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Kulturnachrichten

Samstag, 17. April 2021

Bühnenverein kritisiert geplantes Infektionsschutzgesetz

Mit der geplanten Novelle des Infektionsschutzgesetzes sehen sich Theater in Deutschland in großer Unsicherheit vor dem Pandemie-Sommer. In den Plänen der Bundesregierung gebe es keine Differenzierung zwischen drinnen und draußen, kritisierte der Präsident des Bühnenvereins, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda. Dabei sei "natürlich draußen etwas anderes als drinnen". Brosda verwies gegenüber der Deutschen Presseagentur darauf, dass viele Theater spätestens ab dem Frühsommer viele Dinge nach draußen verlagern wollten. Das sei teilweise auch im vergangenen Sommer schon gemacht worden. Er hoffe, "dass wir da noch einen klugen Weg finden, wie wir diese Unsicherheit nehmen und damit auch das Planen für das Wiederaufnehmen des kulturellen Betriebs perspektivisch erleichtern können".

Zahl der Schulabbrecher könnte sich verdoppeln

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jugendämter rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Schulabbrecher-Zahl infolge der Corona-Krise. Mit Blick auf die beiden Abschlussjahrgänge drohe sich die Zahl der Schulabbrecher zu verdoppeln, sagte der Vorsitzende Lorenz Bahr den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Anstatt der zuletzt 104.000 Schulabbrecher rechnen die Landesjugendämter mit 210.000 Schulabbrecher in 2020 und genau so vielen noch einmal in diesem Jahr, sagte Bahr. Diese Entwicklung werde sich durch viele Schichten ziehen, auch Kinder aus der Mittelschicht würden einen "früheren Karriereknick" erleben, so Bahr. Die Bundesarbeitsgemeinschaft fordert von Bund, Ländern und Kommunen einen sogenannten Post-Corona-Kinder-und-Jugendhilfefonds für den Zeitraum von 2022 bis 2027, um den zu erwartenden höheren Bedarf an Hilfsangeboten und Präventionsarbeit zu finanzieren.

Ex-Abba-Mitglied will für unbekannte Musiker kämpfen

Ex-Abba-Mitglied Björn Ulvaeus hat sich für fairere Bezahl-Modelle für Musiker ausgesprochen. Die Corona-Pandemie habe Licht auf "die Not der Songschreiber" und die Probleme der Musikbranche geworfen, sagte Ulvaeus der Nachrichtenagentur AFP. Die existierenden Strukturen würden vor allem Superstars zugute kommen, weniger bekannte Musiker benachteiligen und der künstlerischen Freiheit schaden. Die Ungleichheit wachse vor allem durch Streaming-Dienste. Der 75-jährige Schöpfer von Hits wie "Dancing Queen" und "Mamma Mia" vertritt als Präsident des internationalen Dachverbands für Autoren und Komponisten Cisac rund vier Millionen im kreativen Bereich Beschäftigte. Er ist Mitautor eines am Samstag veröffentlichten Papiers unter dem Titel "Rebalancing the Song Economy" ("Neuordnung der Musik-Wirtschaft").

Neue Kunstinstallation vor dem Metropolitain Museum

Ein großer blauer Vogel schaukelt als Teil einer neuen Kunstinstallation auf dem Dach des New Yorker Metropolitan Museum (Met) vor der Skyline Manhattans. Der Vogel, der an eine Figur aus der Kinderserie "Sesamstraße" erinnert, gehört zu einem Mobile, das der US-amerikanische Künstler Alex Da Corte für die Dachterrasse des Museums entwarf. "Das kühne Werk pendelt zwischen Freude und Melancholie und bringt eine spielerische Botschaft von Optimismus und Reflexion", sagte der österreichische Direktor des Met, Max Hollein. Die am Freitag eröffnete Installation "As Long as the Sun Lasts" soll noch bis zum 31. Oktober zu sehen sein. Es ist bereits das neunte Mal, dass das Museum einen Künstler dazu eingeladen hat, für die Dachterrasse, von der aus Besucher einen Panorama-Blick über den Central Park und die Skyline Manhattans haben, ein Werk zu entwerfen.

Elon Musk soll Mondlandefähre für NASA bauen

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von High-Tech-Pionier Elon Musk soll eine neue Mondlandefähre für die US-Raumfahrtbehörde Nasa bauen. Wie die Nasa-Managerin Lisa Watson-Morgan am Freitag bekanntgab, gewann SpaceX die Ausschreibung zur Entwicklung einer neuen Landefähre für bemannte Mondmissionen. Um den Auftrag hatten sich auch das Raumfahrtunternehmen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und die Rüstungsfirma Dynetics beworben. Die Nasa will erstmals seit 1972 wieder Astronauten auf den Mond bringen. Mit der Mission Artemis 1 soll nach den bisherigen Plänen Ende dieses Jahres ein Raumschiff als Testflug zum Mond starten. Zunächst noch ohne Besatzung soll es den Mond umrunden und dann zur Erde zurückkehren. Mit Artemis 2 sollen Astronauten 2023 den Mond umrunden. Erst mit Artemis 3 sollen dann tatsächlich Astronauten auf dem Erdtrabanten landen.

Annie Awards für Animationsfilme vergeben

Der Trickfilm "Soul" ist der große Gewinner bei den diesjährigen Annie Awards für Animationsfilme. Die Trophäen wurden in der Nacht zum Samstag in einer virtuellen Show verliehen. Allein "Soul" holte dabei sieben Preise, darunter in der Top-Sparte "Bester Film". Der Disney-Film von Regisseur Pete Docter aus dem Hause Pixar begibt sich mit philosophischen Fragen in die New Yorker Jazz-Szene und in die Seelenwelt. Bei den 48. Annie Awards räumte auch die europäische Produktion "Wolfwalkers" der irischen Regisseure Tomm Moore und Ross Stewart ab. Der Film um eine Mädchenfreundschaft in einer mythischen Abenteuerwelt mit Wölfen und Jägern wurde mit fünf Trophäen ausgezeichnet. Der deutsche Regisseur Max Lang kann sich mit seinem Regie-Kollegen Daniel Snaddon ebenfalls über einen Annie Award für den Trickfilm "The Snail and the Whale" freuen.

Britische Schauspielerin Helen McCrory ist tot

Die britische Schauspielerin Helen McCrory ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Seine Frau sei nach einem "heroischen Kampf gegen den Krebs" friedlich zu Hause eingeschlafen, schrieb McCrorys Ehemann, der Schauspieler Damian Lewis, auf Twitter. "Sie starb, wie sie lebte - furchtlos", so Lewis weiter. Die in London geborene McCrory war unter anderem aus drei der Harry-Potter-Filme bekannt - darin spielte sie Narcissa Malfoy, die Mutter des Harry Potter-Rivalen Draco Malfoy. In dem James Bond-Film "Skyfall" hatte sie die Rolle der Parlamentsabgeordneten Clair Dowar. In der britischen Serie "Peaky Blinders" verkörperte sie zudem die Rolle der Matriarchin Polly Gray. Das Londoner Old Vic Theatre, dem McCrory eng verbunden war, veröffentlichte ein Foto auf seinem Instagram-Account und schrieb: "Sie war brillant, lebhaft und sie hat uns zum Lachen gebracht."

Schriftsteller Walter Kaufmann 97-jährig gestorben

Der Schriftsteller Walter Kaufmann ist tot. Er sei am Donnerstag im Alter von 97 Jahren in Berlin gestorben, teilten die Berliner Regisseure Karin Kaper und Dirk Szuszies im Auftrag der Familie mit. Die beiden stellen derzeit einen Kino-Dokumentarfilm über das Leben von Kaufmann fertig. Kaufmann war 1924 als Sohn einer polnischen Jüdin in Berlin zur Welt gekommen. Mit 15 Jahren konnte er mit einem der letzten jüdischen Kindertransporte Nazi-Deutschland verlassen und gelangte über England nach Australien. Sein Roman-Debüt „Stimmen im Sturm“ verarbeitete seine Kindheitserinnerungen. Kaufmann siedelte Mitte der 50er Jahre in die DDR über, behielt aber seinen australischen Pass. Rund 20 Bücher, Romane, Erzählungen oder Reisereportagen sind bis zum Mauerfall von ihm erschienen, zuletzt „Im Fluß der Zeit“ und „Gibt es dich noch, Enrico Spoon?“. Walter Kaufmann wurde mit zahlreichen Preisen geehrt.

Gustavo Dudamel wird Chefdirigent der Pariser Oper

Der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel wird Nachfolger des Schweizers Philippe Jordan an der Pariser Oper. Gustavo sei einer der talentiertesten Dirigenten weltweit, sagte der Direktor der Opéra national de Paris Alexander Neef. Dudamel, der als Wunderkind am Dirigentenpult bezeichnet wird, tritt für sechs Jahre am 1. August seine Funktion an. Gleichzeitig bleibt er Leiter der Philharmoniker in Los Angeles, an deren Spitze er seit der Saison 2009/2010 steht.

Pater wegen Kunstdiebstahls verurteilt

Der frühere Kustos des österreichischen Benediktinerstifts Kremsmünster ist wegen schweren Diebstahls von Kunstgegenständen im Wert von 35.000 Euro zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil des Gerichts in Steyr ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Dem Ordensmann wurde von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, vor drei Jahren insgesamt rund 70 Kunstgegenstände entwendet zu haben, darunter mehrere Gemälde und Kupferstiche sowie Bücher und Kerzenständer. Der angeklagte Geistliche erklärte vor Gericht, nach einer "Erschöpfungsdepression" sei er 2018 vom Amt des Kustos enthoben worden. Er habe sich aber emotional noch nicht von einigen Kunstgegenständen in seinem Büro verabschieden können. Später habe er sie ins Kloster zurückbringen wollen.

Radio Free Europe zieht gegen Russland vor Gerichtshof

Der von den USA finanzierte Sender Radio Free Europe/Radio Liberty hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen Eilantrag eingereicht, weil er von der russischen Medienaufsicht mit einer Fülle von juristischen Verfahren überzogen worden ist. Wie der Sender in Moskau mitteilte, soll das europäische Gericht insgesamt 520 Verfahren durch eine Anordnung an Russland außer Kraft setzen. Radio free Europe ist in Russland über seinen Ableger Radio Swoboda vertreten, der vor allem über die russische Opposition berichtet. Die Russische Medienaufsicht belegte den US-finanzierten Sender mit hohen Strafen. US-Außenminister Antony Blinken äußerte sich kürzlich besorgt über die Versuche Russlands, Radio Free Europe/Radio Liberty zum Schweigen zu bringen.

Beschwerden über Sondersendungen zu Philips Tod

Beim britischen Fernsehsender BBC sind fast 110.000 Beschwerden zu der umfassende Berichterstattung über den am vergangenen Freitag verstorbenen Prinz Philip, den Ehemann von Queen Elizabeth, eingegangen. Der Sender hatte mit Sondersendungen berichtet. Die BBC räumte ein, "einige Zuschauer" seien "unzufrieden" über die Programmänderungen gewesen. Man habe die Änderungen nicht ohne sorgfältige Überlegungen vorgenommen, hieß es. Wegen der Berichterstattung über den Prinzgemahl war unter anderem die Serie "Eastenders" und die beliebte Kochsendung "Masterchef" gestrichen worden. Prinz Philip wird am Samstag nach einer Trauerfeier in der St. George's Kathedrale auf dem Gelände von Schloss Windsor bestattet.

Internetnutzung nimmt im Corona-Jahr rasant zu

Die Internetnutzung der Deutschen hat in Corona-Zeiten rasant zugenommen. Die Online-Zeit ist in nur einem Jahr um 15 Prozent auf durchschnittlich 65 Stunden pro Woche gestiegen. Unter 40-Jährige surfen wöchentlich im Schnitt sogar etwa 86 Stunden im Netz. Das geht aus der in Bonn veröffentlichten Digitalstudie der Postbank hervor. Auch die Internet-Nutzung per Smartphone hat kräftig zugelegt. Knapp 19 Stunden surfen die Bundesbürger innerhalb von sieben Tagen mit dem Handy im Netz. Bei den unter 40-Jährigen sind es 30,6 Stunden. Im Jahr zuvor waren es noch rund 16 Stunden pro Woche.

Alpenfledermaus in Leipziger Plattenbau entdeckt

In einem Leipziger Plattenbau ist die seltene Alpenfledermaus entdeckt worden. Es handelt sich um den ersten Nachweis in Deutschland seit 70 Jahren, wie das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Freitag in Dresden mitteilte. Die letzte Kolonie der Art war 1951 in Oberbayern gefunden worden. Seither galt die Alpenfledermaus in Deutschland als ausgestorben.
Die Alpenfledermäuse in Leipzig bewohnen ein Plattenbaugebiet im Osten der Stadt. Es handelt sich um eine kleine Kolonie von vier Weibchen. Sie jagen Insekten in der Nachbarschaft, zu der auch eine Parkanlage mit einem künstlichen Gewässer gehört. Als Quartier nutzen sie Spalten an unsanierten Plattenbauten.

Experten gegen Instagram-Version für Kinder

Zahlreiche internationale Kinderschutz-Experten rufen Facebook-Chef Mark Zuckerberg dazu auf, seine Pläne für eine Version der Online-Plattform Instagram für Kinder unter 13 Jahren aufzugeben. Eine solche Plattform würde die Angst von Kindern ausnutzen, etwas zu verpassen und sich an dem unstillbaren Wunsch nach Anerkennung durch Gleichaltrige bedienen, hieß es in einem offenen Brief an Zuckerberg, den die Organisation Commerce-Free Childhood mit Sitz in Boston veröffentlichte. Was Kinder heute aber wirklich bräuchten, sei Zeit zum Spielen, Lernen und sich Sozialisieren - ohne digitale Geräte. Zu den Unterzeichnenden des Briefes gehören unter anderem Kinderschutz-Organisationen aus den USA, Kanada, Afrika oder Australien.

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