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Kulturnachrichten

Montag, 18. April 2016

Universität Witten/ Herdecke will größer werden

Neubau geplant

Deutschlands erste Privatuniversität Witten/ Herdecke plant wegen des Andrangs der Studenten einen bis zu 30 Millionen Euro teuren Neubau. In diesem Jahr solle ein Architektenwettbewerb für Räumlichkeiten mit insgesamt rund 7500 Quadratmetern ausgeschrieben werden, teilte die Hochschule mit. Damit solle das Raumangebot um etwa 70 Prozent erweitert werden. Die Hochschule brauche dringend mehr Räume, "wir platzen aus allen Nähten", heißt es. Derzeit habe die Universität 2300 Studenten in 16 Studiengängen, allein in den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl verdoppelt. Der Neubau ist Teil der Zukunftsstrategie der Universität. Sie umfasst auch Neuerungen im Lehrplan ihrer drei Fakultäten. So solle beispielsweise in der Fakultät Gesundheit die medizinische Ausbildung das Problem fehlender Hausärzte im ländlichen Bereich stärker thematisieren.

Italien stellt enteignete Bilder sicher

Drei Werke aus dem 15. Jahrhundert beschlagnahmt

Die italienischen Behörden haben drei Gemälde aus dem 15. Jahrhundert sichergestellt, die im Zweiten Weltkrieg einer luxemburgisch-italienischen Familie enteignet worden waren. Die von wenig bekannten Künstlern gefertigten Bilder wurden in der Galerie Brera in Mailand präsentiert. Nachdem Italien in den Zweiten Weltkrieg eingetreten war, galt Luxemburg als Feindstaat. Damit sahen sich die italienischen Behörden befugt, luxemburgisches Eigentum zu beschlagnahmen. Dazu gehörte Besitz der Familie Borbone-Parma. Einige Wertsachen der Familie wurden nach dem Krieg vom US-Militär gefunden, aber nicht diese Bilder. Diese wurden erst kürzlich von Carabinieri im Besitz zwei Mailänder Familien ausfindig gemacht. Da es keine Erben mehr gibt, nahm der Staat sie in seine Obhut. Ihr Wert wurde nicht angegeben.

Berliner Boulevardtheater schwächeln bei Auslastung

Kulturstaatssekretär räumt Probleme ein

Berlins Kulturstaatsekretär Tim Renner hat Auslastungsprobleme bei einigen Boulevardtheatern eingeräumt. Nach Zahlen der Kulturverwaltung war die Komödie am Kürfürstendamm vergangenes Jahr zu 61 Prozent ausgelastet, das Schlossparktheater mit Intendant Dieter Hallervorden zu 51 Prozent. Das sei "tatsächlich ein bisschen am unteren Ende" dessen, was sie sonst hätten, sagte Renner im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. Er warnte aber davor, sich rein an der Auslastung zu orientieren. Insgesamt verkauften öffentlich geförderte Theater, Opernhäuser, Orchester und Tanzgruppen in Berlin vergangenes Jahr rund 3,1 Millionen Tickets. Die Auslastung gibt an, wie viele Plätze eines Theaters von zahlenden Gästen belegt werden. Unter den Sprechbühnen hatte etwa die Schaubühne laut Statistik eine Auslastung von 91 Prozent.

Gekipptes Einheitsdenkmal - Zukunft der Fläche unklar

Alternativpläne möglich

Nach dem Scheitern des Einheitsdenkmals in Berlin ist laut Berliner Kulturstaatssekretär Renner unklar, was mit der Fläche neben dem Schloss passiert. Der Haushaltsausschuss des Bundestages habe die sogenannte Wippe zwar gestoppt, damit sei rein rechtlich gesehen jedoch noch nicht entschieden worden, dass es gar kein Denkmal gebe. Über Alternativpläne könne man erst nachdenken, wenn eine Entscheidung vom Bund komme, sagte Renner. Neben dem rekonstruierten Berliner Schloss sollte eigentlich eine große, begehbare Wippe gebaut werden, die an die deutsche Wiedervereinigung erinnert. Das Projekt wurde in der vergangenen Woche gestoppt. Es hatte wiederholt Schwierigkeiten gegeben: Die Eröffnung hatte sich um fünf Jahre verschoben, die Kosten waren von 10 auf 15 Millionen Euro gestiegen.

NRW-Landesregierung wusste von Kunstdiebstahl

Portigon habe die Landesregierung "unverzüglich" informiert

Die NRW-Landesregierung wusste schon lange über den Kunstdiebstahl von Arbeiten von Picasso und Gabriele Münter aus der Kunstsammlung der Ex-WestLB. Portigon habe sie „unverzüglich informiert" als das Verschwinden der Werke zum Jahreswechsel 2014/ 15 bemerkt worden sei, sagte ein Sprecher heute. Erst am Freitag war bekannt geworden, dass schon vor über einem Jahr zwei kapitale Arbeiten aus der Kunstsammlung gestohlen worden waren. Sie waren bei der Nachfolger-Organisation Portigon in Düsseldorf eingelagert. Vor über einem Jahr beriet erstmals ein Runder Tisch darüber, wie die zum Verkauf stehende millionenschwere WestLB-Sammlung für das Land gesichert werden kann. Den Diebstahl brachten die Beteiligten damals nicht an die Öffentlichkeit. Die Kunstwerke von Münter und Picasso zählen zu den bedeutendsten Objekten der Sammlung. Portigon muss die Kunst im Zuge der Abwicklung der zerschlagenen Landesbank veräußern. Der drohende Ausverkauf hatte bei Museen scharfe Proteste ausgelöst. Der Wert der wichtigsten Teile der Sammlung wird auf rund 30 Millionen Euro geschätzt.

Nächste Runde für Wettbewerb "Museum der Moderne"

Veröffentlichung der Ausschreibung im Amtsblatt der EU

Der Architekturwettbewerb für das künftige Berliner Museum des 20. Jahrhunderts geht in die nächste Runde. Im Amtsblatt der Europäischen Union wurde jetzt die Ausschreibung für die Teilnahme am Realisierungswettbewerb veröffentlicht, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin mitteilte. Bis Mitte Mai können Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten ihre Bewerbung einreichen. Gesucht werden 15 Teams. Am vorangegangenen Ideenwettbewerb zur Gestaltung von "M20" hatten sich 460 Teams aus dem In- und Ausland beteiligt. Für das Projekt wird mit Kosten von 200 Millionen Euro geplant. Der Berliner Museumsneubau soll nach der Eröffnung im Jahre 2022 die Kunst des 20. Jahrhunderts beherbergen. Neben der Sammlung der Neuen Nationalgalerie zählen dazu auch die Sammlungen des Ehepaares Pietzsch, sowie von Erich Marx und Egidio Marzona. Rund 14.000 Quadratmeter Nutzfläche sind geplant.

Weiteres Canaletto-Bild wieder in Sempergalerie

Dresdner Gemäldegalerie erhält restauriertes Bild

Die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister ist um ein restauriertes Bild reicher. Die bekannte Stadtansicht "Die ehemalige Kreuzkirche in Dresden" des Künstlers Canaletto ist heute an ihren Platz im Bellotto-Gang der Sempergalerie gehängt worden. An dem um 1751 entstandenen Ölgemälde wurden Übermalungen, verbräunte Firnisschichten und alter Schmutz von der originalen Farbschicht abgenommen, nötige Retuschen ergänzt und neuer Firnis aufgetragen. Es ist die vierte der Dresden-Veduten von Canaletto, die seit 2009 restauriert werden. Den Auftakt machte das berühmteste Werk, der Canaletto-Blick. Der Venezianer Bernardo Bellotto, genannt Canaletto (1721-1780), war fast zwei Jahrzehnte Hofmaler in Dresden. In dieser Zeit hielt er Ansichten der Residenzstadt und ihrer Wahrzeichen auf großformatigen Gemälde fest.

Geschichten für Flüchtlinge zum Welttag des Buches

Im Zeichen von Integration

Der diesjährige "Welttag des Buches" steht im Zeichen von Integration. Der Tag solle "ein deutliches Signal für die Bedeutung des Lesens als Schlüsselkompetenz aussenden", heißt es von der Stiftung Lesen in Berlin. Am Welttag, der alljährlich am 23. April gefeiert wird, wird ein Buch aus der Reihe "Ich schenk dir eine Geschichte" bundesweit an Schüler der 4. und 5. Klassen verteilt, darunter auch Willkommensklassen für Flüchtlinge. Nach eigenen Angaben beträgt die Auflage in diesem Jahr rund 1,2 Millionen, es nehmen rund 3.500 Buchhandlungen an der Aktion teil. Erstmals enthalte das Buch zum Welttag nicht nur Text, sondern auch Illustrationen, heißt es weiter. Die Bilder sollten auch nicht-deutschsprachige Kinder und Jugendliche für das Lesen begeistern und ihnen einen Zugang zur Geschichte geben. 1995 hatte die Unesco-Generalkonferenz den 23. April zum "Welttag des Buches und des Urheberrechts" ausgerufen. Der 23. April ist zugleich der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.

Woinowitsch erhält Lew Kopelew Preis

Preis für Frieden und Menschenrechte 2016

Der russische Romanautor Wladimir Woinowitsch erhält den Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2016. Damit würdigt die Jury das Lebenswerk von Wladimir Woinowitsch, seine vorzügliche Literatur ebenso wie seine Zivilcourage, Menschlichkeit und Wahrhaftigkeit, bestätigte das Lew Kopelew Forum in Köln. Beide Männer habe das unbeirrbare Eintreten für die Wahrung der Menschenrechte geeint, vor allem für die Freiheit der Gedanken und des Wortes. In seinem Roman "Die denkwürdigen Abenteuer des Soldaten Iwan Tschonkin" habe Woinowitsch die Rote Armee, den Geheimdienst und die Planwirtschaft der früheren Sowjetunion mit hinreißendem Spott durch den Kakao gezogen. Der undotierte Preis wird seit 2001 vergeben. Die Preisverleihung findet am 22. Mai in Köln statt.

Die Marienburg in Polen hat ihr Wahrzeichen zurück

Acht Meter große Madonnaplastik an Außenfassade

Die Marienburg im Norden Polens hat ihr Wahrzeichen zurück. Die Marienplastik an der Außenfassade ist acht Meter hoch. Die Plastik war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Sie wurde nun aus 300.000 Mosaikelementen wiederhergestellt. Die Gottesmutter Maria ist die Patronin des Deutschen Ordens, deren Hauptsitz von 1309 bis 1457 die Marienburg, die größte mittelalterliche Backsteinfestung Europas, war. Gestern war die Wiedereröffnung der Schlosskirche nach Abschluss umfangreicher Restaurierungsarbeiten gefeiert worden. Die Marienkirche von 1344 war im Krieg ebenfalls zerstört und erst in den 1960er Jahren notdürftig gesichert worden. Die 2008 begonnene Restaurierung kostete 81 Millionen Euro und wurde zum Großteil von Norwegen finanziert. Die Marienburg in der gleichnamigen Stadt (polnisch: Malbork) gehört zu den Touristenmagneten Polens.

hr-Sinfonieorchester verlängert Vertrag mit Chefdirigent

Andrés Orozco-Estrada bleibt bis 2021

Das Orchester des Hessischen Rundfunks verkündete heute die Vertragsverlängerung des gebürtigen Kolumbianers. Orozco-Estrada ist seit der Spielzeit 2014/15 in Frankfurt unter Vertrag. Mit der neuen Saison beginnt außerdem das hr-Sinfonieorchester eine auf drei Jahre angelegte Zusammenarbeit mit Peter Eötvös. Der ungarische Komponist und Dirigent soll pro Spielzeit ein Konzert dirigieren und eines seiner Werke erstaufführen. Mit drei Uraufführungen und zwei Deutschen Erstaufführungen stelle das Orchester mehr Neues vor als je zuvor, hieß es bei der Programm-Pressekonferenz. Geplant sind mehr als 100 Konzerte. Die neue Saison beginnt am 17. August mit einem Freiluftkonzert - im vergangenen Jahr hatten 20 000 Menschen das Open-Air-Event am Mainufer verfolgt.

Rund 60.000 Besucher auf der Art Cologne

Kunstmesse ging am Sonntag zu Ende

Insgesamt rund 60.000 Menschen haben bis zum Sonntag die Internationale Kunstmesse Art Cologne besucht. Das waren 4.000 Besucher mehr als im Vorjahr, wie die Veranstalter der weltweit ältesten Messe für moderne und zeitgenössische Kunst mitteilten. Auf der Kunstmesse, die in diesem Jahr zum 50. Mal stattfand, waren neben Sammlern auch Kuratoren und Museumsverantwortliche aus Deutschland, Europa und aus Übersee unter den Besuchern.

100 000. Flasche Loriot-Wein versteigert

Erlös wird für Flüchtlingshilfe gespendet

Seit 2013 können Fans des Komikers Vicco von Bülow dessen Weine kaufen. Die 100 000. Flasche ist jetzt bei einer Online-Auktion für 402 Euro versteigert worden. Der Erlös komme der Flüchtlingshilfe zugute, teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit. Die 1,5-Liter-Magnumflasche Riesling Spätlese hatte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei einem Besuch des Weingutes geschenkt bekommen. Er gab sie mit einem Autogramm versehen an das Bremer DRK mit der Bitte, sie für die Flüchtlingshilfe zu versteigern. Das Bremer DRK hatte die Idee, die Loriot-Weine auf den Markt zu bringen. Die vier Sorten kommen vom einzigen Weingut des Roten Kreuzes in Bernkastel-Wittlich an der Mosel, einer Werkstatt für behinderte Menschen. Der Erlös fließt in die ehrenamtliche Arbeit des DRK.

Pulitzer-Preis wird zum 100. Mal vergeben

Preisträger werden heute bekanntgegeben

Zum 100. Mal werden heute in New York die Träger der renommierten Pulitzer-Preise bekanntgegeben. 14 der 21 Preiskategorien sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, von lange recherchierten investigativen Geschichten über Fotos bis zur treffenden Karikatur. Die Auszeichnung wird aber auch für Literatur sowie für Musik und Theater vergeben. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.

Christo baut Spazierwege über italienischen See

Künstler lässt Besucher übers Wasser laufen

Der Verpackungskünstler Christo will auf dem italienischen Iseosee drei Kilometer lange Pontons installieren, so dass Besucher übers Wasser wandeln können. 1970 für den Rio de la Plata in Argentinien konzipiert, wird das Projekt nun 46 Jahre später in Norditalien in die Tat umgesetzt. Von 18. Juni bis 3. Juli sollen Besucher auf schwimmenden Brücken über den See zu den malerischen Inseln Monte Isola und San Paolo spazieren können. Die Laufstege aus 200.000 komplett recyclebaren Polyethylen-Würfeln sind mit 200.000 riesigen Schrauben verbunden und mit dahliengelbem, dichtgewebtem Nylon bespannt, das je nach Lichteinfall die Farbe ändert und bei Feuchtigkeit in intensivem Rot leuchten soll. "The Floating Piers" ist das erste Werk des gebürtigen Bulgaren mit US-Staatsbürgerschaft seit 2005. Das Projekt scheiterte zunächst nicht nur in Argentinien, sondern auch Ende der 1990er Jahre in Japan. In Italien erhielt das Projekt dank der Begeisterung von Behörden und Einwohnern in nur zwei Jahren grünes Licht.

Charlie Chaplin-Museum in der Schweiz eröffnet

Villa am Genfer See war Alterssitz des Schauspielers

Charlie Chaplins Villa am Genfer See hat ihre Pforten als Museum im Gedenken an den britischen Filmstar geöffnet. Am Sonntag standen Besucher Schlange, um erstmals einen Blick in das Anwesen in Corsier-Sur-Vevey zu werfen, in dem Chaplin mit seiner großen Familie die letzten 25 Jahres seines Lebens verbrachte. Am Vortag, dem 127. Geburtstag des Komikers, hatten seine Söhne Michael und Eugene vor geladenen Gästen "Chaplin's World" eingeweiht. Besucher können nun die Wohnräume des neoklassischen Herrenhauses besuchen, in dem der einstige Stummfilmstar 1977 gestorben ist. Außerdem errichteten die Museumsbetreiber auf dem Anwesen ein Studio, in dem Filmsets seiner wichtigsten Werke nachgebaut wurden.

AC/DC setzt Tournee mit neuem Sänger fort

Axl Rose von Guns N' Roses springt ein

Die Hardrockband AC/DC hat eine prominente Neubesetzung angekündigt: Sie setzt ihre unterbrochene Tournee mit Axl Rose von Guns N' Roses als neuem Sänger fort. Ihr eigener Sänger Brian Johnson muss pausieren, nachdem Ärzte ihm Anfang März signalisierten, er könne sein Gehör verlieren, wenn er weitermache. Die australische Band sagte daraufhin mehrere Konzerte ab. Die Tour soll nun nächsten Monat in Europa weitergehen - mit Auftritten unter anderem in Portugal, Deutschland, Großbritannien und Dänemark. Über Axl Rose als Ersatz für Johnson war schon längere Zeit spekuliert worden.

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