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Kulturnachrichten

Sonntag, 24. April 2016

Erstes Museum für polnische Kunst außerhalb Polens

Museum Jerke zeigt polnische Avantgardisten

Das erste Museum für polnische moderne Kunst außerhalb Polens ist in Recklinghausen eröffnet worden. Das Museum Jerke zeigt auf zwei Etagen Werke der polnischen Avantgarde der 20er Jahre und der Nachkriegsmoderne ab 1960. Die Exponate stammen aus der rund 600 Arbeiten umfassenden privaten Sammlung von Werner Jerke, der 1981 aus dem oberschlesischen Pyskowice nach Deutschland kam. Neben der Präsentation von Gemälden, Skulpturen und Installationen aus der Sammlung sind Wechselausstellungen in Zusammenarbeit mit polnischen Galeristen geplant. Für Besucher steht das Museum in der Altstadt von Recklinghausen vom kommenden Freitag an offen.

PEN fordert Abschaffung des Blasphemie-Paragrafen

Resolution zum Abschluss der Jahrestagung in Bamberg

Die Schriftstellervereinigung PEN fordert die Abschaffung des Blasphemie-Paragrafen in Deutschland. "Wir verlangen die ersatzlose Streichung des Paragrafen 166", sagte der Präsident des deutschen PEN-Zentrums, Josef Haslinger. Es könne nicht sein, dass die Haltung einiger Länder zur Kritik am Islam Aufsehen errege, während Deutschland selbst einen Gotteslästerungs-Paragrafen im Strafgesetzbuch verankert habe. Das PEN-Zentrum verabschiedete zum Abschluss seiner Jahrestagung in Bamberg eine entsprechende Resolution.

Afrikanischer Popstar Papa Wemba gestorben

Wemba brach während eines Konzertes zusammen und starb kurz darauf

Einer der größten Stars der afrikanischen Musikszene, der kongolesische Sänger Papa Wemba, ist tot. Der 66-jährige sei am Sonntag während eines Konzerts in der ivorischen Stadt Abidjan auf der Bühne zusammengebrochen und kurze Zeit später gestorben, sagte sein Sprecher auf Radio Okapi. Sanitäter des Roten Kreuzes hätten ihn nicht mehr retten können. Der kongolesische Kulturminister Baudouin Banza Mukulay sprach "von einem großen Verlust für unser Land und ganz Afrika". Papa Wemba, der eigentlich Jules Shungu Wembadio Pene Kikumba hieß, begann seine Karriere Ende der 1960-er Jahre in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa. Als einer der ersten kombinierte er klassische kongolesische Klänge mit europäischer Tanzmusik und wurde so zum Vorreiter der Weltmusik. International bekannt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Peter Gabriel.

Andreas Ecke erhält Europäischen Übersetzerpreis

Ecke übersetzt niederländische Literatur ins Deutsche

Der Literaturübersetzer Andreas Ecke ist mit dem Europäischen Übersetzerpreis ausgezeichnet worden. Der 1957 in Wuppertal geborene Ecke habe sich in der Literatur als "ein sehr einfühlsamer und vielseitiger Übersetzer" einen Namen gemacht, teilte die Jury zur Preisverleihung im badischen Offenburg mit. Gewürdigt werde mit dem Preis seine Übertragung niederländischer Literatur in die deutsche Sprache. Der Preis, der 2006 ins Leben gerufen wurde und alle zwei Jahre in Offenburg vergeben wird, ist mit 15 000 Euro dotiert.

Leichnam von Prince eingeäschert

Familie des Popstars nimmt im kleinen Kreis Abschied

Zwei Tage nach dem Tod von Prince haben Familienangehörige, Freunde und Kollegen von dem Popstar Abschied genommen. Dies teilte die Sprecherin des am Donnerstag gestorbenen Musikers der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Zeremonie habe im kleinen Kreis stattgefunden. Der Leichnam des Musikers sei eingeäschert worden, der Aufbewahrungsort würde geheim bleiben. Zu einem späteren Zeitpunkt sollten Pläne für eine "musikalische Feier" bekanntgegeben werden. Die Todesursache sei weiterhin unbekannt, teilte die Sprecherin mit. Frühestens in vier Wochen sei mit dem Obduktionsergebnis zu rechnen. Der Polizei zufolge wies die Leiche des Sängers keine Spuren von einer Verletzung auf. Die Ermittler gehen auch nicht von einem Selbstmord aus.

Leiter der Uffizien in Florenz kündigt Veränderungen an

Weniger Wartezeiten, mehr Gastronomie, Apps statt Audioguides

In den Uffizien in Florenz soll sich einiges ändern. So müssten Besucher künftig weniger in Warteschlagen stehen, sagte Museumsleiter Eike Schmidt der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Auch solle der Verbindungsgang über den Ponte Vecchio wieder für die Allgemeinheit öffnen. Im Botticelli-Saal sollten nach der Renovierung weniger Bilder hängen: Vor dessen berühmtem Gemälde "Die Geburt der Venus" sei "das Gedränge am schlimmsten". Audioguides will das weltbekannte Haus künftig durch Apps ersetzen, möglicherweise kostenfreie. Auch soll der Aufschlag für online erworbene Eintrittskarten abgeschafft und das gastronomische Angebot ausgebaut werden. Mit knapp zwei Millionen Besuchern im Jahr sind die Uffizien das beliebteste Museum in Italien.

Neuer Dresdner Stadtschreiber will Rassismus aufgreifen

Sachsens Ruf sei in Gefahr, so Peter Wawerzinek

Der Schriftsteller Peter Wawerzinek will sich als Dresdner Stadtschreiber 2016 mit Pegida, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Sachsen auseinandersetzen. Er werde sich mit einem Kollegen "unter die Leute mischen", schreibt Wawerzinek im Berliner "Tagesspiegel". Aus seiner Kindheit und Jugend habe er sehr positive Erinnerungen an Dresden, betont der Schriftsteller. Nun sei jedoch Sachsens Ruf in Gefahr und Dresden kein freundlicher Ankunftsort mehr. Kollegen warf Wawerzinek zugleich Angst und Kleinmut vor. Er sei als Stadtschreiber genommen worden, weil sich für dieses Jahr deutlich weniger Autoren um das Amt beworben hätten als zuvor, schreibt er. Die Bewerberzahl sei von 100 um zwei Drittel auf 33 gesunken. "Da frage ich mich, was ist los mit unseren Schriftstellern."

Mexikaner del Paso nimmt Cervantes-Preis entgegen

Auszeichnung ist für den 81jährigen "ein Anreiz, weiter zu schreiben"

Der mexikanische Schriftsteller und Dichter Fernando del Paso hat den Premio Cervantes, die bedeutendste Literatur-Auszeichnung der spanischsprachigen Welt, in Empfang genommen. Del Paso bringe die spanische Sprache "zum Glänzen", sagte Spaniens König Felipe VI. am Samstag bei der Preisübergabe in der Universität von Alcalá de Henares östlich von Madrid. In seiner Dankesrede erklärte der 81-Jährige, der Cervantes-Preis sei in seinem hohen Alter "ein Anreiz, weiter zu schreiben". Del Paso wurde nach Angaben der Jury für seinen "Beitrag zur Entwicklung des Romans" ausgezeichnet, "der Tradition und Moderne vereint". Der Mann aus Mexiko-Stadt gehe Risiken ein und sei innovativ, hieß es. Zu seinen wichtigsten literarischen Einflüssen zählt del Paso unter anderem James Joyce und William Faulkner. Der 1987 im Original erschienene historische Roman "Nachrichten aus dem Imperium" ist das wichtigste Werk des eher zum Tragikomischen als zum Drama neigenden Autors.

Türkei interveniert gegen Dresdner Konzertprojekt

"Aghet" thematisiert den türkischen Genozid an den Armeniern

Die Türkei macht auf europäischer Ebene Druck gegen das Konzertprojekt "Aghet" der Dresdner Sinfoniker. Darin geht es um den Genozid an den Armeniern vor 100 Jahren. Der türkische EU-Botschafter verlange, dass die Europäische Union die Förderung für die internationale Produktion einstellt, sagte der Intendant der Dresdner Symphoniker, Markus Rindt in Dresden. Das sei ein "Angriff auf die Meinungsfreiheit". Die zuständige Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur bei der EU-Kommission stehe weiter hinter dem Projekt, berichteten die "Dresdner Neuesten Nachrichten". Die Agentur hat Rindt zufolge der türkischen Seite jedoch insofern nachgegeben, dass sie Informationen zu "Aghet" auf ihrer Internetseite entfernte. "Das finden wir nicht gut."

Kunstfest Weimar fürchtet um seine Existenz

Stadtrat will Einstellung der Fördergelder beschließen

Das Weimarer Kunstfest sieht sich akut in seiner Existenz bedroht. Der Stadtrat der Klassikerstadt wolle in der kommenden Woche die Einstellung der Förderung ab 2019 beschließen, teilte das Kunstfest in Weimar mit. Damit stehe eines der deutschlandweit bekanntesten Kulturfestivals vor dem Aus. Das traditionsreiche Festival, das 1990 als eine der ersten deutsch-deutschen Kulturinitiativen nach dem Mauerfall gegründet und unter der langjährigen Leitung von Nike Wagner auch international wahrgenommen wurde, wird seit 2014 als künstlerisch eigenständige Abteilung des Deutschen Nationaltheaters Weimar geführt. Von der Stadt wird es nach eigenen Angaben jährlich mit 250.000 Euro und vom Freistaat Thüringen mit 650.000 Euro gefördert. Da die Höhe der Zuschüsse aneinander gekoppelt sei, würde die Streichung des städtischen Zuschusses auch zum Wegfall der Förderung durch das Land führen, hieß es.

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