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Kulturnachrichten

Dienstag, 23. April 2019

Hoda Barakat gewinnt arabischen Literaturpreis IPAF

Die libanesische Schriftstellerin Hoda Barakat ist für ihren Briefroman über das Schicksal von Flüchtlingen mit dem wichtigsten arabischen Literaturpreis, dem International Prize for Arabic Fiction (IPAF) ausgezeichnet worden. Sie erhält den Preis für ihr Buch "Nachtpost". Wie die gegenwärtige Zeit sei auch der Roman voll tiefer Fragen und Mehrdeutigkeit, so die Jury. Die Briefe seien verloren, wie die Menschen, die sie geschrieben hätten. Hoda Barakat wurde 1952 in Beirut geboren und lebt inzwischen in Frankreich. Sie ist erst die zweite arabische Schriftstellerin, die in den vergangenen zwölf Jahren mit dem renommierten Preis ausgezeichnet wurde. Der Preis ist 50 000 US-Dollar dotiert und wird auch von der Londoner Stiftung des Booker Prize unterstützt.

Deutsches Theater will mit Serebrennikow inszenieren

Das Deutsche Theater in Berlin will im kommenden Jahr eine Inszenierung des russischen Regisseurs Kirill Serebrennikow zeigen. Die Premiere des Stücks "Decamerone" von Giovanni Boccaccio sei für März 2020 geplant, kündigte das Theater an. Die Proben sollen im Januar 2020 im Deutschen Theater beginnen, sofern Kirill Serebrennikow reisefähig ist. Der 49-Jährige war erst vor Kurzem aus dem Hausarrest auf freien Fuß gekommen, darf aber seinen Wohnort Moskau nicht unerlaubt verlassen. Die russische Justiz wirft Serebrennikow und weiteren Angeklagten die Veruntreuung staatlicher Fördermittel in Millionenhöhe vor. Der Regisseur weist das zurück.

Autor Dieter Forte gestorben

Der Schriftsteller Dieter Forte ist tot. Wie sein Verlag S. Fischer in Frankfurt mitteilte, starb Forte am Ostermontag im Alter von 83 Jahren in einem Krankenhaus in Basel. Fortes vielfach mit Preisen ausgezeichnetes Werk umfasst Theaterstücke, Romane, Hör- und Fernsehspiele. 1970 machte sein Drama "Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung" auch international Furore. In kirchlichen Kreisen löste es heftige Gegenreaktionen aus. Dieter Forte, am 14. Juni 1935 in Düsseldorf geboren, ließ sich 1962 als freier Autor nieder. Im Fokus seines Schreibens standen die Lebensverhältnisse des modernen Menschen unter der Herrschaft von Technik und Kapital. In den 1980er Jahren wandte sich Dieter Forte der Arbeit an einem großen mehrteiligen Romanprojekt zu. Zwischen 1992 und 2004 erschienen "Das Muster", "Tagundnachtgleiche" (ursprünglich "Der Junge mit den blutigen Schuhen"), "In der Erinnerung" und "Auf der anderen Seite der Welt". Zusammen bilden sie die "Tetralogie der Erinnerung".

Letzte Enkelin Richard Wagners ist tot

Die letzte Enkelin des Komponisten Richard Wagner ist tot. Verena Lafferentz-Wagner starb am vergangenen Freitag im Alter von 98 Jahren in Überlingen am Bodensee, wie das Präsidiumsmitglied im Richard-Wagner-Verband International, Rainer Fineske sagte. Zuvor hatte die "Welt" berichtet. Lafferentz-Wagner wurde im Dezember 1920 als jüngstes Kind von Siegfried und Winifred Wagner in Bayreuth geboren, sie wuchs im Haus Wahnfried auf. Ihre Brüder Wieland und Wolfgang übernahmen später nach dem Zweiten Weltkrieg die Festspielleitung in Bayreuth.

Hannelore Elsner ist gestorben

Hannelore Elsner, eine der markantesten deutschen Schauspielerinnen, ist tot. Wie der Anwalt der Familie und Constantin Film mitteilten, starb sie überraschend am Ostersonntag im Alter von 76 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Elsner, am 26. Juli 1942 im oberbayerischen Burghausen geboren, galt als eine der großen Diven des deutschen Nachkriegsfilms. Sie war in mehr als 200 Fernseh- und Kino-Rollen zu sehen. Im Fernsehen war Elsner in der ARD-Serie "Die Kommissarin" (1994-2006) besonders erfolgreich. Sie erhielt zahlreiche Preise - ihren ersten mit 29 Jahren. Erste Engagements hatte Elsner an den Münchner Kammerspielen und an der Kleinen Komödie München.

Deutsche Filme beim Tribeca Filmfestival im Rennen

Die Gleichberechtigung von Frauen in der Filmwelt, der wachsende Einfluss von Serien und LGBTQ-Rechte stehen beim diesjährigen Tribeca Filmfestival im Fokus. Die Hälfte der Hauptfilme stammt von Frauen, erstmals findet eine Gay-Pride-Veranstaltung statt. Die 18. Ausgabe des New Yorker Festivals beginnt am Mittwoch. Beim Tribeca Filmfestival geht es nicht nur um traditionelle Leinwand-Filme. "Geschichten werden auf Bildschirmen aller Größen und Formen erzählt", sagte Programmdirektorin Cara Cusumano. "Dieses Jahr haben uns besonders die Bandbreite, Neuheiten und das Potenzial der kleinen Leinwand inspiriert." Deutschland geht ins Rennen um den Preis für den besten internationalen Spielfilm mit "A Regular Woman" (deutscher Titel "Nur eine Frau") von Regisseurin Sherry Hormann und "Roads" von Sebastian Schipper.

UN-Berichtsentwurf: Bis zu eine Million Arten bedroht

Wegen der fortschreitenden Umweltzerstörung sind laut dem Entwurf eines UN-Berichts bis zu eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Viele dieser 500.000 bis eine Million Arten drohten "in den kommenden Jahrzehnten" zu verschwinden, heißt in dem Entwurf des Berichts zur weltweiten Artenvielfalt, der der Nachrichtenagentur AFP exklusiv vorlag. Den alarmierenden Report will die Zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (IPBES) bei einer am kommenden Montag in Paris beginnenden Konferenz vorstellen.

Über eine Million Euro für Dokumentarfilme

Die Bundesregierung fördert in diesem Jahr Dokumentarfilmvorhaben mit 1,12 Millionen Euro. Aus insgesamt 41 eingereichten Anträgen auf Produktionsförderung wurden von einer Jury acht programmfüllende Filmvorhaben zur Förderung vorgeschlagen, darunter vier Debütfilme, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin mitteilte. Außerdem wurden aus 16 Anträgen auf Stoffentwicklungsförderung vier Filmstoffe ausgewählt. Zu den ausgewählten Filmvorhaben zählen den Angaben zufolge Portraits von außergewöhnlichen Persönlichkeiten wie dem Künstler Christoph Schlingensief, dem Software-Milliardär Alexander Karp und der türkischen Menschenrechtsanwältin Eren Keskin. Weitere Projekte erzählten die Geschichte des Chaos Computer Clubs, spürten den gesellschaftlichen Verwerfungen in der Lausitz nach 1989 nach oder stellten die Frage nach dem richtigen Umgang mit den nach Deutschland zurückgekehrten Wölfen.

20 Millionen Deutsche kaufen Lektüre online

Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland kaufen Bücher, Zeitungen und Zeitschriften einschließlich digitaler Ausgaben über das Internet. Das entspreche 40 Prozent der 50 Millionen Internetnutzer, die Waren oder Dienstleistungen online bestellen, teilte das Statistische Bundesamt anlässlich des Welttages des Buches mit. Die Statistiker bezogen sich dabei auf die Erhebung über die private Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Jahr 2018.

EU: Google & Co müssen mehr gegen Fake News tun

Google, Facebook und Twitter müssen im Vorfeld der Europawahlen im Mai nach Einschätzung der EU-Kommission mehr gegen Falschnachrichten unternehmen. In einigen Bereichen gebe es immer noch Defizite und Standards würden verfehlt, teilte die Kommission in ihrem monatlichen Bericht mit. So müssten etwa die technischen Voraussetzungen zur Auswertung von Datensätzen und Netzwerken verbessert werden. Die Kommission kritisierte zudem, dass Google nicht genug Fortschritte bei problematischer Werbung mache. Auch Twitter sei hinter den Vorgaben zurückgeblieben, weil es keine Details zu seinen Maßnahmen gegen Spam- und Falschkonten bekannt gab. Der Bericht der Kommission umfasst die Maßnahmen der Unternehmen im März. Die Technologiefirmen und Vertreter der Werbebranche hatten sich im Oktober auf eine freiwillige Selbstverpflichtung geeinigt, mit der die Verbreitung von Falschnachrichten eingedämmt werden soll. Auf diese Weise wollten sie gesetzlichen Vorgaben zuvorkommen.

Forscher findet Handschrift von Komponist Carl Loewe

Der Münsteraner Musikwissenschaftler Franz Josef Ratte hat eine bislang unbekannte Handschrift des Komponisten Carl Loewe (1796-1869) entdeckt. In der Diözesanbibliothek Münster seien während einer Projektarbeit zu dessen 150. Todestag vier Kompositionen aufgetaucht, wie das Bistum Münster mitteilte. Darunter habe sich auch eine original Noten-Handschrift Loewes befunden. Zur Vorbereitung eines musikalischen Loewe-Abends in Münster hatte Ratte seit Oktober 2017 umfangreich in der Berliner Staatsbibliothek und im Händel-Haus Halle recherchiert sowie Loewe-Handschriften in digitaler Form aus Stettin und Krakau beschafft. Bei Recherchen im Münsteraner Diözesanarchiv seien ihm Übereinstimmungen im Noten- und Schriftbild mit Loewe-Handschriften aus Berlin, Halle und Krakau aufgefallen. Johann Carl Gottfried Loewe war ein deutscher Chorleiter, Organist und Komponist, der etwa 500 Balladen, 17 Oratorien, sechs Opern und zwei Sinfonien schuf.

US-Presse: Schuldbekenntnis nach Morddrohungen

Nach Morddrohungen gegen Journalisten der US-Zeitung "Boston Globe" will ein angeklagter Mann die Konsequenzen tragen. Robert C. werde sich schuldig bekennen, Reportern im Sommer des vergangenen Jahres mit Erschießung gedroht zu haben, teilte sein Anwalt mit. Hintergrund des Vorfalls war Kritik des "Boston Globe" an US-Präsident Donald Trump und dessen Verbalausfällen gegen Medien. Die Zeitung hatte andere Blätter im gesamten Land aufgerufen, sich gemeinsam gegen Trumps "dreckigen Krieg gegen die freie Presse" zu wehren. Nach dem Aufruf setzte der Angeklagte mehrere Drohanrufe an den "Boston Globe" ab. Am Tag der US-weiten Veröffentlichung Hunderter Leitartikel für Pressefreiheit sagte C. laut Behördenangaben an einen "Globe"-Mitarbeiter gewandt, am Nachmittag werde er Zeitungsangestellten in den Kopf schießen. Anschließend wurden Sicherheitsmaßnahmen und Polizeipräsenz rund um die Bürogebäude der Zeitung erhöht.

Memoiren von Prince sollen Ende Oktober erscheinen

Gut dreieinhalb Jahre nach seinem Tod sollen Ende Oktober die Memoiren des US-Musikers Prince erscheinen. Das kündigte der Verlag Penguin Random House an. In dem Buch "The Beautiful Ones" sind demnach nicht nur von Prince vor seinem Tod selbst verfasste Lebenserinnerungen nachzulesen, sondern auch bislang unbekannte Fotos sowie Aufzeichnungen von Musiktexten zu sehen. Darüber hinaus werden handschriftliche Notizen zu seinem Album "Purple Rain" veröffentlicht, das ihn 1984 weltweit bekannt gemacht hatte. Das Buch hat 288 Seiten und soll am 29. Oktober herauskommen. Der 1958 als Prince Roger Nelson geborene Musiker war am 21. April 2016 in seinem Anwesen Paisley Park nahe Minneapolis an einer Überdosis Schmerzmittel gestorben.

Menschen in aller Welt feiern das Buch

In zahlreichen Ländern wird heute wieder der Welttag des Buches gefeiert. Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilte, beteiligen sich auch in Deutschland tausende Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen an dem Aktionstag. Die Weltkulturorganisation Unesco hatte den 23. April im Jahr 1995 zum "Welttag des Buches und des Urheberrechts" ausgerufen. Das Datum geht auf eine Tradition in Katalonien zurück, wo zum Namenstag des Schutzheiligen Sankt Georg Rosen und Bücher verschenkt werden. Zugleich ist der 23. April der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.

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Fazit

Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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