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Kulturnachrichten

Samstag, 29. April 2017

51. Art Cologne zieht Bilanz

52 000 Besucher und 2000 Künstler waren in diesem Jahr in Köln

Gestern war der letzte Messetag, jetzt ziehen die Veranstalter der Art Cologne Bilanz: 52 000 Besucher haben seit dem 25. April die Werke von 2000 Künstlern angeschaut. 200 Galeristen aus 28 Ländern zeigten in Köln Bilder und Skulpturen der klassischer Moderne, Nachkriegskunst und zeitgenössischer Kunst. Dass die Zahlen von 2016 (60 000 Besucher) nicht erreicht wurden, sei keine Schmach, sagte ein Sprecher, schließlich habe es sich letztes Jahr um die Jubiläumsausgabe gehandelt.

Performancepionier Vito Acconci gestorben

Der US-amerikanische Performance- und Installationskünstler wurde 77 Jahre alt

Vito Acconci ist gestern im Alter von 77 Jahren in New York gestorben. Das teilte das Kunstmagazin "Monopol" unter Berufung auf Acconcis Studio mit. Geboren 1940, studierte Acconci ursprünglich Literatur, ab den späten 1960er-Jahren entwickelte sich seine Kunst in Richtung Performance und Videokunst. Seine bekannteste Arbeit aus dieser frühen Zeit ist "Seedbed" von 1972. Dabei legte sich Acconci unter einen Holzboden und masturbierte, während er den Besuchern über ihm per Lautsprecher seine Fantasien mitteilte. Später experimentierte der Künstler mit Medienkunst im öffentlichen Raum. Zeitlebens lehrte Acconci auch an verschiedenen Instituionen, z.B. dem California Institute of the Arts. 2013 wurde er in die traditionsreiche Künstlervereinigung National Academy gewählt.

Türkei blockiert Wikipedia

Internet-Beobachtergruppe entdeckte die Sperrung

Die türkischen Behörden haben heute Morgen den Zugang zur Online-Enzyklopädie Wikipedia gesperrt. Betroffen waren alle Sprachausgaben. Das teilte die Internet-Beobachtergruppe "Turkey Blocks" auf ihrer Internetseite mit. Die staatliche Netzagentur BTK begründete die Sperre mit einem Gesetz, wonach der Zugang zu Seiten mit obszönen oder für die innere Sicherheit relevanten Inhalten verboten werden könne. Die Sperre muss binnen 24 Stunden an ein Gericht gemeldet werden, das wiederum zwei Tage Zeit hat, die Rechtmäßigkeit zu überprüfen. Kritiker hatten den türkischen Behörden wiederholt vorgeworfen, insbesondere nach Militärattacken den Zugang zu sozialen Medien wie Twitter und Facebook zu sperren. Die Regierung hat dies bislang stets zurückgewiesen und eine Überlastung der Systeme nach besonderen Ereignissen für die Ausfälle verantwortlich gemacht.

Michael Ballhaus in Berlin beigesetzt

Prominente aus Kultur und Politik erwiesen Kamerakünstler die letzte Ehre

Der Kameramann Michael Ballhaus ist auf dem Waldfriedhof Dahlem in Berlin beigesetzt worden. Ballhaus war am 12. April im Alter von 81 Jahren gestorben.
An der Trauerzeremonie nahmen neben der Familie und Freunden auch zahlreiche Prominente aus Kultur und Politik teil. So gehörten zu den Trauergästen unter anderem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender, die Regisseure Tom Tykwer und Wim Wenders sowie die Schauspielerinnen Katja Riemann und Karoline Herfurth. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und sein Amtsvorgänger Klaus Wowereit kamen.

Isabelle Huppert ist Gast des Berliner Gallery Weekends

Ausstellung setzt sich mit der Schauspielerin auseinander

Die vielfach preisgekrönte Charakterdarstellerin Isabelle Huppert stellt zum Auftakt des Berliner Gallery Weekends die Arbeiten von fünf zeitgenössischen Künstlern vor, die sich mit ihrer vielschichtigen Persönlichkeit auseinandersetzen. "Behind the screen" lautet der Titel der Ausstellung in der Galerie Michael Fuchs. Im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur sprach Huppert über ihre Liebe zur Fotografie. Aus ihrer Sicht als Schauspielerin gebe es klare Unterschiede zwischen dem Medium Fotografie und dem Medium Film. Letzteres erlaube den 'größeren Zugang zur Nacktheit' eines Gesichts". Sie suche bei ihrer Arbeit auf gar keinen Fall nach einem ganz bestimmten Gesichtsausdruck, so Huppert über ihren künstlerischen Anspruch. Als Schauspielerin erprobe man eine unendliche Zahl von Ausdrucksformen. Es gehöre zur menschlichen Natur, sich selbst in der Vielschichtigkeit des Wesens zu erforschen. In der Ausstellung "Behind the screen" sind neben Fotografien auch Zeichnungen, Aquarelle und Videoinstallationen zu sehen. Zentraler Teil ist Roni Horns Fotoserie "Portrait of an Image" – es sind 100 Portraitfotos einer nur leicht geschminkten Schauspielerin.

"Toni Erdmann" gewinnt sechs deutsche Filmpreise

Die Auszeichnungen wurde bei einer Gala in Berlin verliehen

Regisseurin Maren Ade ist mit ihrer schon vielfach ausgezeichneten Tragikomödie auch die große Gewinnerin beim wichtigsten Filmpreis Deutschlands. "Toni Erdmann" erhielt die Lolas in den Kategorien Regie, Drehbuch und Schnitt. Sandra Hüller und Peter Simonischek wurden zudem für ihre Rollen in dem Vater-Tochter-Drama zu den besten Hauptdarstellern gekürt. Als Bester Spielfilm wurde ebenfalls die Arbeit einer Regisseurin ausgezeichnet: Die Silber-Lola erhielt das Abtreibungsdrama "24 Wochen" von Anne Zohra Berrached. Auch Bronze ging an eine Frau: Nicolette Krebitz gewann mit ihrem Spielfilm "Wild". Der Favorit des Abends, "Die Blumen von gestern" von Chris Kraus, ging trotz acht Nominierungen leer aus. Weitere Preise gab es für Fritzi Haberlandt ("Nebel im August") und Georg Friedrich ("Wild") in der Kategorie Beste Nebenrolle. Bester Kinderfilm wurde "Auf Augenhöhe" über einen Junge mit einem kleinwüchsigen Vater. Simon Verhoeven bekam die undotierte Lola für den besucherstärksten deutschen Film. Die Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns" sahen mehr als 3,6 Millionen Zuschauer im Kino. Auch ein weiterer Preis stand schon vorab fest: Schnittmeisterin Monika Schindler wurde für ihr Lebenswerk geehrt.

NPD-Klage gegen Totalitarismusforscher abgewiesen

Die Aussage, die NPD "plane rassistisch motivierte Staatsverbrechen" sei Meinungsäußerung

Der Dresdner Politologe Steffen Kailitz kann weiterhin behaupten, die NPD "plane rassistisch motivierte Staatsverbrechen und wolle acht bis elf Millionen Menschen aus Deutschland vertreiben, darunter mehrere Millionen deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund". Das hat das Landgericht Dresden entschieden. "Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass es sich hier nicht um eine Tatsachenbehauptung handelt", sagte der Kammervorsitzende Christoph Wittenstein. Vielmehr sei es eine durch das Grundgesetz geschützte Meinungsäußerung, und die werde "nicht auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft". Steffen Kailitz ist Totalitarismusforscher am Hannah-Arendt-Institut in Dresden.

US-TV-Serie "Roseanne" kommt wieder

Teilweise in Originalbestzung

Ab 1988 lief sie fast zehn Jahre im Fernsehen, jetzt steht eine Neuauflage bevor: "Roseanne" werde derzeit mehreren Sendern angeboten, berichten die Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter". Einige Schauspieler der Originalbesetzung sollen auch wieder dabei sein, z.B. Roseanne Barr, John Goodman und Sara Gilbert.

Böhmermann klagt gegen T-Shirt von Pro Deutschland

Partei stoppt Verkauf des Shirts

Stein des Anstoßes war ein T-Shirt: Unter einem Bild von TV-Satiriker Jan Böhmermann prangt der Kommentar "Der ist lustig. Den töte ich zum Schluss" und darunter die "Unterschrift" des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Jetzt hat Böhmermann beim Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen die rechtspopulistische Partei Pro Deutschland erwirkt, die das T-Shirt verbreitet hat. Böhmermanns Anwalt Torben Düsing: "Herr Böhmermann steht als Werbegesicht für Merchandising-Artikel von Pro Deutschland nicht zur Verfügung, er will nicht, dass politische Parteien mit seiner Person Geld verdienen." Pro Deutschland kündigte an, es nicht auf einen Rechtsstreit ankommen zu lassen, aus Rücksicht auf die möglichen Prozesskosten. "Wir haben deshalb heute das streitgegenständliche T-Shirt von unserer Internetseite gelöscht."

"Fyre Festival" in letzter Minute abgesagt

Besucher hatten 12 000 Dollar für Tickets gezahlt

Es sollte an diesem Wochenende stattfinden und ein "exklusives Konzertereignis" auf den Bahamas sein - doch das Fyre Festival wurde in letzter Minute abgesagt. Bereits angereiste Besucher erblickten statt versprochener "kulinarischer Köstlichkeiten und Luxus" ein provisorisches Zeltlager, in dem kaum Essen und Trinken zu bekommen war. Und das, obwohl die Besucher 12 000 Dollar für ein Ticket gezahlt hatten. Einer der Organisatoren war der US-Rapper Ja Rule. Er schrieb auf Twitter: "Ich bin in diesem Moment untröstlich. Ich wollte, dass das ein toller Event wird. Es war kein Betrug, wie alle jetzt berichten. Ich weiß nicht, wie das alles so schief gehen konnte, aber ich arbeite daran, es wieder hinzukriegen".

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