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Kulturnachrichten

Montag, 4. April 2016

Vaccarello neuer Kreativdirektor bei Yves Saint Laurent

Der junge Belgier folgt Hedi Slimane

Der Designer Anthony Vaccarello wird neuer Kreativdirektor des Pariser Luxusmodehauses Yves Saint Laurent. Der 36-jährige Vaccarello, der seit Januar 2015 Kreativdirektor bei Versus Versace war und der zudem seine eigene Modelinie besitzt, folgt auf den gefeierten Modeschöpfer Hedi Slimane, der Yves Saint Laurent vor wenigen Tagen verlassen hatte. Von Vaccarello erhofft sich das Modehaus frische Impulse. Vaccarello schaffe mit seinen Entwürfen "eine Balance aus provokativ-femininen und ausgeprägt maskulinen Elementen", sagte die Chefin von Yves Saint Laurent, Francesca Belletini. Der italienischstämmige Belgier Vaccarello ist nach Alber Elbaz, Tom Ford, Stefano Pilati und Hedi Slimane der fünfte Kreativdirektor, der auf den 2008 gestorbenen weltberühmten Label-Gründer Yves Saint Laurent folgt.

Bonn und Bern zeigen Kunstwerke aus Gurlitt-Nachlass

Zeitgleiche Ausstellungen sollen im Winter eröffnet werden

Kunstwerke aus dem Nachlass des umstrittenen Sammlers Cornelius Gurlitt sollen im kommenden Winter in zeitgleichen Ausstellungen in Bonn und in Bern gezeigt werden. Das Gemeinschaftsprojekt werde den aktuellen Forschungsstand zum "Schwabinger Kunstfund" präsentieren und zur Transparenz beitragen, kündigten die Bundeskunsthalle in Bonn und das Kunstmuseum in Bern in einer gemeinsamen Mitteilung an. Die Bonner Ausstellung soll auch dazu beitragen, weitere Hinweise zu noch offenen Provenienzen von Werken der Sammlung zu finden. Auch werde an Schicksale der von den Nazis verfolgten Kunstsammler und ihrer Sammlungen erinnert werden. Gurlitts Vater Hildebrand war einer der wichtigsten Kunsthändler der Nazis. Daher besteht der Verdacht, dass einige Stücke seiner Sammlung Raubkunst sein könnten. Eine Taskforce konnte allerdings lediglich in fünf Fällen eindeutig NS-Unrecht nachweisen. Zwei dieser Bilder - Max Liebermanns «Zwei Reiter am Strand» und die «Sitzende Frau» von Henri Matisse - wurden inzwischen an die rechtmäßigen Erben übergeben.

Letzter großer Indianerhäuptling Nordamerikas gestorben

Joe Medicine Crow wurde 102 Jahre alt

Er kämpfte mit Kriegsbemalung, hatte einen Doktortitel und war jahrzehntelang die Stimme der nordamerikanischen Ureinwohner: Joe Medicine Crow.
Er war der letzte seines Stammes, der die traditionellen Aufgaben erfüllte, um ein Stammeshäuptling werden zu können: Dazu gilt es, in einem Kampf seine Leute anzuführen, ein Feindeslager bei Nacht zu betreten und dabei ein Pferd zu stehlen, einen Feind zu entwaffnen und den ersten am Boden liegenden Widersacher zu berühren - ohne ihn zu töten. Dies alles erledigte der Prärie-Indianer Joe Medicine Crow als Teil der 103. Infanterie im Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Nach dem Krieg erwarb Medicine Crow sich Ansehen als Historiker und Autor. Dabei war er oft Vermittler zwischen der Kultur der Ureinwohner und der Weißen.

Andersen-Preis für deutsche Kinderbuch-Illustratorin

Rotraut Susanne Berner bebilderte über 80 Kinderbücher

Der Hans-Christian-Andersen-Preis, die renommierteste internationale Auszeichnung im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur, geht in diesem Jahr in der Kategorie Illustration an die deutsche Grafikerin Rotraut Susanne Berner. Die Zeichnerin illustrierte über 80 Kinderbücher und nahezu 800 Buchumschläge und wurde dafür mehrfach prämiert, zuletzt mit dem Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. Berner ist unter anderem für ihre jahreszeitlichen "Wimmelbücher", ihre "Karlchen"-Bücher und Illustrationen für andere Autoren bekannt. Den Hans-Christian-Andersen-Preis in der Kategorie Autor vergibt die international besetzte Jury an den Chinesen Cao Wenxuan. Die 1948 in Stuttgart geborene Grafik-Designerin Berner ist freischaffend tätig und nach Erich Kästner (1960), James Krüss (1968), Klaus Ensikat (1996), Wolf Erlbruch (2006) und Jutta Bauer (2016) die sechste deutsche Trägerin des Andersen-Preises.

Rockband "Rammstein" verklagt BRD auf Schadenersatz

Titel "Ich tu dir weh" 2009 als jugendgefährdend eingestuft

Vor dem Bonner Landgericht hat die deutsche Rockband "Rammstein" die Bundesrepublik Deutschland auf 66.000 Euro Schadenersatz verklagt. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien mit Sitz in Bonn hatte 2009 das Album "Liebe ist für alle da" auf den Index gesetzt, weil einer der Songs "verrohend" und "sittenwidrig" und damit als jugendgefährdend eingestuft wurde. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts in Köln hob die Indizierung wieder auf.

ZDF: "Neo Magazin Royale" bleibt unverändert

Aus Wiederholung gestrichen: "Schmähkritik" war Schritt zu viel

Das "Neo Magazin Royale" wird nach der Aufregung um ein Schmähgedicht des Satirikers Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan so bleiben wie bislang. Das sagte ein ZDF-Sprecher am Montag. Ansonsten sei zu dem Thema alles gesagt. Er verwies auf frühere Aussagen von ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler, der erklärt hatte: "Wir sind bekannt dafür, dass wir bei unseren Satire-Formaten breite Schultern haben und den Protagonisten große Freiräume geben." Es gebe aber Grenzen der Ironie und der Satire. Das ZDF hatte in der Nacht zu Samstag in der Wiederholung der Sendung einen Beitrag gestrichen, der am vorigen Donnerstag auf ZDFneo erstmals ausgestrahlt worden war. Böhmermann hatte ein mit "Schmähkritik" überschriebenes Gedicht über Erdogan vorgelesen mit Formulierungen, die unter die Gürtellinie zielten. Stock hatte dazu beim Sender Radioeins des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) gesagt, im ZDF habe es unterschiedliche Einschätzungen zu dem Beitrag gegeben. Letztlich sei das, was in Form des Gedichtes gemacht worden sei, "für uns" dann doch der Schritt zu viel gewesen.

Aufbaupläne für Potsdamer Garnisonkirche abgespeckt

Nur der Kirchturm soll originalgetreu wiederhergestellt werden

Von der gesprengten Potsdamer Garnisonkirche soll nur noch der Turm nach historischem Vorbild wiederaufgebaut werden. Die Fördergesellschaft teilte mit, aus ihrer Satzung sei das Vereinsziel eines "historisch getreuen und vollständigen" Wiederaufbaus gestrichen worden. Damit kommen die Unterstützer einer Forderung des evangelischen Landesbischofs Markus Dröge entgegen. Er hatte sich dafür ausgesprochen, dass schon durch die architektonische Gestaltung sichtbar werden sollte, dass nicht einfach das Alte wiederhergestellt werde.

Hermann-Hesse-Preis für Schriftsteller Luiz Ruffato

Auszeichnung geht auch an Übersetzer Michael Kegler

Der brasilianische Schriftsteller Luiz Ruffato erhält gemeinsam mit seinem Übersetzer Michael Kegler den Hermann-Hesse-Preis 2016. Das Gespann sei ein Glücksfall, teilte die Hermann-Hesse-Stiftung in Calw (Baden-Württemberg) mit. Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert, beide Preisträger erhalten jeweils die Hälfte. Er wird alle zwei Jahre vergeben und würdigt laut Statut "eine schriftstellerische Leistung von internationalem Rang in Verbindung mit ihrer Übersetzung". Der Hermann-Hesse-Preis wird am 2. Juli, dem Geburtstag Hesses, in Calw verliehen. Der Literaturnobelpreisträger war 1877 in Calw zur Welt gekommen und hatte dort seine Kindheit und Jugend verbracht.

Salomon-Preis für Fotografen an Rolf Nobel

Würdigung als einflussreicher deutscher Fotolehrer

Der diesjährige Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie geht an den deutschen Fotografen Rolf Nobel. Der 1950 in Hamburg geborene Nobel wird die Auszeichnung am 17. Juni in Hannover entgegennehmen, wie die Gesellschaft in Köln mitteilte. Der Preisträger sei einer der einflussreichsten deutschen Fotolehrer, der als Fotograf, Festival- und Galeriegründer "wegweisende Akzente gesetzt" habe, hieß es zur Begründung. Nobel war unter anderem freier Fotojournalist für die Magazine "Geo" und "Stern". Seit 1997 unterrichtet er Fotojournalismus, zuerst in Hamburg, dann als Professor an der Fachhochschule Hannover. Der seit 1971 alljährlich vergebene Preis erinnert an Dr. Erich Salomon. 1886 in Berlin geboren, arbeitete er als unabhängiger Fotoreporter, rief die Bezeichnung Bildjournalist ins Leben und war einer der ersten, die ihre veröffentlichten Fotos namentlich zeichneten. 1944 wurde er im NS-Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Düsseldorfer Professur für Bildhauer Gregor Schneider

Meister unheimlicher Räume und Projekte

Der für seine verstörenden Raum-Installationen bekannte Künstler Gregor Schneider (46) tritt zum Sommersemester 2016 eine Professur für Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie an. Er werde damit Nachfolger von Tony Cragg, teilte die Akademie mit. Der aus Mönchengladbach stammende Schneider war in den vergangenen Jahren bereits Professor an der Universität der Künste Berlin und der Kunstakademie München sowie Gastprofessor an verschiedenen Hochschulen. Seit 2015 ist Schneider Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Schneider entspricht nicht dem Bild des traditionellen Bildhauers. Ende 2014 brachte er Schutt aus dem Geburtshaus von Hitlers Propagandaleiter Joseph Goebbels nach Warschau. Die Synagoge Stommeln in Pulheim bei Köln ließ Schneider zeitweise hinter einer eintönigen Wohnhausfassade verschwinden. Für sein "Totes Haus u r" wurde er 2001 mit dem Goldenen Löwen der Biennale in Venedig ausgezeichnet.

Kurt-Schwitters-Preis für US-Künstler Gates

Preis mit 25.000 Euro dotiert

Der US-Künstler Theaster Gates erhält den Kurt-Schwitters-Preis 2017 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Der 42-Jährige ziele mit seinen Skulpturen, Installationen und Performances darauf ab, den Abstand zwischen Kunst und Leben zu verringern, teilte die Jury am Montag mit. Gates arbeite nicht nur im geschützten musealen Raum, sondern nutze auch Immobilien, urbane Räume und soziale Prozesse. In Deutschland wurde Gates vor allem durch sein Projekt "Hugenotten-Haus" auf der documenta 13 in Kassel einem größeren Publikum bekannt. Die Stiftung zeichnet alle zwei Jahre Gegenwartskünstler aus, deren Werk Bezüge zu Kurt Schwitters (1887-1948) aufweist. Schwitters gilt als einer der wichtigsten europäischen Avantgarde-Künstler. Der mit 25 000 Euro dotierte Preis soll Gates Ende 2017 überreicht werden. Dann wird auch die erste Einzelausstellung des Künstlers im Sprengel Museum in Hannover zu sehen sein.

Kunstsammler Müller verschenkt erneut Gemälde

Pommersches Landesmuseum erhält 374 Werke

Das Pommersche Landesmuseum in Greifswald erhält eine Sammlung von 374 Werken der dänischen Kunst aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der Kunstsammler Christoph Müller und Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) unterzeichneten heute den Schenkungsvertrag in Greifswald. Es ist bereits die zweite Sammlung des Kunstmäzens, die nach Mecklenburg-Vorpommern geht. 2013 übergab Müller dem Staatlichen Museum Schwerin seine Sammlung mit 155 Werken niederländischer Meister aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Die Werke der dänischen Romantik und des Realismus gehen ebenfalls in den Bestand des Schweriner Museums über und von dort als Dauerleihgabe an das Museum in Greifswald, das sich auf die Romantik spezialisiert hat. Die Werke sollen voraussichtlich ab 2018 gezeigt werden.

"10 Years" gewinnt bei Filmfest in Hong Kong

Chinesische Fernsehsender haben die Preisverleihung boykottiert

Der chinakritische Film "10 Years" hat den Hauptpreis des Hong Kong International Film Festivals gewonnen – eines der wichtigsten Filmfestivals in Asien. Der Episodenfilm spielt im Jahr 2025 und entwirft ein Szenario, in dem der chinesische Einfluss auf die ehemalige britische Kolonie weiter wächst. Der Film ist eine düstere und pessimistische Vision über ein Hongkong, das Eigenständigkeit und Freiheitsrechte so gut wie verloren hat. Die Preisverleihung wurde von chinesischen Fernsehsendern und Internetseiten boykottiert – offenbar weil sich die Regierung in Peking schon auf "10 Years" als Gewinner eingestellt hatte.

Judi Dench bekommt achten Olivier-Award

Oscar-Preisträgerin stellt Rekord auf

Die britische Schauspielerin Judi Dench (81) ist zum achten Mal in ihrer Karriere mit dem Olivier Award ausgezeichnet worden und hat damit einen Rekord aufgestellt. Die Preise gelten als höchste Auszeichnung im britischen Theater und feierten in diesem Jahr ihr 40. Jubiläum. Dench ("Shakespeare in Love") nahm den Preis am Sonntag als beste Nebendarstellerin im Shakespeare-Stück "The Winter's Tale" ("Das Wintermärchen") entgegen. Als bestes Musical wurde das Broadway-Stück "Kinky Boots" ausgezeichnet. Die Komödie "Hangmen" bekam den Olivier Award als bestes neues Theaterstück. Als beste Musical-Schauspielerin wurde Imelda Staunton für ihre Darbietung als Showbiz-Matriarchin Mama Rose in «Gypsy» geehrt. Die Preise für die besten Hauptrollen gingen an Denise Gough und Kenneth Cranham.

Schwedischer Schriftsteller Lars Gustafsson gestorben

Thomas-Mann-Preisträger wurde 79 Jahre alt

Der schwedisch-amerikanische Schriftsteller Lars Gustafsson ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von 79 Jahren gestorben. Das berichtete die Zeitung "Expressen", für die Gustafsson lange Jahre als Autor tätig war. Der Poet, Philosoph, Redakteur und Professor sei nach kurzer Krankheit im Kreise seiner Familie eingeschlafen. Gustafsson gab sein erstes Buch mit 21 Jahren heraus, sein letzter Roman "Doktor Wassers Rezept" erschien 2015 auf Schwedisch. Ende letzten Jahres wurde er mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet, zuvor hatte er die Goethe-Medaille erhalten. Gustafsson war Mitglied der Berliner und der Mainzer Akademie der Künste.

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