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Kulturnachrichten

Donnerstag, 14. April 2016

Rumänische Regierung schlichtet Streit an der Oper

"Ausländer raus!": Künstlerischer Leiter aus Dänemark war von Mitarbeitern beschimpft worden

Ein Disput an der rumänischen Oper hat die Regierung auf den Plan gerufen. Er wolle versuchen, eine Lösung zu finden, sagte Ministerpräsident Dacian Ciolos nach einem Treffen mit der Tänzerin Alina Cojocaru. Cojocaru sprach von einer Atmosphäre aus Angst und Einschüchterung an der Oper. Sie werde deshalb am Wochenende nicht im Ballett "Manon" auftreten. Der Streit wurde landesweit bekannt, weil Cojocarus Verlobter Johan Kobborg als künstlerischer Leiter zurücktrat. Er sei von der geschäftsführenden Leitung unter Druck gesetzt worden, sagte der dänische Tänzer und Choreograf. Opernmitarbeiter hatten öffentlich "Ausländer raus!" gerufen und kritisiert, Kobborg bekomme zu viel Geld. Ciolos sagte, die Oper brauche gute Aufführungen und Künstler egal, ob sie aus Rumänien oder von anderswo kämen. Die Leitung der Oper wird von Kulturminister Vlad Alexandrescu bestimmt.

Ukrainischer Geheimdienst findet gestohlene Kunst

Angeblich waren führende ukrainische Politiker in Kunst-Erpressungsversuch verwickelt

Der ukrainische Geheimdienst SBU hat vier von 24 gestohlenen Gemälden aus den Niederlanden wiedergefunden. "Wir haben diese Bilder ungefähr vier Monate gesucht", sagte Behördenchef Wassili Grizak in Kiew. An dem Diebstahl seien Menschen aus mehreren Ländern beteiligt gewesen, darunter aus Russland. Die Kunstwerke würden an die Niederlande zurückgegeben. "Ich bin überzeugt davon, dass dieser Erfolg das Image der Ukraine verbessern hilft", sagte Außenminister Pawel Klimkin. 2005 waren Bilder von Malern des 17. Jahrhunderts im Wert von zehn Millionen Euro aus dem Westfriesischen Museum in Hoorn gestohlen worden. Vergangenes Jahr meldeten sich zwei Männer in der niederländischen Botschaft in Kiew und verlangten angeblich fünf Millionen Euro "Finderlohn". Angeblich waren führende ukrainische Politiker in diese Erpressung verwickelt.

Tate Modern in London stellt Neugestaltung vor

Mehr Live-Performance, mehr Installationen, mehr weibliche und nicht-europäische Künstler

Die Tate Modern, Londons berühmtes Museum für Moderne Kunst, hat ihr Konzept einer umfassenden Neugestaltung vorgestellt. Mit einem spektakulären Neubau und neu konzipierten Ausstellungsräumen soll das Museum in die Gegenwart geführt werden. Das heißt: mehr Live-Performance, mehr Installationen, mehr weibliche und nicht-europäische Künstler. Gleichzeitig will das Museum ein Treffpunkt sein, Platz zum Ausruhen und zum Austausch bieten. Am 17. Juni wird die "New Tate Modern" mit einem dreiwöchigen Sonderprogramm eröffnet. Für die Umgestaltung wurde das Museum, das in einem alten Kraftwerksgebäude am Themseufer beherbergt ist, um einen Neubau erweitert. Wenn das rund 327 Millionen Euro teure Projekt am 17. Juni offiziell eröffnet wird, befindet sich die Tate Modern für drei Wochen im Ausnahmezustand. Mit täglichen Live-Performances und verlängerten Öffnungszeiten soll die Wiedergeburt einer der größten Touristenattraktionen der britischen Hauptstadt gefeiert werden.

ZDF-Gutachten: Schmähgedicht ist nicht strafbar

Böhmermanns satirischer Beitrag soll weiterhin nicht in die Mediathek kommen

Jan Böhmermanns Schmähgedicht hat nach Einschätzung einer vom ZDF beauftragten Kanzlei die Grenzen der Strafbarkeit nicht überschritten. Der Beitrag über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sei rechtlich zulässig gewesen, hieß es in einer von dem Sender in Mainz veröffentlichten Stellungnahme. Diese stütze sich auf ein Expertengutachten der Kanzlei und sei dem ZDF von der ermittelnden Staatsanwaltschaft Mainz eingeräumt worden.Die im Grundgesetz garantierte Satirefreiheit umfasse gerade im Zusammenhang mit Angelegenheiten von öffentlichem Interesse auch den Einsatz grober Stilmittel. Das Schmähgedicht habe nicht darauf abgezielt, die Ehre Erdogans zu verletzen. Es sei um eine kritische Auseinandersetzung mit der Debatte um den vorangegangenen Beitrag der Sendung "extra3" und Erdogans Reaktion darauf gegangen. Der Beitrag solle weiterhin nicht wieder in die Mediathek kommen, sagte ein ZDF-Sprecher.

Hindemith-Preis 2016 für Anna Clyne aus New York

Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert

Anna Clyne, in New York lebende Komponistin mit Londoner Wurzeln, wird mit dem diesjährigen Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals geehrt. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. "Die Musik von Anna Clyne, die durch einen Reichtum an Klangfarben besticht, bezieht szenische Elemente mit ein", erklärte Festival-Intendant Christian Kuhnt am Donnerstag in Lübeck: Dadurch verleihe Clyne ihren Werken "nicht selten eine Dreidimensionalität". Das Votum der Jury, deren Vorsitzender Kuhnt ist, fiel den Angaben zufolge einstimmig. Die Preisverleihung findet im Rahmen eines Festkonzerts am 12. Juli auf Schloss Reinbek statt. Auf dem Programm stehen Werke der 36jährigen Anna Clyne, von Paul Hindemith sowie die Uraufführung eines Werkes von David Philip Hefti. Er wurde 2015 mit dem Hindemith-Preis ausgezeichnet.

Autor Seethaler auf Shortlist für Bookerpreis

Am 16. Mai wird der Gewinner bekannt gegeben

Der österreichische Autor Robert Seethaler steht mit seinem Roman "Ein ganzes Leben" auf der Shortlist für den britischen Man Booker International Prize. Auch der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk ist mit seinem neuen Roman "Diese Fremdheit in mir" nominiert. Insgesamt wurden sechs Werke in sechs verschiedenen Originalsprachen ausgewählt, wie die Veranstalter mitteilten. Die weiteren Kandidaten sind José Eduardo Agualusa (Angola), Elena Ferrante (Italien), Han Kang (Südkorea) und Yan Lianke (China). Am 16. Mai wird der Gewinner bekanntgegeben. Das Preisgeld von 50 000 Pfund (rund 63 000 Euro) wird zwischen Autor und dem Übersetzer ins Englische geteilt.

Architekt der Einheitswippe "erschüttert" über Baustopp

Mehrkosten seien durch zusätzliche Auflagen der Behörden entstanden

Der Architekt des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin, Johannes Milla, hat "erschüttert" auf den vom Bundestag verordneten Baustopp reagiert. Die Entscheidung sei aus mehreren Gründen nicht nachvollziehbar, erklärte Milla nach dem Beschluss vom Mittwochabend. "Es liegt seit September eine Baugenehmigung vor. Damit ist verbrieft, dass alle offenen Fragen geklärt sind." Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte die Bundesregierung am Mittwoch in einem einstimmigen Beschluss aufgefordert, das Projekt nach zahlreichen Schwierigkeiten nicht weiter zu verfolgen. Die Kosten waren laut Finanzministerium von zehn auf fünfzehn Millionen Euro gestiegen. Milla betonte, Mehrkosten seien lediglich durch diverse Auflagen der Behörden entstanden, der Aufwand sei aber klar nach oben begrenzt. "Als Generalunternehmer wollten wir das Denkmal für einen festen Preis errichten", betonte er. "Als Arbeitsergebnis bleibt jetzt ein Denkmalsockel ohne Mosaik zurück, dessen Oberfläche zudem wieder aufwendig geschützt werden muss."

Maren Ade im Rennen um Goldene Palme von Cannes

Insgesamt 20 Filme für Wettbewerb des Filmfestivals nominiert

Maren Ade ist mit ihrem Film "Toni Erdmann" als erste deutsche Regisseurin im Rennen um die Goldene Palme des Filmfestivals von Cannes. Der Film der Karlsruherin ist einer von 20 Filmen, die für den Wettbewerb des weltberühmten Festivals an der französischen Mittelmeerküste nominiert wurden. Für den Preis vorgeschlagen sind außerdem "Julieta" des spanischen Regisseurs Pedro Almovódar, "Paterson" von Jim Jarmusch, "Loving" von Jeff Nichols und "The Last Face" von Sean Penn. Das Filmfestival von Cannes beginnt dieses Jahr am 11. Mai und endet am 22. Mai, Jurypräsident ist "Mad Max"-Regisseur George Miller. Im vergangenen Jahr hatte das Flüchtlingsdrama "Dheepan" des französischen Regisseurs Jacques Audiard die Goldene Palme für den besten Film gewonnen.

Argentiniens Tango-Legende Mariano Mores gestorben

Leichnam wird im Opernhaus von Buenos Aires aufgebahrt

Der renommierte argentinische Tango-Musiker Mariano Mores ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Der Komponist von Tangos wie "Uno", "Cafetín de Buenos Aires" und "Taquito Militar" starb am Donnerstag an einer altersbedingten Erkrankung, wie sein Enkel Gabriel Mores auf Facebook mitteilte. Mores galt als der Gründer des modernen Tango-Sextetts. Er trat auch in verschiedenen Kino- und Fernsehproduktionen als Schauspieler und Musiker auf. Internationale Anerkennung erreichte Mores mit Tango-Konzerten im New Yorker Lincoln Center und am Pult des London Symphony Orchestra. Von der Bühne hatte sich die Tango-Legende erst vor etwa vier Jahren verabschiedet. In Mar de Plata gab der damals 94-Jährige symbolisch seinen Taktstock an einen seiner Enkel, Gabriel Mores, weiter. Der Leichnam von Mariano Mores soll im Teatro Colón, dem Opernhaus von Buenos Aires, aufgebahrt werden.

Neuss stimmt über Kunstschenkung mit teurem Haken ab

Sammlung würde einen Museumsanbau erfordern

Dieses wertvolle Geschenk hat einen teuren Haken: Ein Kunstsammler will dem Clemens Sels Museum in Neuss Hunderte Exponate mit einem Schätzwert von 35 Millionen Euro überlassen. Seine Bedingung ist allerdings, dass die Sammlung angemessen präsentiert wird. Doch die Erweiterung des Museums um einen Anbau könnte bis zu 21 Millionen Euro kosten. Hinzu kämen laufende Kosten, die mit einer hohen sechsstelligen Summe pro Jahr veranschlagt werden. Nach einer monatelangen Diskussion über das Für und Wider der Schenkung steht nun an diesem Freitag eine Abstimmung im Neusser Stadtrat an. Kosten in einer solchen Dimension sind nach Ansicht des Neusser Bürgermeister Reiner Breuer (SPD) mit Blick auf die Haushaltslage schlicht nicht zu stemmen. Staatsministerin Monika Grütters (CDU) mahnte aber in einem Schreiben an, dass es von "gesamtstaatlichem Interesse" sei, die Sammlung in Deutschland zu halten. Konkret geht es um 650 Kunst- und Kunsthandwerksobjekte aus dem Jugendstil und des Symbolismus'.

Böhmermann wird keine Unterlassungserklärung abgeben

Anwalt bestätigt Medienberichte

Der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann will im Streit um sein Erdogan-Gedicht keine Unterlassungserklärung abgeben. Böhmermanns Anwalt Christian Schertz bestätigte der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden Bericht des Onlineportals der "Süddeutschen Zeitung". Er habe Erdogans Anwälten mitgeteilt, es sei "offensichtlich übersehen worden, dass das Gedicht nicht solitär verbreitet wurde, sondern in einer Gesamtdarstellung über das, was in Deutschland erlaubt ist und was nicht". Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor Anzeige gegen den ZDF-Satiriker erstattet. Böhmermann hatte sich in einem Schmähgedicht vor zwei Wochen in der Sendung "Neo Magazin Royale" über Erdogan mit Begriffen unterhalb der Gürtellinie ausgelassen. In dem Zusammenhang wies Böhmermann aber darauf hin, das auch dies in Deutschland nicht erlaubt sei.

Kulturgutschutzgesetz unter Experten umstritten

Geteiltes Echo bei Anhörung im Bundestag

Das geplante Gesetz zum Schutz von Kulturgütern ist bei einer Anhörung im Bundestag auf ein geteiltes Echo gestoßen. Mehrere Experten begrüßten das Vorhaben, nur wirklich einzigartige Kunstwerke mit einem Ausfuhrverbot zu belegen. Umstritten waren dagegen die neuen Sorgfaltspflichten für Kunsthändler. "Der wirtschaftliche Aufwand ist untragbar", sagte etwa Markus Eisenbeis vom Kölner Auktionshaus Van Ham. Bei der Anhörung waren 14 Experten geladen, jeweils zu 30 Einzelfragen Stellung zu nehmen. "Das Gesetz ist gut, notwendig und überfällig", fasste Geschäftsführer Olaf Zimmermann für den Deutschen Kulturrat zusammen.

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