Seit 13:05 Uhr Länderreport

Dienstag, 22.10.2019
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Kulturnachrichten

Mittwoch, 20. April 2016

ARD ist gegen Senkung des Rundfunkbeitrags

Überschüsse machen laut KEF eine Senkung um 30 Cent möglich

Die ARD hält die von der Finanzkommission KEF empfohlene Senkung des Rundfunkbeitrags für den falschen Weg. "Wir haben klar gegen eine Senkung plädiert", sagte die ARD-Vorsitzende und MDR-Intendatin Karola Wille in Potsdam. "Wir haben in unserer Stellungnahme gegenüber den Ländern zwei Dinge deutlich gemacht: Zum Einen, dass in der Empfehlung der KEF noch ein paar Risiken drinstecken, beispielsweise nicht berücksichtigte Ertragsausfälle", sagte Wille. "Und man hätte natürlich die Möglichkeit, wenn man jetzt erneut wie in den vergangenen Jahren eine Rücklage bildet, sie dann für den Finanzbedarf ab 2021 heranziehen zu können." Nach dem Vorschlag der Expertenkommission KEF soll der monatliche Rundfunkbeitrag wegen eines Überschusses von mehr als einer halben Milliarde Euro ab dem Jahr 2017 um 30 Cent auf 17,20 Euro im Monat sinken. Die Entscheidung darüber liegt bei den Ländern. Nach Ansicht der KEF könnte der pro Haushalt erhobene Beitrag danach ab 2021 auf bis zu 19,40 Euro steigen.

Botschafter protestieren gegen Lollapalooza-Festival

Spektakel soll in der Nähe des sowjetischen Ehrenmals stattfinden

Gegen das Rockfestival Lollapalooza im Treptower Park in Berlin formiert sich politischer Widerstand. Zehn Botschafter ehemals sowjetischer Staaten bitten darum, das Open-Air an einen geeigneteren Standort zu verlegen. Das geht aus einem Brief an Regierungschef Michael Müller und Bezirksbürgermeister Oliver Igel hervor. Die Botschafter unter anderem aus Russland, Kasachstan und Usbekistan halten ein Konzert in unmittelbarer Nähe des sowjetischen Ehrenmals, einer Friedhofsstätte, für "absolut unangemessen und inakzeptabel sowie störend für die Ehre und das Andenken an die Gefallenen". Eine Sprecherin des Bezirksamts bestätigte die Existenz des Schreibens. Das sowjetische Ehrenmal werde aber nicht Teil des Lollapalooza, betonte sie. Es gebe Gespräche zwischen Land, Festival-Veranstaltern und Botschaftern. Schärfere Auflagen für die Konzerte würden geprüft. Genehmigt ist das Festival, bei dem Anfang September Rockbands wie Kings of Leon oder Radiohead spielen sollen, demnach noch nicht.

Ministerin warnt vor kulturellem Kahlschlag in Karlsruhe

Badisches Staatstheater und ZKM Karlsruhe drohe "schwerer Substanzverlust"

Mit Blick auf Sparpläne der Stadt Karlsruhe beim Badischen Staatstheater und dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) warnt die baden-württembergische Landesregierung vor "schwerem Substanzverlust". Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) erinnerte daran, dass das Land seinen Anteil an der Finanzierung der Kultureinrichtungen im selben Maße reduziere wie die Stadt. "Dies würde das Badische Staatstheater und das ZKM in ihrer künstlerischen Leistungsfähigkeit erschüttern", sagte Bauer einer in Stuttgart veröffentlichten Mitteilung zufolge. Nach Angaben des Ministeriums würden die Einsparungen in der Gesamtsumme allein beim Badischen Staatstheater bis 2022 mit rund 11 Millionen Euro zu Buche schlagen. "Eine solche Einsparsumme erschüttert das Badische Staatstheater in seinen Grundfesten und beschädigt es nachhaltig und schwer in seiner Leistungsfähigkeit", warnte Bauer.

Geplante Gurlitt-Ausstellungen verschoben

Grund ist der anhaltende Rechtsstreit um das Testament von Cornelius Gurlitt

Wegen des anhaltenden Rechtsstreits um das Testament von Cornelius Gurlitt können geplante Ausstellungen von Kunstwerken aus seinem Nachlass nicht mehr in diesem Jahr realisiert werden. Für die Umsetzung der Projekte nehme man nun Kurs auf 2017, teilten das Kunstmuseum Bern und die Bundeskunsthalle in Bonn mit. Zur Begründung verwiesen die Museen auf eine am Vortag erlassene Verfügung des Oberlandesgerichts München. Das Gericht will prüfen, ob der Sohn eines NS-Kunstsammlers beim Verfassen seines letzten Willens im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war. Gurlitts Cousine Uta Werner erhebt Anspruch auf die Sammlung, deren Fund die Kunstwelt 2013 in Atem hielt, und will verhindern, dass sie - wie von Gurlitt testamentarisch verfügt - an das Kunstmuseum Bern geht. Die beiden Museen hatten Anfang April erklärt, Werke aus der Gurlitt-Sammlung für den kommenden Winter in zeitgleichen Ausstellungen in Bonn und in Bern zeigen zu wollen.

Interesse an deutscher Sprache steigt

15,4 Millionen Menschen lernen weltweit Deutsch

Nach einem Bericht zur auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik wächst weltweit das Interesse an der deutschen Sprache. Weltweit sei die Zahl der Deutschlernenden seit 2010 von 14,9 auf 15,4 Millionen gestiegen, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Vor allem in Wachstumsregionen wie China, Indien und Brasilien gebe es eine starke Nachfrage nach Deutsch. Die meisten Deutschlernenden befänden sich nach wie vor mit 9,4 Millionen in Europa. Weltweiter Spitzenreiter sei Polen mit 2,28 Millionen Deutschlernern. Die Erhebung bestätige, dass deutsche Sprachkenntnisse überwiegend an Schulen erworben würden: 13,4 Millionen oder rund 87 Prozent der weltweit erfassten Deutschlernenden seien Schüler.

Schauspieler Karl-Heinz von Hassel gestorben

Bekannt wurde er als Frankfurter Tatort Kommissar Edgar Brinkmann

Der Schauspieler und ehemalige Frankfurter "Tatort"-Kommissar Karl-Heinz von Hassel ist tot. "Er starb nach kurzer schwerer Krankheit am Dienstag in Hamburg", bestätigte seine Ehefrau Karin von Hassel der Deutschen Presse-Agentur. Dem Fernsehpublikum bekannt wurde von Hassel als beharrlich und eher unspektakulär ermittelnder Kommissar Edgar Brinkmann in den "Tatort"-Filmen des Hessischen Rundfunks. Stets korrekt gekleidet, als Markenzeichen mit einer Fliege, ermittelte er von 1984 bis 2001. Anfang der 80er Jahre spielte er auch in mehreren Filmen von Rainer Werner Fassbinder mit. In den vergangenen Jahren war von Hassel vor allem auf Theaterbühnen in Düsseldorf, Hannover und Essen zu sehen.

Medienhäuser sollten Leser zu Clubmitgliedern machen

US-Medienexperte Jeff Jarvis gibt Empfehlung zur Zukunftsfähigkeit der Zeitung

Der amerikanische Journalismus-Experte Jeff Jarvis hat die deutschen Zeitungsverleger dazu aufgerufen, stärker mit Google und Facebook zusammenzuarbeiten. "Wir können nicht mehr davon ausgehen, dass das Publikum zu uns kommt. Wir müssen zum Publikum gehen - und das ist bei Facebook", sagte Jarvis bei der Digitalkonferenz Newscamp 16 in Augsburg. Statt auf Datenschutz und Leistungsschutzrecht zu setzen, sollten die Zeitungen in eine direkte Beziehung zu ihren Lesern treten und deren Nutzungsdaten auswerten. Google wisse viel mehr über den individuellen Leser als die Zeitungen, sagte der New Yorker Journalismus-Professor. Für Medienhäuser komme es immer mehr darauf an, ihre Leser zu Clubmitgliedern zu machen und ihnen relevanten, einzigartigen Service anzubieten.

"Satire darf nicht alles"

Dieter Nuhr verteidigt Merkels Entscheidung für Böhmermann-Prozess

Der Kabarettist Dieter Nuhr hat die Ermittlungen gegen Jan Böhmermann wegen eines Schmähgedichts auf den türkischen Präsidenten verteidigt. "Beleidigung ist gesetzlich verboten. Das gilt auch für den türkischen Staatspräsidenten, weil das Gesetz bei uns für jeden gilt", schreibt der 55-Jährige in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel". Kanzlerin Angela Merkel habe Böhmermann nicht türkischen Foltergefängnissen übergeben, sondern nur festgestellt, was selbstverständlich sein sollte, argumentiert Nuhr. Juristische Entscheidungen seien Sache der Justiz, nicht der Politik. Böhmermann hatte in seiner TV-Show den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verbal angegriffen, um nach eigenen Worten den Unterschied von erlaubter Satire und verbotener Schmähkritik zu zeigen. Er gehe davon aus, dass der Moderator mit der Argumentation juristisch durchkomme, "auf der Metaebene der Metaebene der Kunst" tätig gewesen zu sein. "Dann werden vielleicht bald auch die Judenhasser, Holocaustleugner und Hassprediger Gedichte schreiben und behaupten, das Ganze sei ja nur Satire."

1000 Pfund für bösesten Erdogan-Limerick

Britisches Magazin lobt Wettbewerb aus

1000 Pfund für das beste Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bietet die konservative britische Wochenzeitung The Spectator. Das meldete die Lyrikzeitung. Als Reaktion auf den Fall Böhmermann in Deutschland schrieb Spectator-Kolumnist Douglas Murray, als frei geborener Brite, der nicht unter den Blasphemiegesetzten von Despoten wie Erdogan lebe, habe er am Wochenende ein unhöfliches Gedicht über Erdogan geschrieben und lade alle Leser ein, es ihm gleich zu tun. Nach der Veröffentlichung des Beitrags stiftete eine Privatperson die 1000 Pfund Preisgeld für den Lyrik-Wettbewerb. Über Bundeskanzlerin Merkel und ihre Entscheidung den Prozess gegen den ZDF-Moderator Jan Böhmermann wegen seiner Erdogan Satire zuzulassen, schrieb Murray: "Die Tatsache, dass über einen solchen Prozess auch nur nachgedacht wird, zeigt, dass Deutschland wenig mehr als eine Provinz der Türkei ist."

"Brücke"-Erbe Carl-Heinz Kliemann gestorben

Der Grafiker wurde 91 Jahre alt

Der Maler und Grafiker Carl-Heinz Kliemann ist tot. Er starb am 12. April im Alter von 91 Jahren in Berlin, wie das Stadtmuseum Berlin erst heute mitteilte. Kliemann gilt als Erbe der expressionistischen Kunstbewegung "Die Brücke". Er war ein Schüler Karl Schmidt-Rottluffs, galt als Klassiker des Farbholzschnitts nach 1945, war aber auch Aquarellist und Radierer. 1950 bekam Kliemann den Berliner Kunstpreis, dem weitere Auszeichnungen folgten. Von 1966 bis 1978 lehrte er in Karlsruhe Malerei und Grafik. Ab 1968 wirkte Kliemann an öffentlichen Bauten. So schuf er ein Wandkunstwerk im Berliner Reichstagsgebäude, das im Zuge des Umbaus für den Deutschen Bundestag vernichtet wurde. Seine Arbeiten waren in Museen Europas und New York zu sehen. Seine Themen waren die Hinterhöfe Berlins, die Berge des italienischen Olevano, die griechischen Inseln und die Alleen des Veneto. Einige Jahre verbrachte Kliemann in Gräfelfing bei München, 2000 kehrte er in seine Berliner Heimat zurück.

Streit ums Gurlitt-Erbe geht weiter

Rechtsstreit läuft seit November 2014

Das Oberlandesgericht München will dem Geisteszustand des 2014 gestorbenen Kunstsammlers vor seinem Tod genauer auf den Grund gehen. Dazu sollen Ende September Zeugen gehört werden, die Gurlitt in den Monaten vor seinem Tod erlebt haben. Das teilte das Gericht mit. Gurlitts Cousine erhebt Anspruch auf das millionenschwere Erbe. Sie will verhindern, dass die Sammlung - wie von Gurlitt in seinem Testament verfügt - an das Kunstmuseum Bern geht.

Julia Jones wird Generalmusikdirektorin in Wuppertal

Die britische Dirigentin tritt das Amt im Sommer an

Jones löst Toshiyuki Kamioka ab, der bislang Opernintendant und Generalmusikdirektor in Wuppertal ist. Er gibt beide Ämter zum Ende der Spielzeit 2015/16 vorzeitig ab. Kamioka hatte erst zur Spielzeit 2014/15 die Opernintendanz übernommen und einen heftig kritisierten Stagione-Betrieb ohne festes Ensemble eingeführt. Als Nachfolger für die Intendanz wechselt zur kommenden Spielzeit Berthold Schneider, der derzeit Operndirektor in Darmstadt ist, nach Wuppertal. Julia Jones war von 1998 bis 2002 Chefdirigentin des Theaters Basel, bevor sie von 2008 bis 2011 die Leitung des Teatro Nacional Sao Carlos in Lissabon übernahm.

Freiheit der Medien zunehmend bedroht

Deutschland liegt auf Platz 16 - vier Plätze schlechter, als im Vorjahr

Die Freiheit der Medien und ihrer Berichterstattung hat sich im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert. Das geht aus der neuen Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen hervor. Am besten gewährleistet ist die Pressefreiheit demnach in Finnland. Es folgen die Niederlande, Norwegen, Dänemark und Neuseeland. Am schlechtesten sieht Reporter ohne Grenzen die Pressefreiheit in China, Syrien, Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea gewährleistet. Als Gründe für den "großen und verstörenden Verlust von Respekt vor der Medienfreiheit" nennt der Bericht autoritäre Tendenzen bei vielen Regierungen, eine verschärfte Kontrolle öffentlicher Medien durch Regierungen sowie Kriege und Bürgerkriege.

Senat genehmigt Bebauungspläne für historische Mitte

Berlins Stadtkern soll lebendiges Viertel werden

Der Senat ebnete den Weg für die städtebauliche Umgestaltung mit der Genehmigung zweier Bebauungspläne. Die Gegend rund um Nikolaikirche und Rotes Rathaus habe durch Kriegszerstörung, Abriss und überdimensionierte Straßen viel Aufenthaltsqualität verloren, erklärte die Stadtentwicklungsverwaltung. Am Molkenmarkt und im Klosterviertel sollen Spuren der mittelalterlichen Stadtgründung wieder sichtbar werden. Dafür sollen ab 2020 auch Straßen umgelegt und Bauflächen für Wohnen und Gewerbe sowie touristische und kulturelle Einrichtungen geschaffen werden. An der Schlossbaustelle soll ein dichtes Quartier zum Wohnen, Arbeiten und für Kultureinrichtungen entstehen. Ausgegrabene Fundamente der Petrikirche und der Cöllnischen Lateinschule sollen in einem Besucherzentrum präsentiert werden. Das Abgeordnetenhaus muss den Entwürfen noch zustimmen.

Replik des Triumphbogens von Palmyra in London enthüllt

Erstes Signal für den Wiederaufbau der syrischen Ruinenstadt

Am Trafalgar Square in London ist gestern eine Replik des Triumphbogens von Palmyra enthüllt worden. Das rund 2000 Jahre alte Original war von den Terroristen des sogenannten Islamischen Staats im Oktober gesprengt worden. Londons Bürgermeister Boris Johnson sagte, die Rekonstruktion des Bogens setze ein Zeichen gegen den Versuch von IS-Extremisten und anderen Gruppen, Demokratie zu zerstören und die Geschichte mithilfe von Terror auszuradieren. Rekonstruiert wurde der Triumphbogen vom "Institute for Digital Archeology", einer Gemeinschaftseinrichtung der britischen Universität Oxford und der US-Hochschule Harvard. Möglich wurde das mithilfe dreidimensionaler Aufnahmen. Außer in London soll sie auch in New York und in Dubai gezeigt werden. Später soll sie dauerhaft einen Platz in Palmyra finden. Die Unesco-Weltkulturerbestätte wurde vergangenen Monat von syrischen Regierungstruppen zurückerobert.

Kulturnachrichten hören

April 2016
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur