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Kulturnachrichten

Sonntag, 4. April 2021

Behörden gehen gegen russisches Filmfestival vor

Russische Behörden sind in Sankt Petersburg gegen ein Dokumentarfilm-Festival des international bekannten Regisseurs Witali Manski vorgegangen. Zwei Kinos hätten alle geplanten Vorführungen absagen müssen, beklagten die Organisatoren des "Artdocfests" am Sonntag auf Facebook. Am Samstag waren demnach Polizisten in einem der Kinos aufgetaucht und hatten den Eröffnungsabend mit Verweis auf Verstöße gegen Corona-Vorschriften beendet. Den Organisatoren zufolge wurden die Hygieneregeln aber eingehalten. Die Beschwerde bei den Behörden habe ein Mann eingereicht, der für Anfeindungen gegenüber Homosexuellen und Künstlern bekannt sei, schrieben die Festival-Organisatoren weiter. Beim "Artdocfest" sollten bis zum 10. April in Sankt Petersburg und in Moskau insgesamt rund 100 Dokumentarfilme gezeigt werden. In Moskau liefen die ersten Vorführungen laut Organisatoren wie geplant. Festival-Gründer Manski ist in Russland für seine regierungskritische Haltung bekannt. Anfang des Jahres hatte er gemeinsam mit anderen Prominenten in einem Video die Freilassung des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny gefordert.

Daten von Facebook-Nutzern in Hacker-Forum entdeckt

Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Hunderten Millionen Facebook-Nutzerinnen und Nutzern sind in einem Hacker-Forum entdeckt worden.
Die IT-Sicherheitsfirma Hudson Rock machte den Fund öffentlich: "Alle 533.000.000 Facebook-Daten wurden gerade kostenlos veröffentlicht", schrieb Alon Gal, Technologie-Chef von Hudson Rock, auf Twitter. Er warf Facebook "absolute Nachlässigkeit" vor. Eine Facebook-Sprecherin erwiderte in einem Tweet, es seien alte Daten, über die bereits 2019 berichtet worden sei: "Wir haben das Problem im August 2019 entdeckt und behoben". Wenn persönliche Daten wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern im Umlauf sind, steigt die Gefahr, dass Menschen auf gefälschte E-Mails hereinfallen, denn diese können authentischer gestaltet werden. Facebook hat nach jüngsten Angaben 2,8 Milliarden Nutzer, die mindestens einmal im Monat aktiv sind. 2019 waren Telefonnummern von 420 Millionen Nutzern im Netz aufgetaucht, nachdem eine Funktion zur Freundessuche für den Datenabgriff missbraucht worden war.

Britischer Brexit-Film mit Benedict Cumberbatch

"Brexit - Chronik eines Abschieds" heißt ein Fernsehfilm über die Hintergründe des britischen EU-Austritts, der seit Ostersonntag in der ARD-Mediathek zu sehen ist. In dem anspruchsvollen britischen Polit-Drama mit dem Originaltitel "Brexit: The Uncivil War" spielt unter anderem der bekannte Schauspieler Benedict Cumberbatch mit. Cumberbatch ("Sherlock", "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben") verkörpert in dem Film des Senders "Channel 4" den umstrittenen Politikberater Dominic Cummings, der die Brexit-Kampagne leitete. Bei der Volksabstimmung in Großbritannien im Jahr 2016 gelang es ihm, eine erhebliche Zahl bisheriger Nichtwähler für ein Ja zum EU-Austritt zu gewinnen. Der echte Dominic Cummings gab seinen Posten als Berater und Strippenzieher von Premierminister Boris Johnson im vergangenen November auf.

Bischof Bätzing: Verständnis für Kirchenaustritte

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, bedauert Skandale und Unbeweglichkeit in der katholischen Kirche. Er leide an der Kirche, "wenn sie durch Skandale gläubige Menschen ins Wanken bringt oder durch erstarrte Strukturen und mangelnde Veränderungsbereitschaft vielen den Zugang zum Glauben blockiert", sagte der Limburger Bischof in seiner Osterpredigt im Dom der Stadt. Bätzing ergänzte, es schmerze ihn, wenn ein junger Mann in einem Brief seinen Kirchenaustritt zwar bedauere, aber dann weiter ausführe: "Was man nicht mehr in sich spürt, was man nicht verändern kann, und was selbst nicht in der Lage ist umzukehren, das sollte man verlassen." Eine solche Entscheidung könne er nachvollziehen, betonte Bätzing. "Und ich bedauere es, dass wir als Kirche ein solches Bild abgeben."

Sorbische Osterreiter trotz Corona unterwegs

Die traditionellen sorbischen Osterreiter sind am Sonntag in der Oberlausitz unterwegs gewesen. Allerdings fanden die Prozessionen wegen der Corona-Pandemie unter Einschränkungen statt. Um Ansammlungen von Zuschauern zu vermeiden, waren die Zeiten und Streckenverläufe vorher nicht bekanntgegeben worden. Dennoch versammelten sich immer wieder Menschen an den Straßen. Der Jahrhunderte alte Brauch der katholischen Sorben war zunächst abgesagt worden - so wie 2020. Dann durften die Reiter aber doch starten. Sie mussten einen negativen Corona-Test vorweisen und Masken tragen, außer beim Beten und Singen auf dem Pferd. Die Osterreiter verkünden in Frack und Zylinder auf festlich geschmückten Pferden in den ostsächsischen Dörfern die Botschaft von der Auferstehung Jesu. An den Prozessionen nehmen gewöhnlich rund 1.500 Reiter teil. Bereits Ende des 15. Jahrhunderts wurden zwischen Hoyerswerda und Wittichenau Reiter-Prozessionen veranstaltet.

Papst fordert solidarische Impfstoff-Verteilung

Papst Franziskus hat Solidarität bei der Verteilung der Corona-Impfstoffe gefordert. In seiner Osterbotschaft appellierte er an die internationale Gemeinschaft, "in gemeinsamer Anstrengung die Verzögerungen bei der Impfstoff-Versorgung zu überwinden und eine solidarische Verteilung, speziell mit den ärmsten Ländern, zu fördern". Das Oberhaupt der weltweit 1,3 Milliarden Katholiken rief zudem zu einem Ende der Gewalt in Syrien, Libyen und im Jemen auf und verurteilte die bewaffneten Konflikte in der Welt als "skandalös". Den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" erteilte der Papst wegen der Corona-Pandemie nicht auf dem Petersplatz, sondern vor nur 200 Personen in der vatikanischen Basilika. Franziskus sprach die Segensformel vor dem Kathedra-Altar. Gläubige weltweit konnten die Zeremonie im Fernsehen oder über einen Internet-Livestream verfolgen. Der Segen, der nach seinem lateinischen Titel der Stadt Rom und dem Erdkreis gilt, markiert einen Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten in Rom.

"Club 27" - ein Lied über jung gestorbene Musik-Ikonen

"Club 27" - so heißt das neue Lied des Rockmusikers Thees Uhlmann. Der Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre hat den Text dazu geschrieben. Das Thema: Der frühe Drogentod von Musik-Ikonen. Der gemeinsam kreierte Song kommt am Ostermontag als neue Uhlmann-Single digital heraus. Auch ein Musikvideo soll demnächst erscheinen. "Club 27" handelt von berühmten Musiker*innen, die mit nur 27 Jahren starben - wie etwa Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison oder Kurt Cobain, die in dem Lied aber nicht namentlich genannt werden. Uhlmann und Stuckrad-Barre nähern sich dem traurigen Thema nicht ganz ernst: "Egal was man sonst über Gott so sagt, im Club 27 ist immer was los...". Der frühere Tomte-Frontmann Uhlmann erreichte mit seinen drei Soloalben jeweils die Plätze 2 bis 4 der deutschen Pop-Charts. Auch sein Roman-Debüt "Sophia, der Tod und ich" war erfolgreich. Der Schriftsteller, Journalist und Moderator Stuckrad-Barre galt lange als "Pop-Literat". Zuletzt erschien von ihm das Buch "Alle sind so ernst geworden" mit dem Schweizer Erfolgsautor Martin Suter.

Ausstellung über die Passionsspiele in Oberammergau

Eine Sonderausstellung über die Passionsspiele ist ab dem 6. April im Oberammergau Museum geplant. Wann sie eröffnet werde, hänge von der Entwicklung der Corona-Inzidenz ab, teilte das Museum mit. Im Mittelpunkt der Schau "Bühnenform & Bühnenbild der Passionsspiele" stehen 43 Theater-, Bühnen- und Bühnenbildmodelle aus dem Zeitraum 1890 bis 2010. Die Modelle vermitteln nach Museums-Angaben, wie sich Theaterbau, Bühnenformen, Bühnenbilder und die Art der Inszenierung verändert haben. In Oberammergau träfen zwei Traditionslinien zusammen: Passionsspiel und Bildhauerkunst. Durch Filmszenen aus verschiedenen Inszenierungen der Passionsspiele soll es den Besuchern ermöglicht werden, Planung und Umsetzung zu vergleichen. Das älteste bekannte Bühnenmodell stammt von Nicolaus Unhoch aus dem Jahr 1815. Es wird bei der Ausstellung in einer Nachbildung zu sehen sein. Die Passionsspiele gehen auf ein Gelübde von 1633 zurück. Damals gelobten die Oberammergauer, in jedem zehnten Jahr das Spiel vom Leiden und Sterben Christi aufzuführen, falls niemand mehr an der Pest sterben sollte. Die 42. Passionsspiele sind wegen der Corona-Pandemie von 2020 auf 2022 verschoben worden.

Mehr Förderung für Serien-Produktion in Deutschland

Kulturstaatsministerin Grütters will die Produktion großer Serien mit mehr Fördermitteln nach Deutschland holen. Grundlage sei eine neu gefasste Richtline aus dem Haus der CDU-Politikerin, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. In Deutschland produzierte Serien, wie zum Beispiel die Netflix-Staffel "Das Damengambit", seien weltweit erfolgreich, sagte Grütters. Sie stünden für authentische, fesselnde Stoffe, großartige Talente und innovative Erzählformen. Um künftig auch Serien mit höherem Budget anzulocken, könne mit bis zu zehn Millionen Euro ein Viertel der in Deutschland entstehenden Kosten durch Bundesmittel abgedeckt werden. Voraussetzung sei, dass die Produktion eine besondere deutsche oder europäische Prägung nachweisen könne, fügte die Kulturstaatsministerin hinzu.

Prozession von 22 Mumien quer durch Kairo

In einer bislang einmaligen Aktion sind am Abend 22 Mumien in einer feierlichen Prozession quer durch Kairo zu ihrem neuen Ausstellungsort gebracht worden. Die Überreste von Königinnen und Königen aus dem antiken Ägypten wurden dabei von eigens im Stil der damaligen Zeit dekorierten Wagen transportiert. Auf ihnen war jeweils der Name der oder des Verstorbenen zu lesen. Zum Schutz der Mumien waren die Wagen besonders stoßgedämpft. Die Mumien lagen seit mehr als einem Jahrhundert im Ägyptischen Museum im Zentrum von Kairo. Jetzt zogen sie in ihr neues Quartier im neu gebauten Nationalmuseum der ägyptischen Zivilisation im Süden der Stadt um. An dem riesigen modernen Ausstellungskomplex wurde seit Jahren gebaut, am Sonntag soll er vollständig eröffnet werden. Die Mumien werden allerdings erst ab dem 18. April zu sehen sein, weil sie zunächst für Restaurationsarbeiten ins Labor kommen.

Kunstmesse in Dubai als Ausblick auf Zeit nach Corona

Als eine der ersten großen Kunstmessen musste die Art Dubai vor einem Jahr abgesagt werden. Nun fand sie als eine der ersten wieder statt. Was in der Szene Rang und Namen hat, war für wenige Tage an einem Ort versammelt. Insgesamt nahmen 50 Galerien für zeitgenössische und moderne Kunst aus 31 Ländern teil. Ein Schwerpunkt des Programms lag auf Weltregionen, die in der internationalen Kunstszene sonst nicht ganz so sehr im Fokus stehen. Weil manche Aussteller wegen Reisebeschränkungen nicht persönlich in die Vereinigten Arabischen Emirate kommen konnten, wurden deren Kunstwerke den Besuchern per Video-Schaltung präsentiert.

Historisches Moskauer Kino wird wiedereröffnet

Das erste Moskauer Kino, eines der ältesten Lichtspielhäuser der Welt, wird wiedereröffnet: Das "Khoudojestvennyï" will nach einer umfassenden Restaurierung ab dem 9. April wieder Publikum empfangen. Das 1909 eingeweihte, bekannte Kino befindet sich im historischen Moskauer Viertel Arbat. Zu seinen Besuchern gehörte seinerzeit der Schriftsteller Leo Tolstoi. 1926 fand im "Khoudojestvennyï" die Weltpremiere des legendären Films "Panzerkreuzer Potemkin" von Sergei Eisenstein statt. Das Kino war seit 2014 geschlossen.

"Art Walks" im April: Outdoor-Galerien auf Zeit

Die Kunstplattform #MeetFrida will im April mit Werken von zwölf zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern zu Spaziergängen in Berlin, Leipzig und Frankfurt am Main einladen. Vom 6. bis zum 15. April sollen die "Art Walks" zu den einzelnen Werken führen und dabei offene Künstlerateliers, Street Art und Galerien einbeziehen, heißt es in einer Mitteilung. Die Arbeiten würden auf großflächigen Werbeplakaten gezeigt. "Die Aktion erschafft in den drei Metropolen Outdoor-Galerien auf Zeit und macht Kunst auch im Lockdown für die Öffentlichkeit zugänglich", bewirbt #MeetFrida das Angebot. Die teilnehmenden europäischen Künstlerinnen und Künstler sind Penny Monogiou, Isabell Kamp, Ivo von Renner, Joséphine Sagna, Jamal Cazaré, Guido Zimmermann, Konstitutiv der Möglichkeiten, Ju Schnee, Steve Braun, Coco Bergholm, Joana Lucas und Jason Engelbart. Das Publikum soll digitale Karten erhalten, um sich bei den Spaziergängen zu orientieren.

Yan Pei-Ming-Retrospektive im französischen Colmar

Eine Retrospektive des chinesischen Malers Yan Pei-Ming sollte am Freitag im Musée Unterlinden im französischen Colmar eröffnet werden. Doch die große Werkschau des 1960 in Shanghai geborenen Künstlers, der seit 1980 in Frankreich lebt, kann wegen der Corona-Pandemie bis auf weiteres nicht ihre Tore öffnen. In den kommenden Wochen wird das Museum eine Reihe von Online-Veranstaltungen zu der Ausstellung "Au nom du père" veranstalten. Der Titel "Im Namen des Vaters" bezieht sich auf zwei Vaterfiguren Yan Pei-Mings: Seinen leiblichen Vater, sowie Mao Tse-tung, den Revolutionär und kommunistischen Parteiführer. Der Personenkult um Mao prägte die Jugend des Malers. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören großformatige Porträts Maos. Auch andere berühmte Figuren der Zeitgeschichte und Gegenwart hat Yan Pei-Ming in monumentalen, meist in Grau- und Schwarz-Nuancen gemalten Porträts verewigt. Die Ausstellung im elsässischen Colmar besteht aus rund 60 Werken des chinesischen Künstlers aus vier Jahrzehnten. Sie stammen aus privaten Sammlungen, großen Museen und dem Besitz Yan Pei-Mings.

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