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Kulturnachrichten

Mittwoch, 26. April 2017

Regisseur Jonathan Demme gestorben

Er wurde 73 Jahre alt

Der Oscar-gekrönte Regisseur Jonathan Demme ist tot. Demme, der bei Erfolgsfilmen wie "Das Schweigen der Lämmer" und "Philadelphia" Regie geführt hatte, sei im Alter von 73 Jahren in seiner Wohnung in New York gestorben, sagte seine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Seine Frau und seine drei Kinder seien bei ihm gewesen. Demme habe an Speiseröhrenkrebs gelitten. Die Familie habe eine kleine Beerdigung im privaten Kreis geplant. Der 1944 im Bundesstaat New York geborene Demme hatte jahrzehntelang als Regisseur, Schauspieler und Produzent gearbeitet und war für seinen größten Erfolg "Das Schweigen der Lämmer" Anfang der 90er Jahre unter anderem mit dem Oscar und dem Silbernen Bären der Berlinale ausgezeichnet worden.

Uwe Kolbe wird Dresdner Stadtschreiber

Er will sich von Stadt, Fluss und Landschaft inspirieren lassen

Der Hamburger Schriftsteller Uwe Kolbe wird neuer Dresdner Stadtschreiber. „Er ist einer der bedeutendsten und renommiertesten deutschen Lyriker der Gegenwart", begründete die Jury ihre Wahl. Seine Werke lebten von Verfremdung und - auch in der Prosa - von starken, nahezu expressionistischen Bildern. „Mit ihnen kann er das Gefühl einer Generation ausdrücken und vor allem bringen sie einen neuen Ton in die literarische Landschaft." Der 1957 in Ostberlin geborene Autor will nach eigenen Angaben in der Dresdner Zeit ein Buch schreiben, das Inspiration aus Stadt, Fluss und Landschaft bezieht. Kolbe ist der 22. Stipendiat der Stiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, die dafür eine finanzielle Unterstützung und eine Wohnung zur Verfügung stellt.

Leibniz-Handschrift entdeckt

Wissenschaftler sprechen von einer "kleinen Sensation"

Der Wissenschaftler Gábor Gángó, Fellow am Max Weber-Kolleg der Universität Erfurt, ist auf eine unbekannte Handschrift des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) gestoßen. Gángó entdeckte die Handschrift bei seinen Forschungen zu Leibniz und Osteuropa im Geheimen Hausarchiv des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München, wie die Universität Erfurt mitteilt. Die Entdeckung der frühen Handschrift hielten Wissenschaftler für eine kleine Sensation. Die Leibniz-Forschungsstelle Hannover habe bereits erste Untersuchungen durchgeführt und den Fund bestätigt, hieß es. Der 22 Jahre alte Leibniz hatte demnach auf einer Druckfahne von 1668 handschriftliche Instruktionen an die Druckerei hinterlassen. Seit dem Zweiten Weltkrieg sei es eine Rarität, einen so langen, zusammenhängenden Text von Leibniz zu Tage zu fördern. Schon aus wenigen Buchstaben bestehende Randbemerkungen von Leibniz in Büchern oder auf Handschriften von anderen Verfassern würden von den Leibniz-Forschern in Ehren gehalten.

Gastbeitrag von Sigmar Gabriel irritiert

Außenminister hält Sozialdemokraten wie Juden für erste Opfer des Holocaust

Ein Gastbeitrag von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in der Frankfurter Rundschau, den er im Zusammenhang mit seiner Israel-Reise veröffentlicht hatte, sorgt für Irritationen. In dem Beitrag geht er auf die proisraelische Einstellung der deutschen Sozialdemokraten ein. Zu lesen ist folgender Satz: „Sozialdemokraten waren wie Juden die ersten Opfer des Holocaustes. Die einen waren Opfer politischer Verfolgung, die anderen des Rassenwahns." Der Historiker Wolfgang Wipperman, außerplanmäßiger Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin, hält diese Aussage für „furchtbar". "Die Sozialdemokraten waren nach den Kommunisten die ersten Insassen der deutschen Konzentrationslager, aber sie konnten gar nicht Opfer des Holocaust werden, weil die Sozialdemokraten weder zu einem Volk, noch zu einer Religion, noch zu einer Rasse gehören", sagte Wolfgang Wippermann Deutschlandradio Kultur. Der Autor und Journalist Sascha Lobo kommentierte Sigmar Gabriels Gastbeitrag auf Twitter mit dem Wort „unfassbar!".

Provenienzforschung ein Muss für Museen

Bisher rund 30 Prozent der Museumsbestände erforscht

Die Herkunft von Kunstwerken müsse als selbstverständliche Aufgabe in Museen erforscht werden, sagte die Vorsitzende des Arbeitskreises Provenienzforschung Uta Haug am Rande des Frühjahrstreffens in Dresden. Nach Schätzung der Wissenschaftler sind bisher rund 30 Prozent der Museumsbestände hinsichtlich ihrer Provenienz erforscht. Dem Arbeitskreis gehören rund 200 Experten aus Museen, Bibliotheken, Archiven, Kunsthandel oder Freiberufler aus europäischen Ländern und den USA an.

TV-Mediaplayer verstößt gegen Urheberrecht

Ein Niederländer hatte das Gerät angeboten

Ermöglicht ein Mediaplayer, der am Fernseher angeschlossen ist, das problemlose Ansehen von im Internet illegal angebotenen Filmen, stellt dies eine Urheberrechtsverletzung dar. Sowohl die Verkäufer solcher Geräte als auch die Nutzer verstoßen gegen das EU-Urheberrecht, hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden. Im konkreten Fall ging es um einen Niederländer, der einen multimedialen Medienabspieler samt spezieller Software zum Kauf anbot. Der sogenannte "filmspeler" wird zwischen Fernseher und Internetanschluss installiert. Die mittlerweile zahlreichen Käufer werden dann auf einfache Weise zu Seiten von im Internet hochgeladenen Filmen, Fernsehserien und Sportereignissen weitergeleitet.

Wohin geht das "House of Jazz"?

Berlin will Till Brönners Projekt nicht

Das "House of Jazz", das Startrompeter Till Brönner plant, könnte möglicherweise bundesweit ausgeschrieben werden. Berlins Kultursenator Klaus Lederer hatte Brönners Konzept kürzlich eine Absage erteilt. Jetzt schlägt Johannes Kahrs, SPD-Haushaltsexperte im Bundestag, vor, dass sich jede Kommune in Deutschland darum bewerben können soll. "Das wäre eine charmante Lösung», sagte Kahrs der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Linke-Politiker Klaus Lederer hatte angekündigt, er wolle sich beim Bund für eine Umwidmung der bereits bewilligten Mittel von 12,5 Millionen Euro zugunsten eines "Hauses für die Basiskultur" einsetzen. "Wenn Berlin nicht will, muss man gucken, ob es jemand anderen gibt, der das "House of Jazz" möchte", sagte Kahrs.

Wenig Mädchenförderung in der Wissenschaft

Studie zeigt mangelnde Förderung von Mädchen in MINT-Fächern

Jedes dritte Mädchen in Deutschland beklagt nach einer europaweiten Studie, die männliche Sicht auf naturwissenschaftliche Fächer. 53 Prozent geben an, dass sie sich zuerst einen Mann vorstellen, wenn sie an einen Wissenschaftler, Ingenieur oder Programmierer denken. In Europa liegt der Wert dagegen bei mindestens 40 Prozent - nur in Tschechien und der Slowakei wird der Anteil mit 59,4 und 56,5 Prozent noch übertroffen. KRC Research hat für die Studie im Auftrag von Microsoft Mädchen und junge Frauen zwischen elf und 30 Jahren in zwölf europäischen Ländern befragt. Die Mädchen wünschen sich mehr Ermutigung von Lehrern und weiblichen Vorbildern.

Demokratisches Engagement auf der Bühne

Bühnenverein will sich auf Jahrestagung auch mit Rechtspopulismus befassen

Drängende gesellschaftliche Probleme gehörten auf die Bühne, so auch der Rechtspopulismus, kündigte der Geschäftsführende Direktor des Bühnenvereins, Marc Grandmontagne, an. Mit der Frage, wie sich Theater und Orchester nachhaltig für Demokratie engagieren können, wird sich die Jahrestagung des Deutschen Bühnenvereins im Juni beschäftigen. Zu dem Treffen werden rund 250 Intendanten, Verwaltungsdirektoren und Kulturpolitiker erwartet. Bei der Tagung geht es aber auch um Verbandsthemen. Der Deutsche Bühnenverein hat das Ziel, die Vielfalt der Theater- und Orchesterlandschaft in Deutschland zu erhalten und zu fördern.

Arabischer Booker-Preis für saudischen Autor

Mohammed Hassan Alwan wird für sein Buch "Kleiner Tod" ausgezeichnet

Das Werk widmet sich dem sufistischen Denker und Dichter Ibn Arabi, der im muslimischen Spanien geboren wurde und 1240 in Damaskus starb. Er gehört bis heute zu den bekanntesten Denkern und Dichtern der muslimischen Welt. Alwans Roman werfe mit "bemerkenswerter Kunstfertigkeit und fesselnder Sprache" Licht auf Ibn Arabis Denken, teilte die Jury-Vorsitzende mit, die palästinensische Autorin Sahar Khalifa. Der arabische Booker-Preis wird seit 2008 in Abu Dhabi verliehen. Er gilt als wichtigste Auszeichnung für Literatur in der Region und wird am Vorabend der Internationalen Buchmesse Abu Dhabi vergeben. Der Gewinner bekommt ein Preisgeld von 50.000 US-Dollar. Außerdem wird der Siegertitel ins Englische übersetzt. Auf diese Weise will der Preis dazu beitragen, arabischer Literatur international mehr Aufmerksamkeit zu geben.

Prekäre Lage für Journalisten

"Reporter ohne Grenzen" beklagt Druck auch in demokratischen Ländern

Als Beispiele nannte die Organisation die USA, Polen und Großbritannien. Dort äußerten Politiker öffentlich ihre Geringschätzung für Journalisten, heißt es in der „Rangliste der Pressefreiheit". Insgesamt habe sich die Lage in knapp zwei Drittel der 180 untersuchten Länder verschlechtert, hieß es. In autoritär geführten Staaten und Diktaturen sei der Umgang mit den Medien nach wie vor von Zensur und Verfolgung gezeichnet. Zu den Verlierern in der Rangliste gehört die Türkei. Das Land rutschte im Zuge einer Repressionswelle nach dem Putschversuch um vier Plätze ab und steht jetzt auf Platz 155. Schlusslichter sind Kuba, Sudan, Vietnam, China, Syrien, Turkmenistan, Eritrea und an letzter Stelle Nordkorea. Deutschland steht auf Platz 16 und behauptete sich in der kleinen Gruppe jener Länder, in denen "Reporter ohne Grenzen" die Lage als gut einstuft. Dazu zählen an der Spitze von Platz eins bis sechs Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, die Niederlande und Costa Rica.

Maren Ade in der Jury von Cannes

Das Internationale Filmfestival beginnt am 17. Mai

"Toni Erdmann" wird sie niemals verlassen. Nachdem Maren Ade für ihren Film viele Auszeichnungen und eine Nominierung für den Auslands-Oscar erhalten hat, gehört die Regisseurin nun zur Jury der 70. Ausgabe des renommierten Filmfests in Cannes. Über die Vergabe der Goldenen Palmen werden außerdem der italienische Regisseur Paolo Sorrentino, US-Schauspielerin Jessica Chastain, der südkoreanische Regisseur Park Chan Wook, die französische Schauspielerin Agnès Jaoui, der französische Filmmusik-Komponist Gabriel Yared und Hollywood-Star Will Smith entscheiden. Den Jury-Vorsitz übernimmt der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar.

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