Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Montag, 23.09.2019
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Kulturnachrichten

Donnerstag, 28. April 2016

Karlsmedaille für europäische Medien an ESC

Björn Ulvaeus von ESC-Gewinner Abba hielt die Laudatio

Der Eurovision Song Contest ist mit der Karlsmedaille für europäische Medien ausgezeichnet worden. Der Verein „Médaille Charlemagne pour les Médias Européens“ würdigt damit die völkerverbindende Wirkung des internationalen Wettbewerbs. Abba-Mitglied und Musikproduzent Björn Ulvaeus erklärte in seiner Laudatio, durch den Musikwettbewerb könnten Menschen in Europa ein Gefühl dafür bekommen, wie man über Grenzen hinweg in Harmonie zusammenleben kann. Die Generaldirektorin der Europäischen Rundfunkunion, Ingrid Deltenre, nahm die undotierte Auszeichnung in Aachen entgegen. Dass der ESC in einer immer stärker polarisierten Welt weiterhin so beliebt sei, zeige, „dass die Unterschiede viel kleiner sind, als wir alle denken“, sagte sie. Der Eurovision Song Contest wird seit 1956 jährlich von der Europäischen Rundfunkunion veranstaltet. Weltweit schauen knapp 200 Millionen TV-Zuschauer zu. In diesem Jahr findet der ESC am 14. Mai in Stockholm statt.

Gäste von Memorial in Moskau beschimpft und angegriffen

Wie in jedem Jahr wurden die Preise des Geschichtswettbewerbs verliehen

Anhänger des russischen Präsidenten Wladimir Putin haben das Publikum bei der Preisverleihung für einen Geschichtswettbewerbs in Moskau angegriffen. Nach Angaben von Augenzeugen attackierten sie die prominente russische Schriftstellerin Ludmila Ulitskaja und andere Teilnehmer der Veranstaltung, darunter auch ausländische Journalisten. Sie wurden beschimpft, beleidigt, mit Eiern beworfen oder einem grünen Antiseptikum besprüht. "Sie waren sehr organisiert, sehr aggressiv und schienen genau zu wissen, wer an dieser Veranstaltung teilnimmt", sagte Julius von Freytag-Loringhoven von der Friedrich-Naumann-Stiftung. Eine deutsche Delegation sei als "Faschisten" beschimpft worden. Die Polizei habe daneben gestanden, zugeschaut und nichts unternommen. Auch die rund 40 Schüler, die aus verschiedenen Landesteilen angereist waren, wurden mit Eiern attackiert. Der seit 1999 stattfindende Wettbewerb ruft Jugendliche dazu auf, Aufsätze darüber zu schreiben, wie ihre Familie die stalinistische Herrschaft bzw. den Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Die Demonstranten, zu denen neben Jugendlichen auch ältere Erwachsene gehörten, hätten die Veranstaltung stören wollen, weil sie ihrer Ansicht nach Geschichte neu schreiben und junge Menschen indoktrinieren wolle, sagte Jan Ratschinski von Memorial. "Sie hielten Schilder hoch mit der Aufschrift: 'Wir brauchen keine alternative Geschichte'", sagte Ratschinski der Nachrichtenagentur AFP.

§ 103-Strafanzeige aus Österreich gegen ZDF-Heute-Show

Mainzer Staatsanwaltschaft bestätigt Eingang

Nach Informationen der "Tiroler Tageszeitung" hat das ehemalige FPÖ-Mitglied Emanuel Falch Strafanzeige gegen das Fernsehr-Satire-Magazin "Heute-Show" gestellt. Laut Bericht bezieht sich der Student unter anderem auf den umstrittenen deutschen Strafrechtsparagrafen 103, der die Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes untersagt. Laut "Tiroler Tageszeitung" habe auch die Freiheitliche Partei Österreichs eine Klage erwogen. Da ihr Mitglied Hofer derzeit aber nur Bundespräsidentschaftskandidat sei, habe man von diesem Schritt Abstand genommen. Am Tag nach dem Etappensieg des FPÖ-Politikers bei der Präsidentschaftswahl in Österreich hatte das Team um Moderator Oliver Welke auf der Facebook-Seite der "Heute-Show" die Frage gestellt: "Was ist verkehrt mit Euch, liebe Nachbarn?" Darunter war die Fotomontage eines Schnitzels in Hakenkreuzform eingestellt. Darauf stand: "Österreicher wählen eben so, wie Sie es vom Schnitzel kennen: möglichst flach und schön braun." Nach Angaben der "Hannoverschen Allgemeine" bestätigte die Staatsanwaltschaft Mainz den Eingang einer Anzeige aus Österreich. Unterdessen hat das Bundesjustizministerium den Entwurftext zur Abschaffung des "Majestätsbeleidigungs-Paragrafen" 103
vorgelegt.

Türkische Journalisten wegen Gotteslästerung zu Haftstrafen verurteilt

Die Verurteilten haben Berufung angekündigt

Ein türkisches Gericht hat zwei Journalisten der Zeitung "Cumhuriyet" wegen Gotteslästerung verurteilt. Weil Ceyda Karan und Hikmet Cetinkaya nach den Anschlägen auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" deren Karikatur des Propheten Mohammend mit der Überschrift "Alles ist vergeben" nachdruckten, sollen sie zwei Jahre ins Gefängnis. sie eine Karikatur des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" nachgedruckt hatten. Das teilte die regierungskritische Zeitung mit. Chefredakteur Can Dündar und der Hauptstadt-Bürochef Erdem Gul sind in einem anderen Prozess des Verrats angeklagt. Sie hatten über angebliche Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an Aufständische in Syrien Anfang 2014
berichtet.

Marc Grandmontagne wird Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins

Geschäftsführer Rolf Bolwin geht in den Ruhestand

Der derzeitige Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft, Marc Grandmontagne, wird neuer Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins. Nach 25 Jahren gehe der amtierende geschäftsführende Direktor Rolf Bolwin Ende des Jahres in den Ruhestand, teilte der Bühnenverein mit. Grandmontagne trete das Amt am 1. Januar 2017 an. Er bringe die "erforderliche Expertise in allen relevanten Themen der Kulturpolitik sowie der Theater und Orchester mit", erklärte Bühnenvereins-Präsidentin Barbara Kisseler. Der 1976 geborene Jurist und Politikwissenschaftler Grandmontagne war von 2007 bis 2010 Leiter des Büros der Geschäftsführung der Kulturhauptstadt Europas GmbH - RUHR.2010. Später arbeitete er als Programmleiter bei der Stiftung Mercator in Essen. Seit 2013 ist er Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. in Bonn. Dem Bühnenverein gehören insgesamt 214 Theater und 31 selbstständige Sinfonieorchester an. Als Arbeitgeberverband schließt der Bühnenverein für das künstlerische Personal der Theater und Orchester Tarifverträge mit verschiedenen Gewerkschaften ab.

Prince nahm nach US-Medienberichten Opiate

An seinem Todestag soll er verschreibungspflichtige Schmerzmittel bei sich gehabt haben

CNN berichtet, auch im Haus von Prince, der vor einer Woche tot aufgefunden worden war, seien Opiate gefunden worden. Die Zeitung "Minneapolis Star Tribune" berichtet, die Rolle der verschreibungspflichtigen Medikamente beim Tod des Pop-Stars sei Gegenstand von Ermittlungen; laut CNN wurde die US-Drogenbekämpfungsbehörde eingeschaltet. Die Website "TMZ" hatte berichtet, der 57jährige sei sechs Tage vor seinem Tod wegen einer Überdosis in einem Krankenhaus behandelt worden. Dort sei ihm ein Gegenmittel gegen eine Überdosis an Opiaten gespritzt worden, heißt es unter Berufung auf "zahlreiche Quellen". Entgegen der Empfehlung der Ärzte sei Prince nicht 24 Stunden zur Beobachtung in der Klinik geblieben, sondern habe diese bereits nach drei Stunden wieder verlassen. Eine erste Obduktion hatte keine Hinweise auf eine Überdosis Drogen erbracht.

Arte setzt nach Protest der Familie Film über Sergej Magnitski ab

Die Angehörige fürchteten Diffamierung des toten russischen Anwalts

Die Koproduktion "Der Fall Magnizki" von ZDF und Arte wird nicht wie geplant am 3. Mai ausgestrahlt. Man wolle den Film von Andrej Nekrassow über den 2009 in Moskauer Haft gestorbenen Juristen Sergej Magnitski erst inhaltlich und juristisch prüfen, teilte Arte mit. Dabei gehe es vor allem um den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Sein Film sei ein "Trümmerfeld", sagt Filmemacher Nekrassow, der für seine kritische Haltung gegenüber der russischen Führung bekannt ist. Die Version eines
Polizeiskandals von beispiellosem Ausmaß in Russland, hält er aber für nicht mehr tragbar. Vielmehr macht Nekrassow den früheren Investmentfonds-Manager Browder für den Tod von Magnitski verantwortlich. Browder und die Familie von Magnitski hatten in einen Offenen Brief erklärt, sie fürchteten die Diffamierung des Toten, weil in Frage gestellt werde, dass Magnitski in der Haft zu Tode gefoltert wurde.

Österreichs Kunstminister verurteilt erneute Provokation am Burgtheater

Josef Ostermayer: "Wer jetzt nicht aufsteht, macht sich schuldig"

Österreichs Kunst- und Kulturminister Josef Ostermayer hat den Versuch einer erneuten Störung einer Vorstellung von Elfriede Jelineks "Die Schutzbefohlenen" am Wiener Burgtheater kritisiert. Es dürfe für die "Provokation einer rechtsradikalen Gruppe kein Verständnis und keine Akzeptanz" geben. Was mit der Besetzung von Theaterbühnen beginnt, endet allzu oft in Gewalt gegen jene, denen unser Schutz zu gewähren ist." Darüberhinaus forderte der Sozialdemokrat laut Nachrichtenagentur APA ein klares Bekenntnis aller österreichischen Parteien: "Die Freiheit der Kunst anzugreifen, heißt, sich gegen Österreich und seine Werte zu stellen", so der Minister. "Wer jetzt nicht aufsteht und sich gegen diese Vorfälle ausspricht" mache sich schuldig." Es brauche einen "Schulterschluss der anständigen, demokratischen und humanistischen Kräfte unseres Landes gegen die Verhetzer und Spalter der Gesellschaft." Der "Standard" berichtet, am Mittwoch seien fünf Personen der rechtsextremen "Identitäre Bewegung" auf das Dach des Hauses geklettert und hatten ein Transparent mit der Aufschrift "Heuchler" entrollt sowie Flugblätter abgeworfen. Die Polizei sei rasch vor Ort gewesen und zwei Personen wegen Ordnungsstörung angezeigt worden. Die Aufführung selbst verlief ungestört. Vor zwei Wochen war eine "Schutzbefohlenen"-Vorstellung mit Geflüchteten im Audimax der Universität Wien gestürmt worden.

Böhmermann für Grimme Online Award nominiert

Entscheidung fiel schon vor dem Erdogan-Gedicht

Satiriker Jan Böhmermann ist mitten im Wirbel um sein Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten für den Grimme Online Award nominiert worden. Der Komiker geht in der Kategorie "Spezial»" ins Rennen, wie die Grimme-Jury heute in Köln mitteilte. Er sei für seine "persönliche Leistung" nominiert, also "das Bespielen seiner nahtlos verzahnten Online-Präsenz»" Die Entscheidung darüber sei allerdings schon vor Böhmermanns Erdogan-Gedicht gefallen, sagte ein Grimme-Sprecher. Insgesamt können in diesem Jahr 28 Webangebote auf die bis zu neun Preise hoffen - vom Twitter-Kanal über Podcast bis zur Multimedia-Reportage. Verliehen werden die Auszeichnungen am 24. Juni in Köln.

Neue Räume der Hamburger Kunsthalle vorgestellt

Der Umbau kostete 25 Millionen Euro

Nach einer umfangreichen Modernisierung wird die Hamburger Kunsthalle an diesem Wochenende wiedereröffnet. Am Vormittag stellten Kunsthallen-Direktor Hubertus Gaßner, der Erste Bürgermeister Olaf Scholz und Mäzen Alexander Otto die neuen Räume der Öffentlichkeit vor. Der Chef des Otto-Versands und seine Frau Dorit hatten 15 Millionen Euro für den Umbau gespendet. Die Stadt Hamburg steuerte aus verschiedenen Töpfen weitere zehn Millionen bei. Sie nutzte die Arbeiten am Wallringtunnel vor der Kunsthalle, um für vier Millionen Euro die Front zum Glockengießerwall neu zu gestalten. Außerdem konnte die Ausstellungsfläche der Kunsthalle erweitert werden. Erstmals seit Ende des 19. Jahrhunderts ist auch der der ursprünglich vorgesehene Eingang des Hauses auf der Alsterseite nutzbar. Am Eröffnungswochenende gibt es Konzerte, Tanzeinlagen, Performances und Führungen. Im Anschluss ist der Eintritt in die Kunsthalle einen Monat lang kostenlos.

Geflüchteten-Projekt "Multaka" kann weitermachen

Kulturstaatsministerin überreichte Bewilligungsbescheid

Das Flüchtlingsprojekt "Multaka" wird mit einer Förderung in Höhe von 85.000 Euro fortgesetzt. Seit vergangen Dezember führen auf der Berliner Museumsinsel 19 Geflüchtete aus Syrien und dem Irak andere Geflüchtete durch Museen und Ausstellungen. Die Resonanz auf das Angebot war nach Aussage der Beteiligten "sensationell". Monika Grütters sagte, "Multaka" ("Treffpunkt") zeige auf vorbildliche Weise, wie die Integration der Neuankömmlinge unterstützt werden könne. In der zweiten Projektphase soll es nun Workshops geben, in die auch das deutschsprachige Berliner Publikum einbezogen wird.

"Mein Kampf"-Ausgabe: 55 000 Exemplare verkauft

Heute Plenarsitzung in München zur Nutzung in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen

Die kritische "Mein Kampf"-Ausgabe des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) ist zum Bestseller geworden. Seit Erscheinen des Buches Anfang Januar wurde das Werk nach IfZ-Angaben schon rund 55 000 Mal verkauft. Damit schaffte es das Buch auf Platz eins der "Spiegel"-Bestsellerliste. Das Institut hatte Adolf Hitlers Hetzschrift Anfang 2016 nach jahrelanger Arbeit als kritische Edition auf den Markt gebracht. Der bayerische Landtag beschäftigt sich heute in seiner Plenarsitzung mit der Frage, ob und wie die kritische Ausgabe in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen genutzt werden kann. Sowohl die SPD-Fraktion als auch die Freien Wähler und die Grünen haben entsprechende Dringlichkeitsanträge gestellt. Die bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit entwickelt derzeit eine Broschüre zum Umgang mit dem Buch im Unterricht. Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden
in Deutschland, Charlotte Knobloch, lehnt die Verwendung der wissenschaftlich
kommentierten Ausgabe im Schulunterricht strikt ab. "Ich mag mir nicht ausmalen, was geschieht, wenn der Pausengong ertönt, ehe die Auseinandersetzung mit und die Aufklärung über die
menschenverachtenden Inhalte abgeschlossen ist", sagt sie. Die 83jährige hatte die Arbeit des Instituts für Zeitgeschichte von Anfang an entschieden kritisiert.

Sam Mendes Jury-Präsident beim Filmfest Venedig

Internationales Festival beginnt am 31. August

Der britische Regisseur Sam Mendes wird der Jury des Filmfests in Venedig vorstehen. Er fühle sich "sehr geehrt", sagte der 50-Jährige. Er habe eine besondere Beziehung zur Stadt, in der er 1984 als Student ein dreimonatiges Praktikum absolviert habe. Mendes hatte zuletzt die James-Bond-Filme "Skyfall" und "Spectre" gedreht. Im Jahr 2000 war er für sein Regiedebüt "American Beauty" mit einem Oscar ausgezeichnet worden. Die Goldenen Löwen werden am 10. September verliehen.

Anwalt: Finnische Autorin soll aus Türkei abgeschoben werden

Anwalt von Taina Niemelä macht Fall öffentlich

Die türkischen Behörden wollen die finnische Autorin Taina Niemelä ausweisen. Das sagte ihr Anwalt Mahmut Kacan der Nachrichtenagentur AFP. Der im Osten der Türkei lebenden Niemelä würden Spionage und Aktivitäten für die verbotene Rebellengruppe Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vorgeworfen. Sie sitze in Abschiebehaft, so Kacan. Die türkische Nachrichten-Website Diken meldete, Niemelä habe einen finnischen Presseausweis. Unterdessen bezeichnete der ehemalige Präsident der Akademie der Künste in Berlin, Klaus Staeck, den Umgang mit Journalisten in der Türkei als "Attacken" auf die Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit. Es sei "eine besondere Form der Frechheit, wie Staatspräsident Erdogan versuche, durch seine Zumutungen unsere Verteidigungsbereitschaft zu testen", so Staeck in der "Berliner Zeitung". Vor allem die Lage vieler Künstler und Journalisten in der Türkei bereite im Sorge. Sie seien "nicht nur der Willkür eines Staatspräsidenten ausgeliefert, sondern häufig genug auch regierungsnaher Schlägertrupps."

Guy Montavon bleibt Intendant in Erfurt

Vertragsverlängerung bis 2022

Der Schweizer Guy Montavon bleibt bis 2022 Generalintendant des Theaters Erfurt. Der Stadtrat habe der Vertragsverlängerung um weitere fünf Jahre zugestimmt, teilte das Theater heute in Erfurt mit. Montavon hatte das Haus 2002 übernommen und unter anderem durch jährliche Opernaufführungen weiterentwickelt. Er setzt zudem auf Kooperationen und Koproduktionen mit Häusern im In- und Ausland. Gegenwärtig inszeniert er in Nizza die Oper "Medea" von Luigi Cherubini. Es ist eine Gemeinschaftsproduktion mit dem dortigen Theater und dem Landestheater Linz. 2018 soll die Oper in Erfurt gespielt werden.

Verleger verlässt Hongkong aus Furcht vor Staatssicherheit

Bei Verlegern und Buchhändlern geht nach dem Verschwinden von Kollegen die Angst um

Der Verleger eines führenden Magazins über Verteidigungsthemen will Hongkong aus Furcht vor der chinesischen Staatssicherheit verlassen. Andrei Chang, Herausgeber von "Kanwa Asian Defense", sagte heute, die mutmaßlichen Entführungen von Buchhändlern mit Verbindungen zu Hongkonger Verlegern, die Bücher über sensible politische Themen veröffentlicht hätten, hätten ihn schockiert. Daher habe er sich entschieden, im kommenden Monat nach Tokio zu ziehen. Sein Magazin solle aber weiter in Hongkong erscheinen. Zuletzt waren Autoren wie der schwedisch-chinesische Schriftsteller Gui Minhai und vier Kollegen, die Verbindungen zu dem Buchladen Causeway Bay hatten, zeitweilig verschwunden, unter ihnen auch der britische Chefredakteur Lee Bo. Viele ethnische Chinesen in Hongkong haben ausländische Pässe, die sie als Art Versicherung im Fall einer Krise sehen. Allerdings kamen zuletzt an dieser Strategie Zweifel auf. Drei der Kollegen von Lee und Gui sind mittlerweile gegen Kaution auf dem Festland wieder frei. Die beiden selbst scheinen aber ohne Anklage weiter festzusitzen.

Schriftsteller Gerd Fuchs gestorben

Er wurde 83 Jahre alt

Gerd Fuchs war einer der großen bundesdeutschen Schriftsteller und ein wichtiger literarischer Chronist, seit den sechziger Jahren beim Auftritt bei der Gruppe 47 bis zur Veröffentlichung seiner Novelle "Liebesmüh" im vergangenen Jahr. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb er bereits am 13. April im Alter von 83 Jahren im Kreise seiner Familie. Fuchs studierte Germanistik und Anglistik und war ab 1964 journalistisch tätig, zunächst als Feuilleton-Redakteur bei der Welt, ab 1967 als Kultur-Redakteur beim Spiegel und später als freier Mitarbeiter bei der konkret. Seit 1968 arbeitete er als freiberuflicher Schriftsteller und Lektor. Er war Mitgründer der AutorenEdition, Mitglied des deutschen PEN und veröffentlichte zahlreiche Romane, von denen "Ein Mann für's Leben" mit prominenter Besetzung 1981 für die ARD verfilmt wurde. Gerd Fuchs wurde u.a. mit dem Förderpreis des Lessing-Preises (1974), dem Kunstpreis der Stadt Saarbrücken (1992) und dem Italo-Svevo-Preis (2007) ausgezeichnet.

Kulturnachrichten hören

April 2016
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

Zum Tod von Sigmund JähnDer Kosmonaut der Herzen
Sigmund Jähn, früherer Kosmonaut und erster Deutscher im Weltall, steht im Kosmonautenzentrum in Chemnitz vor dem Modell des Raumschiffes Mir. Jähn besuchte die Einrichtung aus Anlass des 40. Jahrestages der Namensgebung Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn". (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

"Ein unglaublicher Brückenbauer" sei Sigmund Jähn gewesen, sagt Raumfahrt-Experte Dirk Lorenzen über den deutschen Raumfahrt-Pionier, der nun im Alter von 82 Jahren gestorben ist. In der Bundesrepublik hätte Jähn mehr gewürdigt werden müssen.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur