Freitag, 15.11.2019
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 6. Mai 2015

Musikschulen diskutieren über Angebote für Zuwanderer und Senioren

Unterfinanzierung bremst Engagement

Die Öffentlichen Musikschulen wollen mit ihren Angeboten stärker behinderte Menschen, Zuwanderer und Senioren erreichen. "Wenn wir das, was uns die Wissenschaft immer wieder an Segnungen für die Menschheit durch Musik eröffnet, wirklich glauben, dürfen wir öffentliche Musikschulen niemandem vorenthalten", sagte der Bundesvorsitzende des Verbands deutscher Musikschulen (VdM), Ulrich Rademacher, heute in Münster. Dazu müsse aber mehr Geld in entspreche Fortbildungsprogramme fließen. Rund 1500 Musiklehrer aus ganz Deutschland diskutieren am Wochenende bei einem Kongress in Münster, wie Musikschulen Menschen aus allen Gesellschaftsschichten erreichen können. Der VdM ist der Fachverband der öffentlichen gemeinnützigen Musikschulen an bundesweit 4000 Standorten. Mehr als eine Million Menschen werden dort pro Jahr unterrichtet.

Gesamtwerk von Hanns Dieter Hüsch als E-Book erschienen

Der Berliner Verlag "Edition dia" ehrt den Kabarettisten

Hanns Dieter Hüsch (1925-2005), Autor, Kabarettist und Liedermacher vom Niederrhein, wird zu seinem 90. Geburtstag vom Berliner Verlag "Edition dia" mit einer Gesamtausgabe seines literarischen Werks in acht E-Books geehrt. Die acht Bände versammelten zum ersten Mal alle von ihm in gedruckter Form erschienenen Texte, teilte der Verlag weiter mit. Das Spektrum reiche von den beiden Rundbriefen, die er als Abiturient in Moers 1943 und 1944 an seine Freunde und Kameraden schrieb, bis zu seiner letzten Betrachtung "Auf der Suche nach dem Gemüt", die er 2002 verfasste. Ferner fänden sich viele Texte, die bisher nicht oder nur schwer zugänglich waren, vor allem aus den frühen Jahren. Ausgewertet wurden den Angaben zufolge die Bestände in der Deutschen Nationalbibliothek, der Bibliotheken in Köln und Mainz und der Stiftung Deutsches Kabarett Archiv. Der Umfang der acht Bände entspreche etwa 3.000 Normseiten, hieß es.

Älteste Fassung der Zehn Gebote erstmals in Israel zu sehen

Israel Museum zeigt 2000 Jahre altes Dokument

Die älteste bekannte vollständige Abschrift der biblischen Zehn Gebote ist zum ersten Mal in Israel zu sehen. Nach örtlichen Medienberichten wird das rund 2.000 Jahre alte Manuskript in einer laufenden Ausstellung über die Geschichte der Menschheit im Israel Museum in Jerusalem gezeigt. Die israelische Antikenbehörde teilte mit, dass das Schriftstück erst einmal im Ausland ausgestellt wurde; in Israel noch nie. Das Pergament stammt von den Schriftfunden vom Toten Meer und ist so brüchig, dass es üblicherweise in einer lichtlosen Klimakammer aufbewahrt wird.

Gebäude auf Klosterinsel Mont Saint-Michael werden digitalisiert

Lasertechnik hilft Schäden zu entdecken

Die Gebäude auf der zum Weltkulturerbe der Unesco gehörenden französischen Klosterinsel Mont Saint-Michel werden mit Hilfe einer Laser-Abtastung digitalisiert. Der Zustand der Fassade und der Innenräume könne mit Hilfe der 3D-Technik präzise für zukünftige Restaurierungen erfasst werden, berichtet heute die katholische französische Tageszeitung "La Croix". Wegen der bis auf zwei Millimeter genauen Messung mit dem Laser müssten keine Gerüste aufgestellt werden. Die Digitalisierung soll innerhalb von vier Wochen abgeschlossen. Die Kosten belaufen sich auf rund 75.000 Euro. Mit dieser Technik seien bereits der Elysee-Palast in Paris und die Christus-Statue in Rio vermessen worden.

Monuments Men bringen Gemälde aus den USA nach Dessau zurück

Sie waren seit Kriegsende im Besitz amerikanischer Familien

Drei von der US-Stiftung Monuments Men zurückgegebene Kunstwerke sollen noch im Mai in die Anhaltische Gemäldegalerie nach Dessau-Roßlau zurückkehren. Die Bilder waren im Besitz zweier amerikanischer Familien und 70 Jahre nach Kriegsende zusammen mit zwei weiteren Gemälden in Washington dem deutschen Botschafter in den USA, Peter Wittig, überreicht worden. Nach Angaben der Gemäldegalerie wird derzeit der Transport aus den USA nach Deutschland vorbereitet. "Wir sind überglücklich", sagte der Direktor der Gemäldegalerie, Norbert Michels, heute der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind der Monuments Men Foundation ausgesprochen dankbar, weil wir diese Recherchen in den USA gar nicht hätten leisten können", betonte er. Die drei Gemälde waren während des Krieges in einer Kiste in einem Kalischacht bei Bernburg ausgelagert worden. Die ganze Kiste sei verschwunden. Insgesamt habe die Galerie im zweiten Weltkrieg 200 Gemälde verloren, die zerstört oder geraubt wurden.

Von Taliban zerstörter Hindu -Tempel entsteht neu

Zerstörung der Kultstätte erfolgte bereits 1997

Hindus in der pakistanischen Unruheprovinz Khyber Pakhtunkhwa dürfen einen historischen Tempel wiederaufbauen. Das höchste Gericht Pakistans entschied heute, dass der 1997 von Taliban-Kämpfern zerstörte Samadhi-Tempels rekonstruiert werden kann. Hindus und Muslime hatten sich vor der Entscheidung auf Bedingungen für den Wiederaufbau geeinigt. Der pakistanische Hindurats bezeichnete die Bedingungen des örtlichen islamischen Klerus allerdings als zu hart und verfassungswidrig. Zu den Bedingungen gehört demnach eine Selbstverpflichtung der Hindus, in dem Tempel lediglich Andachten, aber keine religiösen Großveranstaltungen abzuhalten. Die pakistanische Verfassung garantiert Religionsfreiheit. Im stark islamisch geprägten Pakistan gehören Hindus jedoch zu den unterdrückten religiösen Minderheiten.

Rostock und Land vereinbaren Theater-Neubau

Als Kosten werden 40 bis 50 Millionen Euro veranschlagt

Die Stadt Rostock und das Land Mecklenburg-Vorpommern haben eine Zielvereinbarung über den Neubau des Volkstheaters geschlossen. "Damit ist der Weg geebnet, dass wir heute nicht nur über den Standort des Theaters entscheiden, sondern auch mit der Umsetzung beginnen". Das sagte Oberbürgermeister Roland Methling heute vor einer Sitzung der Bürgerschaft zu dem Thema. Das Theater werde 40 bis 50 Millionen Euro kosten, das Land werde gemäß der Vereinbarung die Hälfte der Kosten tragen. Die Bürgerschaft sollte am Abend über den Standort befinden. Das Stadtparlament muss auch erneut über die Zukunft des umstrittenen Intendanten Sewan Latchinian entscheiden.

Karneval der Kulturen 2016 mit Neuerungen

Dieses Jahr noch in gewohnter Weise

Der zeitweise vom Aus bedrohte Karneval der Kulturen soll an Pfingsten in gewohnter Weise über die Bühne gehen. Inhaltliche Neuerungen seien auf das nächste Jahr verschoben worden, sagte die Leiterin des Straßenfestes, Nadja Mau, heute in Berlin. Zur Vorbereitung habe es lediglich 14 Wochen Zeit gegeben. "Das ist sehr, sehr wenig", erklärte Mau. Normalerweise seien es im Schnitt 48 Wochen. Änderungen wurden am Sicherheitskonzept vorgenommen. Wegen höherer Kosten dafür war die Fortsetzung des Festes gefährdet. Karneval der Kulturen ist vom 22.bis 25. Mai. Die Veranstalter erwarten 1,3 Millionen Besucher.

Kunstsammlung NRW zeigt Werke von Malewitsch

Freude über die bedeutendste Schenkung ihrer Geschichte

Die Kunstsammlung NRW kann sich über die bedeutendste Schenkung ihrer Geschichte freuen: Ein Gemälde und 43 Zeichnungen des russischen Konstruktivisten Kasimir Malewitsch (1878-1935) hat die Landesgalerie von der Dr.-Harald-Hack-Stiftung geschenkt bekommen. Von Samstag bis zum 30. August sind die Kunstwerke im Ständehaus in Düsseldorf zu sehen. Die Kunstsammlung feiert den Zuwachs zugleich mit einer Ausstellung des Düsseldorfer Künstlers Imi Knoebel, der seit vielen Jahren vom Werk Malewitschs inspiriert ist. Knoebel hat sich von den Abstraktionen des Russen zu einer Reihe von aktuellen, minimalistischen Wand- und Raumarbeiten anregen lassen.

Grünes Licht für Heiligsprechung von Missionar

Trotz Kritik der indigenen Bevölkerung Nordamerikas

Das Heiligsprechungsverfahren für den spanischen Nordamerika-Missionar Junipero Serra (1713-1784) ist abgeschlossen. Papst Franziskus billigte das zustimmende Urteil der zuständigen Kongregation, wie der Vatikan heute mitteilte. Der Papst will den Franziskaner, der auch "Apostel Kaliforniens" genannt wird, während seiner USA-Reise am 23. September in Washington heiligsprechen. Gegen die Kirchenehrung war insbesondere unter der indigenen Bevölkerung Nordamerikas Kritik laut geworden: Serra habe die Indianer unter Zwang zum Christentum bekehrt und ihnen die europäische Kultur aufgenötigt, hieß es. Franziskus hatte den Kirchenmann noch am Wochenende bei einem Besuch im römischen Nordamerika-Kolleg gegen diese Vorwürfe verteidigt.

Prince kündigt nach Unruhen Konzert in Baltimore an

Es soll ein "Katalysator für Innehalten und Einkehr" sein

US-Musiker Prince will bei einem Konzert in Baltimore auftreten, wo der Tod eines in Polizeigewahrsam verletzten schwarzen Mannes schwere Unruhen ausgelöst hatte. In einer Erklärung heißt es, der Popsänger werde am Sonntag bei der "Rally 4 Peace" in der Royal Farms Arena der Stadt im US-Staat Maryland auftreten. Die Veranstaltung solle "ein Katalysator für Innehalten und Einkehr" sein, heißt es in der Erklärung weiter. Neben Prince wird auch die Funk-Rock-Gruppe 3RDEYEGIRL auftreten. Ein Teil des Konzerterlöses soll Jugend-Wohltätigkeitsorganisationen mit Sitz in Baltimore zugutekommen. Der 25-jährige Schwarze Freddie Gray war am 19. April an Verletzungen gestorben, die er sich eine Woche zuvor in Polizeigewahrsam zugezogen hat. Seit der Ankündigung der Staatsanwaltschaft, sechs beteiligte Polizisten anzuklagen, hat sich die Lage in Baltimore sichtlich beruhigt.

Skulptur von Hanns-Dieter Hüsch wird enthüllt

Heute wäre er 90 Jahre alt geworden

Im niederrheinischen Moers wird am Nachmittag ein Hanns-Dieter-Hüsch-Denkmal enthüllt. Der in Moers geborene Kabarettist wäre heute 90 Jahre alt geworden. 2005 war er verstorben. Die lebensgroße Hüsch-Skulptur des Schweizer Bildhauers Karlheinz Oswald ist aus Bronze. Sie geht auf eine Initiative des Freundeskreis Hanns Dieter Hüsch zurück. Der Moerser Bürgermeister und die Ehefrau des Kabarettisten, Chris Rasche-Hüsch, wollen die Skulptur in einer Feierstunde zu seinem Ehrentag enthüllen. In seinen Programmen hatte Hüsch - der Inbegriff der Niederrheiners - sich gegen kleinbürgerliches Spießertum, Rechtsradikalismus und Kriegsgefahr gewandt.

"Charlie Hebdo" mit literarischem Preis geehrt

Die Satirezeitschrift erhielt bei der Vergabe Standing Ovations

Die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" hat vier Monate nach dem Terroranschlag auf ihre Pariser Redaktion eine literarische Auszeichnung für die Meinungsfreiheit bekommen. Der Preis wurde gestern abend vom PEN American Center verliehen. Vertreter von "Charlie Hebdo" erhielten bei der Preisvergabe Standing Ovations. Die Gala im American Museum of Natural History in New York fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Der Preisverleihung war eine emotionale Debatte darüber vorausgegangen, ob "Charlie Hebdo" die Ehrung verdiene. Ebenso namhaft wie die Teilnehmer an der Preisverleihung - unter anderem die Schriftsteller Salman Rushdie und Neil Gaiman - waren die Persönlichkeiten, die der Veranstaltung fernblieben. Die Autoren Michael Ondaatje und Peter Carey verzichteten auf die Teilnahme, weil sie Einwände gegen die in ihren Augen beleidigenden Karikaturen von Muslimen in der Zeitschrift hatten.

Van Gogh - Gemälde für mehr als 66 Millionen Euro versteigert

Der Schätzpreis wurde weit übertroffen

Ein Gemälde von Vincent van Gogh hat bei einer Versteigerung in New York mehr als 66 Millionen Dollar - rund 59 Millionen Euro - eingebracht. Damit wurde der mit mehr als 40 Millionen Dollar angegebene Schätzpreis für sein Spätwerk "Allee in Arles" bei weitem übertroffen. Das gab das Auktionshaus Sotheby's bekannt. Das Gemälde malte vanGogh 1888 während einer zweimonatigen Schaffensphase, in der er Seite an Seite mit seinem Freund Paul Gauguin arbeitete.Sotheby's zufolge wurden im vergangenen Jahr nur zwei Werke aus dessen Spätphase von 1888 bis 1890 versteigert. Der Auktionsrekord des zu den Begründern der modernen Malerei zählenden niederländischen Künstlers steht bei 82,5 Millionen Dollar für das "Porträt von Dr. Gachet". Er wurde 1990 erzielt. Versteigert wurden bei Sotheby's auch sechs Gemälde von Claude Monet. Die höchste Summe erzielte mit 54 Millionen Dollar sein im Jahr 1905 entstandenen Werk "Wasserlilien".

Schärfere Kontrollen gegen Handel mit Kulturgütern gefordert

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz äußerte sich dazu in Berlin

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, Hermann Parzinger, plädiert dafür, den Handel mit illegal ausgegrabenen Kulturgütern mit verschärften Grenzkontrollen einzudämmen. "Die Menschen müssen wissen, dass sie mit dem Kauf solcher Antiken die Zerstörung von Kulturgut befördern". Das sagte Parzinger in der heutigen Ausgabe der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wer bei der Einreise mit einem antiken Objekt erwischt werde, müsse "Probleme bekommen", betonte er. Denn es könne nur aus einer Raubgrabung stammen. Derzeit sei etwa die Grenze zwischen Syrien und der Türkei sehr offen für den Schmuggel von Kulturgütern. Parzinger verwies auf ein Projekt zur "Dunkelfeldforschung", mit dem seine Organisation "die Netzwerke des illegalen Handels mit Kulturgütern" näher erforschen will. Er unterstützt nachdrücklich die bevorstehende Novellierung des Gesetzes zur Rückgabe von Kulturgütern. Danach könnten illegal gehandelte Kulturgüter schneller beschlagnahmt und zurückgegeben werden.

Kulturnachrichten hören

Mai 2015
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur