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Kulturnachrichten

Donnerstag, 7. April 2016

80 Prozent von Palmyra aus Expertensicht intakt

Antikenverwaltung: Weniger zerstört als erwartet

Die kürzlich von der syrischen Armee wiedereroberte antike Tempelstadt Palmyra ist nach den Worten des Chefs der syrischen Antikenverwaltung, Maamoun Abdulkarim, weniger zerstört als erwartet. "Schätzungsweise achtzig Prozent der archäologischen Architektur sind intakt. Die Mehrheit der Gebäude sind in einem guten Zustand", sagte Abdulkarim in einem Interview von "Cicero online". In "enger Zusammenarbeit" mit der UN-Kulturorganisation Unesco solle Substanz gerettet und restauriert werden. Die Wiederherstellung sei eine "globale Aufgabe, Palmyra zählt zum Weltkulturerbe". Momentan begutachten Fachleute die Situation und die Schäden vor Ort. Auch in Bezug auf die beiden Baal-Tempel, zeigte sich Abdulkarim optimistisch. Sie seien zwar gesprengt, die meisten Steine dieser Gebäude seien jedoch nicht pulverisiert worden. "Auch das Fundament und Treppen sind noch vorhanden. Die Säulen sind umgefallen, aber nicht total zersplittert."

Theater-Regisseur Herbert Fritsch erhält 3sat-Preis

Ausgezeichnet wird die Volksbühnen-Inszenierung "der die mann"

Der Regisseur und Schauspieler Herbert Fritsch wird beim 53. Theatertreffen der Berliner Festspiele im Mai mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet. Der 65-Jährige werde für seine Inszenierung "der die mann" an der Volksbühne geehrt, die "einen weiteren Schritt seiner stetigen künstlerischen Entwicklung" darstelle, teilten die Berliner Festspiele mit. Fritsch war unter anderem viele Jahre als Regisseur und Bühnenbildner an der Berliner Volksbühne tätig. Mit dem Preis ehrt der Sender seit 1997 jährlich innovative künstlerische Leistungen. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert. Das Theatertreffen findet in diesem Jahr vom 6. bis zum 22. Mai statt.

Hilfsorganisationen halten Bildungspaket für gescheitert

Gelder erreichten zu wenige anspruchsberechtigte Kinder

Nach Ansicht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Deutschen Kinderschutzbundes ist das vor fünf Jahren eingeführte Bildungs- und Teilhabepaket gescheitert. Die Leistungen reichten in ihrer Höhe nicht aus und seien in der bestehenden Form ungeeignet, benachteiligte Kinder zu erreichen, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, in Berlin. Er forderte einen kompletten Neuanfang für diese Hilfe. Es gebe einen massiven bürokratischen Aufwand, der hohe Hürden für die Inanspruchnahme schaffe. Die standardisierten Leistungen würden den vielfältigen Lebenslagen von Kindern und ihren Familien nicht gerecht, so der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers. Nach seinen Angaben gibt es derzeit 2,7 Millionen anspruchsberechtigte Kinder, von denen nur ein kleiner Teil erreicht werde. Die Bundesregierungskoalition hatte das Paket 2011 als Antwort auf die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Erhöhung des Existenzminimums für Kinder verabschiedet. Es bietet für bedürftige Kinder monatliche Zuschüsse für Sachleistungen in Höhe von zehn Euro an. Zudem gibt es eine jährliche Pauschale für den Schulbedarf von 100 Euro.

Schadensersatzurteil gegen Achenbach aufgehoben

Kunsthändler war wegen Betrugs zu einer Zahlung von 19,4 Millionen verurteilt worden

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat ein millionenschweres Schadensersatz-Urteil gegen den inhaftierten Kunstberater Helge Achenbach aufgehoben. Das Gericht verwies das Verfahren zurück an das Landgericht. Dieses hatte Achenbach Anfang 2015 wegen Betrugs beim Verkauf von Kunst und Oldtimern an den inzwischen gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht zur Zahlung von 19,4 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt. Das OLG stufte die Landgericht-Entscheidung als "unzulässiges Teilurteil" ein. Denn damals seien nicht nur Achenbach, sondern auch zwei seiner Firmen verklagt worden. Verurteilt wurde aber nur Achenbach.

Rückschlag für Kesha bei Missbrauchsklage

Ihre Klage wegen Vertragsstreitigkeiten gegen ihren Produzentren kann aber fortgesetzt werden

Eine New Yorker Richterin hat den sexuellen Missbrauchsvorwürfen von US-Sängerin Kesha gegen ihren Produzenten eine Absage erteilt. Die Vergewaltigungsanschuldigungen der 29-Jährigen könnten unter anderem deshalb nicht weiter verfolgt werden, weil die vorgeworfene Straftat außerhalb New Yorks stattgefunden habe, urteilte Staatsrichterin Shirley Werner Kornreich. Die Klage wegen Keshas Vertragsproblemen mit Produzent Dr. Luke könne jedoch fortgesetzt werden. Kesha ("Tik Tok", "Timber") wirft Dr. Luke vor, sie unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Der Produzent widerspricht und hält der 29-Jährigen vor, die Anschuldigungen fabriziert zu haben, um aus ihrem langjährigen Plattenvertrag herauszukommen. Der Streit zwischen den beiden war in den letzten Monat öffentlich ausgetragen worden, zahlreiche US-Künstler hatten sich positioniert.

Banksy-Werk in Neapel wird mit Glasscheibe geschützt

Sorge vor Zerstörung des einzigen Streetart-Werkes des Künstlers

Italiens einziges erhaltenes Werk des weltberühmten Street-Art-Künstlers Banksy steckt nun hinter Glas. Um es vor Vandalismus zu schützen, wurde vor dem Graffiti "Madonna with a Pistol" (Madonna mit einer Pistole) in Neapel ein Schutzfenster angebracht, wie italienische Medien berichteten. 16.500 Menschen hatten eine von dem Neapolitaner Alessandro Bello initiierte Internet-Petition unterstützt, in der die Stadtverwaltung aufgefordert wurde, eine Glasscheibe vor das Werk zu setzen. Allerdings geht die Umsetzung des Vorschlags offenbar gar nicht auf die Verwaltung zurück: "Es war anscheinend nicht der Stadtrat, sondern eine Privatperson", wurde Bello in örtlichen Medien zitiert. "Aber das Wichtigste ist, dass es jetzt geschützt ist." Der mysteriöse britische Künstler Banksy hat Wände in aller Welt mit seinen berühmten Schablonen-Graffiti verziert. Vielerorts wurden sie zerstört oder übermalt - so auch ein anderes Banksy-Werk in Neapel, das eine Heilige mit Pommes frites und einer Cola zeigte.

Panama Papers: Almodóvar streicht Film-Werbetermine

Bruder hatte sich bereits für ehemalige Briefkastenfirma entschuldigt

Nach Berichten über eine von seinem Bruder und ihm selbst vor Jahren gegründete Briefkastenfirma hat der spanische Regisseur Pedro Almodóvar Werbetermine für seinen neuen Film "Julieta" gestrichen. Die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete, der Filmemacher habe vor der Premiere am Mittwochabend in Madrid einen Termin für ein Fotoshooting sowie Interviews abgesagt. Der Bruder und Leiter der Filmfirma von Almodóvar hatte sich am Montag für die Einrichtung einer Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln entschuldigt. Er habe in den 90er Jahren versucht, die Filmfirma international aufzustellen, aber wegen seiner damals geringen Erfahrung einen Fehler gemacht, sagte Agustín Almodóvar. Er habe die Firma 1991 gegründet, sie dann aber geschlossen. Die Verwicklung war durch die Veröffentlichung der sogenannten Panama Papers öffentlich geworden.

25 Jahre Echo-Verleihung

Musikbranche ehrt ihre Besten

In Berlin werden am Abend die Echos verliehen. Zu den großen Favoriten für die Auszeichnung mit dem wichtigsten deutschen Musikpreis zählen die britische Sängerin Adele, die Newcomerin Namika aus Frankfurt am Main, Rapper Sido und Schlagersängerin Helene Fischer. Sie alle sind in jeweils drei Kategorien nominiert. Insgesamt werden 31 Preise vergeben. Schon vorab wurde bekannt, dass Sänger Roland Kaiser für sein soziales Engagement ausgezeichnet wird, die Rockband Puhdys erhält zudem einen Preis für ihr Lebenswerk.

Country-Legende Merle Haggard gestorben

Sänger landete Dutzende Nummer-eins-Hits

Der US-Countrysänger Merle Haggard ist tot. Wie sein Sohn im Internet mitteilte, starb der Sänger und Songwriter gestern an seinem 79. Geburtstag. Haggards Karriere umspannte sechs Jahrzehnte. In dieser Zeit hatte er mehr als drei Dutzend Nummer-eins-Hits in den US-Country Charts. Damit war Haggard einer der erfolgreichsten Country-Musiker aller Zeiten.

Eichenstuhl von Rowling für rund 350.000 Euro versteigert

Harry-Potter-Autorin hat ihn einst geschenkt bekommen

Der Stuhl, auf dem die Autorin Rowling die beiden ersten Harry-Potter-Bände geschrieben hat, ist in New York für umgerechnet 346.000 Euro versteigert worden. Den Eichenstuhl aus den 1930er Jahren hatte Rowling 1995 geschenkt bekommen. Damals lebte sie als alleinerziehende Mutter in einer Sozialwohnung in Schottland. Von der siebenbändigen Harry-Potter-Reihe wurden weltweit mehr als 450 Millionen Bücher verkauft.

Trauerfeier für Roger Cicero am 15. April in Hamburg

45-Jähriger Jazzmusiker starb am 24. März

Mit einer Trauerfeier werden Weggefährten, Freunde und Fans am 15. April in der Hamburger St. Gertrud-Kirche Abschied von Roger Cicero nehmen. Das teilte das Management in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Beerdigung des Jazzmusikers werde auf Wunsch der Familie im engsten Familienkreis stattfinden. Roger Cicero war am 24. März im Alter von 45 Jahren in Hamburg an einem Hirninfarkt gestorben. Der Jazzmusiker hatte 2007 beim Eurovision Song Contest (ESC) mit "Frauen regier'n die Welt" den 19. Platz belegt. Im selben Jahr gewann er den Musikpreis Echo. Im April wollte er seine ausverkaufte Tour "Cicero sings Sinatra" fortsetzen.

Neues Mauer-Museum in Berlin eröffnet

Vierte Ausstellung zur deutschen Teilung

Berlins viertes Mauer-Museum, "The Wall Museum East Side Gallery", ist offiziell eröffnet worden. Geöffnet hat das neue Privatmuseum im Mühlenspeicher an der East Side Gallery im Stadtteil Friedrichshain bereits seit Ostern. Die multimediale Präsentation erzählt auf über 100 Bildschirmen deutsch-deutsche Geschichte vom Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Mauerbau bis zum Mauerfall am 9. November 1989. Gedacht wird auch der Mauertoten und Einzelschicksalen mit Zeitzeugen-Interviews. Neben dem neuen Wall-Museum gibt es in Berlin bereits das ebenfalls privat geführte Haus am Checkpoint Charlie. Dazu kommen die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße und das Mauer-Panorama von Yadegar Asisi ebenfalls am Checkpoint Charlie.

Böhmermann-Satire: Anzeige auch gegen ZDF

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen "Schmähkritik"

Nach dem Schmähgedicht von Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sind bei der Mainzer Staatsanwaltschaft nun Anzeigen auch gegen Verantwortliche des ZDF eingegangen. Diese würden ebenfalls geprüft, teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller in Mainz mit. Die zuvor bei der Behörde eingetroffenen Anzeigen von Privatpersonen hatten sich den Angaben zufolge gegen Böhmermann selbst gerichtet. Um welche Verantwortliche des Senders es sich handelte, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit. Sie ermittelt wegen des Verdachts der Beleidigung von Organen oder Vertretern ausländischer Staaten. Es geht um ein mit "Schmähkritik" überschriebenes Gedicht, das Böhmermann im "Neo Magazin Royale" vorgelesen hatte und sich zum Teil deutlich unter der Gürtellinie abspielte. Dabei hatte er darauf hingewiesen, dass so etwas in Deutschland nicht erlaubt sei. Die Sendung mit dem Gedicht war am vergangenen Donnerstag auf ZDFneo ausgestrahlt worden. Das ZDF hatte den Beitrag in der Wiederholung in der Nacht zum Samstag sowie bei den Online-Ausspielwegen gestrichen. Zur Sicherung der Beweise hat die Staatsanwaltschaft mittlerweile bei dem Sender einen Mitschnitt der Sendung angefordert.

80 Prozent von Palmyra aus Expertensicht intakt

Antikenverwaltung: Weniger zerstört als erwartet

Die kürzlich von der syrischen Armee wiedereroberte antike Tempelstadt Palmyra ist nach den Worten des Chefs der syrischen Antikenverwaltung, Maamoun Abdulkarim, weniger zerstört als erwartet. "Schätzungsweise achtzig Prozent der archäologischen Architektur sind intakt. Die Mehrheit der Gebäude sind in einem guten Zustand", sagte Abdulkarim in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview von "Cicero online". In "enger Zusammenarbeit" mit der UN-Kulturorganisation Unesco solle Substanz gerettet und restauriert werden. Die Wiederherstellung sei eine "globale Aufgabe, Palmyra zählt zum Weltkulturerbe". Momentan erkunden Fachleute die Situation und die Schäden vor Ort. Was die beiden Baal-Tempel anbelangt, sagte Abdulkarim, sie seien zwar gesprengt worden, die meisten Steine dieser Gebäude seien jedoch nicht pulverisiert worden. "Auch das Fundament und Treppen sind noch vorhanden. Die Säulen sind umgefallen, aber nicht total zersplittert."

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