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Kulturnachrichten

Dienstag, 19. April 2016

Senat genehmigt Bebauungspläne für historische Mitte

Berlins Stadtkern soll lebendiges Viertel werden

Der Senat ebnete heute den Weg für die städtebauliche Umgestaltung mit der Genehmigung zweier Bebauungspläne. Die Gegend rund um Nikolaikirche und Rotes Rathaus habe durch Kriegszerstörung, Abriss und überdimensionierte Straßen viel Aufenthaltsqualität verloren, erklärte die Stadtentwicklungsverwaltung. Am Molkenmarkt und im Klosterviertel sollen Spuren der mittelalterlichen Stadtgründung wieder sichtbar werden. Dafür sollen ab 2020 auch Straßen umgelegt und Bauflächen für Wohnen und Gewerbe sowie touristische und kulturelle Einrichtungen geschaffen werden. An der Schlossbaustelle soll ein dichtes Quartier mit Wohnen, Arbeiten und Kultureinrichtungen entstehen. Ausgegrabene Fundamente der Petrikirche und der Cöllnischen Lateinschule sollen in einem Besucherzentrum präsentiert werden. Das Abgeordnetenhaus muss den Entwürfen noch zustimmen.

Replik des Triumphbogens von Palmyra in London enthüllt

Erstes Signal für den Wiederaufbau der syrischen Ruinenstadt

Am Trafalgar Square in London ist heute eine Replik des Triumphbogens von Palmyra enthüllt worden. Das rund 2000 Jahre alte Original war von den Terroristen des sogenannten Islamischen Staats im Oktober gesprengt worden. Londons Bürgermeister Boris Johnson sagte, die Rekonstruktion des Bogens setze ein Zeichen gegen den Versuch von IS-Extremisten und anderen Gruppen, Demokratie zu zerstören und die Geschichte mithilfe von Terror auszuradieren. Rekonstruiert wurde der Triumphbogen vom "Institute for Digital Archeology", einer Gemeinschaftseinrichtung der britischen Universität Oxford und der US-Hochschule Harvard. Möglich wurde das mithilfe dreidimensionaler Aufnahmen. Außer in London soll sie auch in New York und in Dubai gezeigt werden. Später soll sie dauerhaft einen Platz in Palmyra finden. Die Unesco-Weltkulturerbestätte wurde vergangenen Monat von syrischen Regierungstruppen zurückerobert.

Venedig-Fotograf Fulvio Roiter gestorben

Roiter starb mit 89 Jahren in Venedig

Der mit seinen stimmungsvollen Venedig-Aufnahmen berühmt gewordene Fotograf Fulvio Roiter ist tot. Er starb im Alter von 89 Jahren in einem Krankenhaus in der Lagunenstadt, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa seine Frau Louise Enmbo. Roiter hat in seiner langen Karriere unzählige Bildbände veröffentlicht, seine Fotografien wurden in Museen in aller Welt ausgestellt. Seit Jahrzehnten galt er als einer der wichtigsten Künstler seines Fachs in Italien. Besonders eindrucksvoll waren die schwarz-weißen Momentaufnahmen aus seiner Heimatstadt Venedig, in denen er die magische, aber auch die unbekannte Seite der Stadt am Canal Grande festhielt.

Noch zwei Bewerber für Leitung des Thomanerchors

Endgültige Entscheidung verzögert sich

Für die künftige Leitung des Leipziger Thomanerchors sind noch zwei Kandidaten im Rennen. Es sind der Direktor des Stadtsingechors Halle, Clemens Flämig, und der Leiter der Knabenkantorei Basel, Markus Teutschbein, wie die Stadt Leipzig mitteilte. Sie bewerben sich um die Nachfolge von Georg Christoph Biller als Thomaskantor. Flämig und Teutschbein sollen sich nun in den kommenden Wochen einer Findungskommission vorstellen. Die Suche nach einem neuen Thomaskantor läuft nun bereits seit mehr als einem Jahr. Eigentlich sollte gestern über eine Empfehlung für die Neubesetzung entschieden werden. Für die Nachbesetzung des Thomaskantorats war ein komplizierter Prozess gewählt worden, der möglichst alle Beteiligten einschließen sollte. Ursprünglich gab es 41 Bewerber. Der neue Kantor soll mit Schuljahresbeginn 2016/2017 sein Amt antreten.

Wiederaufbau kultureller Stätte Nepals

Tempel- und Palastbauten werden wiederhergestellt

Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal kommt der Wiederaufbau der kulturellen Stätten des Himalaya-Staats voran - auch dank deutscher Unterstützung. Einzelne Gebäude und Tempel in Patan im Kathmandu-Tal sollen Ende des Jahres wiederhergestellt sein. Das kündigten Vertreter der Gerda Henkel Stiftung und des Auswärtigen Amts in Düsseldorf an. Die Stiftung hatte für den Wiederaufbau eingestürzter Tempel, die zum Unesco-Welterbe gehören, eine Million Euro bereitgestellt, das Auswärtige Amt 250 000 Euro. Der fast vollständig zerstörte Harishankara-Tempel wird aber erst in etwa drei Jahren fertig sein. Zwei schwere Erdbeben hatten Nepal 2015 getroffen. Rund 9000 Menschen kamen ums Leben.

Neuer Chefdirigent des RIAS Kammerchors Berlin

Justin Doyle Nachfolger von Hans-Christoph Rademann

Der RIAS Kammerchor Berlin hat einen neuen Chefdirigenten: Justin Doyle wird ab der Spielzeit 2017/2018 der Nachfolger von Hans-Christoph Rademann. Der Brite ist Chefdirigent des Manchester Chamber Choir und des Manchester University Chorus. Sein Berlin-Debüt wird Doyle mit dem Neujahrskonzert am 1. Januar 2017 in der Philharmonie geben. Außerdem werde er fünf Konzertprogramme mit dem Kammerchor einstudieren, heißt es in der Mitteilung zu der Personalie. Den Chor des damaligen Rundfunks im amerikanischen Sektor Berlins (RIAS) gibt es seit 1948.

2018 zum Kulturerbe-Jahr ernannt

Das erklärten Europaparlament, Rat und EU-Kommission

Europaparlament, Rat und EU-Kommission haben 2018 zum Jahr des kulturellen Erbes erklärt. Ziel sei es, kulturelle Wurzeln zu verdeutlichen und Unterschiede als Schatz dieser einzigartigen Gemeinschaft herauszuarbeiten, sagte die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten, Petra Kammerevert, in Brüssel. Man habe jetzt eineinhalb Jahre Zeit, das Jahr des kulturellen Erbes in den 28 Mitgliedstaaten mit Leben zu füllen. "Wir wollen die Einheit in Vielfalt erlebbar machen und revitalisieren", so Kammerevert. Die EU-Kommission muss noch einen Gesetzesvorschlag für das Kulturerbe-Jahr vorlegen. Dieser wird dann von Parlament und Rat bearbeitet.

Echo-Jazz-Preisträger ausgewählt

Nachträgliche Ehrung für Roger Cicero

Der kürzlich gestorbene Jazzsänger ist posthum einer der Preisträger des Echo Jazz 2016, der am 26. Mai in Hamburg verliehen wird. "Er hinterlässt in der deutschen Jazzszene eine große Lücke - als Musiker und als Mensch", teilte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie, Florian Drücke, mit. Cicero hätte den Echo Jazz als "Sänger des Jahres national" für sein 2015 erschienenes Album "The Roger Cicero Jazz Experience" persönlich entgegennehmen und durch den Abend führen sollen, ergänzte Drücke. Cicero war am 24. März im Alter von 45 Jahren an den Folgen eines Hirnschlags gestorben.

Vier Autoren für europäischen Krimipreis nominiert

Nominiert sind u.a. Ingrid Noll und Sebastian Fitzek

Für den europäischen Krimipreis des internationalen Krimifestivals "Mord am Hellweg" sind vier internationale Autoren nominiert. Um den mit 11.111 Euro dotierten Preis konkurrieren Ingrid Noll und Sebastian Fitzek aus Deutschland, Arnaldur Indridason aus Island und Jo Nesbø aus Norwegen, wie die Stadt Unna mitteilte. Die Auszeichnung ehrt Autoren, in deren Werk auf besondere Weise die Verantwortung für die Kriminalliteratur und deren lebendige und zeitgemäße Weiterentwicklung zum Ausdruck kommt. Sie wird alle zwei Jahre verliehen. Über die Preisvergabe entscheidet das Publikum des Festivals, das am 17. September beginnt. Bis zum Festivalende am 12. November können Krimifans ihre Stimme per Post, im Internet oder während Veranstaltungen übermitteln. Die Preisverleihung findet im Frühjahr 2017 in Unna statt. Unter den bisherigen Preisträgern waren Håkan Nesser, Jussi Adler-Olsen und Henning Mankel.

Pulitzer-Preise zum 100. Mal vergeben

Gewinner sind große US-Medien und vietnamesischer Autor

Die US-Nachrichtenagentur AP ist für Recherchen zur Fischerei-Industrie in Südostasien mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Die über 18 Monate laufende Arbeit von vier AP-Journalisten hatte zur Freilassung von mehr als 2000 Sklavenarbeitern und zur Festnahme von einem Dutzend Verdächtigen geführt, zudem wurden Schiffsladungen im Wert von Millionen Dollar beschlagnahmt. Die "Los Angeles Times" gewann in der Sparte aktuelle Nachrichten, die "New York Times" für eine Reportage über Gewalt gegen afghanische Frauen. Auch die Mitarbeiter des "Boston Globe", des "New Yorker" und der "Tampa Bay Times" und wurden ausgezeichnet. Im Bereich Literatur gewann der vietnamesische Autor Viet Thanh Nguyen mit seinem Spionage-Roman "The Sympathizer", im Bereich Schauspiel das Erfolgs-Musical "Hamilton".

"Pearl Jam" sagen Konzert wegen Transgender-Gesetz ab

Empörung über Toiletten-Regelung in North Carolina

Aus Protest gegen ein Gesetz zur Toilettenbenutzung durch Transgender hat nun auch die Rockband Pearl Jam ein Konzert im US-Bundesstaat North Carolina kurzfristig abgesagt. Das Gesetz verstoße gegen die Menschenrechte, erklärte die Band um Frontmann Eddie Vedder. Morgen sollte sie in der Hauptstadt Raleigh auftreten. Zuvor hatte bereits Bruce Springsteen ein Konzert in North Carolina abgesagt, Firmen legten Investitionen auf Eis. Das im März in Kraft gesetzte Gesetz schreibt unter anderem vor, dass Transgender nur solche öffentlichen Toiletten benutzen dürfen, die dem in ihrer Geburtsurkunde genannten Geschlecht entsprechen. Transgender sind Menschen, deren sexuelle Identität nicht den geschlechtlichen Merkmalen entspricht, mit denen sie geboren wurden.

US-Schauspielerin Doris Roberts gestorben

Star der Sitcom "Alle lieben Raymond"

Die US-amerikanische Schauspielerin Doris Roberts ist tot. Wie das Promiblatt "People" unter Berufung auf Roberts' Sohn Michael Cannata berichtete, starb die Schauspielerin Sonntagnacht in Los Angeles im Schlaf. Sie wurde 90 Jahre alt. Die fünffache Emmy-Preisträgerin trat in ihrer langen Karriere am Broadway auf, spielte in vielen TV-Serien und in Filmen wie "Schöne Bescherung" und "Mrs. Miracle - Ein zauberhaftes Kindermädchen" mit. Doch bekannt war sie vor allem in der Rolle der nervigen Schwiegermutter in der langjährigen Sitcom "Alle lieben Raymond" über die chaotische Familie des Sportjournalisten Ray Barone (Ray Romano).

Niederländische Schauspielerin Cox Habbema gestorben

Früherer Defa-Star war am Deutschen Theater in Berlin engagiert

Die frühere Defa-Schauspielerin und Theater-Regisseurin, die Niederländerin Cox Habbema, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Das teilte ihre Familie in Amsterdam der niederländischen Nachrichtenagentur ANP mit. Habbema wohnte und arbeitete von 1969 bis Mitte der 1980er Jahre in Ost-Berlin und war wie ihr 2006 verstorbener Ehemann, der Schauspieler Eberhard Esche, am Deutschen Theater engagiert. Außerdem wirkte sie in zahlreichen Spielfilmen und TV-Serien in der DDR mit, so im Defa-Märchenfilm "Wie heiratet man einen König?" und im "Polizeiruf 110". Aus Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann verließ Habbema die DDR. Auch in den Niederlanden spielte sie zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen. Von 1986 bis 1996 war Habbema Direktorin des Amsterdamer Stadttheaters Stadschouwburg.

Israelische Schauspielerin Ronit Elkabetz gestorben

Hauptdarstellerin in "The Band's Visit"

Die israelische Schauspielerin und Regisseurin Ronit Elkabetz ist tot. Sie sei im Alter von 51 an Krebs gestorben, berichteten israelische Medien. Elkabetz war 2014 für ihren Film "Get" mit dem israelischen Ofir-Preis ausgezeichnet worden. Er erzählt von dem langen Kampf einer Israelin vor einem Rabbinatsgericht um die Scheidung ihrer Ehe. Elkabetz spielte die Hauptrolle und führte gemeinsam mit ihrem Bruder Schlomi Regie. In dem Film "The Band's Visit" des Regisseurs Eran Kolirin war Elkabetz Hauptdarstellerin. Er handelt von einer ägyptischen Polizeiband, die auf dem Weg zu einem Konzert in einem israelischen Wüstennest strandet. Der Film war 2008 auch in Deutschland positiv aufgenommen worden. Erfolg hatte Elkabetz auch mit den Filmen "Shiva" (2008) und "Hochzeit wider Willen" (2001). Als Kind marokkanischer Juden wurde sie 1964 in der Wüstenstadt Beerscheva geboren.

Lot Vekemans erhält Theaterpreis für religiöse Dramatik

Niederländische Autorin und ihre Übersetzerin geehrt

Die niederländische Autorin Lot Vekemans hat den mit 20.000 Euro dotierten Ludwig-Mülheims-Theaterpreis für religiöse Dramatik erhalten. Ihre Übersetzerin Eva Pieper wurde im Kunstmuseum des Erzbistums Köln "Kolumba" mit 5.000 Euro geehrt. In Vekemans' Stücken gehe es meist um Figuren "im Schatten des Helden", sagte der Vorsitzende der Jury und Künstlerseelsorger des Erzbistums Köln, Josef Sauerborn. Vekemans verwies in ihren Dankesworten auf die derzeitige Krise in Europa. Sie werfe die Frage auf: Welche Rolle will ich spielen? Die deutsch-niederländische Regisseurin und Übersetzerin Eva Pieper wurde "für ihre kraftvolle und differenzierte Übersetzung" geehrt. Der Ludwig-Mülheims-Theaterpreis wird in der Regel alle zwei Jahre vergeben. Er erinnert an den 1991 verstorbenen katholischen Schauspieler Ludwig Mülheims.

Italien stellt enteignete Bilder sicher

Drei Werke aus dem 15. Jahrhundert beschlagnahmt

Die italienischen Behörden haben drei Gemälde aus dem 15. Jahrhundert sichergestellt, die im Zweiten Weltkrieg einer luxemburgisch-italienischen Familie enteignet worden waren. Die von wenig bekannten Künstlern gefertigten Bilder wurden in der Galerie Brera in Mailand präsentiert. Nachdem Italien in den Zweiten Weltkrieg eingetreten war, galt Luxemburg als Feindstaat. Damit sahen sich die italienischen Behörden befugt, luxemburgisches Eigentum zu beschlagnahmen. Dazu gehörte Besitz der Familie Borbone-Parma. Einige Wertsachen der Familie wurden nach dem Krieg vom US-Militär gefunden, aber nicht diese Bilder. Diese wurden erst kürzlich von Carabinieri im Besitz zwei Mailänder Familien ausfindig gemacht. Da es keine Erben mehr gibt, nahm der Staat sie in seine Obhut. Ihr Wert wurde nicht angegeben.

Universität Witten/ Herdecke will größer werden

Neubau geplant

Deutschlands erste Privatuniversität Witten/ Herdecke plant wegen des Andrangs der Studenten einen bis zu 30 Millionen Euro teuren Neubau. In diesem Jahr solle ein Architektenwettbewerb für Räumlichkeiten mit insgesamt rund 7500 Quadratmetern ausgeschrieben werden, teilte die Hochschule mit. Damit solle das Raumangebot um etwa 70 Prozent erweitert werden. Die Hochschule brauche dringend mehr Räume, "wir platzen aus allen Nähten", heißt es. Derzeit habe die Universität 2300 Studenten in 16 Studiengängen, allein in den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl verdoppelt. Der Neubau ist Teil der Zukunftsstrategie der Universität. Sie umfasst auch Neuerungen im Lehrplan ihrer drei Fakultäten. So solle beispielsweise in der Fakultät Gesundheit die medizinische Ausbildung das Problem fehlender Hausärzte im ländlichen Bereich stärker thematisieren.

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