Seit 20:03 Uhr Konzert

Freitag, 20.09.2019
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Kulturnachrichten

Samstag, 16. April 2016

Böhmermann kündigt TV-Auszeit an

ZDR-Moderator will "kleine Fernsehpause"

ZDF-Moderator Jan Böhmermann hat angekündigt, "eine kleine Fernsehpause" einlegen zu wollen. Öffentlichkeit und Internet sollten sich "mal wieder auf die wirklich wichtigen Dinge wie die Flüchtlingskrise, Katzenvideos oder das Liebesleben von Sophia Thomalla konzentrieren", schrieb der Satiriker bei Facebook. Böhmermann hatte in seiner satirischen TV-Show "Neo Magazin Royale" (ZDF) den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in dem Gedicht mit drastischen Worten angegriffen. Erdogan forderte juristische Schritte. Gestern hatte Bundeskanzlerin Merkel die deutsche Justiz ermächtigt, gegen den 35-Jährigen zu ermitteln. Er verlasse jetzt erst mal das Land, kündigte der Satiriker an. Reiseziele hat er demnach bereits ausgewählt: Nordkorea - um sich "die Sache mit der Presse- und Kunstfreiheit noch mal genau erklären" zu lassen, so Böhmermann weiter. Laut ZDF wird die Pause vier Wochen dauern.

Strafrechtler hält Böhmermannentscheidung für geboten

Richtige und unumgängliche Entscheidung

Der Strafrechtler und Rechtsphilosoph Reinhard Merkel begrüßte im Deutschlandradio Kultur die Entscheidung von Bundeskanzlerin Merkel im Fall Böhmermann als "richtig" und "unumgänglich". Es gehe hier nicht nur um Böhmermann und Erdogan, sondern um die KLärung eines Maßstabs, was Satire dürfe, sagte er. "Stellen Sie sich vor, irgendein Idiot kommt demnächst auf die Idee, in genau demselben Modus und Duktus den israelischen Staatspräsidenten oder den Ministerpräsidenten Netanjahu auf diese Weise anzureden", so der Jurist. Dann dürfte die Bundesregierung, um sich konsistent zu verhalten, auch in seinem solchen Fall keine Strafverfolgung zulassen.

Ausstellung zu Einwanderung nach Deutschland

Schau zur Migrationsgeschichte

Das Deutsche Historische Museum in Berlin zeigt ab 21. Mai eine Ausstellung zur Migrationsgeschichte in Deutschland. Unter dem Titel "Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland" könne man sehen, dass Einwanderung und deren Auswirkungen in Deutschland kein neues Phänomen seien, teilte das Deutsche Historische Museum mit. Aufgezeigt werde der historische Verlauf der Migrationsbewegungen in Deutschland vom Zuzug der "Gastarbeiter" in den 1960er Jahren bis zur Flüchtlingsmigration von heute. Die Ausstellung gehe den Spuren des damit verbundenen gesellschaftlichen Wandels ebenso nach wie den daraus resultierenden sozialen Spannungen. Rund 800 Objekte würden verschiedene Facetten und Etappen der Einwanderung beleuchten. Zu sehen seien etwa das Moped des einmillionsten Gastarbeiters oder das Kostüm des ersten schwarzen Karnevalsprinzen. Die Schau ist bis 16. Oktober 2016 zu sehen.

Preis für Kunstkritik ehrt Jörg Scheller

Auszeichnung für Kritiker und Kunstwissenschaftler

Jörg Scheller ist in Köln mit dem diesjährigen Preis für Kunstkritik ausgezeichnet worden. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wurde von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine in Kooperation mit der internationalen Kunstmesse Art Cologne vergeben. Die Jury hob Schellers "breites und unorthodoxes kulturgeschichtliche Interesse" hervor und lobte zudem seine Fähigkeit, "auch politische Analysen in großer Klarheit" zu formulieren. Der Preis wird seit 1999 ausgelobt und richtet sich an freie Kunstkritikerinnen und Kunstkritiker. Die Preisverleihung fand auf der Art Cologne in Köln statt.

Met-Chefdirigent Levine gibt Posten auf

Kündigung nach mehr als 40 Jahren

Der Chefdirigent der renommierten Metropolitan Oper in New York, James Levine, gibt aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten auf. Der beim Publikum äußerst beliebte Levine, der zuletzt so krank war, dass er im Rollstuhl dirigieren musste, werde zum Ende der Spielzeit abtreten, teilte das Opernhaus in Manhattan mit. Als musikalischer Direktor im Ruhestand werde er aber weiter hin und wieder dirigieren. "Die Met war mehr als vier Jahrzehnte mein künstlerisches Zuhause und ich bin wahnsinnig stolz auf alles, was wir zusammen geschaffen haben", sagte Levine. Während seiner Amtszeit hatte der Dirigent aus dem einst als unbedeutend geltenden Orchester ein hoch angesehenes Ensemble von Weltruhm gemacht. Einen Nachfolger will das Opernhaus in den kommenden Monaten bekanntgeben.

Steinmeier will "Runderneuerung" Kulturpolitik

Kulturförderung für Erbe europäischer Aufklärung

Außenminister Steinmeier strebt eine "Runderneuerung" der deutschen Kultur- und Bildungspolitik im Ausland an. Angesichts zunehmender Krisen und Konflikte müssten die Verbindungen zwischen dem, was innerhalb und außerhalb Deutschlands geschehe, neu gedacht werden, sagte der Minister zum Abschluss des dreitägigen Forums "Menschen bewegen" in Berlin. In einer Welt, in der wir in Konkurrenz zu anderen Gesellschaftsmodellen stünden, müssten wir wieder lernen, für das Erbe der europäischen Aufklärung einzutreten, sagte Steinmeier. Die Förderung von Kultur und Bildung könne dazu beitragen, Freiräume dafür zu schaffen. Der Minister stellte vor zahlreichen Partnern und Gästen aus dem In- und Ausland auch den jüngsten Bericht zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik vor. Bei dem Forum "Menschen bewegen" waren zahlreiche Projekte vorgestellt und Zukunftsstrategien erörtert worden.

Klassentreffen der Musiklegenden

Pläne für Festival mit bedeutendsten Rockstars

US-Konzertveranstalter wollen einem Bericht zufolge ein Festival mit den größten Rockstars der vergangenen Jahrzehnte ausrichten. Bei der Veranstaltung im Oktober sollen unter anderem die Rolling Stones, Paul McCartney, Bob Dylan, The Who, Neil Young und Rogers Waters von Pink Floyd auftreten, wie die „Los Angeles Times“ meldete. Hinter den Plänen stehen die Macher des US-Musikfestivals Coachella in der kalifornischen Wüste, das jährlich mehr als 180.000 Besucher anzieht. Auch das Festival der Altrocker soll nach Informationen der „Los Angeles Times“ dort stattfinden. Die in dem Artikel genannten Bands und Solokünstler zählen zu den prägenden Musikern ihrer Generation. Mit Ausnahme des Stones-Gitarristen Ron Wood sind sie alle über 70 Jahre alt.

Dan Ireland gestorben

Regisseur starb mit 57 Jahren

Der Regisseur Dan Ireland, der die Karrieren von Renée Zellweger und Jessica Chastain mit prägte, ist tot. Der gebürtige Kanadier starb nach Angaben seines Managers Paul Nelson in seinem Haus in Los Angeles, wie das Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtete. Ireland wurde 57 Jahre alt. Sein eigenes Regiedebüt feierte Ireland 1996 mit dem Melodrama "The Whole Wide World" ("Alle Liebe dieser Welt"), mit Zellweger an der Seite von Vincent D'Onofrio in einer ihrer ersten Hauptrollen. Ireland ist auch für die Filme "Schrille Nächte in New York" und "Mrs. Palfrey at the Claremont" bekannt. 1975 hatte der Produzent und Regisseur das Internationale Filmfestival in Seattle mit begründet.

Neuss schlägt Schenkung im Wert von 35 Mio. Euro aus

Sammler knüpfte Kunstgeschenk an kostspielige Bedingungen

Die Stadt Neuss hat die von einem privaten Gönner angebotene Schenkung einer millionenschweren Kunstsammlung ausgeschlagen. Der Stadtrat entschied heute dagegen, die Sammlung im Schätzwert von 35 Millionen Euro zu übernehmen. Der anonyme Mäzen wollte seine Kollektion von 650 Objekten aus Jugendstil und Symbolismus dem Neusser Clemens Sels Museum überlassen. Um seine Bedingungen zu erfüllen, hätte die Stadt allerdings trotz ihres beachtlichen Defizits eine erhebliche Summe in einen Erweiterungsbau des Museums investieren müssen - zur Entscheidung stand im Rat eine Ausgabe von 17 Millionen Euro. Die Ablehnung erfolgte knapp mit 33 gegen 31 Stimmen.

Kandidaten für Deutschen Filmpreis bekanntgegeben

Politthriller "Der Staat gegen Fritz Bauer" mit neun Nominierungen für Deutschen Filmpreis 2016

Das auf Tatsachen beruhende Drama von Lars Kraume über die schwierige Aufarbeitung der NS-Zeit im Nachkriegsdeutschland ist unter anderem als bester Spielfilm für die Lola nominiert. Die Darsteller des Films sind ebenfalls nominiert: Burghart Klaußner für die beste Hauptrolle, Ronald Zehrfeld für die beste Nebenrolle. Das gaben die Schauspielerin Iris Berben als Präsidentin der Deutschen Filmakademie und Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute bekannt. Der 66. Deutsche Filmpreis wird am 27. Mai in Berlin im Palais am Funkturm verliehen. Chancen in der Königskategorie "Bester Spielfilm" haben neben "Der Staat gegen Fritz Bauer" weitere fünf Produktionen: die Hitler-Satire "Er ist wieder da" von David Wnendt, Tom Tykwers Romanverfilmung "Ein Hologramm für den König" mit Tom Hanks, Doris Dörries "Grüße aus Fukushima", Thomas Stubers "Herbert" mit Peter Kurth als an ALS erkranktem Ex-Boxer sowie das Drama "4 Könige" von Theresa von Eltz.

Kulturnachrichten hören

April 2016
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur