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Kulturnachrichten

Dienstag, 14. Mai 2019

Filmfestival von Cannes eröffnet

Der spanische Schauspieler Javier Bardem und seine französische Kollegin Charlotte Gainsbourg haben am Dienstagabend die 72. Filmfestspiele in Cannes eröffnet. Zum Auftakt des zwölftägigen Festivals an der südfranzösischen Côte d'Azur wurde die Zombiekomödie "The Dead Don't Die" von US-Regisseur Jim Jarmusch gezeigt. Darin spielen die Hollywood-Stars Bill Murray, Tilda Swinton und Adam Driver sowie Pop-Idol Selena Gomez mit. Insgesamt bewerben sich 21 Filme in Cannes um die Goldene Palme. Im Wettbewerb sind unter anderem die US-Regisseure Quentin Tarantino mit "Once Upon a Time... in Hollywood" und Terrence Malick mit der deutsch-amerikanischen Koproduktion "A Hidden Life". Ein deutscher Filmemacher ist in diesem Jahr nicht vertreten.

Berlinische Galerie bleibt vorerst geschlossen

Das Museum könne in dieser Woche noch nicht wieder für Besucher öffnen, hieß es am Dienstag bei der zuständigen Berliner Immobilienmanagement GmbH. Es müssten weitere Prüfungen am Dach vorgenommen werden. Wegen eventueller Statikprobleme war die Berlinische Galerie Ende April für Publikum vorläufig geschlossen worden. Ursprünglich sollten von diesem Mittwoch an die Ausstellungen wieder zugänglich sein. Aktuell ist unter anderem die Ausstellung "Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht" noch bis zum 12. August vorgesehen.

Konzert in Gaza gegen ESC in Israel

In den Trümmern eines zerbombten Hauses in Gaza sind mehrere Bands aufgetreten, um gegen den Eurovision Song Contest in Israel zu protestieren. Das erklärte Kamel Musallam vom Musikverband Jusour vor dem Konzertpublikum. Der Wettbewerb sei "für Israel nur ein Vorwand, um seine brutalen Verbrechen gegen die Palästinenser zu vertuschen, vor allem gegen jene in Gaza, sagte Musallam. Das Konzert sollte zeigen, "dass Gaza singt und Frieden liebt." Aus dem von der Hamas regierten Gazastreifen waren vor mehr als einer Woche rund 700 Raketen auf Israel abgefeuert und dabei vier Menschen getötet worden. Bei israelischen Gegenangriffen wurden 25 Palästinenser getötet. Der Eurovision Song Contest wird nach dem Sieg der israelischen Sängerin Netta Barzilai im vergangenen Jahr in Tel Aviv ausgetragen.

Österreichischer Staatspreis für Michel Houellebecq

"Als Schöpfer eines höchst eigenwilligen literarischen Werks ist Michel Houellebecq eine der einflussreichsten Stimmen der europäischen Gegenwartsliteratur". So beschreibt die Jury des Österreichischen Staatspreises für Europäische Literatur, warum sie sich in diesem Jahr entschieden hat, den französischen Romancier, Lyriker und Essayisten auszuzeichnen. Houellebecqs "Texte verraten ein besonderes Sensorium für Fragen von gesellschaftlicher Sprengkraft, wobei er den Konjunkturen des Feuilletons stets vorausgeeilt ist", heißt es in der Begründung weiter. Der Preis gelte einem Werk, das das verstörende Potenzial von Literatur exemplarisch zeigt und weitaus komplexer ist als die medialen Debatten, die sein Autor mitangefacht habe. Zuletzt erhielten Andrzej Stasiuk, Karl Ove Knausgård und Zadie Smith die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Gedenktafel für Peter Zadek

Die Senatskulturverwaltung hat am kommenden Montag um 14 Uhr einen Termin: Dann wird in der Offenbacher Straße in Berlin-Wilmersdorf eine Gedenktafel für den 2009 verstorbenen Theaterregisseur Peter Zadek enthüllt. An seinem Geburtshaus in der Offenbacher Straße solle an seine "unkonventionellen, provokanten Inszenierungen von Shakespeare" erinnert werden, die Theatergeschichte geschrieben hätten, teilte die Behörde mit. Der 1926 geborene Zadek musste mit seinen Eltern 1933 nach England emigrieren. 1958 kehrte er nach Deutschland zurück, wurde Intendant an den Schauspielhäusern Bochum und Hamburg. Von 1992 bis 1995 war er Direktoriumsmitglied des Berliner Ensembles. Kein Regisseur wurde öfter zum Berliner Theatertreffen eingeladen als er.

Sloterdijk verkauft seinen Vorlass

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, der Verleger Hubert Burda und der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft haben das Archiv des Philosophen Peter Sloterdijk erworben. Der Vorlass geht an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach, teilte die Institution mit. Die Sammlung enthalte neben Manuskripten und Korrespondenzen aus 50 Jahren auch 140 Notizhefte zum politischen Tagesgeschehen. Hinzu kommen Audiodateien von zahlreichen Vorlesungen und Vorträgen. Der 1947 geborene Schriftsteller und Philosoph gehört zu den wichtigsten Public Intellectuals in Deutschland.

Kulturpreis Deutsche Sprache für Peter Eisenberg

Für seine "herausragenden Leistungen zur Erforschung der deutschen Grammatik" erhält der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg den Kulturpreis Deutsche Sprache 2019. Seine Grammatik des Deutschen und sein Buch über die Fremdwörter im Deutschen hätten Maßstäbe gesetzt, so der Vorsitzende der Jury, Helmut Glück. An vielen Universitäten seien Generationen von Deutschlehrern mit seinen Arbeiten ausgebildet worden, die in der Germanistik weltweit Standardwerke seien. Die Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert. Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache erhält die Musikgruppe "Tonbandgerät" aus Hamburg, die durch ihre "lebensnahen und Leichtigkeit versprühenden Texte das Interesse am Deutschen als Fremdsprache" vor allem bei amerikanischen Schülern geweckt habe. Mit dem nicht dotierten Institutionenpreis Deutsche Sprache wird die "Kaukasische Post" ausgezeichnet - die einzige deutschsprachige Zeitung in der Region.

Vertontes "Ave verum" älter als gedacht

Nicht im 14. Jahrhundert, sondern bereits im 13. Jahrhundert wurde das Gebet "Ave verum" gesungen. Das teilte das Bistum Mainz mit. Belegt werde das durch ein Textfragment, das in der Martinus-Bibliothek gefunden wurde. Es sei eine Handschrift im Gebetbuch einer Frau und datiere im 13. Jahrhundert. Das Doppelblatt enthält demnach den lateinischen und den deutschen, wohl rheinfränkischen Text des "Ave verum". Das Gebetbuch sei im 16. Jahrhundert zerschnitten und als Bucheinband verwendet worden. Deshalb fehlten auf dem Pergament die letzten Zeilen der deutschen Übersetzung. Die berühmteste Vertonung stammt von Wolfgang Amadeus Mozart.

In Österreich erklären sich "Die Vielen" zur Kunstfreiheit

"Ein deutliches Zeichen für die Freiheit der Kunst": Gesetzt im Wiener Volkskundemuseum von 270 österreichischen Kunstschaffenden und Kulturinstitutionen. Damit reiht sich das Land in die vor knapp zwei Jahren gegründete europäische Initiative "Die Vielen" ein, um „für eine offene, solidarische Gesellschaft“ einzutreten. Die „Erklärung der Vielen in der Republik Österreich“ wird unter anderem vom Burgtheater, den Bregenzer Festspielen und dem steirischen herbst unterstützt. Darin wird „der Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen eine rechtspopulistische Politik der Abwertung und Ausgrenzung artikuliert“. Die Kunstschaffenden wollen damit ein gesellschaftspolitisches Signal setzen: „Sie zeigen gemeinsam Haltung für Solidarität, Vielfalt und Respekt und verpflichten sich, aktiv und nachhaltig dafür zu arbeiten.“

DJV fordert Aufarbeitung der Monsanto-Datenaffäre

Der Deutsche Journalisten-Verband verurteilt die systematische Erfassung von Kritikern des US-Saatgutkonzern Monsanto und verlangt vom Mutterkonzern Bayer AG eine transparente Aufarbeitung. In einer Pressemitteilung des DJV-Vorsitzenden Frank Überall heißt es: "Informationen über Journalisten zu sammeln und die Medienvertreter nach ihrer vermeintlichen Beeinflussbarkeit zu kategorisieren, ist absolut inakzeptabel." Gestern hatte Matthias Berninger, der bei Bayer die Abteilung Public Affairs und Nachhaltigkeit leitet, erklärt, er halte es für wahrscheinlich, dass Monsanto auch in Deutschland Listen über Journalisten, Wissenschaftler und Politiker anlegen ließ, die dem Glyphosat-Hersteller kritisch gegenüberstehen. „Die Bayer AG ist jetzt gefordert, bei ihrer Tochter aufzuräumen“, so Überall. „Wer auf diesen Listen steht, muss darüber informiert werden und verdient eine Entschuldigung.“

Gelbwesten protestieren im Folies Bergère

Anhänger der sogenannten "Gelbwesten"-Bewegung in Frankreich haben die Verleihung des renommierten Molière-Theaterpreises in Paris gestört. Sie seien über das Dach des Varietétheaters "Folies Bergère" auf die Bühne vorgedrungen, berichtete Jean-Marc Dumontet, der Zeremonienmeister des gestrigen Abends. Der "Molière der Schande" gehe an Präsident Emmanuel Macron und seine Regierung, sollen Vertreter der Protestbewegung gesagt und sich dabei an Kulturminister Franck Riester gewandt haben, dem sie vorwarfen, an der Zeremonie teilzunehmen und gleichzeitig überall im Kulturbudget zu kürzen. Auch zur Eröffnung der Internationalen Filmfestspiele in Cannes halten Beobachter Aktionen der "Gelbwesten" nicht für ausgeschlossen.

Europäische Filmakademie ehrt Werner Herzog

Regisseur Werner Herzog wird von der Europäischen Filmakademie für sein Lebenswerk geehrt. Der Filmemacher soll im Dezember im Rahmen des Europäischen Filmpreises in Berlin ausgezeichnet werden. Herzog hat "mehr als 70 Spiel- und Dokumentarfilme geschrieben, inszeniert und produziert", schrieb die Akademie. In einigen seiner bekanntesten Filme spielt Klaus Kinski mit, zum Beispiel in "Aguirre, der Zorn Gottes" oder "Fitzcarraldo". Der 1942 in München geborene Filmregisseur und Produzent, Opernregisseur und Autor gilt als einer der Vertreter des Neuen Deutschen Films der Bundesrepublik der 60er- und 70er- Jahre.

Auftritt von Madonna beim ESC fraglich

Mit dem ersten Halbfinale beginnt in Tel Aviv der Eurovision Song Contest. Im April hatte Madonna angekündigt, mit zwei Songs im Rahmenprogramm des 64. ESC aufzutreten. Geschäftsführer Jon Ola Sand ließ nun wissen, dass die European Broadcasting Union (EBU) bislang keinen Vertrag mit der amerikanischen Sängerin geschlossen hat. Sand sagt: "Wenn wir keinen Vertrag unterschreiben, kann sie nicht bei uns auftreten". Heute ab 21 Uhr treten Musiker aus 17 Ländern auf, um einen der ersten zehn von insgesamt 64 Plätzen im Finale zu ergattern. In der ersten Runde ist keines der Länder vertreten, die im Vorfeld zum engeren Favoritenkreis gezählt werden. Niederlande, Schweden, Aserbaidschan und Russland haben ihre Auftritte im zweiten Halbfinale am Donnerstag. Das deutsche Duo S!sters muss sich nicht qualifizieren, weil Deutschland als einer der fünf Hauptgeldgeber des internationalen Musikwettbewerbs für das Finale gesetzt ist.

Facebook sperrt 23 Seiten mit Falschmeldungen

Knapp zwei Wochen vor der Europawahl hat das Online-Netzwerk Facebook 23 Seiten aus Italien gesperrt, die Falschmeldungen und Hass-Inhalte enthielten. Mehr als die Hälfte der Seiten unterstützte die rechtsnationale Lega-Partei und die europaskeptische Fünf-Sterne-Bewegung, die in Italien die Regierung bilden, wie das Online-Netzwerk Avaaz heute mitteilte. Insgesamt hatten die Facebook-Seiten mehr als 2,5 Millionen Follower. Avaaz zufolge zeigte ein Video angeblich Geflüchtete bei der Zerstörung eines Polizeiautos. Tatsächlich handele es sich jedoch um eine Szene aus einem Film.

Ureinwohner reichen Beschwerde gegen Australien ein

Australische Ureinwohner legen beim UN-Menschenrechtsausschuss in Genf Beschwerde gegen ihre Regierung ein. Die Menschen, die auf einer Reihe niedriger Inseln an der Nordküste Australiens leben, werfen dem Staat vor, sich nicht ausreichend für den Klimaschutz einzusetzen, teilten ihre Anwälte mit. Darin sehen sie eine Verletzung ihrer Menschenrechte. Die Ureinwohner wollen in ihrer Beschwerde darlegen, dass durch die Erderwärmung und den steigende Meeresspiegel ihre Heimat und ihre Kultur bedroht sind. Unterstützt werden sie dabei von Juristen der gemeinnützigen Gruppe ClientEarth. Gemeinsam wollen sie das UN-Gremium dazu bringen, zu entscheiden, dass Australien aus Menschenrechtsgründen seine Emissionen bis zum Jahr 2030 auf einen Wert drosseln muss, der mindestens 65 Prozent unter dem von 2005 liegt.

Schauspielerin Doris Day ist tot

Die US-Filmschauspielerin und Sängerin Doris Day ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Das berichten US-Medien unter Berufung auf die von Day gegründete Stiftung. In den 1950er und 60er Jahren war sie besonders bekannt für unschuldige Liebeskomödien mit Kollegen wie Cary Grant und Rock Hudson, außerdem spielte sie in Dramen und Musicals. Ihren größten Erfolg feierte sie 1953 an der Seite von Howard Keel mit dem Western-Musical "Schwere Colts in zarter Hand". Bis vor Kurzem sei die Darstellerin bei guter Gesundheit gewesen, bis sie zuletzt an einer schweren Lungenentzündung erkrankt war, erklärte ihre Stiftung.

Schweden ermittelt erneut gegen Julien Assange

Schwedische Staatsanwälte leiten erneut eine Voruntersuchung zu Vergewaltigungsvorwürfen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange ein. Es gebe noch immer den wahrscheinlichen Fall, dass Assange eine Vergewaltigung begangen habe, sagte die stellvertretende Direktorin für öffentliche Strafverfolgungen, Eva-Marie Persson. Eine neue Befragung sei notwendig und die Staatsanwaltschaft werde einen europäischen Haftbefehl ausstellen. Assange hatte im April die ecuadorianische Botschaft in London verlassen müssen, in der er seit Sommer 2012 aus Angst vor einer Auslieferung in die USA Zuflucht gesucht hatte. Zurzeit verbüßt Assange in London eine 50-wöchige Haftstrafe, weil er 2012 gegen Kautionsauflagen verstoßen hat.

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