Montag, 19.08.2019
 

Kulturnachrichten

Freitag, 6. April 2018

Chef der Kurzfilmtage kritisiert Filmförderung

Lars Henrik Gass: Deutsches Fördersystem produziert nur Mittelmaß

Der Leiter der renommierten Oberhausener Kurzfilmtage fordert einen "Systemwandel" in der deutschen Filmförderung. Insbesondere der inhaltliche Einfluss der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten auf die Filmproduktion müsse zurückgedrängt werden, erklärte Lars Henrik Gass auf einem Kongress in Frankfurt. Die gegenwärtige Förderpraxis erziele weder herausragende wirtschaftliche noch herausragende künstlerische Erfolge. Verantwortlich dafür sei ein Konstruktionsfehler der Filmförderung. Um europarechtliche Vorgaben zu erfüllen, müsse die Filmförderung auch kulturelle Zwecke erfüllen. Gleichzeitig habe das Filmfördergesetz aber vorrangig wirtschaftliche Ziele zu verfolgen, um in Deutschland verfassungskonform zu sein. Deshalb diene die Kultur nur als Verkleidung für eine am Massengeschmack ausgerichtete Förderung.

Trump nimmt wieder nicht an Medien-Galadinner teil

Trumps Sprecherin Sarah Sanders wird die Regierung vertreten

US-Präsident Donald Trump wird auch in diesem Jahr nicht an dem traditionsreichen Medien-Galadinner teilnehmen. Die Vereinigung der im Weißen Haus akkreditierten Korrespondenten teilte am Freitag mit, die Galaveranstaltung am 28. April in Washington werde wie im Vorjahr ohne den Präsidenten stattfinden. Trumps Verhältnis zu den allermeisten Medien ist sehr schlecht. Der Präsident werde Mitglieder seiner Regierung aber "aktiv darin unterstützen", an dem Abendessen teilzunehmen, erklärte die White House Correspondents Association. Trumps Sprecherin Sarah Sanders werde die Regierung am Ehrentisch vertreten.

Grütters: Aufklärung des kolonialen Erbes vorantreiben

Kulturstaatsministerin will dazu mit Frankreich zusammenarbeiten

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will in ihrer zweiten Amtszeit die Aufklärung des kolonialen Erbes in den Museen vorantreiben. Bei ihrer ersten Auslandsreise nach der Wahl kündigte sie dazu in Paris auch eine Zusammenarbeit mit Frankreich an, wie ihr Haus mitteilte. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte sich vor wenigen Monaten überraschend bereiterklärt, Kunstschätze aus den früheren Kolonien in Afrika an die Herkunftsländer zurückzugeben. Grütters traf zu dem Thema den außenpolitischen Berater Philippe Etienne und die Kulturberaterin Claudia Ferrazzi im Élysée-Palast. Als Mitglied der deutschen Delegation nahm an diesem Gespräch zudem die Kunsthistorikerin Prof. Bénédicte Savoy von der TU Berlin teil, die zur Beraterin Macrons für diese Fragen ernannt wurde. Sie sei auch für Grütters eine wichtige Impulsgeberin, hieß es.

Produktion von Deutschlandfunk Kultur gewinnt Preis

Auszeichnung für innovative crossmediale Sendeformate verliehen

Radio Bremen und die Bremische Landesmedienanstalt haben zum sechsten Mal die Preise für die innovativsten crossmedialen Sendeformate verliehen. In der Sparte Hörfunk ging der Preis an das Deutschlandfunk Kultur-Feature "Zur Herstellung der Aussagebereitschaft". Die Produktion habe die inhaltliche Verknüpfung von Virtual Reality und Original-Audio-Material genutzt, um die Techniken der "operationellen Psychologie", die als Stasi-Verhörmethode genutzt wurde, subjektiv, interaktiv und dadurch besonders eindrucksvoll erlebbar zu machen, befand die Jury. In der Kategorie TV wurde die ARD-Sendung "Weltspiegel" ausgezeichnet. Den Preis in der Sparte Online erhielt RTL II für "Die RTL-II-Wahlparty powered by facebook". Insgesamt gab es rund 60 Einreichungen privater und öffentlicher Rundfunksender.

Neuer "Star Wars"-Film feiert in Cannes Premiere

"Solo: A Star Wars Story" zeigt den jungen Han Solo

Der neue Film aus der Kinoreihe "Star Wars" wird im Mai beim Filmfestival in Cannes seine Weltpremiere feiern. "Solo: A Star Wars Story" über den Weltraumhelden Han Solo solle außerhalb des Wettbewerbs gezeigt werden, teilte das Festival am Freitag mit. In der "Star Wars"-Auskopplung geht es um das Leben des jungen Han Solo, bevor er Luke Skywalker traf. Regie führt Ron Howard. Alden Ehrenreich spielt den jungen Schmuggler Han Solo, auch "Game of Thrones"-Star Emilia Clarke, Woody Harrelson und Paul Bettany sind dabei. Das genaue Premieren-Datum wurde vom Festival nicht genannt, laut "Hollywood Reporter" ist es der 15. Mai.

Cecil Taylor ist tot

Vom Tellerwäscher in den Olymp des Free Jazz

Cecil Taylor, einer der Pioniere des Free Jazz, ist tot. Er starb gestern im Alter von 89 Jahren. Der Pianist entwickelte einen komplett eigenen Stil, clusterbasiert und enorm rhythmisch. Das Klavier sei für ihn ein Schlagzeug mit 88 verschieden gestimmten Trommeln, sagte er einmal. Der Weg in den Olymp der frei improvisierten Musik war allerdings lang - obwohl Taylor schon mit fünf Jahren mit dem Klavierspielen begann und später Komposition und Harmonielehre studierte, musste er sich zeitweise als Tellerwäscher sein Geld verdienen. Das änderte sich später, er spielte mit den großen Namen wie John Coltrane oder Archie Shepp.

Farid Bang und Kollegah bleiben für Echo nominiert

Ethikbeirat: "Künstlerische Freiheit nicht wesentlich übertreten"

Die wegen einer Textzeile scharf kritisierten Rapper Farid Bang und Kollegah bleiben für den Musikpreis Echo nominiert. Wie der Bundesverband Musikindustrie mitteilte, entschied das der unabhängige Ethikbeirat mehrheitlich. In dem fraglichen Song werde die künstlerische Freiheit nicht so wesentlich übertreten, dass ein Ausschluss der beiden Musiker gerechtfertigt wäre, hieß es. Allerdings handele es sich um einen Grenzfall. Die Echos werden am kommenden Donnerstag in Berlin verliehen. Die umstrittene Textzeile lautet: "Mein Körper definierter als vom Auschwitzinsassen".

Französischer Chansonnier Jacques Higelin gestorben

Multitalent wurde mit sozialkritischen Liedern bekannt

Der französische Chansonnier Jacques Higelin ist tot: Der Sänger sozialkritischer Lieder starb im Alter von 77 Jahren in Paris, wie seine Familie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Higelin wurde ab Mitte der 60er Jahre als Schauspieler und Liedermacher bekannt. Er galt als Multitalent, das mühelos zwischen Klavier, Akkordeon und Gitarre wechselte und in rund 30 Kinofilmen mitspielte. In seinen Liedern thematisierte Higelin mit seiner charakteristischen rauen Stimme immer wieder die wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Menschen oder das Schicksal von Obdachlosen und Flüchtlingen. Bis zu seinem Lebensende veröffentlichte er rund 20 Alben. Sein letztes, "Higelin 75", brachte er zu seinem 75. Geburtstag im Herbst 2016 heraus.

Tanztheater Pina Bausch mit neuen Choreographen

Dimitris Papaioannou und Alan Lucien Øyen inszenieren in Wuppertal

Neun Jahre nach dem Tod der Choreographin Pina Bausch probt das nach ihr benannte Tanztheater erstmals abendfüllende Arbeiten anderer Künstler. Derzeit studiere das 36-köpfige Ensemble mit zwei Gastchoreographen neue Stücke ein, erklärte das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Die Inszenierung des Griechen Dimitris Papaioannou wird am 12. Mai im Opernhaus Wuppertal uraufgeführt. Am 2. Juni folgt eine Arbeit des Norwegers Alan Lucien Øyen. Jeder Tänzer wirkt in einem der beiden Stücke mit, die dann fest ins Repertoire aufgenommen werden sollen.

Ferry Ahrlé gestorben

Der Maler, Zeichner und Autor wurde 93 Jahre alt

Der Künstler Ferry Ahrlé ist tot. Nach Angaben seiner Agentur starb der Frankfurter Maler, Zeichner und Autor bereits am Mittwoch im Alter von 93 Jahren. Bekannt wurde er vor allem durch seine gegenständlichen Arbeiten, in denen er Literatur von Johann Wolfgang von Goethe, E. T. A. Hoffmann oder Christian Morgenstern aufgriff. In den 1950er Jahren gestaltete er die Plakate zu Filmen von Roman Polanski und Federico Fellini. Im Jahr 2004 wurde er mit der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Ahrlé lebte zuletzt in seiner Geburtsstadt Frankfurt. Hessens Kulturminister Boris Rhein (CDU) würdigte den Künstler als ein "kreatives Genie".

Elvis-Porträt für 30 Millionen Dollar?

"Double Elvis (Ferus Type)" von Andy Warhol wird versteigert

Ein Gemälde Andy Warhols von Elvis Presley könnte bei einer geplanten Auktion bis zu 30 Millionen Dollar einbringen. Das Werk "Double Elvis (Ferus Type)" soll am 17. Mai bei Christie's in New York unter den Hammer kommen. Es zeigt den "King of Rock 'n' Roll" beim Hüftschwung mit einem Revolver in der Hand - die Szene ist dem Westernstreifen "Flaming Star" von 1960 nachempfunden. Das in schwarz-silber gehaltene Gemälde ist das einzige Vollporträt, das Warhol schuf. Einen Schätzwert von ebenfalls 30 Millionen Dollar hat auch ein Foto aus einer Bilderserie, das der Pop-Art-Künstler für die New Yorker Weltausstellung 1964 kreierte. Es soll auch versteigert werden, außerdem Warhols Werk "Most Wanted Men no. 11, John Joseph H. Jr."

Schöpfer des "Heidi"-Zeichentricks gestorben

Japanischer Regisseur wurde auch für Oscar nominiert

Der japanische Filmregisseur Isao Takahata, Schöpfer der "Heidi"-Zeichentrickserie aus den 1970er Jahren, ist tot. Er sei gestern in einem Krankenhaus in Tokio an Lungenkrebs gestorben, teilte das Animationsstudio Ghibli mit, das er einst mitgegründet hatte. Er wurde 82 Jahre alt. Das Studio Ghibli war 1985 von Takahata mit dem Ziel ins Leben gerufen worden, ein japanisches Disney zu schaffen. Sein letzter Film, "Die Legende der Prinzessin Kaguya", war 2015 als bester Animationsfilm für einen Oscar nominiert worden.

Schulz erhält Portugals Freiheitsorden

SPD-Politiker für Verteidigung ziviler Werte geehrt

Der langjährige Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, hat für seine europäischen Verdienste den höchsten Orden Portugals erhalten. In Lissabon wurde ihm gestern von Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa das Große Kreuz des Freiheitsordens verliehen - für die Verteidigung ziviler Werte und der europäischen Freiheit. "Diese Ehrung bedeutet mir sehr viel", sagte der 62-Jährige. Schulz hatte sich dafür eingesetzt, dass die Sparauflagen für das hoch verschuldete Portugal in der Euro-Krise nicht zu hart ausfielen.

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