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Kulturnachrichten

Freitag, 29. April 2016

Oskar-Pastior-Preis für Anselm Glück

Nach Oswald Egger (2010) und Marcel Beyer (2014) ist Anselm Glück der dritte Preisträger

Der mit 40 000 Euro dotierte Oskar-Pastior-Preis 2016 geht an den österreichischen Maler und Schriftsteller Anselm Glück. Er habe Werke geschaffen, "die der experimentellen und konkreten Kunst verpflichtet, eine sehr eigene, unverwechselbare Diktion aufweisen", heißt es zur Begründung. Die Verleihung ist am 1. Juli im Literaturhaus Berlin, wo die nach dem Dichter Oskar Pastior (1927-2006) benannte Stiftung sitzt. Die Auszeichnung würdigt Autoren, deren Werk in der Tradition der Wiener Gruppe, des Bielefelder Colloquiums Neue Poesie und der Schriftstellergruppe Oulipo steht.

Raubkunst-Streit: Gelsenkirchen gibt Gemälde zurück

Gelsenkirchen gibt Lovis Corinth-Gemälde an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers zurück

Damit folge die Stadt der Empfehlung der Limbach-Kommission. Die in Raubkunst-Auseinandersetzungen vermittelnde Kommission hatte in einer Empfehlung die Restitution des Gemäldes "Bacchanale" empfohlen, das im Kunstmuseum der Ruhrgebietsstadt hängt. Der Berliner Unternehmer Alfred Salomon habe das Ölbild von Corinth im Jahr 1936 auf Druck der Nazis unter Wert verkaufen müssen, befand die Kommission in Magdeburg. Es gebe keine Anhaltpunkte dafür, dass seine Erben später angemessen entschädigt wurden. Salomon starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen, seine Kinder wurden in Auschwitz ermordet, nur seine Ehefrau Martha Salomon überlebte die Verfolgung. Die Stadt Gelsenkirchen hatte das großformatige Bild 1957 von einer Kölner Galerie gekauft und 2013 eine Rückgabeforderung der Erben abgelehnt. Nach mehreren vergeblichen Einigungsversuchen verständigten sich beide Seiten 2014 darauf, die Limbach-Kommission anzurufen. Diese schlug nun einen Wertausgleich vor. Demnach sollen die Erben an die Stadt 65 000 Euro für Erhalt, Pflege und öffentliche Präsentation des Gemäldes zahlen. Außerdem solle eine hochwertige Replik des Gemäldes angefertigt werden, die künftig im Kunstmuseum zusammen mit Informationen über die Geschichte des Bildes ausgestellt werden soll. Die Kosten dafür sollen beide Parteien gemeinsam tragen.

Internet-Hit beschert Hamburger Sängerin Tournee

Nach 70 Millionen Klicks lädt Konzertagentur drei Straßenmusiker zur Tournee ein

Der Überraschungserfolg mit einem Musikvideo im Internet hat einer jungen Musikerin aus Hamburg eine Tournee beschert. Die 25-jährige Anna Guder hatte vor zwei Wochen das Handy-Video von einer spontanen Jam-Session mit der Musikerin Heidi Joubert und einem Rapper aus Malta in einer Frankfurter S-Bahn ins Netz gestellt. Seither wurde das Video bei Facebook mehr als 70 Millionen Mal angeklickt. Jetzt hat eine Konzertagentur eine Kurz-Tournee arrangiert. So richtig kann sich Guder - Künstlername "Kiddo Kat" - den Erfolg des Videos nicht erklären, aber: "Ich glaube, dass es daran liegt, dass es echt ist." Die Tournee beginnt am 2. Juni in Hamburg.

Russische Schriftstellerin Ulizkaja in Moskau attackiert

Russische Nationalisten attackieren Memorial-Veranstaltung

Die russische Schriftstellerin und Kreml-Kritikerin Ljudmila Ulizkaja ist in Moskau mit grüner Farbe bespritzt worden. Der Zwischenfall ereignete sich gestern Abend bei einer Demonstration russischer Nationalisten gegen eine Veranstaltung der Bürgerrechtsgruppe Memorial. Rund 20 Aktivisten, überwiegend Anhänger der Nationalen Befreiungsbewegung, bewarfen die Teilnehmer des Geschichtswettbewerbs mit Eiern und bespritzten sie mit grüner Flüssigkeit. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden, teilte die Polizei heute mit. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow verurteilte den Angriff als schändlich und als Akt von Hooligans. Die Angreifer entehrten das Georgsband, das sie getragen hätten, sagte Peskow. Das Band gilt als Symbol des russischen Patriotismus. Die 73-jährige Ulizkaja wird in Russland, aber auch im Ausland verehrt, ihre Bücher wurden in etliche Sprachen übersetzt. Bei der grünen Farbe handelt es sich offenbar um ein Mittel zur örtlichen Betäubung, das bei Protesten immer wieder auftaucht.

Bund fördert kulturelles Erbe der Deutschen in Osteuropa

Grütters betont Bedeutung einer osteuropäischen Gedenkkultur

Die Bundesregierung will die Kultur und Geschichte der Deutschen in Osteuropa weiter fördern und teilweise noch ausbauen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte heute im Bundestag, die Förderkonzeption solle dazu im europäischen Geist weiterentwickelt werden. Je weniger Vertriebene der ersten Generation es als Zeitzeugen gebe, desto wichtiger sei die Pflege einer Gedenkstättenkultur sowie der Öffentlichkeitsarbeit. Die Opposition forderte, das Konzept weiter zu fassen und künftig mit Blick auf die derzeitige Flüchtlingskrise weitere Opfergruppen zu berücksichtigen. Die grüne Abgeordnete Ulle Schauws betonte, in dem Konzept der Bundesregierung gehe es vor allem um die Opferrolle der Deutschen. Es müssten aber auch die Erfahrungen derjenigen berücksichtigt werden, die sich derzeit auf der Flucht befänden, die ihre Heimat verloren hätten und nun versuchten, in Europa neu Fuß zu fassen.

600 Kilogramm römische Münzen in Südspanien entdeckt

Der 600-Kilo-Fund bei Sevilla umfasse Tausende Bronze- und Silbermünzen

Arbeiter haben in der Kleinstadt Tomares in Südspanien einen antiken Münzschatz aus der Zeit des Römischen Imperiums entdeckt, teilte die Direktorin des Archäologischen Museums von Sevilla, Ana Navarro, mit. Die Münzen stammten aus dem 3. und 4. Jahrhundert und seien von unschätzbarem Wert. Ein Fund dieser Art sei in Spanien ohne Beispiel, betonte Navarro. Die Münzen seien in 19 Amphoren abgefüllt gewesen.

Nannen-Preise für Journalisten verliehen

Sonderpreis ging an einen syrischen Fotografen

In Hamburg sind die diesjährigen Nannen-Preise für herausragende journalistische Leistungen verliehen worden. Der Preis für investigative Recherche ging an Autoren des Nachrichten-Magazins „Der Spiegel" für eine Geschichte über die Vergabe der Fußball-WM 2006. Einen Sonderpreis erhielt der syrische Fotograf Hossam Kattaan, der bei seiner Arbeit in dem Bürgerkriegsland von einem Scharfschützen verletzt wurde.

Buchhandel begrüßt Preisbindung für E-Books

Die Regelung sei ein "wichtiges politisches Zeichen"

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat den Beschluss des Bundestags zu festen Verkaufspreisen für E-Books begrüßt. Das Parlament habe damit ein wichtiges politisches Zeichen nicht nur für die Buchbranche, sondern auch für die europäische Ebene gesetzt, erklärte heute Verbandsvorsteher Heinrich Riethmüller. Die Buchpreisbindung sei Garant für die kulturelle Vielfalt des deutschen Buchmarkts und die neue Regelung ein "wichtiges politisches Zeichen". Vom 1. September an werden Verlage verpflichtet, auch für E-Books einen verbindlichen Ladenpreis festzulegen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hatte der Bundestag gestern Abend beschlossen. Seit 2002 sind in Deutschland feste Ladenpreise für gedruckte Bücher vorgeschrieben. In der Praxis wurde das auch bisher schon auf E-Books angewandt, der Bundestag verankerte aber erst jetzt einen ausdrücklichen Hinweis im Gesetzestext. Betroffen sind auch E-Book-Verkäufe aus dem Ausland, um eine Umgehung der Preisbindung auszuschließen.

Russischer Künstler wegen Performance vor Gericht

Konzeptkünstler Pawlenski hatte die Tür der Zentrale des Inlandsgeheimdiensts FSB in Brand gesetzt

Der 32-Jährige Pjotr Pawlenski will den Vorfall vom November 2015 als Kunstperformance verstanden wissen, die auf die Machenschaften des Diensts aufmerksam machen sollte. Die Anklage sieht das anders: Sie betrachtet die Aktion als mutwillige Beschädigung eines Kulturguts. Darauf stehen bis zu drei Jahre Haft. Pawlenskis Verteidigerin Olga Dinse machte klar, dass sie die Anschuldigung nicht ernst nimmt: Die fragliche Tür sei erst 2008 in die Geheimdienstzentrale - die so genannte Lubjanka - eingesetzt worden und habe keinen kulturellen Wert. Dinse erinnerte daran, dass in der Stalin-Zeit in dem berüchtigten Gebäude viele Menschen eingesperrt und hingerichtet worden seien. "Pawlenski betrachtet das Verfahren als Farce", sagte die Anwältin. Die Verhandlung am Donnerstag fand hinter verschlossenen Türen statt. Nach Angaben der Verteidigerin verlängerte der Richter Pawlenskis Untersuchungshaft bis Oktober. Pawlenski ist für spektakuläre Aktionen bekannt. Vor zwei Jahren nagelte er seine Hoden auf das Pflaster des Roten Platzes in Moskau, um gegen die Entwicklung Russlands zu einem Polizeistaat zu protestieren.

Schlüsselwerke von Beuys kehren nach Kleve zurück

Joseph Beuys früheres Atelier in Kleve ist nach Restauration nun der Öffentlichkeit zugänglich

30 Jahre nach dem Tod des Ausnahmekünstlers Joseph Beuys (1921-1986) kehren einige seiner Schlüsselwerke an ihren Entstehungsort zurück. Rund um das ehemalige Atelier von Beuys im Museum Kurhaus Kleve werden von Sonntag an in der Ausstellung "Werklinien" mehrere Werkgruppen gezeigt, die dort ihren Ursprung genommen haben. Höhepunkt ist das monumentale Büdericher Ehrenmal aus zwei Eichentoren und einem Eichenkreuz, das erstmals seit seiner Entstehung wieder im Kurhaus zu sehen ist. Berühmt sind Fotos von Beuys aus dem Jahr 1959, auf denen er das Ehrenmal in seinen Atelierräumen präsentiert. Normalerweise ist das Mahnmal fest in einem Turm in der Gemeinde Meerbusch-Büderich installiert. Die Werkräume im einstigen Friedrich-Wilhelm-Bad hatte Beuys von 1957 bis 1964 angemietet. Nach einer tiefen Krise machte er in seiner Zeit am Niederrhein einen künstlerischen Umbruch durch.

Alicia Vikander ist die neue Lara Croft

Oscar-Gewinnerin Alicia Vikander übernimmt damit Angelina Jolies berühmte Filmrolle

Die schwedische Schauspielerin Alicia Vikander spielt die Rolle der Lara Croft im neuen "Tomb Raider" und tritt damit in die Fußstapfen von Angelina Jolie. Jolie wurde mit der Darstellung der Videospielfigur in zwei Kinofilmen 2001 und 2003 international bekannt. Vikander schaffte den Durchbruch 2015 mit dem Science-Fiction-Thriller "Ex Machina" und dem Drama "Danish Girl", für das sie einen Oscar als beste Nebendarstellerin gewann. Die schwedische Schauspielerin ist in diesem Jahr im fünften Teil der "Bourne"-Reihe an der Seite von Matt Damon zu sehen. Der neue "Tomb Raider"-Film soll die Geschichte und das erste Abenteuer der jungen Lara Croft erzählen, die später zu einer bekannten Grabräuberin wird. Regie führt der Norweger Roar Uthaug ("The Wave"). Wann der Film in die Kinos kommt, wurde zunächst nicht bekannt.

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