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Kulturnachrichten

Samstag, 17. Mai 2014

Russland droht Twitter und sozialen Netzwerken mit Sperre

Der russische Behördensprecher macht schon einmal klar, wie die Konsequenzen für die Internetdienste aussehen könnten.

In einer Mitteilung kündigt die Kommunikationsaufsicht in Moskau an, man könne schon morgen innerhalb weniger Minuten Twitter oder Facebook in Russland blockieren. Grund für die Drohung ist der Vorwurf, die Netzwerke würden trotz Warnungen extremistische Inhalte verbreiten. Der Nachrichtendienst Twitter zeige zudem zu wenig Willen zur Zusammenarbeit mit den russischen Behörden. Ministerpräsident Dmitri Medwedew äußerte sich erstaunt. Die Beamten sollten manchmal erst nachdenken, bevor sie Aussagen zur Schließung von Webseiten machten. Kreml-Gegner nutzen den Kurznachrichtendienst stark, allein Oppositionsführer Alexei Nawalny hat 650.000 Follower.

US-Historiker Timothy Snyder wirft Putin "faschistischen Stil" vor

Der amerikanische Historiker Timothy Snyder sieht bei der russischen Regierung unter Präsident Putin "Anzeichen eines faschistischen Stils".

Im Interview mit der "F.A.Z." erklärt der Osteuropa-Forscher, zu diesen Anzeichen zählten für ihn eine Obsession mit dem männlichen Körper, eine Rehabilitierung Hitlers und eine Trivialisierung des Holocausts. Gerade in den russischen Medien beobachte er in jüngster Zeit "eine Art Holocaust-Populismus", so Snyder wörtlich. Davon gehe eine große Gefahr aus. Putin verbünde sich auch mit tatsächlichen Faschisten, fügte der Historiker hinzu. Der russische Präsident werde quer durch Europa von rechtsextremen und faschistischen Parteichefs bewundert.

"Zentrums für Politische Schönheit": Künstler verteidigt Syrien-Aktion

"Nichts zu tun, das ist zynisch."

Mit diesen Worten verteidigt sich der Künstler John Kurtz gegen die Kritik des Bundesfamilienministeriums an einer Aktion des Berliner "Zentrums für Politische Schönheit". Die Künstler-Gruppe suggeriert auf einer Internetseite, das Ministerium bereite die Aufnahme von 55.000 syrischen Flüchtlingskindern vor. Kurtz sagte der "taz", innerhalb weniger Tage hätten sich 600 Menschen gemeldet, die Kinder bei sich aufnehmen wollten. Das sei ein Zeichen unglaublicher Hilfsbereitschaft.

Der Künstler betont, die auf der Seite abgebildeten syrischen Schüler hätten alle freiwillig mitgemacht. Der Tag, an dem er sie in Aleppo fotografiert habe, sei für sie ein großer Spaß geweseb - vielleicht der letzte in ihrem Leben.

Argentinien: Knochen von Riesensaurier freigelegt

Dieses Tier hatte enorme Ausmaße: In Argentinien haben Wissenschaftler versteinerte Knochen eines riesigen Dinosauriers freigelegt.

Wie der Forschungsleiter Diego Pol der britischen BBC sagte, muss der Pflanzenfresser etwa 40 Meter lang gewesen sein. Er habe vermutlich über einhundert Tonnen gewogen, was dem Gewicht von 14 Elefanten entspricht. Damit sei er das größte Lebewesen aller Zeiten, meint Pol. Die Überreste des Pflanzenfressers aus der Gruppe der Sauropoden seien etwa 90 Millionen Jahre alt. In der Region Patagonien werden immer wieder Knochen gefunden. In diesem Fall hatten Bauern die Fossilien in der Nähe der Wüste La Flecha entdeckt.

Paraguay: Nachrichtensprecher erschossen

"Das ist eine Vergeltungsmaßnahme der Mafia gegen die, die es wagen, sich im Radio gegen sie zu stellen."

So bezeichnet der Chef des paraguayanischen Senders Amambay 570 AM, Robert Acevedo, den gewaltsamen Tod seines Mitarbeiters. Fausto Alcaraz Gabriel war Nachrichtensprecher. Der 28-Jährige wurde gestern in der Stadt Pedro Juan Caballero vor seinem Haus erschossen. Senderchef Acevedo klagt die Regierung Paraguays an: In der Grenzstadt zu Brasilien sei der Staat abwesend. Stattdessen nutzten Drogenhändler den Ort als Drehkreuz für den Cannabis- und Kokainschmuggel.

Norwegen: Künstler eröffnen Menschenzoo

"Die norwegische Gesellschaft leidet unter einer kollektiven Amnesie, wenn es um das Thema Rassismus geht."

So sehen es die beiden Künstler, Lars Cuznor und Mohamed Ali Fadlabi, die in Oslo eine Installation unter dem Titel "Congo Village" eröffnet haben. In einem Park der Stadt präsentieren sich 80 Freiwillige, die in einfachen Holzhütten leben. Genau vor 100 Jahren waren an gleicher Stelle Mitglieder afrikanischer Stämme in einer Art Menschenzoo ausgestellt worden. Die Installation hat in Norwegen eine Debatte über das Thema Rassismus ausgelöst. Initiator Cuznor findet, dass in Norwegen das falsche Selbst-Bild einer post-rassistischen Gesellschaft vorherrsche.

Hologramm-Technologie: Lizenzinhaber wollen Auftritt Michael Jacksons verhindern

Ein Michael-Jackson-Hologramm soll es heute wohl nicht geben.

Zumindest wenn es nach den zwei Unternehmen geht, die die Lizenzen für die Technologie besitzen. Die Veranstalter der Sunday's Billboard Music Awards wollten laut Angaben der Presseagentur AP den verstorbenen Sänger wieder auferstehen lassen. Er sollte in Form eines Hologramms einen Titel seines posthum veröffentlichten Albums "XScape" performen. Die beiden Firmen haben nun einen Eilantrag bei Gericht eingereicht, der den Veranstaltern die Nutzung der Technologie verbieten soll. Auch gegen die Betreiber des Cirque du Soleil ist eine Klage anhängig.

Unbekannte Schnitzler-Novelle wird veröffentlicht

Arthur Schnitzler selbst wollte die Novelle nicht veröffentlichen, der Wiener Zsolnay-Verlag bringt sie heute auf den Markt.

Die Geschichte "Später Ruhm" handelt von einem greisen Dichter, der als junger Mann Gedichte veröffentlicht hatte. Die als "Sensation" angekündigte Veröffentlichung hatte Konstanze Fliedl von der Arthur Schnitzler Gesellschaft im Deutschlandradio Kultur bereits relativiert. Zum einen sei der Text schon seit mehr als 40 Jahren bibliographisch erfasst gewesen, so Fliedl. Zum anderen habe Schnitzler in seinen Tagebüchern selbst über den Text geurteilt, er sei stellenweise schrecklich geschrieben.

Henri-Nannen-Preis geht an NSA-Aufklärer und Gurlitt-Reportage

In diesem Jahr standen Beiträge zum NSA-Überwachungsskandal hoch im Kurs.

In Hamburg ist der Henri-Nannen-Journalistenpreis verliehen worden. Die Auszeichnung für die beste investigative Leistung ging an ein Team des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Die Reporter hatten aufgedeckt, dass das Handy von Bundeskanzlerin Merkel abgehört wurde. In der Kategorie "Pressefreiheit" wurde die US-Journalistin Laura Poitras für ihre Berichterstattung über die US-Geheimdienste geehrt. In der Disziplin "Reportage" gewann die "Spiegel"-Journalistin Özlem Gezer mit einem Porträt des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt.

TV-Produzent Reinhardt: Die Menschen mögen Daily Soaps

Die Daily Soap hat auch im Internetzeitalter eine Zukunft.

So sieht es der TV-Produzent Guido Reinhardt im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. Das Genre selbst - den Fortsetzungsroman - gebe es bereits seit 200 Jahren. Die Menschen mögen dieses Format also offenbar. Entscheidend sei die Darreichungsform. Konzentriere man sich heute auf das lineare Fernsehen, dann werde man es bei der aktuellen Entwicklung des Zuschauerverhaltens schwer haben zu überleben. Reinhardt zeichnet als Produzent der Firma Ufa Serial Drama unter anderem für Formate wie "Verbotene Liebe" zuständig.

Joachim Gauck: Bauhaus-Botschaft bleibt aktuell

"Dies ist ein Ereignis von globaler Bedeutung in der Geschichte der Kunst."

So hat Bundespräsident Joachim Gauck die Eröffnung der zwei Meisterhäuser in der Dessauer Bauhaus-Kolonie in seiner Rede eingeordnet. Dabei habe die Botschaft der Bewegung nichts von ihrer Relevanz verloren. Ihr Ziel, möglichst allen Menschen die Teilhabe am Schönen zu ermöglichen, sei eine eminent politische Zielsetzung. Nachdem die Häuser im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, hat die Stadt Dessau über vier Millionen Euro investiert, um das UNESCO-Weltkulturerbe wieder herzustellen.

Studenten-Oscar für deutschen Filmhochschüler

Diese Auszeichnung ist ein guter Start in der Filmbranche: Lennart Ruff von der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film wird mit einem Studenten-Oscar ausgezeichnet.

Die Filmakademie in Los Angeles prämiert seinen Kurzfilm "Nocebo" in der Kategorie "Bester ausländischer Film". Auch der in Deutschland geborene Filmemacher Peter Baumann wird eine der Trophäen erhalten. Im Rahmen seines Studiums an der Northern Film School in Leeds entstand der Film "Border Patrol". Ein weiterer Preisträger kommt aus Israel. Die Reihenfolge der Platzierung wird erst Anfang Juni bekannt gegeben.

Polnischer Schriftsteller Marek Nowakowski gestorben

Er galt als einer der besten polnischen Erzähler der Nachkriegszeit - nun ist der Schriftsteller Marek Nowakowski im Alter von 79 Jahren verstorben.

Das bestätigten polnische Medienberichte. Nowakowskis Metier war die kurze Prosa, er widmete sich vor allem den kleinen Leuten und schrägen Typen. Als seine Texte den Verlagen in den 70er Jahren zu kritisch wurden, publizierte er sie aus dem Untergrund. Sein international berühmtestes Werk war "Karpfen für die Miliz", das 1983 in Deutschland erschien.

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Fazit

Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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