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Kulturnachrichten

Samstag, 3. April 2021

Historisches Moskauer Kino wird wiedereröffnet

Das erste Moskauer Kino, eines der ältesten Lichtspielhäuser der Welt, wird wiedereröffnet: Das "Khoudojestvennyï" will nach einer umfassenden Restaurierung ab dem 9. April wieder Publikum empfangen. Das 1909 eingeweihte, bekannte Kino befindet sich im historischen Moskauer Viertel Arbat. Zu seinen Besuchern gehörte seinerzeit der Schriftsteller Leo Tolstoi. 1926 fand im "Khoudojestvennyï" die Weltpremiere des legendären Films "Panzerkreuzer Potemkin" von Sergei Eisenstein statt. Das Kino war seit 2014 geschlossen.

"Art Walks" im April: Outdoor-Galerien auf Zeit

Die Kunstplattform #MeetFrida will im April mit Werken von zwölf zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern zu Spaziergängen in Berlin, Leipzig und Frankfurt am Main einladen. Vom 6. bis zum 15. April sollen die "Art Walks" zu den einzelnen Werken führen und dabei offene Künstlerateliers, Street Art und Galerien einbeziehen, heißt es in einer Mitteilung. Die Arbeiten würden auf großflächigen Werbeplakaten gezeigt. "Die Aktion erschafft in den drei Metropolen Outdoor-Galerien auf Zeit und macht Kunst auch im Lockdown für die Öffentlichkeit zugänglich", bewirbt #MeetFrida das Angebot. Die teilnehmenden europäischen Künstlerinnen und Künstler sind Penny Monogiou, Isabell Kamp, Ivo von Renner, Joséphine Sagna, Jamal Cazaré, Guido Zimmermann, Konstitutiv der Möglichkeiten, Ju Schnee, Steve Braun, Coco Bergholm, Joana Lucas und Jason Engelbart. Das Publikum soll digitale Karten erhalten, um sich bei den Spaziergängen zu orientieren.

Yan Pei-Ming-Retrospektive im französischen Colmar

Eine Retrospektive des chinesischen Malers Yan Pei-Ming sollte am Freitag im Musée Unterlinden im französischen Colmar eröffnet werden. Doch die große Werkschau des 1960 in Shanghai geborenen Künstlers, der seit 1980 in Frankreich lebt, kann wegen der Corona-Pandemie bis auf weiteres nicht ihre Tore öffnen. In den kommenden Wochen wird das Museum eine Reihe von Online-Veranstaltungen zu der Ausstellung "Au nom du père" veranstalten. Der Titel "Im Namen des Vaters" bezieht sich auf zwei Vaterfiguren Yan Pei-Mings: Seinen leiblichen Vater, sowie Mao Tse-tung, den Revolutionär und kommunistischen Parteiführer. Der Personenkult um Mao prägte die Jugend des Malers. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören großformatige Porträts Maos. Auch andere berühmte Figuren der Zeitgeschichte und Gegenwart hat Yan Pei-Ming in monumentalen, meist in Grau- und Schwarz-Nuancen gemalten Porträts verewigt. Die Ausstellung im elsässischen Colmar besteht aus rund 60 Werken des chinesischen Künstlers aus vier Jahrzehnten. Sie stammen aus privaten Sammlungen, großen Museen und dem Besitz Yan Pei-Mings.

Lateinischer Patriarch ruft zu mutiger Kirche auf

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, hat die Kirche angesichts des Osterfests zu Mut aufgerufen. Er sagte in seiner Osternachtspredigt in der Grabeskirche: "Die Auferstehung ist die Proklamation einer neuen Freude, die in die Welt bricht und die nicht an diesem Ort eingeschlossen bleiben kann." Die Auferstehung Jesu lasse sich nicht erklären, so Pizzaballa weiter: "Keine Theorie könnte je überzeugen. Wir können der Auferstehung lediglich begegnen, wir können sie nur erfahren", predigte der italienische Franziskaner. Entsprechend brauche es weiterhin Zeugen, die Zeichen des Auferstandenen zeigten und glaubwürdig machten, dass die Welt nicht länger in der Macht des Todes stehe. "Diese Zeugen sind heute jene, die trotz aller Gegnerschaft, trotz Schmerz, Einsamkeit, Krankheit und Ungerechtigkeit ihr Leben damit verbringen, Gelegenheiten für Gerechtigkeit, Liebe und Akzeptanz zu schaffen." Als ersten Zeugen rufe das Evangelium die Kirche dazu auf, mutig zu sein und keine Angst vor Einsamkeit und Missverständnissen zu haben, betonte der Lateinische Patriarch. An der Feier in der Jerusalemer Grabeskirche durften in diesem Jahr trotz anhaltender Pandemie wieder Gläubige teilnehmen.

In Kairo durchqueren 22 Mumien die Stadt

Wegen der Überführung von 22 Mumien sollen heute Abend in Kairo mehrere Hauptverkehrsstraßen sowie eine Metrostation gesperrt werden. Die Überreste von 18 alt-ägyptischen Königen und vier Königinnen sollen in einer Parade entlang der Nil-Corniche vom Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz zum neuen "Nationalmuseum für ägyptische Zivilisation" gebracht werden. Das Tourismus- und Antikenministerium hatte zuvor angekündigt, die "Goldene Pharaonenparade" auf Youtube live zu übertragen. Das neue Museum liegt in der antiken Stadt Fustat, die heute zu Kairo gehört. Das in Zusammenarbeit mit der Unesco errichtete Haus soll künftig rund 50.000 Ausstellungsstücke zur ägyptischen Geschichte umfassen. Die Mumienhalle soll ab dem 18. April für Besucher zugänglich sein. Die Stücke stammen aus den Sammlungen verschiedener ägyptischer Museen in Kairo und Alexandria.

Notre Dame noch bis zu 20 Jahre eine Baustelle?

Die Pariser Kathedrale Notre Dame könnte nach Ansicht ihres Direktors noch 15 bis 20 Jahre eine Baustelle sein. Es gebe viel zu tun, sagte Patrick Chauvet der Nachrichtenagentur AP nach der Karfreitagsliturgie in der nahe gelegenen Kirche Saint-Germain l'Auxerrois. Dort wird auch die beim Brand gerettete Dornenkrone verehrt. Notre Dame war am 15. April 2019 in Flammen aufgegangen und wäre beinahe vernichtet worden. Das Feuer rief in der ganzen Welt Bestürzung hervor. Präsident Macron hatte damals versprochen, die Ikone gotischer Baukunst bis 2024 wieder aufbauen zu lassen. Experten stellten diese Planung von Anfang an in Frage. Beim Wiederaufbau soll auch die Promenade vor der Kirche neugestaltet werden. Diese war vor dem Brand jährlich von etwa 20 Millionen Menschen besucht worden.

Hilfe für Glastonbury-Festival

Das Glastonbury-Festival soll einen staatlichen Zuschuss von umgerechnet rund einer Million Euro bekommen, um sich durch die Corona-Zeit zu retten. Auch etliche andere kulturelle Veranstaltungen und Institutionen erhalten Gelder aus dem insgesamt mit etwa 470 Millionen Euro ausgestatteten Kultur-Wiederaufbau-Paket, wie die britische Regierung mitteilte. Man wolle der Branche helfen, sich darauf vorzubereiten, in besseren Zeiten wieder Gäste begrüßen zu können, sagte Kulturminister Dowden. Das Glastonbury-Festival, zu dem in anderen Jahren Hunderttausende in die englische Grafschaft Somerset reisen, ist bereits das zweite Jahr in Folge wegen der Pandemie abgesagt worden. Eigentlich sollte in diesem Jahr das 50. Jubiläum des Festivals gefeiert werden. Erwartet worden waren Ex-Beatle Paul McCartney, Taylor Swift, Diana Ross und Rapper Kendrick Lamar. Stattdessen wollen die Veranstalter nun Konzerte per Livestream anbieten.

2,5 Milliarden für Corona-Kulturfonds

Der von Bundesfinanzminister Scholz angekündigte Sicherungsfonds für Kulturveranstaltungen soll mit bis zu 2,5 Milliarden Euro ausgestattet werden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor. Ziel der Bundesregierung sei es, Kulturveranstaltungen "möglichst bald" wieder planbar zu machen. Die konzeptionelle Ausarbeitung des Sonderfonds finde gerade statt, heißt es nun von Seiten des Bundes. Es gehe darum, "es zu ermöglichen, dass Veranstaltungen aufgrund der coronabedingten Unterauslastung eine finanzielle Unterstützung zur Deckung ihrer Kosten erhalten sollen", sagte Scholz. Weil entsprechende Kulturveranstaltungen noch nicht absehbar seien, stehe der Zeitpunkt für den Start des Sonderfonds noch nicht fest.

Tanzakademien gründen globale Compagnie

Die Palucca-Hochschule für Tanz Dresden hat zusammen mit zehn anderen renommierten Akademien das Ballet Unleashed für junge Künstler gegründet.
Nach deren Angaben bringt die projektbasierte Compagnie Choreografen und Tänzer weltweit zusammen, um Ideen auszutauschen und Ballettprojekte zu erarbeiten. Aufstrebende und etablierte Choreografen etwa aus Paris, London, Boston und Toronto sollen neue Werke für Ballettschulabsolventen schaffen und deren künstlerische Entwicklung fördern helfen. Geplant sind Projekte jenseits traditioneller Ansätze. Den Auftakt macht im April die britische Choreografin Cathy Marston, bewerben können sich Absolventen 2020 und 2021 der elf beteiligten Institutionen.

Politiker würdigen Angelica Domröse

Bundespräsident Steinmeier hat die Schauspielerin Angelica Domröse zu ihrem 80. Geburtstag gewürdigt. "Meine Glückwünsche gelten einer großartigen Schauspielerin, deren Werk ein Spiegelbild der deutschen Geschichte ist - auch in ihrer Zerrissenheit", teilte er mit. Steinmeier lobte, Domröses künstlerisches Wirken habe das Land geprägt. Domröse spielte die Hauptrolle im Film "Die Legende von Paul und Paula" über ein Liebespaar in der DDR. "Mit der Rolle der Paula (...) und mit vielen anderen beeindruckenden Frauengestalten haben Sie sich in die Herzen von Millionen Menschen gespielt", schrieb zudem Brandenburgs Ministerpräsident Woidke. Er würdigte Domröse als "großartige und unverwechselbare Künstlerin". Sie habe wie die von ihr verkörperten Frauen ihr Leben lang Haltung bewiesen, so Woidke weiter.

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