Kulturgut", zitiert das Blatt den Adligen. Erst vor kurzem hatte die Zeitung berichtet, dass verschollene Gemälde aus dem Dessauer Schloss auf der Internetseite des Museums in Poltawa zu sehen seien. Sie berief sich dabei auf den Direktor der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Thomas Weiß. Die Gemälde würden seit 1945 als zerstört oder verschollen gelten.

Publikum feiert neue "Lulu" unter Kirill Petrenko

Aber auch einige Buhrufe waren zu hören

Die neue Münchner "Lulu" mit Marlis Petersen in der Hauptrolle und Kirill Petrenko am Dirigentenpult ist am gestern im Münchner Nationaltheater stürmisch gefeiert worden. Ovationen gab es für die Sopranistin Marlis Petersen in der Rolle der berühmt-berüchtigten "femme totale" und ihren Geliebten Dr. Schön, der von dem Dänen Bo Skovhus gesungen wurde. Neben viel Beifall gab es aber auch einige Buhrufe. Petrenko dirigierte die von dem österreichischen Komponisten Friedrich Cerha vervollständigte Fassung der "Lulu". Der ursprüngliche Komponist Alban Berg konnte das komplexe Werk mit seiner riesigen Sängerbesetzung nach zwei Tragödien von Frank Wedekind bis zu seinem Tod nicht vollenden. Cerha komplettierte die umfangreichen Fragmente für den 3. Akt der Oper. Diese Fassung wurde 1979 von dem Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez uraufgeführt und hat sich weltweit durchgesetzt.

"A World Beyond" enttäuscht an Kinokassen in den USA

Film hat trotz 40 Millionen Dollar Einnahmen Erwartungen enttäuscht

George Clooneys neuer Film hat zwar in den Kinos der USA und Kanadas die Führung übernommen, aber dennoch die Erwartungen enttäuscht. "A World Beyond" spielte an seinem ersten Wochenende nach Angaben von Boxoffice Mojo etwas mehr als 40 Millionen Dollar (36 Millionen Euro) ein. Da der Film aber 190 Millionen gekostet haben soll, dürften die Produzenten enttäuscht sein. Zumal gleich dahinter mit 38,5 Millionen "Pitch Perfect 2" kommt - die Fortsetzung einer munteren Musikkomödie, die schon in der zweiten Woche läuft und noch nicht einmal 30 Millionen Dollar kostete. An dritter Stelle kommt "Mad Max - Fury Road" mit 32,1 Millionen Dollar.

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