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Kulturnachrichten

Donnerstag, 27. April 2017

Ariane Mnouchkine erhält Goethepreis

Gründerin des "Theatre du Soleil"

Die französische Theaterintendantin und Regisseurin Ariane Mnouchkine erhält den Goethepreis der Stadt Frankfurt. Mit der Auszeichnung werde das Lebenswerk einer Künstlerin geehrt, die mit der Gründung des "Theatre du Soleil" eine Institution der Theaterwelt von internationaler Bedeutung geschaffen habe, teilte die Stadt mit. Oberbürgermeister Peter Feldmann sprach von einer "wirklich großen Regisseurin". Ihr Lebenswerk sei untrennbar mit dem "Theatre du Soleil" verbunden, das als freies Kollektiv gezeigt habe, wie produktiv ein dezidiert politisches Selbstverständnis in der Theaterkunst sein könne. Der Preis wird alle drei Jahre am 28. August, dem Geburtstag Goethes, in der Frankfurter Paulskirche an eine Persönlichkeit verliehen, "die durch ihr Schaffen bereits zur Geltung gelangt und deren schöpferische Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig ist". Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.

Mack und Piene zu Ehrenmitgliedern ernannt

Das teilte die Düsseldorfer Kunstakademie mit

Die Düsseldorfer Kunstakademie hat die ZERO-Künstler Heinz Mack und - posthum - Otto Piene zu Ehrenmitgliedern ernannt. Das teilte die Akademie mit. Für den 2014 im Alter 86 Jahren in Berlin gestorbenen Piene nahm seine Witwe Elizabeth die Urkunde entgegen. Beide Künstler waren in jungen Jahren Studenten der Kunstakademie in Düsseldorf. Sie gründeten 1957 die ZERO-Bewegung. Später schloss sich ihr auch Günther Uecker an. Die ZERO-Künstler experimentierten in einer puristischen Ästhetik in Räumen und unter freiem Himmel. Ihre Elemente waren Licht, Luft, Bewegung, Feuer und Metall. Mit einer Ausstellung 1964 in New York betrat ZERO und damit die deutsche Kunst erstmals nach 1945 wieder internationales Parkett.

Konfuzius-Institut an der Uni Bonn eröffnet

Kritikern ist Finanzierung zu wenig transparent

An der Universität Bonn ist ein neues Konfuzius-Institut eröffnet worden. Ziel der Einrichtung ist es, die chinesische Sprache und Kultur zu verbreiten, wie die Hochschule mitteilte. Ebenso solle es die Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland in den Bereichen Bildung, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft stärken. Das neue Institut wurde von der Uni Bonn gemeinsam mit der Zentrale der Konfuzius-Institute in Peking und der langjährigen Bonner Partner-Universität "Beijing Language and Culture University" initiiert und mit einer Kooperationsvereinbarung besiegelt. Derzeit entstehen weltweit Konfuzius-Institute in Kooperation mit renommierten Universitäten. Kritiker warnen vor Vergleichen mit den deutschen Goethe-Instituten. Die Finanzierung sei wenig transparent; darüber hinaus versuche China, über die Institute PR in eigener Sache zu betreiben und beispielsweise Fragen der Menschenrechte auszublenden.

Klage um "Mannheimer Loch" gescheitert

Kein Wiederaufbau

Eine Künstlerin ist vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe mit ihrer Forderung gescheitert, die Kunsthalle Mannheim zum Wiederaufbau zweier Werke zu zwingen. Die Rauminstallation "Mannheimer Loch" und die Lichtinstallation "Pharadise" waren bei Sanierung und Umbau des Museums abmontiert und damit zerstört worden. Nach Auffassung des Senats sind beide Werke vom Urheberrechtsgesetz geschützt, die Interessen der Klägerin treten aber hinter die Interessen der Stadt Mannheim als Betreiberin und Eigentümerin der Kunsthalle zurück. Das Landgericht hatte bereits ähnlich geurteilt, der Künstlerin Nathalie Braun Barends aber für das "Mannheimer Loch" rund 66 000 Euro Honorar von der Stadt zugesprochen. Das Oberlandesgericht hob die Verurteilung zur Zahlung jetzt auf und wies die Klagen der Künstlerin insgesamt ab.

Aida-Kussmund darf fotografiert werden

Und zwar von jedem - so das BGH-Urteil

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises muss es hinnehmen, wenn ihre Schiffe mit dem vom einem Künstler entworfenen Kussmund-Logo fotografiert und die Bilder ins Internet gestellt werden. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil zur sogenannten Panoramafreiheit. (Az. I ZR 247/15). Das Urheberrechtsgesetz erlaubt es, Bilder von bleibenden Werken "an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen" zu machen. Zum Beispiel also von einem Denkmal. Ein Schiff bleibt zwar nicht an einem Fleck und liegt vielleicht zeitweise auch einmal in einem nicht öffentlichen Hafen oder in einer Werft. Die Karlsruher Richter halten die Vorschrift trotzdem für übertragbar. Die Reederei hatte einen Anbieter von Landausflügen verklagt, der seine Internetseite mit einem Aida-Foto illustriert hatte.

"Simpsons" zu Trumps 100 ersten Tagen

Die Serie zeichnet ein düsteres Bild

Die Macher der Zeichentrickserie "Simpsons" haben ein düsteres Bild der ersten 100 Amtstage von US-Präsident Donald Trump gezeichnet. Eine Vorschau auf die Folge, die am Sonntag beim US-Sender Fox ausgestrahlt werden soll, veröffentlichten sie heute beim Kurznachrichtendienst Twitter. "100 Tage im Amt und so viel erreicht", sagt ein im Bett liegender Donald Trump, dessen Haare sich als kleiner Hund entpuppen. Unter anderem habe er sein Golf-Handicap gesenkt und die Zahl seiner Twitter-Fans erhöht. Währenddessen gehen sich in einem anderen Raum des Weißen Hauses seine Mitarbeiter Jared Kushner und Stephen Bannon an die Kehle, Sprecher Sean Spicer hat sich bereits erhängt und Mitarbeiterin Kellyanne Conway weigert sich, ihn zu ersetzen. Auch die Familie Simpson lässt die Trump-Präsidentschaft nicht kalt: Mutter Marge schluckt Tabletten und Opa Simpson soll abgeschoben werden.

Bollywood-Veteran Vinod Khanna gestorben

Er starb 70-jährig in Mumbai

Der in den 1970er und 1980er Jahren zu Berühmtheit gelangte Bollywood-Schauspieler Vinod Khanna ist im Alter von 70 Jahren in Mumbai (früher Bombay) gestorben. Wie ein Sprecher des Krankenhauses H. N. Reliance Foundation bestätigte, erlag Khanna einem Krebsleiden. Khanna debütierte im Jahr 1968 in Bollywood und stieg schnell zu einem der bekanntesten Schauspieler des indischen Kinos auf. Im Jahr 1982 verschwand er trotz seiner weiter erfolgreichen Karriere plötzlich vom Bildschirm, um in verschiedenen indischen Ashrams auf die Suche nach seiner Spiritualität zu gehen. Fünf Jahre später gelang ihm ein Comeback. Zahlreiche Filmschaffende und Kritiker trauerten öffentlich um den Verstorbenen. Der bekannte Produzent Karan Johar schrieb auf Twitter: "Seine Präsenz auf der Leinwand ist bis heute unerreicht." Seit 2014 saß Khanna zudem für die Regierungspartei BJP im indischen Parlament.

Eine Million Entschädigung für Altkanzler Kohl

Er hatte wegen des Bestsellers "Die Kohl-Protokolle" geklagt

Altkanzler Helmut Kohl hat vor Gericht eine Rekord-Entschädigung von einer Million Euro erstritten. Das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" habe das Persönlichkeitsrecht des 87-Jährigen schwer verletzt, entschied das Landgericht Köln am Mittag. Es bestätigte das Verbot von 116 Textpassagen des Bestsellers. Darin ging es um vertrauliche Äußerungen Kohls über andere bekannte Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Anwälte der Autoren Heribert Schwan und Tilman Jens sowie des Verlags hatten schon vorher angekündigt, die Entscheidung anzufechten, falls Kohls Klage stattgegeben werden sollte. Die beanstandeten Aussagen stammen aus Gesprächen, die Kohl 2001 und 2002 mit Schwan geführt hatte, damit der Journalist als Ghostwriter die Memoiren des Altkanzlers verfassen konnte. Schwan nahm die Gespräche auf Kassette auf. Bevor der vierte und letzte Band erscheinen konnte, zerstritten sich die beiden. Schwan veröffentlichte daraufhin eigenmächtig ein Buch mit pikanten Äußerungen Kohls aus ihren aufgenommenen Gesprächen. Schwan selbst hatte immer erklärt, wenn Kohl etwas wirklich Vertrauliches gesagt habe, habe er ihn jedes Mal aufgefordert, den Kassettenrekorder auszustellen.

Milo Rau wird Theaterchef im belgischen Gent

Leiten wird er es zusammen mit Steven Heene und Stefan Bläske

Ein Trio um den Schweizer Theater- und Filmemacher Milo Rau soll die Leitung des Stadttheaters im belgischen Gent ab der Saison 2018/19 übernehmen. Zum Leitungsteam werden außerdem der heutige künstlerische Koordinator Steven Heene und der Dramaturg Stefan Bläske gehören. Beim 54. Berliner Theatertreffen, das im Mai stattfindet, soll der 40-jährige Schweizer Rau mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet werden. Wie die Berliner Festspiele schon im März geteilt hatten, erhält er den mit 10 000 Euro dotierten Preis für seine Inszenierung "Five Easy Pieces" rund um den Kindermörder Marc Dutroux: "Ein mutiges, die Zuschauer/innen herausforderndes Stück über das Leben und die Verbrechen des Belgiers Marc Dutroux, nachgestellt von Kindern zwischen 8 und 13 Jahren."

Viele Gelder für Europäisches Kulturerbe-Jahr

Die EU will acht Millionen Euro geben

Acht Millionen Euro will die EU für das Europäische Kulturerbe-Jahr 2018 bereitstellen. Das Europaparlament verabschiedete heute in Brüssel den entsprechenden Bericht. Die EU-Kommission hatte im August vorgeschlagen, die genannte Summe für Projekte zur Verfügung zu stellen, die kulturelles Erbe schützen und fördern. Ein Teil soll etwa für grenzübergreifende Projekte des Programms Kreatives Europa bereitgestellt werden. Der EU-Kultur-Kommissar Tibor Navracsics betonte, das Kulturerbe stelle einen zentralen Bestandteil der europäischen Identität dar. "Durch das Kulturerbe können wir nicht nur unsere Vergangenheit nachvollziehen, es hilft uns auch ganz entscheidend dabei, das zukünftige Europa zu gestalten." Nach Angaben der EU-Kommission hängen 7,8 Millionen Arbeitsplätze in Europa indirekt mit dem kulturellen Erbe zusammen; etwa im Tourismus und Baugewerbe.

Yoko Ono macht Kunst zum Tag der Pressefreiheit

Erscheinen wird das Werk auf zahlreichen Titelseiten deutscher Zeitungen

Am 3.Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Yoko Ono hat sich künstlerisch mit dem Thema beschäftigt und auf eine große weiße Fläche den Schriftzug "free you, free me, free us, free them" handgeschrieben. Dies teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) mit. Das Kunstwerk der 84-jährigen Menschenrechtsaktivistin, Filmemacherin und Künstlerin soll am Mittwoch, dem 3. Mai auf zahlreichen Titelseiten deutscher Zeitungen erscheinen. BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff erklärte dazu, über das Thema Meinungs- und Pressefreiheit werde derzeit so intensiv diskutiert wie schon lange nicht. Jüngste Berichte dazu aus Ländern wie der Türkei, Russland oder Mexiko seien zutiefst Besorgnis erregend. Für seine erste Titelseitenaktion zum Tag der Pressefreiheit hatte der BDZV im vergangenen Jahr den chinesischen Künstler Ai Weiwei gewonnen.

Barberini öffnet im Mai auch am Dienstag

Grund ist der große Publikumsandrang

Damit möglichst viele Menschen die Eröffnungsaustellungen noch sehen können, erweitert das Potsdamer Museum Barberini seine Öffnungszeiten: Vom 1. Mai bis zum Ende der Ausstellungen werde das Haus auch dienstags und täglich eine Stunde früher geöffnet, teilte das Museum mit. Denn der Publikumsandrang sei enorm. Seit der Eröffnung am 23. Januar wurden bereits 220 000 Tickets verkauft. Das neue Kunstmuseum des Softwaremilliardärs Hasso Plattner ist also täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Die Eröffnungsschauen mit Werken unter anderen von Munch, Nolde und Monet sind noch bis zum 28. Mai zu sehen. Anschließend zeigt das Museum vom 17. Juni an die Ausstellung "Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne".

Präventionsberaterin warnt vor Netflix-Serie

Suizid würde als Spiel dargestellt

Suizid-Präventionsexperten kritisieren die Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht". In der Serie geht es um die Selbsttötung einer jungen Frau. Es sei "unverantwortlich", dass die Serie bereits für Kinder ab zwölf Jahren freigegeben sei, kritisierte die Projektleiterin der Online-Beratungsstelle U25, Anna Gleiniger, im Gespräch mit dem Kölner domradio. Angehörige sollten mit den jungen Zuschauern über die Serie sprechen "und das nicht einfach so stehen lassen", so die Beraterin. Scharf kritisierte sie die detaillierte und romantisierende Schilderung der Suizid-Szene. Die Protagonistin werde heroisiert, so dass sich junge Menschen sehr gut mit ihr identifizieren könnten, sagte Gleiniger. "Das Ganze wird eher wie ein Spiel dargestellt." Auch sei vielen Zuschauern der rein fiktive Charakter der Serie nicht bewusst. Die vor jeder Folge eingeblendeten Warnhinweise seien viel zu kurz. "Jugendliche, die eventuell selber schon Suizidgedanken haben oder mit dem Thema schon mal in Berührung gekommen sind oder gerade selber Probleme in der Schule haben, fühlen sich darin vielleicht bestätigt."

1. Mai-Demo nicht durchs "Myfest"

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei ist dagegen

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) rechnet nicht damit, dass die linksextreme und meist gewalttätige Demonstration am 1. Mai durch das Straßenfest in Kreuzberg laufen darf. "Es ist natürlich klar, dass man aus Sicherheitsaspekten nicht Zehntausende durch das Myfest spazieren lassen kann und es auch nicht tun wird", erklärte die GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp. Dass die Demonstration von den Veranstaltern nicht angemeldet werde, sei aber kein Problem. Die GdP warnte davor, zu voreilig von einem friedlichen 1. Mai zu sprechen. "Im vergangenen Jahr wurden trotz der Außendarstellung eines friedlichen 1. Mai 59 Polizisten verletzt", so Philipp.

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