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Kulturnachrichten

Sonntag, 9. April 2017

Fans verabschieden sich von Chuck Berry

Rock 'n Roll Legende wurde in seiner Heimatstadt beerdigt

Zahlreiche Fans haben Musiklegende Chuck Berry die letzte Ehre erwiesen. Der "Pageant"-Club in St. Louis, in dem Berry oft aufgetreten war, öffnete seine Pforten. Fans zogen drinnen am offenen Sarg vorbei. Im Sargdeckel lag Berrys rote E-Gitarre. Unter den zahlreichen Trauergestecken befand sich ein Blumenbouquet der Rolling Stones in Form einer Gitarre. Nach der vierstündigen Veranstaltung folgte eine private Trauerfeier. Chuck Berry war am 18. März im Alter von 90 Jahren gestorben.

Ausgrabung in Buenos Aires fördert Indio-Siedlung zutage

Reste von Bauwerken aus dem 12. und 13. Jahrhundert entdeckt

Archäologen haben in Buenos Aires eine präkolumbische Siedlung entdeckt. Die Tageszeitung "Clarín" berichtet, dass bei Ausgrabungen nahe der Autorennstrecke Tonscherben, Pfeile und Reste hölzerner Bauwerke aus dem 12. und 13. Jahrhundert zutage gefördert wurden. "Das ist die wichtigste archäologische Entdeckung in der Stadt", sagte der Direktor für urbane Archäologie an der Universität von Buenos Aires, Daniel Schávelzon. "Dass wir diese prähispanische Siedlung unter Buenos Aires gefunden haben, ändert die Geschichte." Buenos Aires wurde 1536 von dem spanischen Konquistador Pedro de Mendoza gegründet. In der Anfangszeit wurde die Stadt immer wieder von Indios angegriffen und vorübergehend sogar aufgegeben.

Marcel Duchamps "Fountain" wird 100 Jahre alt

Wegbereiter der modernen Kunst löste 1917 mit einem Pissoir eine Debatte um den Kunstbegriff aus

Kunstmuseen weltweit beteiligen sich an dem heutigen 100-jährigen Jubiläum von Marcel Duchamps "Fountain". Der französische Surrealist und Dadaist reichte 1917 ein Pissoir bei einer Kunstschau in New York ein und löste kontroverse Diskussionen um den Kunstbegriff aus. Zum Jubiläum gewähren viele Museen denjenigen Besuchern für eine Stunde freien Eintritt, die sich zwischen 15 und 16 Uhr am Eingang als "Richard Mutt" vorstellen. Das ist der Name, der auf dem Pissoir steht, und unter diesem Pseudonym reichte Duchamp das Urinal ein. Unter den teilnehmenden Museen sind neben dem Frankfurter Städel unter anderen der Hamburger Bahnhof (Berlin), das Museum Ludwig (Köln), das Lenbachhaus (München), die Tate Modern (London), das Centre Pompidou (Paris), das Stedelijk Museum (Amsterdam) und die Kunsthalle Basel. Außerhalb Europas nehmen laut der britischen Kunstzeitung "The Art Newspaper" auch das MoMA (New York), das Israel Museum (Jerusalem) und das National Museum of Modern Art (Kyoto) teil.

Damien Hirst-Doppelausstellung in Venedig eröffnet

Palazzo Grassi und Punta della Dogana zeigen etwa 200 noch nie gezeigte Werke

Nach einer längeren Kreativpause meldet sich der britische Turner-Prize-Träger Damien Hirst mit einer monumentalen Schau zurück. In einer Doppelausstellung werden in Venedig im Palazzo Grassi und der Punta della Dogana etwa 200 noch nie gezeigte Werke präsentiert. An dem Projekt "Treasures from the Wreck of the Unbelievable" hat Hirst rund zehn Jahre gearbeitet. Das Konzept ist die frei erfundene Geschichte eines 2008 vor Ostafrika geborgenen Wracks des antiken Schiffs "Apistos" ("das Unglaubliche"), das eine eklektizistische Sammlung von Kunstwerken verschiedener Regionen geladen hatte. Der leitende Archäologe bat dann Hirst um Hilfe bei der Restaurierung. Von dieser Idee ausgehend entwarf Hirst unter anderem Skulpturen, die an antike Statuen und Fabelwesen aus der Mythologie erinnern, z. B. eine vielarmige Kali im Kampf mit einer Hydra oder der von Algen bewachsene Schädel eines Zyklopen. Neben riesigen Plastiken, die bis zu 18 Meter hoch sind, werden auch winzige Kopien antiker Münzen präsentiert.

documenta-Reitperformance von Athen nach Kassel

Vier Langstreckenreiter haben sich auf den 3000 km langen Weg gemacht

Kurz nach dem Athener Beginn der documenta wird das erste Kunstwerk schon nach Kassel "transferiert". "The Transit of Hermes" heißt die Performance, in deren Rahmen vier Reiter mit ihren Pferden von der Akropolis nach Kassel reiten. Die Idee stammt vom schottischen Konzept-Künstler Ross Birrell. Die Route führt von Athen über Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich nach Deutschland. Am 9. Juli sollen sie in Kassel ankommen. Der Berliner David Wewetzer, der Schweizer Peter van der Gugten, der Ungar Zsolt Szabo und Tina Boche aus Bayern sind die erfahrenen Langstreckenreiter. Ihre vierbeinigen Gefährten stammen aus verschiedenen Pferderassen: Criollo, Haflinger, Kabardiner und Karabagh. Begleiten wird sie zudem ein Pferd der griechischen Pferderasse Arravani namens Hermes.

Seltener Farbdruck aus "Tim und Struppi" versteigert

Bild aus "Tim in Amerika" erlöste 753 000 Euro

Ein seltener Farbdruck der Comic-Reihe "Tim und Struppi" ist für 753 000 Euro versteigert worden. Das 21 mal 15 cm große Bild aus dem Band "Tim in Amerika" sei von einem europäischen Kunden ersteigert worden, Dies teilte das Auktionshaus Artcurial in Paris mit. Es zeigt Tim mit einem Revolver in der Hand bei der Verbrecherjagd in den Straßen von Chicago. Der Wert war im Vorfeld auf 600 000 bis 700 000 Euro geschätzt worden. Das Bild habe die Qualität eines Museumsstückes, sagte Eric Leroy, Comic-Experte des Auktionshauses. Farbdrucke des Zeichners Hergé werden nur selten auf dem Markt angeboten. Jeweils vier erschienen in jedem der acht Comicbücher, die in den Jahren 1931 ("Tim im Kongo") bis 1941 ("Die Krabbe mit den goldenen Scheren") in Schwarz-Weiß veröffentlicht wurden. Im Bereich Comic hält Hergé bei Verkaufserlösen die meisten Rekorde.

Kultursenator fordert Neustart bei Einheitsdenkmal

Kostenexplosion führte vor einem Jahr zu vorläufigem Stopp

Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer hat einen völligen Neustart beim geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmal gefordert. "Das jahrelange Hin und Her (...) hat dem Denkmal schon so geschadet, dass es Zeit ist für ein Innehalten", sagte Lederer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sollten das Areal vor dem Schloss freilassen, die Sache beerdigen und die Diskussion noch einmal ganz neu führen." Der Bundestag hatte das Denkmal schon 2007 beschlossen. Es soll an die friedliche Revolution in der DDR und die Deutsche Einheit erinnern. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte das Projekt vor einem Jahr wegen einer Kostenexplosion von zehn auf fünfzehn Millionen Euro auf Eis gelegt. Vor zwei Monaten jedoch einigten sich Union und SPD auf eine Fortsetzung. Lederers Ansicht nach wird die mit dem Denkmal gedachte Verbindung von Freiheit und Einheit der historischen Entwicklung von 1989/90 nicht gerecht.

Neuzugänge in der Rock and Roll Hall of Fame

Joan Baez, Pearl Jam und Tupac Shakur neu aufgenommen

Sängerin Joan Baez, die Band Pearl Jam und der verstorbene Rapper Tupac Shakur sind in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden. Weitere neue Mitglieder sind die Bands Electric Light Orchestra (ELO), Journey, Yes und der Produzent Nile Rodgers. Bei einer Gala im Barclays Centre in New York traten Baez, Rodgers, Pearl Jam, Journey, ELO und Yes auf die Bühne. Shakur, der 1996 in Las Vegas erschossen worden war, wurde vom Rapper Snoop Dogg vertreten, der seinen verstorbenen Freund in einer Rede würdigte. Das Electric Light Orchestra würdigte bei seinem Auftritt den kürzlich verstorbenen Chuck Berry.

Berlin hat jetzt einen Günter-Pfitzmann-Platz

Pfitzmanns Witwe enthüllte das Schild im Ortsteil Nikolassee

Seit diesem Wochenende hat Berlin einen Günter-Pfitzmann-Platz. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf benannte ihn zu Ehren des beliebten Fernsehschauspielers und Berliner Originals. Pfitzmanns Witwe enthüllte persönlich das Schild an dem Platz, der in der Nähe seines einstigen Wohnhauses im Ortsteil Nikolassee liegt. Neben Pfitzmanns Söhnen nahm auch der ehemalige RIAS-Moderator Nero Brandenburg an der Feier teil. Brandenburg und der Bezirksstadtrat Frank Mückisch hielten Reden auf den TV-Schauspieler. Pfitzmann gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Berliner Kabaretts "Die Stachelschweine". Er stand sowohl auf Theaterbühnen als auch vor Film-Kameras, etwa für die ARD-Serien "Drei Damen vom Grill", und "Praxis Bülowbogen". Pfitzmann wäre am Samstag 93 Jahre alt geworden.

Haus von Rosa Parks in Berlin wiederaufgebaut

Großer Andrang bei Vorstellung des Projekts

Hunderte Neugierige fanden sich am Wochenende zur Vorstellung eines Projekts des US-Künstlers Ryan Mendoza ein. Mendoza hat das Haus der US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks in Detroit vor dem Abriss gerettet und es auf seinem Grundstück in Berlin-Wedding wiederaufgebaut. "Es ist wunderbar, auf welch große Resonanz das Haus stößt", sagte Mendozas Frau Fabia, die das Projekt als Filmemacherin begleitet. Rosa Parks ist eine Ikone der schwarzen US-Bürgerrechtsbewegung, seit sie sich 1955 weigerte, ihren Platz im Bus für einen Weißen zu räumen. Das Haus soll zum Gallery Weekend nochmals von außen für das Publikum zu sehen sein. Außerdem läuft bis zum 15. April in der CWC Gallery eine Doppelausstellung mit Arbeiten von Ryan Mendoza und dem US-Fotografen Steve Schapiro, der die Bürgerrechtsbewegung eng begleitet hat.

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