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Kulturnachrichten

Dienstag, 9. April 2019

Deutscher Computerspielpreis vergeben

In Berlin ist am Abend der Deutsche Computerspielpreis verliehen worden. Als bestes deutsches Spiel wurde „Trüberbrook" ausgezeichnet. Darin schlüpft der Spieler in die Rolle eines Physikers, der in den 60-er Jahren im deutschen Trüberbrook Abenteuer meistern muss. Ihn erwarten Aliens, Parallelwelten und Künstliche Intelligenzen. Stimmung und Dramaturgie von „Trüberbrook" erinnern an TV-Serien wie „Twin-Peaks und „Akte-X. Die Spiellandschaften wurde als Miniaturkulisse gebaut und anschließend digitalisiert. Als bestes Kinderspiel wurde „Laika – die Spur des goldenen Knochens ausgezeichnet. Bestes Jugendspiel ist „Unforeseen Incidents. Hier muss ein Handwerker das Rätsel um einen Virusausbruch in seiner Stadt lösen.Vergeben wird der Deutsche Computerspielpreis seit 2009 von der Bundesregierung und dem game-Verband der deutschen Games-Branche.

Art Cologne wird kleiner

Die größte deutsche Kunstmesse wird dieses Jahr kleiner. Dieses Jahr sind 176 Aussteller dabei, teilte die Koelnmesse mit. Vergangenes Jahr waren es 210. Grund dafür sei aber nicht geringeres Interesse der Galeristen. Nach der Art Cologne 2018 habe Direktor Daniel Hug vielmehr die Entscheidung getroffen, die Messe zu konzentrieren. Es gehe darum, sicherzustellen, dass jeder Besucher auch die Möglichkeit habe, sich jeden Stand anzusehen. Dies sei sowohl für Sammler als auch für die Galeristen zufriedenstellender. Die Art Cologne findet von Donnerstag bis Sonntag statt. Die Art Cologne ist die älteste Kunstmesse der Welt.

Komische Oper holt Regisseur Serebrennikow

Der aus seinem Hausarrest entlassene, russische Regisseur Kirill Serebrennikow soll in Berlin inszenieren. Serebrennikow werde in der nächsten Spielzeit an der Komischen Oper Igor Strawinskys Werk "The Rake's Progress" in Szene setzen, kündigte Intendant Barrie Kosky an. Er habe am Montag Kontakt zu Serebrennikow gehabt, der Regisseur habe sehr froh geklungen. Kosky äußerte sich zuversichtlich, dass Serebrennikow auch ausreisen dürfe. Serebrennikow war überraschend nach rund anderthalb Jahren auf freien Fuß gesetzt worden. Der 49-Jährige darf Moskau aber bisher nicht unerlaubt verlassen. Serebrennikow hatte bereits 2016 an der Komischen Oper Rossinis "Barbier von Sevilla" inszeniert. "Er gehört zur Familie", sagte Kosky. Die russische Justiz wirft Serebrennikow sowie weiteren Angeklagten die Veruntreuung von Fördermitteln vor.

Hahn-Preis für Brasilianische Künstlerin Jac Leirner

Die Gesellschaft für Moderne Kunst am Kölner Museum Ludwig zeichnet Jac Leirner mit dem Wolfgang-Hahn-Preis aus. Die 1961 geborene Künstlerin aus Brasilien ist für Installationen, Collagen und Skulpturen bekannt, die sie aus Alltagsgegenständen zusammensetzt. Anlässlich der Preisverleihung in Köln präsentiert das Museum Ludwig bis Ende Juli Werke Leirners, darunter die Arbeit "Museum Bags", die die Gesellschaft für Moderne Kunst für die Museumssammlung erwirbt. Die großflächige Installation besteht aus bunten Plastiktüten. Leirner gilt als international einflussreiche Konzeptkünstlerin. 1990 und 1997 nahm sie an der Biennale in Venedig teil, 1992 an der Documenta IX in Kassel. Der Preis ist nach dem Sammler Wolfgang Hahn benannt und ist mit 100.000 Euro dotiert. Er beinhaltet unter anderem, dass ein Werk des Preisträgers angekauft wird, das dem Museum Ludwig dann als Dauerleihgabe zur Verfügung steht.

Gebeine von Aborigine zurückgegeben

Das Münchner Museum "Fünf Kontinente" hat im Rahmen einer feierlichen Zeremonie die sterblichen Überreste eines australischen Ureinwohners an dessen Nachfahrengemeinschaft zurückgegeben. Mit dabei waren unter anderem Lynette Wood, die australische Botschafterin in Deutschland, der Älteste der Gimuy Walubara Yidindji people und das Oberhaupt der Community Gudju Gudju Fourmile. Auch die Leiterin des Museums, Uta Werlich und der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) nahmen an der Restitution der mumifizierten Gebeine aus Museumsbeständen teil. Sibler sagte, die Erforschung des Schicksals und die Rückgabe der sterblichen Überreste des Toten aus Far North Queensland könnten zum gegenseitigen Verständnis und zur Aussöhnung der Kulturen beitragen. In den folgenden Tagen soll es auch in anderen deutschen Städten, darunter Stuttgart und Berlin, vergleichbare Zeremonien geben.

Frauenfilmfestival startet in Dortmund

Unter dem Titel "Bilderfallen: Täuschung, Tarnung und Maskerade" beginnt das Internationale Frauenfilmfestival in Dortmund. Bis Sonntag gehören 130 aktuelle und historische Filme, Performances, Konzerte und Gespräche zum Programm. Das Festival wolle Frauen hinter der Kamera und als Regisseurinnen fördern, sagte die neue Leiterin des Festivals Maxa Zoller im Deutschlandfunk Kultur. Ein wichtiges Anliegen sei beim Festival über Frauen, Internationalität und die Klassengesellschaft in Deutschland zu reden, so Zoller. Die Filme stammen aus 32 Ländern und widmen sich unter anderem dem Leben im Ruhrgebiet von den 50er bis 80er Jahren, der deutschen Wiedervereinigung sowie dem zunehmendem Rechtsextremismus in der Bundesrepublik.

Deutlicher Anstieg der Beschwerden beim Presserat

Nach dem heute in Berlin veröffentlichten Bericht ist die Zahl der Beschwerden beim Presserat 2018 deutlich gestiegen. Rund 2000 Leser hätten sich an die Freiwillige Selbstkontrolle der Presse gewandt. Dies sei der zweithöchste Stand in der Geschichte des Presserats. Nur 2015 habe es 20 Prozent mehr Beschwerden gegeben, teilte das Gremium mit. Als Konsequenz habe der Presserat 28 Rügen an Medien bzw. Medienschaffende erteilt, zumeist wegen Verletzungen des Persönlichkeits- und Opferschutzes. Viele Beschwerden hätten einen medienkritischer Unterton, zudem habe es zahlreiche Beschwerden zu politisch brisanten Themen wie Migration und Rechtspopulismus gegeben. Ein deutlicher Rückgang ist bei der Anzeige von Herkunftsnennungen von Straftätern zu verzeichnen - 30 Leser hätten sich diesbezüglich beschwert - ein Rückgang um 30 Prozent im Vergleich zu 2017.

Auch kein Schmidt-Rottluff im Kanzleramt

Nach der Rückgabe zweier Gemälde von Emil Nolde will Kanzlerin Merkel nun auch keine Werke des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff im Kanzleramt zeigen. Wie der Deutschlandfunk berichtet, hat Merkel Abstand davon genommen, nachdem auch von Schmidt-Rottluff antisemitische Zitate bekannt geworden waren. Bei  Recherchen zu zwei Ausstellungen über Nolde und die Künstlergruppe "Die Brücke" hatte die Kunsthistorikerin Aya Soika entsprechende Äußerungen in Briefen Schmidt-Rottluffs gefunden. Demnach nannte Schmidt-Rottluff während des Ersten Weltkriegs die Briten ein "Volk, das vollkommen durch die Juden verseucht ist". Über Nolde, von dem noch bis vor wenigen Tagen zwei Gemälde im Kanzleramt hingen, ist seit längerem bekannt, dass er bis 1945 Anhänger des Nationalsozialismus war – obwohl seine Bilder als "entartet" galten und von den Nazis aus deutschen Museen entfernt wurden.

Madonna tritt beim ESC-Finale in Tel Aviv auf

US-Superstar Madonna tritt außer Konkurrenz beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv auf. Die Sängerin werde am 18. Mai zwei Titel darbieten, darunter einen noch unveröffentlichten ihres nächsten Albums, teilte der Produzent Live Nation Israel am Montag auf seiner Facebook-Seite mit. Eine Bestätigung der Europäischen Rundfunkunion lag zunächst nicht vor. Der ESC findet in diesem Jahr zum 64. Mal statt. Nach dem Sieg der Israelin Netta Barzilai im vergangenen Jahr in Portugal ist Tel Aviv diesmal Gastgeber des Musikerwettstreits.

Seymour Cassel mit 84 Jahren gestorben

Der US-amerikanische Schauspieler Seymour Cassel ist tot. Er sei am Sonntag in Los Angeles an Alzheimer gestorben, teilte sein Sohn Matt dem US-Branchenblatt "Hollywood Reporter" mit. Der Charakterdarsteller wurde 84 Jahre alt und hatte im Laufe seiner Karriere häufig mit den Regisseuren John Cassavetes und Wes Anderson gearbeitet. Cassavetes holte ihn unter anderem für sein Regiedebüt "Schatten" (1959) vor die Kamera. Seine Nebenrolle im Cassavetes-Drama "Gesichter" brachte Cassel eine Oscar-Nominierung ein. Unter der Regie von Anderson wirkte der Schauspieler unter anderem in "Rushmore" (1998) und "Die Tiefseetaucher" (2004) mit. Cassel, der auch in zahlreichen Independent-Filmen spielte, ist Namenspate für einen Filmpreis beim Internationalen Filmfest Oldenburg. Seit 2012 wird dort der "Seymour Cassel"-Ehrenpreis an einen Darsteller vergeben.

Bühnenstreit in Halle spitzt sich zu

Der Geschäftsführer der Theater Oper und Orchester GmbH Halle, Stefan Rosinski, meldet sich in einem Offenen Brief zu Wort. Darin weist er die Vorwürfe zurück, die das Ensemble des Neuen Theaters und Thalia Theaters heute ebenfalls in einem Offenen Brief zur - so wörtlich - "Betriebsklimakatastrophe" veröffentlicht hat. Darin stellt sich das Ensemble hinter ihren Theaterintendanten Matthias Brenner, der Rosinski vor einigen Tagen Mobbing vorgeworfen hatte. Das Ensemble zeigt sich – so wörtlich - massiv irritiert über das destruktive Potenzial der Geschäftsführung und appelliert an den Deutschen Bühnenverein, im Streit zu vermitteln. Rosinski wiederum zeigt sich in seinem Offenen Brief davon irritiert, dass nicht das direkte Gespräch mit ihm gesucht wurde. Zu diesem sei er aber weiter bereit.

"Tagesspiegel"-Korrespondent zurück in der Türkei

Der Türkei-Korrespondent des Berliner "Tagesspiegels", Thomas Seibert, ist vier Wochen nach seiner erzwungenen Ausreise wieder zurück in Istanbul. Seibert hatte die Türkei am 10. März gemeinsam mit dem ZDF-Korrespondent Jörg Brase verlassen, nachdem die Akkreditierungsanträge der beiden Journalisten ohne Angabe von Gründen zurückgewiesen worden waren. Brase erhielt allerdings schon wenige Tage später doch wieder eine Arbeitserlaubnis und konnte nach Istanbul zurückkehren. Der Entzug der Akkreditierungen hatte scharfe Proteste hervorgerufen. Die Bundesregierung hatte die Türkei wiederholt zur Rücknahme der Entscheidungen aufgefordert. "Ich freue mich, dass alle Missverständnisse nun ausgeräumt sind", erklärte Seibert am Montag. Er berichtet seit 1997 aus der Türkei. "Reporter ohne Grenzen" begrüßte die Entscheidung der türkischen Behörden, auch Seibert wieder ins Land zu lassen. Auf der Rangliste der Pressefreiheit der Journalistenorganisation steht das Land auf Platz 157 von 180 Staaten.

Tiananmen-Museum in Hongkong verwüstet

Ein umstrittenes Museum zum Gedenken an das Pekinger Tiananmen-Massaker ist in Hongkong verwüstet worden. Das Museum, das von der Hongkonger Allianz zur Unterstützung Patriotischer Demokratischer Bewegungen in China betrieben wird, war 2016 vorübergehend geschlossen worden und soll Ende April an einem neuen Standort wieder eröffnet werden. Unbekannte hätten Steckdosen in dem Gebäude mit Wasser beschädigt und Einrichtungsstücke zerstört, teilte die Polizei mit. Medienberichten zufolge wird vermutet, dass die Täter die Eröffnung des Museums verhindern wollten. In China ist das Thema um das Massaker von 1989 auf Pekings Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) tabu, im autonomen Hongkong herrscht dagegen Meinungsfreiheit. 1989 hatten sich auf dem Platz wochenlang Demonstranten versammelt und politische Reformen gefordert. Am 4. Juni 1989 schoss das Militär auf die Demonstranten. Forscher schätzen, dass bis zu 3000 Menschen getötet wurden. Tausende Demonstranten landeten in Gefängnissen oder Arbeitslagern.

Ermittlungen gegen ZPS-Künstler werden eingestellt

Die Ermittlungen gegen die Künstlergruppe "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung werden eingestellt. Der ermittelnde Staatsanwalt in Gera solle mit anderen Aufgaben betraut werden, teilte das Justizministerium nach einem Treffen von Justizminister Dieter Lauinger (Grüne), dem Thüringer Generalstaatsanwalt und der Leitung der Staatsanwaltschaft Gera mit. Dies erfolge auf Wunsch des Juristen. Zudem soll der für das Verfahren zuständige Staatsanwalt nicht mehr als Pressesprecher der Behörde tätig sein. Mehrere Medien hatten dem Staatsanwalt einseitige Ermittlungen vorgeworfen. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Gera seit November 2017 gegen die ZPS-Künstler wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Hintergrund ist die Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals, die die Gruppe nahe des Wohnhauses von AfD-Landeschef Björn Höcke aufgestellt hatte.

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