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Kulturnachrichten

Freitag, 30. Mai 2014

Google setzt "Recht auf Vergessenwerden" um

Das Internet muss auch vergessen können.

Nutzer können jetzt bei Google beantragen, unliebsame Daten zu löschen, wenn sie ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sehen. Seit gestern Abend steht ein entsprechendes Formular im Netz, teilte des US-Unternehmen gestern mit. Damit folgt Google einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. Ein Sprecher des Konzerns sagte, das Urteil zwinge Google, schwierige Entscheidungen zu treffen zwischen dem "Recht des Einzelnen auf Vergessenwerden" und dem Informationsrecht der Öffentlichkeit. - Der Europäische Gerichtshof hatte vor zwei Wochen entschieden, dass Internet-Suchmaschinen bei einer Suche nach einem Namen in bestimmten Fällen nicht alle Treffer anzeigen dürfen.

Habermas warnt vor "halbhegemonialer" Stellung Deutschlands in Europa

"In der Bundesrepublik hat seit der Wiedervereinigung ein politischer Mentalitätswechsel stattgefunden."

Das sagte der Philosoph Jürgen Habermas der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Deutschland fühle sich wieder als normaler Nationalstaat und die Regierung benehme sich entsprechend. Statt wie früher auf Integration zu setzen, habe sie den schwächsten Gliedern der Europäischen Währungsgemeinschaft einen Kurs aufgenötigt, der nur von anderen Opfer verlange. Deutschland hingegen habe von der Krise profitiert. Wir müssten aufhören, so Habermas, eine hochgefährliche halbhegemoniale Stellung, in die die Bundesrepublik gerutscht sei, in alter deutscher Manier rücksichtslos auszuspielen.

Eremitage-Chef: "Es gibt keinen Grund, die Manifesta abzusagen"

"Die Kultur ist unsere Brücke, unsere Möglichkeit des Dialogs zwischen Russland und Europa."

Das sagte Michail Pitrowski, Chef der Sankt Petersburger Eremitage, im Gespräch mit "Spiegel Online". Deshalb gebe es keinen Grund, die Manifesta in Russland abzusagen. Man wolle beweisen, dass wichtige Ausstellungen auch dann möglich seien, wenn die Welt am Rande eines Krieges stehe. - Aber auch die Exponate der Manifesta könnten für Konflikte sorgen. Viele Menschen in Russland wollten keine modernen Werke sehen, sagte Pitrowski. Er schloss nicht aus, dass das Publikum manches Werk als beleidigend auffassen könnte. Gezeigt werden unter anderem die Fotos eines Ukrainers von den Protesten auf dem Maidan sowie die Porträts schwuler Berühmtheiten.

Die 10. Manifesta wird Ende Juni in Russland eröffnet. Wegen der Krise in der Ukraine und russischen Gesetzen wie dem gegen "Homosexuellen-Propaganda" forderten Kulturschaffende die Absage der Schau.

Lettland: Strafe für russischsprachigen Fernsehkanal wegen einseitiger Berichterstattung

Ehrlich und objektiv müssen Medien Ereignisse wiedergeben - das schreibt das Gesetz in Lettland vor.

Jetzt hat die lettische Medienaufsicht gegen den privaten russischsprachigen Fernsehsender PBK die Maximalgeldstrafe von 4.600 Euro verhängt. PBK soll einseitig über die Ukraine-Krise berichtet haben, gab die Aufsicht bekannt. So seien lediglich Personen zu Wort gekommen, die die russische Aggression gegen die Ukraine rechtfertigen und die Demonstranten auf dem Maidan als Verbrecher bezeichnen. Dadurch könne der Eindruck entstehen, dass in der Ukraine Neonazis und Faschisten widerrechtlich die Macht an sich gerissen hätten, ohne dass Personen mit anderen Standpunkten zu Wort gekommen seien, hieß es weiter.

PBK hat seinen Sitz in Lettland und ist der größte russischsprachige Fernsehsender in den baltischen Staaten.

Türkisches Verfassungsgericht hebt Youtube-Sperre auf

Das türkische Verfassungsgericht hat Regierungschef Recep Erdogan eine weitere Schlappe beschert.

Es hat die von der Regierung verhängte Sperre der Videoplattform YouTube für gesetzeswidrig erklärt. Sie verletze das Recht auf freie Meinungsäußerung, teilte das Gericht nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit. Das Gericht werde nun die Telekommunikationsbehörden des Landes auffordern, den Zugang zu YouTube wieder herzustellen, hieß es in dem Bericht weiter. - Es ist die zweite Niederlage für Ministerpräsident Erdogan vor dem Verfassungsgericht. Dieses hatte bereits Anfang April entschieden, dass die von der Regierung verhängte Blockade von Twitter aufgehoben werden müsse.

Sowohl YouTube als auch Twitter waren im Vorfeld der Kommunalwahlen im März gesperrt worden.

Katholikentag: Reformer fordern mehr Aufbruchstimmung

Der Wunsch nach Veränderungen in der Kirche werde beim Katholikentag vielfach deutlich.

Davon ist Christian Weisner, Sprecher der reformkatholischen Bewegung "Wir sind Kirche" überzeugt. Allerdings müsse das noch sichtbarer werden, forderte er. Die von Papst Franziskus verbreitete Aufbruchstimmung sei noch nicht überall angekommen. - Mit Gottesdiensten und biblischen Impulsen ist der Katholikentag in Regensburg heute fortgesetzt worden.

Kauder (CDU) will Talk-Show mit AfD-Gästen boykottieren

Politiker sind bei Talk-Shows im Fernsehen oft Stammgäste.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Kauder will nun allerdings den Gesprächsrunden fernbleiben, wenn auch Politiker der "Alternative für Deutschland" eingeladen werden. Es gebe Hinweise, dass größere Teile der AfD sehr weit rechts verortet seien, sagte Kauder der Zeitung "Die Welt". Er zog einen Vergleich zu den Republikanern im baden-württembergischen Landtag in den neunziger Jahren. Damals habe sich die CDU ähnlich verhalten und darauf geachtet, die Partei in keinerlei Weise aufzuwerten, meinte Kauder. Diese Strategie empfehle er auch im Umgang mit der AfD.

Peres und Abbas reisen Pfingsten zum Friedensgebet in den Vatikan

"Wir werden uns einfach nur treffen, um zu beten. Dann wird jeder nach Hause gehen."

So kommentierte Papst Franziskus das von ihm initiierte Friedensgebet mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas und dem israelischen Staatchefs Schimon Peres. Die Begegnung werde am 8. Juni stattfinden, teilte der Heilige Stuhl gestern mit. - Franziskus hatte während seiner Nahost-Reise vergangene Woche den Stillstand im Friedensprozess als inakzeptabel bezeichnet und die Einladung zum Gebet ausgesprochen. Der Vatikan habe jedoch nicht die Absicht, die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. - Die Chancen auf einen Durchbruch wären ohnehin gering. Der 90-jährige Peres hat ein weitgehend repräsentatives Amt, das er noch diesen Sommer niederlegen soll. Israels Ministerpräsident Netanjahu lehnt jede weitere Zusammenarbeit mit Abbas ab, seit dieser die Bildung einer Einheitsregierung mit der radikalislamischen Hamas angekündigt hatte.

Rabbiner Brandt: Gemeinsames Gebet ist selbstverständlich

"Es gibt keine christliche, jüdische oder islamische Gerechtigkeit, sondern es gibt nur eine Gerechtigkeit."

Das sagte der Rabbiner Henry Brandt auf dem Katholikentag in Regensburg. Das gemeinsame Gebet der Religionen sei für ihn deshalb eine Selbstverständlichkeit. Zwar habe jede Religion ihr "Proprium", aber es gebe viele Anliegen, die allen gemeinsam sein. Brandt sprach bei der traditionellen christlich-jüdischen Gemeinschaftsfeier des Katholikentags.

Mazyek: "Muslime oft Gegenstand für antireligiöse Polemik"

"Militante Atheisten benutzen Muslime oft als Projektionsfläche für Polemik gegen Religion."

Das sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, auf dem Katholikentag in Regensburg. Generell würden Religionsgemeinschaften in der Öffentlichkeit zu oft als Problem gesehen. Zu selten werde gesagt, dass sie eine positive Ressource für die Gesellschaft seien, sagte Mazyek. Er forderte einen faireren Umgang mit dem Islam in Politik und Medien.

Nach Kritik: Polnisches Boulevardblatt wirft Chefredakteur raus

Mit einer Auflage von 340.000 Exemplaren ist das Boulevard-Blatt "Fakt" Polens größte Tageszeitung.

Die bekommt nun einen neuen Chefredakteur. Nach zehn Jahren an der Spitze muss Grzegorz Jankowski gehen. Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter. Zwar wurden offiziell keine Gründe genannt, doch das Blatt stand zuletzt wegen der Berichterstattung zum Tod von Wojciech Jaruzelski in der Kritik. "Fakt" hatte den Tod des ehemaligen Staatchefs verkündet, als dieser noch lebte. Nach dem tatsächlichen Ableben hielt sich das Blatt mit Details nicht zurück und berichtete unter anderem über die finanziellen Erwartungen von Witwe und der Geliebten des Politikers.

Jaruzelski starb nach langer Krankheit im Alter von 90 Jahren am vergangenen Sonntag und wird heute mit einem Staatsakt beigesetzt.

9/11-Museum wegen Souvenirladens in der Kritik

Das 9/11-Museum in New York wurde gerade erst eröffnet und steht schon in der Kritik.

Grund ist der zum Museum gehörige Souvenirladen, in dem unter anderem Plüsch-Rettungshunde, Schmuck und T-Shirts verkauft werden. Hinterbliebene kritisierten das als geschmacklos. Nun will Museumschef Daniels mit ihnen gemeinsam ein neues Konzept erarbeiten. Ein besonders umstrittenes Objekt sei bereits aus dem Geschäft entfernt worden, sagte Daniels dem "Wall Street Journal". Dabei handelt es sich um eine Keramikplatte in Form der Vereinigten Staaten, auf der die Stellen, an denen am 11. September 2001 die Flugzeuge einschlugen, mit Herzen markiert sind. Das Museum für die fast 3000 Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 wurde vor einer Woche eröffnet.

Uni Leipzig gedenkt der Sprengung der Universitätskirche

In Leipzig wird heute in einer Gedenkveranstaltung an die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli vor 46 Jahren erinnert.

Zu Beginn der Zeremonie soll die mehr als 350 Jahre alte Universitätsglocke erklingen. Das Gebäude entstand 1240 als Klosterkirche und wurde während der Reformation von Martin Luther als evangelische Universitätskirche geweiht. Die DDR sprengte die Kirche St. Pauli am 30. Mai 1968, um Leipzig zu einer sozialistischen Großstadt umzubauen.

Wissenschaftler: Richard III. hatte keinen Buckel

Shakespeares "Tragödie von König Richard III." prägt das Bild des Monarchen bis in die heutige Zeit.

Neben fragwürdigen Charaktereigenschaften schreibt ihm der Dichter auch optische Merkmale zu: hässlich und bucklig soll er gewesen sein. Dem widerspricht nun jedoch eine Studie, die im Fachblatt "The Lancet" erschienen ist. Danach hatte Richard gar keinen Buckel. Dafür litt er allerdings an Skoliose - also an einer seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule. Das haben britische Forscher herausgefunden, indem sie das Skelett von Richard dem Dritten untersucht haben. Überraste waren 2012 unter einem Parkplatz im englischen Leicester gefunden worden.

Mit den Daten erstellten sie ein 3D-Modell der Wirbelsäule im Computer. Das Rückgrat war demnach in einer Kurve nach rechts verbogen. Den Wissenschaftlern zufolge würde man jemandem mit einer so ausgeprägten Skoliose heutzutage zu einem chirurgischen Eingriff raten.

Google setzt "Recht auf Vergessenwerden" um

Das Internet muss auch vergessen können.

Nutzer können jetzt bei Google beantragen, unliebsame Daten zu löschen, wenn sie ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sehen. Seit gestern Abend steht ein entsprechendes Formular im Netz, teilte des US-Unternehmen gestern mit. Damit folgt Google einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. Ein Sprecher des Konzerns sagte, das Urteil zwinge Google, schwierige Entscheidungen zu treffen zwischen dem "Recht des Einzelnen auf Vergessenwerden" und dem Informationsrecht der Öffentlichkeit. - Der Europäische Gerichtshof hatte vor zwei Wochen entschieden, dass Internet-Suchmaschinen bei einer Suche nach einem Namen in bestimmten Fällen nicht alle Treffer anzeigen dürfen.

Bono und The Edge neue Mitglieder im Verwaltungsrat von Fender

Musiklegenden wie Jimi Hendrix und Bruce Springsteen spielten die Gitarren von Fender.

Jetzt soll auch der Verwaltungsrat des Musikinstrumente-Herstellers mit Rockstars besetzt werden. Bono Vox und The Edge von der Band U2 wurden in das Unternehmensgremium gestellt. Das gab der Konzern gestern bekannt. Die beiden sollten ihre langjährige Erfahrung in der Musik- und Unterhaltungsbranche in den Verwaltungsrat einbringen. Zudem solle so mehr Nähe zwischen der Marke und Rockfans geschaffen werden.

Phil Collins tritt mit Schulband seiner Söhne auf

Phil Collins hat ein ungewöhnliches Comeback gefeiert.

Der britische Sänger gab mit der Schulband seiner beiden Söhne in Miami ein Konzert. Die Zeitung "Miami Herald" veröffentlichte auf ihrer Internetseite einen Video-Mitschnitt des Auftritts, bei dem Collins Titel wie "In the Air Tonight" und "Land of Confusion" anstimmte. Er sei vor dem Auftritt etwas nervös gewesen, sagte der 63-Jährige, der als Frontmann der Gruppe Genesis und als Solokünstler berühmt wurde, dem Blatt. Während der Proben hätten ihm die jungen Musiker aber das Gefühl gegeben, "Teil der Band" zu sein. Collins hatte sich im Jahr 2011 aus dem Musikgeschäft zurückgezogen, um mehr Zeit mit seinen Kindern zu verbringen.

Linklater: Dreharbeiten zu "Boyhood" waren ein unpraktischer Weg

Die Handlung des Films "Before Sunrise" von Regisseur Richard Linklater beschränkt sich auf einen einzigen Tag.

Sein aktueller Film "Boyhood" erzählt dagegen die Geschichte eines Jungen über insgesamt zwölf Jahre. So viel Zeit hat sich Linklater auch für die Dreharbeiten genommen. Das sei jedoch ein sehr unpraktischer Weg gewesen, sagte der Regisseur nun im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. So habe die Gefahr bestanden, dass der Hauptdarsteller, der zu Beginn der Dreharbeiten sechs Jahre alt gewesen sei, irgendwann keine Lust mehr gehabt hätte. Auch habe es Unsicherheiten mit der Finanzierung gegeben. Positiv bewertete Linklater, dass es keinen Druck gab, den Film möglichst schnell fertig zu bekommen.

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