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Kulturnachrichten

Samstag, 7. April 2018

Historiker Reinhard Rürup gestorben

Rürup galt als einer der wichtigsten deutschen Forscher zur NS-Geschichte

Der Historiker Reinhard Rürup ist tot. Das meldet der Tagesspiegel und beruft sich dabei auf das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin. Demnach starb Rürup am Freitag im Alter von 83 Jahren im Kreis seiner Familie. Er galt als einer der wichtigsten deutschen Forscher zur NS-Geschichte. Von 1989 bis 2004 leitete Rürup die Gedenkstätte „Topographie des Terrors“ in Berlin. Von 1975 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 hatte er den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin inne. Seit 2002 war er Mitglied in der Limbach-Kommission für Raubkunst-Streitfälle. 2010 erhielt Rürup für seine zahlreichen Ehrenämter den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Bollywood-Star Khan gegen Kaution wieder frei

Indischer Schauspieler soll Jagd auf seltene Antilope gemacht haben

Nach zwei Nächten im Gefängnis kommt der indische Filmstar Salman Khan gegen Kaution frei. Ein Richter habe die vorübergehende Freilassung des 52-Jährigen gegen Zahlung von 50.000 Rupien (etwa 630 Euro) verfügt.
Khan war am Donnerstag wegen der Jagd auf eine seltene Antilopenart zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Khans Anwälte gingen umgehend in Berufung, der nächste Gerichtstermin ist am 7. Mai. Salman Khan hatte in dem Prozess auf nicht schuldig plädiert. Seine Anwälte hatten argumentiert, die Hirschziegenantilope sei eines natürlichen Todes gestorben. Der Rechtsstreit um die Gazellenjagd läuft schon seit Jahren. Khan ist einer der erfolgreichsten Schauspieler Indiens. Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins "Forbes" verdiente der muskelbepackte Darsteller 2017 insgesamt 37 Millionen Dollar (30 Millionen Euro) und landete damit im Bollywood-Ranking hinter Superstar Shah Rukh Khan auf Platz zwei. Damit gehörte Salman Khan auch zu den bestbezahlten Schauspielern weltweit.

Rücktritt: Schwedische Akademie verliert drei Mitglieder

Klage über "Riss" im Wahlgremium der Literaturnobelpreisträger

Nach einem Skandal um sexuelle Übergriffe an der renommierten Schwedischen Akademie hat die Einrichtung, die auch für die Auswahl der Literaturnobelpreisträger zuständig ist, drei prominente Mitglieder verloren. Aus Protest erklärten Peter Englund, Klas Ostergren und Kjell Espmark am Freitag ihre Rücktritte. Zuletzt sei der "Riss" in dem Gremium "weiter gewachsen", begründete Englund den Schritt in einem Brief an die Zeitung "Aftonbladet". Die drei Akademiemitglieder reagierten damit nach einem knappen halben Jahr auf Enthüllungen der Zeitung "Dagens Nyheter", wonach ein der Akademie nahestehender hochrangiger Kulturfunktionär über Jahre hinweg 18 weibliche Mitglieder der Akademie, Frauen oder Töchter von Akademiemitgliedern und Mitarbeiterinnen belästigt oder missbraucht haben soll. Die Akademie kappte daraufhin alle Beziehungen zu dem Mann. Englund, Ostergren und Espmark hatten sich nach einem regulären Treffen der Akademie am Donnerstag in Stockholm zu ihrem Rückzug entschlossen. Die drei Männer sind auf Lebenszeit Mitglieder der Akademie, formell ist ein Rücktritt nicht möglich. Allerdings können sie nicht zur Teilnahme an Zusammenkünften gezwungen werden.

Regisseurin Emily Atef für Frauenquote

"Ohne Quote dauert es noch 100 Jahre"

Die Regisseurin Emily Atef ("3 Tage in Quibéron") macht sich für eine Frauenquote im Filmgeschäft stark. "Wir verschenken einen ungeheuren Reichtum, inhaltlich, aber auch wirtschaftlich", sagte die 44-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Kinofilme würden in Deutschland zu 80 Prozent von Männern inszeniert. Es liege nicht an der Ausbildung, aber nach dem Erstling gehe es für Frauen nicht weiter: "Wir machen einen Film, vielleicht zwei, und danach sind wir nicht mehr zu sehen", sagte Atef. "Meine Agentin gehört zu den besten ihres Fachs; sie konnte es erst nicht glauben, aber irgendwann hat sie auch gesagt: Ich kriege meine Frauen nicht durch. Ohne Quote dauert es noch 100 Jahre." Atefs neuer Film "3 Tage in Quibéron" über die berühmte Schauspielerin Romy Schneider in der Spätphase ihres Lebens, ist derzeit im Kino zu sehen und großer Favorit beim Deutschen Filmpreis.

Syrischer Flüchtling plant neue Klage gegen Facebook

Im vergangenen Jahr war er vor dem Landgericht Würzburg gescheitert

Der syrische Flüchtling Anas Modamani will den Internetkonzern Facebook einem Bericht zufolge erneut verklagen. Der 21-Jährige wolle erreichen, dass manipulierte Versionen seines Handy-Fotos mit Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem sozialen Netzwerk gelöscht werden, berichtet der "Focus" unter Berufung auf Modamani und dessen Würzburger Anwalt Chan-jo Jun. Internetnutzer hatten das Selfie aus dem Jahr 2015 verfremdet und den Flüchtling als Terroristen und Straftäter verleumdet. Modamani war durch das Foto bundesweit bekanntgeworden. In einem ersten Verfahren gegen Facebook war Modamani im März vergangenen Jahres vor dem Landgericht Würzburg gescheitert. Anschließend hatte er ankündigt, keine weiteren juristischen Schritte gegen den Netzwerkkonzern unternehmen zu wollen. Nun sagte er dem "Focus": "Ich will weitermachen und nicht aufgeben. Mein Ziel ist es, dass Facebook die verleumderischen Fotos löschen muss."

Getöteter palästinensischer Journalist beigesetzt

Israelisches Militär kündigt Untersuchung des Falls an

Nach den neuerlichen blutigen Unruhen an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel ist ein dabei getöteter Journalist beigesetzt worden. Hunderte kamen zum Begräbnis für Jasser Murtadscha, der am Freitag bei Filmaufnahmen erschossen worden war. Neben ihm hatten israelische Soldaten noch mindestens acht weitere Palästinenser erschossen, fast 500 wurden verletzt. Am Freitag zuvor waren 16 Tote gezählt worden. Die im Gazastreifen regierende Hamas hatte zu mehrwöchigen Demonstrationen aufgerufen, um zum 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung am 15. Mai ein Zeichen zu setzen. Einige Palästinenser warfen dabei Steine auf israelische Soldaten und setzten Reifen in Brand, um ihnen die Sicht zu nehmen. Auch die Gegend, aus der Murtadscha berichtete, war in dichten schwarzen Rauch gehüllt, als er getroffen wurde. Das israelische Militär kündigte eine Untersuchung des Todesfalles an.

Eifel-Literatur-Festival hat begonnen

Auch Literatur-Nobelpreisträgerin Alexijewitsch wird erwartet

In Wittlich hat das 13. Eifel-Literatur-Festival begonnen. Mit mehr als 14.000 erwarteten Besuchern ist es das größte Literaturfestival in Rheinland Pfalz. Eröffnet wurde es am Freitagabend mit einer Lesung des Thriller-Autors Sebastian Fitzek. Bis Ende Oktober stehen mehr als 20 renommierte Schriftsteller auf dem Programm, unter anderen Charlotte Link und die Nobelpreisträgerin für Literatur von 2015, Swetlana Alexijewitsch. Die Literaturreihe findet alle zwei Jahre statt, das Budget beläuft sich auf rund 300.000 Euro.

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