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Montag, 19.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 6. April 2019

Pflichtbesuche für Lehrer in KZ-Gedenkstätten?

Kulturstaatsministerin Monika Grütters spricht sich für Pflichtbesuche von Lehrern in KZ-Gedenkstätten aus. "Gedenkstätten sind authentische und eindrucksvolle Orte für eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". Um Kinder und Jugendliche gut darauf vorzubereiten, seien Lehrerinnen und Lehrer der Geschichte und anderer Geisteswissenschaften ganz wichtige Vermittler: "Der Besuch in einer Gedenkstätte sollte für sie verpflichtender Teil der Lehrerausbildung werden."

Weimar feiert Bauhaus-Museumseröffnung als Volksfest

Das neue Bauhaus-Museum in Weimar hat bereits innerhalb der ersten 24 Stunden seiner Eröffnung mehrere tausend Besucher angezogen. "Wir sind schlichtweg begeistert, es ist ein grandioses Fest", sagte ein Sprecher der Klassik Stiftung Weimar. Vor dem Eingang zum Museum und Neuen Museum bildeten sich lange Schlangen; beide Museen konnten am Wochenende kostenlos besucht werden. Das neue Bauhaus-Museum Weimar eröffnete am Freitagabend mit der Dauerausstellung "Das Bauhaus kommt aus Weimar". Das Festwochenende mit Kulturprogramm und einem Basar endet am Sonntagabend. Am Samstag sind die Museen bis Mitternacht geöffnet.

Keine Entscheidung über neue Bilder fürs Kanzleramt

Nach der Rückgabe von Gemälden des NS-belasteten Malers Emil Nolde aus den Arbeitsräumen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stehen nun die bereits als Ersatz genannten Arbeiten des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff wieder in Frage. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird erneut über mögliche Leihgaben verhandelt. "Es ist noch keine definitive Entscheidung gefallen, welche Kunstwerke im Amtszimmer der Kanzlerin künftig hängen werden", hieß es dazu bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Leihgeberin. Nolde (1867-1956) wurde von den Nazis als "entarteter Künstler" diffamiert. Gleichzeitig war der Maler NS-Parteimitglied und nach Auffassung von Kunsthistorikern ein Antisemit, Rassist und überzeugter Nationalsozialist. Von Schmidt-Rottluff (1884-1976) sind antisemitische Äußerungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs bekannt.

Diskutierte Michael-Jackson-Doku läuft im deutschen TV

Im Januar war die Dokumentation "Leaving Neverland" erstmals auf einem Filmfestival zu sehen. In dem vierstündigen Film berichten James Safechuck (40) und Wade Robson (36), wie sie Michael Jackson vor rund 30 Jahren begegneten und mit ihren Familien aufs Anwesen des Megastars zogen. Sie werfen ihm jahrelangen sexuellen Missbrauch vor, teils in drastisch-detaillierten Schilderungen. Seit der US-Ausstrahlung des Films Anfang März bei HBO hat Jacksons Ansehen weltweit massiv gelitten. Die Nachlassverwalter des Sängers verklagten HBO auf 100 Millionen Dollar Schadenersatz. Im Zuge der Diskussionen um die Doku geriet unter anderem auch die Bonner Bundeskunsthalle unter Druck, die derzeit eine Ausstellung zu Jacksons Einfluss auf die bildende Kunst zeigt. Heute können sich deutsche TV-Zuschauer nun ein Bild machen: Zur Hauptsendezeit ist "Leaving Neverland" bei ProSieben zu sehen.

Sänger von Iron Maiden wird Ehrenbürger von Sarajevo

Der Sänger von Iron Maiden, Bruce Dickinson, wurde zum Ehrenbürger von Sarajevo ernannt. Grund der Auszeichnung ist ein Konzert, das Dickinson während der Belagerung der Stadt im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 gab. "Die Ankunft von Herrn Dickinson in Sarajevo 1994 war einer der Momente, der uns verstehen ließ, dass wir überleben werden, dass Sarajevo überleben wird, dass Bosnien-Herzegowina überleben wird", sagte Bürgermeister Abdulah Skaka bei der Zeremonie. Dickinson bezeichnete die Auszeichnung als große Ehre. "In einer Welt, in der manche Sachen nur fünf Sekunden etwas in den sozialen Netzwerken gelten ... erinnern sich die Menschen noch immer daran. Das ist etwas Besonderes", sagte er mit Blick auf sein Konzert.

Usedomer Literaturpreis für Jenny Erpenbeck

Die Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck hat im Ostseebad Ahlbeck den mit 5.000 Euro dotierten Usedomer Literaturpreis 2019 erhalten. Die Autorin sei eine "mutige und authentische Stimme der deutschen Gegenwartsliteratur", heißt es in der Begründung der Jury. Sie betreibe unermüdlich Seelenforschung deutscher Identitäten und lege dabei "Schichten historischer Erfahrungen frei". Hervor hob die Jury Erpenbecks Romane "Heimsuchung" zur wechselvollen Geschichte eines Ortes in der Mark Brandenburg und "Gehen, ging, gegangen" zu afrikanischen Flüchtlingen in Berlin. Die Auszeichnung ist mit einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf der deutsch-polnischen Insel Usedom verbunden.

Expertenkommission fordert Beschwerdestelle

Nach dem Skandal um sexuelle Übergriffe an der Hochschule für Musik und Theater in München sieht eine Expertenkommission noch Verbesserungsbedarf. Die Hochschule sei schon auf einem guten Weg, es müsse aber noch deutlicher werden, dass das Aufdecken von Sexualdelikten und sexueller Belästigungen kein Verrat sei, sondern ein Akt der Befreiung, erklärte Hildegund Holzheid, Vorsitzende des Gutachtergremiums und ehemalige Präsidentin des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs. Sie forderte eine unabhängige Stelle, an die sich Betroffene wenden können, wenn sie einen Vorfall melden wollen. Zudem soll es mehr weibliche Professoren geben. Derzeit liegt ihr Anteil bei gerade 25 Prozent. "Ein Ort des Lernens muss ein Ort des Vertrauens sein. Niemand soll sich vor Übergriffen oder Machtmissbrauch fürchten müssen", sagte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU). Hochschulpräsident Bernd Redmann kündigte an, die Ergebnisse des Gutachtens in den kommenden Wochen eingehend zu prüfen.

Grimme-Preise unter anderem für Arte und Amazon

In Marl sind am Freitagabend wieder die Grimme-Preise verliehen worden. In den vier Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur sowie Kinder und Jugend wurden insgesamt 16 Auszeichnungen vergeben. Mit Amazon Prime Video erhielt in diesem Jahr erneut ein US-Streamingdienst einen Grimme-Preis. Amazon wurde für seine deutsche Thriller-Serie "Beat" ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr hatte bereits Netflix für "Dark" einen der renommierten Fernsehpreise gewonnen. Die besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) überreichte DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dem deutsch-französischen Fernsehsender Arte. Zu den Gewinnern des Abends zählten auch der Moderator Jan Böhmermann, die Schauspielerin Maren Kroymann, "Weltspiegel"-Moderatorin Isabel Schayani und der Comedian Luke Mockridge. Der undotierte Grimme-Preis wird seit 1964 vergeben und gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis.

Amal Clooney Sonderbotschafterin für Pressefreiheit

Großbritannien hat die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney zur Sonderbotschafterin für Pressefreiheit ernannt. Die Arbeit von Journalisten sei noch nie gefährlicher gewesen als heute, sagte Clooney anlässlich ihrer Ernennung. Sie soll ein neues Gremium von Rechtsexperten leiten, das die britische Regierung beraten wird. Ziel ist es, andere Länder zu mehr Transparenz und einem besseren Schutz von Journalisten zu bewegen. In den vergangenen fünf Jahren seien so viele Journalisten wie noch nie seit 30 Jahren inhaftiert worden, sagte Clooney am Rande des G7-Außenministertreffens im französischen Dinard. Der britische Außenminister Jeremy Hunt erklärte, demokratische Länder müssten zusammen daran arbeiten, die Festnahme von "Journalisten, die ihren Job machen" zu einem weltweiten Tabu zu machen.

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