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Kulturnachrichten

Freitag, 22. Mai 2015

Kunstprojekt auf Venedig-Biennale muss schließen

Sicherheitsvorgaben würden nicht eingehalten, so die Kommune

Nach wochenlangem Streit muss ein Moschee-Kunstprojekt in einer Kirche für die Biennale in Venedig schließen. Der Schweizer Künstler Christoph Büchel hatte für den isländischen Pavillon eine Moschee in der ehemaligen katholischen Kirche Santa Maria della Misericordia in der Lagunenstadt gebaut. Die Stadt Venedig zog nun allerdings die Betriebserlaubnis zurück, da die Betreiber Vorgaben verletzt hätten. Sicherheitsvorgaben würden nicht eingehalten, hieß es in einer Mitteilung der Kommune und der Polizei. Heute wurde das Projekt geschlossen. Unmut gab es vor allem, weil Muslime den Ort für Gebete benutzt hatten - was laut Stadt gegen die Auflagen verstoße, das Gebäude nicht für religiöse Zwecke zu nutzen. Die Kuratoren können Einspruch gegen die Entscheidung einlegen. Das Icelandic Art Center, das mit hinter dem Kunstprojekt steht, wollte sich zunächst nicht dazu äußern. Jedoch veröffentlichte das Zentrum einen offenen Brief auf seiner Internetseite, in dem es die Absicht des Künstlers darlegt. Büchels Installation solle ein Licht auf institutionalisierte Ausgrenzung und Vorurteile in der Gesellschaft werfen - auch mit Blick auf das Thema Einwanderung.

Anwalt: Mandant hat NS-Kunst rechtmäßig erworben

Außerdem habe er sie dem Bund als Leihgabe angeboten

Nach der Sicherstellung von NS-Kunst, darunter große Pferdeskulpturen, geht einer der am Fall Beteiligten in die Offensive. Er habe die Kunstgegenstände vor mehr als 25 Jahren von der russischen Armee und den früheren Herstellern rechtmäßig erworben, ließ der Mann heute über seinen Anwalt mitteilen. Als Leihgaben seien sie über mehr als 20 Jahre lang im Rahmen einer Breker-Ausstellung in Nörvenich größtenteils öffentlich ausgestellt gewesen. Zudem habe er schon vor Jahren einer Einrichtung des Bundes das Angebot gemacht, ihr die beiden Bronze-Pferde von Josef Thorak (1889-1952) als Leihgabe zu überlassen. Sie sei aber nicht angenommen worden. "Mein Mandant ist kein Hehler", sagte der Anwalt. Er sei Eigentümer der Gegenstände.

Gurlitt-Erbe bringt Bern rote Zahlen

Fehlbetrag wird durch finanzielle Reseven aufgefangen

Die Annahme des Gurlitt-Erbes hat das Kunstmuseum Bern bislang umgerechnet rund 800 000 Euro gekostet. Für das Haushaltsjahr 2014 weist das Museum ein Defizit von 524 129 Franken aus (504 000 Euro), wie Direktor Matthias Frehner bestätigte. Demnach hat das Kunstmuseum laut dem Jahresbericht 2014 für juristische und kunsthistorischen Abklärungen rund ums Gurlitt-Erbe 830 207 Franken ausgegeben. Ohne die Last des Erbes hätte das Museum einen Gewinn von 306 078 Franken eingefahren. Die Kosten durch das Gurlitt-Erbe seien vorhersehbar gewesen, sagte Frehner. Der Fehlbetrag werde aus finanziellen Reserven des Kunstmuseums aufgefangen. Im Jahresbericht heißt es auch, positive finanzielle Auswirkungen des Erbantrittes würden in den Rechnungen der kommenden Jahre ihren Niederschlag finden.

44. Moers Festival startet

Musikfestspiele gehen bis zum Pfingstmontag

Das 44. Moers Festival startet heute mit Hayden Chisholm, dem "Improviser in Residence von Moers 2015" der mit dem Lucerne Jazz Orchestra spielen wird. Weiterhin wird die amerikanische Sängerin Jean Taylor zum ersten Mal in Europa auftreten. Zudem präsentieren sich drei junge Komponistinnen: Eva Risser aus Frankreich mit dem "White Desert Orchestra", Sara McDonald aus den USA mit der Big Band der Hochschule für Tanz und Musik Köln sowie die Schwedin Sofia Jernberg, die das "Trondheim Jazz Orchestra" leiten wird.

Debatte über künftigen Standort von NS-Skulpturen

Bronze-Pferde bald in Berlin?

Nach dem spektakulären Fund von NS-Kunst in Rheinland-Pfalz wird in Berlin über die Zukunft der Kunstwerke diskutiert. Der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Andreas Nachama, habe sich bereit erklärt, die Bronze-Pferde aus Hitlers Reichskanzlei vorübergehend als Teil einer Sonderausstellung über die NS-Machtzentrale Wilhelmstraße zu zeigen, berichtete der Berliner "Tagesspiegel". Die Topographie-Gedenkstätte liegt auf dem früheren NS-Gelände an der Wilhelmstraße. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach sich dafür aus, die NS-Skulpturen einem Museum zu übergeben. Der Berliner Kunstexperte und Mäzen Peter Raue empfahl dafür das Deutsche Historische Museum in Berlin. Im Gespräch sind auch das Kunsthaus Dahlem, das am 10. Juni in einem früheren Atelier des NS-Bildhauers Arno Breker eröffnet werden soll, und die Zitadelle Spandau.

Slawomir Idziak bekommt Kamera-Ehrenpreis

Polnischer Künstler drehte "Die Vermessung der Welt"

Der Pole Slawomir Idziak bekommt den Ehrenpreis des Deutschen Kamerapreises. Idziak habe in den fast 50 Jahren seines Schaffens die Bildsprache von Meisterwerken des europäischen Kinos geprägt, teilte der Westdeutsche Rundfunk in Köln mit. Genauso habe er sich als Kameramann von großen US-Blockbustern in Hollywood etabliert. Zu seinen jüngsten deutschen Filmen gehört Detlev Bucks Romanverfilmung "Die Vermessung der Welt". Der 1945 in Kattowitz geborene Idziak sagte laut WDR, er betrachte den Preis als großes Privileg, umso mehr, als er sich Deutschland sehr verbunden fühle. "Es war das erste nicht-kommunistische Land, in dem ich tätig war." Der Deutsche Kamerapreis wird am 20. Juni zum 25. Mal in Köln verliehen.

Museumsdirektor befürchtet Raubgrabungen in Palmyra

Geraubte Kunst wird zur Terrorfinanzierung verkauft

Nach der Eroberung der syrischen Wüstenstadt Palmyra durch die Terrormiliz IS drohen nach Expertenansicht Raubgrabungen. Die ganze Welt befürchte, dass die archäologischen Stätten zerstört würden, sagte der Direktor des Vorderasiatischen Museums Berlin, Markus Hilgert, heute im Deutschlandfunk. Es gebe außerdem die berechtigte Sorge vor unerlaubten Grabungen, um Kulturobjekte zur Finanzierung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in den illegalen Handel zu bringen. Die Ruinen Palmyras aus den ersten Jahrhunderten nach Christus gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Die einstige Handelsmetropole gilt als bedeutender Komplex antiker Bauten im Nahen Osten. Palmyra sei für Wissenschaftler so interessant, weil sich dort unterschiedliche kulturelle Einflüsse zu etwas Eigenem verbunden hätten: Römische Architektur, aber auch Einflüsse aus Mesopotamien, sagte Hilgert.

Bundestag zeigt Entwürfe von "Verhülltem Reichstag"

Leihgaben des Unternehmers Windhorst

Zwanzig Jahre nach der Verhüllung des Reichstags durch Christo und Jeanne-Claude werden zugehörige Arbeiten des Künstlerpaars dauerhaft im Bundestag zu sehen sein. Nach der parlamentarischen Sommerpause sollen Entwürfe, Fotos und Materialien des großen Kunstprojektes im Reichstagsgebäude ausgestellt werden, beschloss gestern der Ältestenrat des Parlaments. Die Exponate sind eine Leihgabe des Unternehmers Lars Windhorst, der das Gesamtkonvolut erworben hat und dem Bundestag für zunächst 20 Jahre kostenlos zur Verfügung stellt. Der Künstler Christo, der am 13. Juni 80 Jahre alt wird, und seine 2009 verstorbene Ehefrau Jeanne-Claude hatten rund 25 Jahre für ihr Projekt "Wrapped Reichstag" geworben. Erst am 25. Februar 1994 stimmte der Bundestag zu. Vom 24. Juni bis 7. Juli 1995 wurde das Reichstagsgebäude verhüllt.

Hallesche Marienbibliothek bekämpft Holzwurmplage

Bestand der ältesten Kirchgemeindebibliothek bedroht

Im Kampf gegen den Holzwurm setzt die Marienbibliothek in Halle an der Saale auf Gas. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" heute berichtet, sollen im historischen Bibliotheksraum und im Archiv Giftstoffe gegen Eier, Larven und den Nagekäfer selbst eingesetzt werden. Deutschlands älteste und größte Kirchgemeindebücherei sieht ihren international gerühmten Bücherschatz gefährdet. Darunter sind nach Angaben von Bibliothekschefin Anke Fiebiger wertvolle Schriften der Reformationszeit mit unwiederbringlich handschriftlichen Einträgen aus dieser Zeit. Der Holzwurm frisst sich dem Bericht zufolge durch die rund 36.000 wertvollen Bände der bereits vor über 450 Jahren begründeten Sammlung. Neben Bibeln mit Handschriften Martin Luthers gehörten wertvolle historische wissenschaftliche Bücher und hallesche Kirchenbücher dazu, auch jenes mit dem Taufeintrag Georg Friedrich Händels.

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