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Kulturnachrichten

Sonntag, 2. April 2017

Wertvolle Gemälde aus Galerie in Auckland gestohlen

Gemälde stellen Maori-Häuptlinge dar und sollten demnächst versteigert werden

Bei einem Einbruch in eine Galerie im neuseeländischen Auckland haben Unbekannte zwei Gemälde aus dem 19. Jahrhundert gestohlen. Nach Angaben der örtlichen Polizei fuhren die Täter mit einem Auto in die Schaufensterfassade des Parnell's International Art Centre, nahmen die Werke des Malers Gottfried Lindauer mit und flohen mit einem zweiten Fahrzeug. Die beiden Gemälde aus dem Jahr 1884 stellen Maori-Häuptlinge dar. Sie sollten demnächst versteigert werden. Im Auktionskatalog wurden beide Bilder auf jeweils 350 000 bis 450 000 Neuseeland-Dollar taxiert. Gottfried Lindauer wurde in Pilsen geboren und emigrierte 1874 nach Neuseeland. Dort wurde er als Porträtmaler bekannt und galt als detailgetreuer Dokumentator der Maori-Kultur.

Seltene Wandmalerei in Deutschordenskirche freigelegt

Restaurierung steht kurz vor dem Abschluss

Seltene gotische Wandmalereien sind in der Deutschordenskirche in Frankfurt am Main freigelegt worden. Die Komposition kombiniere Elemente eines Flügelaltars mit Heiligendarstellungen und sei kunstgeschichtlich einzigartig, sagte der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Markus Harzenetter. Die im Jahr 2015 begonnene Restaurierung stehe kurz vor dem Abschluss. Die Malereien aus dem 14. Jahrhundert an einem Wandpfeiler im Kirchenschiff waren stark verschmutzt und kaum noch zu erkennen. In vergangenen Jahrhunderten waren sie nach Angaben der Denkmalpflege übertüncht, wieder freigelegt und nach dem Geschmack der Zeit verändert worden. Die aktuelle Restaurierung habe weitgehend die ursprüngliche Gestalt wiederhergestellt.

Michel Abdollahi erhält Gustaf-Gründgens-Preis

Moderator spendet das Geld für ein Projekt zugunsten unbegleiteter Flüchtlinge

Der Moderator Michel Abdollahi hat im Hamburger Ernst Deutsch Theater den mit 15 000 Euro dotierten Gustaf-Gründgens-Preis erhalten. Er spendete das Geld direkt für ein Projekt zugunsten unbegleiteter Flüchtlinge. Als Conférencier und Mitinitiator des Poetry-Slam-Labels "Kampf der Künste" habe er die Bühnen erobert und generationenübergreifend ein Publikum für eine neue darstellende Kunstform begeistert, heißt es in der Begründung der Jury. Insbesondere vermittle er jungen Menschen den Zugang zu Sprache, Poesie und Theater. Die Auszeichnung des Lions Clubs wurde zum dritten Mal verliehen. Abdollahi wurde 1981 in Teheran geboren. Seit 2000 ist er in der deutschsprachigen und europäischen Poetry-Slam-Szene aktiv. Für seine Dokumentation "Im Nazidorf" erhielt er 2015 den Deutschen Fernsehpreis.

US-Silberdollar für Rekordsumme versteigert

Münze war ursprünglich als Geschenk für Staatsgäste gedacht

Ein Silberdollar aus dem Jahr 1804 ist in den USA für die Rekordsumme von 3,3 Millionen Dollar versteigert worden. Laut Auktionshaus Stack's Bowers Galleries in Baltimore existieren von dieser Münze nur noch acht Stück. "Keine amerikanische Münze ist berühmter, begehrter und wird mehr geschätzt als der Silberdollar von 1804", erklärte das Auktionshaus. Ursprünglich war sie als Geschenk für Staatsgäste gedacht. Die Münze war Teil einer Sammlung des Immobilienmagnaten Mack Pogue aus Dallas. Bei der Auktion der Sammlung, die seit 2015 lief und gemeinsam mit Sotheby's organisiert wurde, seien 200 Münzen für einen Wert von alles in allem 100 Millionen US-Dollar versteigert worden. Den Angaben zufolge handelt es sich um die größte private Münzsammlung der Welt.

Fox-Moderator soll Missbrauchsklagen abgewendet haben

Laut einem Bericht der "New York Times" zahlte Bill O'Reilly 13 Millionen Dollar

Bill O'Reilly soll laut einem Arikel der "New York Times" mit seinem Arbeitgeber Fox News insgesamt 13 Millionen Dollar zur Vermeidung sexueller Missbrauchsklagen gezahlt haben. O'Reilly gilt als Aushängeschild und zentrale Figur des Senders. Den Angaben zufolge geht es um fünf Frauen, die entweder für O'Reilly gearbeitet haben oder Gast in seiner Show waren. Mit dem Geld habe vermieden werden sollen, dass sie an die Öffentlichkeit gehen. Die Zeitung zitiert aus einem Statement O'Reillys, in dem dieser auf die Vorwürfe nur indirekt eingeht. Wie andere Prominente sei auch er angreifbar, indem er Klagen von Menschen anziehe, die (.....) an sein Geld wollten, heißt es. In seinen 20 Jahren bei Fox sei er nie verklagt worden. "The O'Reilly Factor" ist eine der wichtigsten und meistgesehenen Sendungen des Senders. Beide sind rechtskonservativ ausgerichtet und spielen für Anhänger des US-Präsidenten Trump eine große Rolle.

Russischer Dichter Jewgeni Jewtuschenko gestorben

Dichter starb mit 84 Jahren in einem Krankenhaus in Tulsa

Der russische Dichter Jewgeni Jewtuschenko ist tot. Der Autor sei am Samstagmorgen in einem Krankenhaus in Tulsa im US-Staat Oklahoma gestorben, teilte eine Kliniksprecherin mit. In seinen höchst politischen Texten verarbeitete er Kriegsgräuel und diktatorische Herrschaften. Jewtuschenko wurde 84 Jahre alt. Bekannt wurde er schon in jungen Jahren durch seine Schriften gegen Stalin. Internationalen Ruhm erlangte er 1961 mit dem Gedicht "Babij Jar", einer Elegie auf die fast 34 000 Juden, die 1942 von den Nazis in der Nähe von Kiew ermordet und verscharrt worden waren. Das Massaker war vor der Veröffentlichung des Gedichts praktisch unbekannt gewesen.

Ukraine bleibt hart bei russischer Eurovision-Sängerin

Vizeministerpräsident weist Forderung nach Einreise zurück

Bei dem Streit um die Teilnahme der russischen Kandidatin Julia Samoilowa am European Song Contest bleibt der Gastgeber Ukraine hart: Vizeministerpräsident Wjatscheslaw Kirilenko verwahrte sich gegen die Aufforderung des Ausrichters, der European Broadcasting Union (EBU), das Einreiseverbot für Samoilowa aufzuheben. Am Vortag war in der Ukraine ein Brief bekannt geworden, in dem EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre vom ukrainischen Ministerpräsidenten Groisman die Erlaubnis zur Einreise Samoilowas verlangte. Der Einreisebann sei "inakzeptabel" und könnte dazu führen, dass das ukrainische Fernsehen "von künftigen Veranstaltungen ausgeschlossen wird", heißt es in dem Brief. Der ukrainische Geheimdienst hatte der Sängerin ein dreijähriges Einreiseverbot erteilt. Grund ist ein Auftritt 2015 bei einem Gala-Konzert auf der von Russland annektierten Krim.

Kunststiftung Sachsen-Anhalt stärkt ländlichen Raum

Dieses und nächstes Jahr sollen bis zu acht Jahresstipendien zu je 12 000 Euro vergeben werden

Mit einem neuen Sonderförderprogramm will die Kunststiftung Sachsen-Anhalt Künstlern den Zugang und die Arbeit in Museen ermöglichen. Das Programm "Heimatstipendium" solle Wegbereiter für neue Werke sein und die Sammlungen stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken, sagte Direktorin Manon Bursian der Deutschen Presse-Agentur. Dafür kooperiere die Stiftung mit dem Landesmuseumsverband. In diesem und im nächsten Jahr sollen bis zu acht Jahresstipendien zu je 12 000 Euro vergeben werden. Das Gesamtbudget betrage 173 000 Euro. "Das Geld wird auch für Veranstaltungen, Kuratorenhonorare und Öffentlichkeitsarbeit bereitgestellt", sagte Bursian. "Was Deutschland groß gemacht hat, entstammt auch der Kultur in kleinen Städten. Insofern kann es für Künstler von heute höchst spannend sein, sich mit Bismarck in Schönhausen, Winckelmann in Stendal oder Schütz in Weißenfels zu befassen." Ziel sei es, zeitgenössische Künstler mit diesen Schätzen zusammenzubringen und ein breites Publikum für die Museen zu aktivieren.

Bob Dylan holt sich seinen Nobelpreis ab

Treffen mit Akademiemitgliedern unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Bob Dylan hat in Stockholm endlich seinen Literaturnobelpreis entgegen genommen. Drei Monate nach der offiziellen Zeremonie traf er sich mit der Schwedischen Akademie - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dort bekam er die Preisurkunde und die Nobel-Medaille überreicht. Weitere Details wurden nicht bekannt. Der 75-jährige Folksänger gab am Samstag das erste von zwei Konzerten in Schwedens Hauptstadt. Dylan war am 13. Oktober als erstem Musiker überhaupt der Nobelpreis für Literatur zugesprochen worden. Tagelang reagierte er nicht öffentlich, was für Befremden gesorgt hatte. Seine Teilnahme an der Preisverleihung am 10. Dezember sagte er später ab. Um das Preisgeld in Höhe von umgerechnet 840.000 Euro zu erhalten, müsste Dylan bis Anfang Juni noch eine Vorlesung halten.

Pop Art-Künstler James Rosenquist tot

Maler starb mit 83 Jahren in New York

Pop-Art Pionier James Rosenquist ist gestorben. Er starb nach langer Krankheit in New York, wie es auf seiner offiziellen Webseite hieß. Rosenquist gehörte neben Andy Warhol, Roy Liechtenstein und Jasper Johns zu den führenden Figuren der Pop Art. Er wandte die Techniken der Plakatmalerei auf großformatige Kunstwerke an. Sein berühmtestes Bild ist das rund drei mal 26 Meter große Gemälde eines F-111-Kampfflugzeugs, das im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) gezeigt wird. Das aus 23 getrennten Aluminiumplatten bestehende Werk kombiniert den Bomber unter anderem mit Spaghetti, einem Haartrockner und einem Atompilz.

Handschrift der Matthäus-Passion versteigert

Für die Öffentlichkeit nicht zugänglich

Eine wiederentdeckte Musikhandschrift mit Stücken aus Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion ist für 180 000 Franken von einem Sammler ersteigert worden. Damit lag die Handschrift um 20 000 Franken über ihrem geschätzten Wert, teilte das Auktionshaus Koller in Zürich mit. Es handelt sich um die einzige erhaltene Abschrift, die Felix Mendelssohn Bartholdy von der Passion anfertigte. Das Dokument wird nicht öffentlich zugänglich sein, erklärten die Verantwortlichen. Mendelssohn Bartholdy hatte sich schon in seiner Jugend für die 1727 uraufgeführte und dann in Vergessenheit geratene Matthäus-Passion Bachs begeistert. Er setzte sich für eine Wiederaufführung ein. Damit begann im 19. Jahrhundert die Bach-Renaissance.

Designer der Regenbogenfahne ist tot

Gilbert Baker starb im Alter von 65 Jahren in New York

Der Designer der Regenbogenfahne ist tot. Gilbert Baker starb im Alter von 65 Jahren in seinem Haus in New York. Die weltweit bekannte bunte Fahne steht für die Homosexuellen-Bewegung. Baker hatte sie für den Gay Freedom Day 1978 in San Francisco entworfen, das war der Vorläufer der späteren Gay Prides. Er engagierte sich auch stark in der Bewegung der Schwulen und Lesben in San Francisco und war eng mit dem Aktivisten und Politiker Harvey Milk befreundet, der später ermordet wurde. Der Regisseur und Autor Dustin Lance Black schrieb auf Twitter: "Unsere Welt ist sehr viel weniger bunt ohne Dich, meine Liebe". Er hatte 2009 für das Drehbuch des Films "Milk", in dem Sean Penn den schwulen Politiker spielt, einen Oscar gewonnen.

Teilerfolg für Welfenschatz-Erben vor US-Gericht

Kunstgegenstände befinden sich in Berlin

Im Streit um den millionenschweren Welfenschatz haben die Nachfahren zweier deutsch-jüdischer Kunsthändler in den USA vor Gericht einen ersten Teilerfolg errungen. Sie hatten im Februar 2015 Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht, um die Herausgabe des Welfenschatzes zu erreichen. Die 44 Kunstgegenstände befinden sich im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und sind im Berliner Kunstgewerbemuseum ausgestellt. Die Klage wurde von dem US-Gericht in Washington D.C. in erster Instanz in Teilen zugelassen. Die Stiftung hatte zuvor beantragt, die Klage abzuweisen, weil der Fall nach ihrer Auffassung nicht vor ein US-amerikanisches Gericht gehört. Die historischen Fakten und der Hintergrund zum Welfenschatz-Verkauf wurden von der Limbach-Kommission geprüft. Die Stiftung ist der Ansicht, dass die Klage auch in der Sache unbegründet sei, da der Verkauf 1935 kein NS-verfolgungsbedingter Zwangsverkauf war. Die Kläger argumentieren dagegen, der Schatz sei 1935 nicht freiwillig, sondern auf Druck der Nationalsozialisten und außerdem unter Wert verkauft worden.

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Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Nebendarsteller machen ein Selfie am Rande der Präsentation erster Szenen aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele. (picture alliance/Frank Molter/dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

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