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Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. Mai 2015

Achenbachs Sammlung wird versteigert

Große Kunst auf Lager

Rund ein Jahr nach der Inhaftierung des Kunstberaters Helge Achenbach kommen rund 2000 Werke aus seiner Kunstsammlung unter den Hammer. Dafür werden in Achenbachs Lagerhallen in einem Düsseldorfer Gewerbegebiet seit heute drei Tage lang Gemälde, Fotografien, Grafik und Videos angeboten. Vom 17. bis 19. Juni versteigert das Auktionshaus Van Ham Arbeiten von bekannten Künstlern wie Georg Baselitz, Gerhard Richter, Jörg Immendorff, A.R. Penck oder Joseph Beuys in Düsseldorf. Die Objekte gehören zur Insolvenzmasse der einstigen Achenbach Kunstberatung GmbH. Der Gesamtschätzpreis aller Kunstwerke liege bei drei bis 4,5 Millionen Euro, teilte Van Ham mit. Der 63-jährige Achenbach war wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden im März zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der einst einflussreichste Kunstberater Deutschlands sitzt seit Juni 2014 in Untersuchungshaft.

Nazijäger Beate und Serge Klarsfeld bekommen Bundesverdienstkreuz

Ehrung für Verdienste um die Aufarbeitung der NS-Verbrechen

Die Nazijägerin Beate Klarsfeld und ihr Mann Serge erhalten das Bundesverdienstkreuz. Sie werden für ihre Verdienste um die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und für ihren Einsatz gegen Antisemitismus und politische Unterdrückung geehrt, wie das Bundespräsidialamt bestätigte. Die deutsch-französische Journalistin Beate Klarsfeld enttarnte gemeinsam mit ihrem Mann zahlreiche untergetauchte NS-Verbrecher, darunter den "Schlächter von Lyon» Klaus Barbie. Bekannt wurde Klarsfeld im Jahr 1968, als sie den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) öffentlich ohrfeigte, weil er während der NS-Zeit Mitglied der NSDAP war. 2012 kandidierte Klarsfeld auf Vorschlag der Linkspartei für das Amt der Bundespräsidentin. Ihr jüdischer Mann Serge, ein französischer Rechtsanwalt, entkam selbst nur knapp der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Sein Vater wurde in Auschwitz ermordet.

UN-Konferenz zu Zerstörung von Kulturschätzen durch IS-Miliz

Beratung über Gegenmaßnahmen

Politiker und Experten beraten seit heute in Kairo über Maßnahmen gegen die Vernichtung von Kulturschätzen durch die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat im Irak und in Syrien. "Die Plünderungen und Zerstörungen archäologischer Stätten haben ein nie zuvor gesehenes Ausmaß angenommen", sagte Unesco-Generaldirektorin Irina Bukova zur Eröffnung des zweitägigen Treffens. An der Konferenz, die von Ägypten organisiert wurde, nehmen Minister und Kulturvertreter aus elf arabischen Ländern sowie Unesco-Vertreter teil. Der IS hatte Mitte April in einem Video die Zerstörung gezeigt, die er in der antiken Stadt Nimrud aus dem 13. Jahrhundert vor Christus im Nordirak angerichtet hat. Das Video lässt erahnen, dass von der Stätte am Ufer des Tigris kaum noch etwas erhalten sein dürfte. Nimrud war einer der berühmtesten archäologischen Fundorte im Zweistromland. Es gilt als Wiege der Kultur. Die Dschihadisten hatten zuvor Kulturschätze in Mossul und die antike Stätte Hatra zerstört.

Grütters für Wiederaufbau der Weltkulturerbestätten in Nepal

Weltweites Bewusstsein für Kulturerbestätten ist positives Zeichen

Kulturstaatsministerin Grütters befürwortet einen Wiederaufbau der von Erdbeben zerstörten Unesco-Weltkulturerbestätten in Nepal mit internationalen Mitteln. Es sei eine gute Initiative und ein ermutigendes Zeichen, dass sich ein "kollektives Bewusstsein für das Menschheitserbe als Ganzes" entwickelt habe, sagte Grütters in Berlin. Auch bei gestohlenen und geplünderten Kulturgütern will die Staatsministerin den Schutz mittels einer Gesetzesnovelle verbessern. Ein für Juni geplanter Gesetzentwurf soll Einfuhrverbot für illegal gehandeltes Kulturgut vorsehen und vereinfache die Regelungen zur Rückgabe. Darüber hinaus möchte Grütters das deutsche Kulturgut besser vor Abwanderung schützen.

Griechenland setzt auf Diplomatische Lösung bei Rückgabe von Friesteilen

Neue Wendung im Streit mit Großbritannien

Griechenland setzt im jahrzehntelangen Streit um die Parthenon-Friesteile mit Großbritannien nun auf eine diplomatische Lösung. Die antiken Marmorelemente sind im Besitz des Britischen Museums. Das Thema könne nur auf diplomatischer und politischer Ebene gelöst werden, sagte Kulturminister Nikos Xydakis im griechischen Fernsehen. Im Oktober hatte Staranwältin Amal Clooney noch erklärt, die Rückgabe müsse vor internationalen Gerichten verhandelt werden. Der britische Botschafter Lord Elgin hatte Anfang des 19. Jahrhunderts die am besten erhaltenen Teile des Parthenons demontieren lassen und nach England gebracht. Seit 1982 fordert Griechenland die Friesteile zurück.

Kulturelles Interesse der Deutschen nimmt zu

Kulturstudie

Immer mehr Deutsche interessieren sich für kulturelle Angebote. Nach einer in Berlin veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben 58 Prozent der Erwachsenen im Jahr 2013 Museen, Theater, Opern oder klassische Konzerte besucht. Das seien sechs Prozent mehr als im Jahr 1995. Die Teilnahme an Popkonzerten, Tanzveranstaltungen oder Kinovorstellungen sei in dem Zeitraum von 53 auf 64 Prozent gestiegen. Je älter die Deutschen und je höher ihr Bildungsabschluss, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Teilnahme an hochkulturellen Veranstaltungen. Frauen besuchten dabei etwa zu sechs Prozent häufiger Museen, Opernhäuser oder Theater als Männer. Bei der Popkultur gebe es indes keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Bühnenverein wählt neuen Präsidenten

Zehelein tritt ab

Nach zwölf Jahren an der Spitze des Deutschen Bühnenvereins tritt Präsident Klaus Zehelein ab. Auf der Jahreshauptversammlung am 29. und 30. Mai im Potsdamer Hans-Otto-Theater wird ein Nachfolger für den 74-Jährigen gewählt, wie der Bühnenverein heute mitteilte. Seit 2003 ist Zehelein Präsident des Bühnenvereins. Zuvor war er Intendant der Staatsoper Stuttgart und Präsident der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Der Präsident wird für vier Jahre gewählt. Auf der Jahreshauptversammlung geht es auch um das Zusammenwachsen der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft nach der Wende. Außerdem steht der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Tarifeinheit auf der Tagesordnung. Der Deutsche Bühnenverein ist der Arbeitgeberverband der Theater und Orchester.

Sotheby's macht Kasse mit Rothko und Richter

Zweite Rekordversteigerung

Einen Tag nach der Rekordversteigerung eines Picasso bei Christie's hat auch Konkurrent Sotheby's kräftig Kasse gemacht. Die Auktion zeitgenössischer Kunst brachte in New York knapp 380 Millionen Dollar (338,5 Millionen Euro) ein, wie das Auktionshaus mitteilte. Das Höchstgebot ging mit 46,45 Millionen Dollar an das monumentales Werk "Untitled (Yellow and Blue)" von Mark Rothko aus dem Jahr 1954. "Abstraktes Bild" von Gerhard Richter aus dem Jahr 1992 wurde für 28,25 Millionen Dollar versteigert. Richter stand damit hinter Roy Lichtenstein und Christopher Wool an vierter Stelle der Topseller der Frühjahrsauktion, wie Sotheby's berichtete. Das Gemälde "Les femmes d'Alger" von Pablo Picasso war bei Christie's mit 179,4 Millionen Dollar zum teuersten je versteigerten Bild der Welt geworden.

Barbara Sichtermann erhält Theodor-Wolff-Preis

Auszeichnung für Lebenswerk

Die Journalistin und Schriftstellerin Barbara Sichtermann erhält für ihr Lebenswerk den Theodor-Wolff-Preis der deutschen Zeitungen. Die 72-Jährige, die viele Jahre Fernsehkritiken für die "Zeit" schrieb, sei eine ebenso geistreiche wie streitbare Autorin, erklärte die Jury. Sie setze sich immer wieder für die Chancengleichheit von Männern und Frauen ein. Insgesamt geht der Preis in diesem Jahr an sechs Journalisten, wie der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger in Berlin mitteilte. Die Auszeichnungen in den Standardkategorien sind pro Preisträger mit 6.000 Euro dotiert. Der Preis erinnert an Theodor Wolff (1868-1943), den langjährigen Chefredakteur des "Berliner Tageblatts". Die Auszeichnungen werden am 9. September überreicht.

Weimarer Lyriker Wulf Kirsten erhält Thüringer Literaturpreis

Auszeichnung für Lebenswerk

Der Weimarer Lyriker und Essayist Wulf Kirsten erhält den diesjährigen Thüringer Literaturpreis. Die Auszeichnung würdige das Wirken Kirstens über mehr als ein halbes Jahrhundert als Dichter, Prosaautor und Herausgeber, teilte die Staatskanzlei mit. Kirsten wurde am 21. Juni 1934 im sächsischen Klipphausen bei Meißen geboren und lebt seit 1965 in Weimar, wo er bis 1987 auch Lektor beim Aufbau-Verlag war. Bekannt wurde er mit Gedichtbänden wie "Veilchenzeit" oder "Erdlebenbilder". Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert und soll dem Preisträger am 3. September verliehen werden.

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