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Kulturnachrichten

Sonntag, 3. April 2016

Schwedischer Schriftsteller Lars Gustafsson gestorben

Thomas-Mann-Preisträger wurde 79 Jahre alt

Der schwedisch-amerikanische Schriftsteller Lars Gustafsson ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von 79 Jahren gestorben. Das berichtete die Zeitung "Expressen", für die Gustafsson lange Jahre als Autor tätig war. Der Poet, Philosoph, Redakteur und Professor sei nach kurzer Krankheit im Kreise seiner Familie eingeschlafen. Gustafsson gab sein erstes Buch mit 21 Jahren heraus, sein letzter Roman "Doktor Wassers Rezept" erschien 2015 auf Schwedisch. Ende letzten Jahres wurde er mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet, zuvor hatte er die Goethe-Medaille erhalten. Gustafsson war Mitglied der Berliner und der Mainzer Akademie der Künste.

Unesco-Kommission kritisiert westliche Dominanz

Welterbeliste spiegele vor allem westliche Kultur wider

Die deutsche Unesco-Kommission hat ein Ungleichgewicht der Welterbestätten beklagt. Es gebe proportional mehr Welterbestätten in Europa als im Rest der Welt und auch überproportional viele historische Stadtzentren und christliche Baudenkmäler, sagte Katja Römer von der Unesco-Kommission. Statt die Vielfalt der Kulturen und ihrer Ausdrucksformen weltweit zu repräsentieren, spiegele die Liste eher die westliche Kultur wider. Die Unesco versuche daher die Neueinträge aus bereits gut repräsentierten Staaten zu begrenzen. Am Montag findet in Regensburg die Jahrestagung der deutschen Welterbestätten statt. Die Domstadt feiert die Anerkennung der Altstadt zum Unesco-Welterbe vor zehn Jahren. Bisher sind in Deutschland 40 Stätten in die Welterbeliste eingetragen.

"Oper ohne Grenzen" spendet für Flüchtlingshilfe

Matinee an Frankfurter Oper sammelte für Deutsch-Unterricht

Die Oper Frankfurt hat am Sonntag ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt. Vor ausverkauftem Haus beteiligten sich Solisten aus aller Welt an der Initiative "Oper ohne Grenzen - Konzert für eine offene Kultur". Die Sänger verzichteten auf ihre Gage. Der Kartenpreis für die Matinee betrug zehn Euro. Zum Abschluss kamen nach Angaben der Oper mehr als 5300 Euro für die Hilfsorganisation "Teachers on the Road" zusammen, die Deutschunterricht für Flüchtlinge anbietet. Die bundesweite Initiative "Oper ohne Grenzen" geht auf die deutschsprachige Opernkonferenz zurück, deren Vorsitzender der Frankfurter Intendant Bernd Loebe ist. Das erste Konzert fand im Februar in der Dresdner Semperoper statt. Weitere Konzerte sind an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg (18. April) und in den Berliner Opernhäusern (29. Mai) geplant.

Barbara Köhler mit Peter-Huchel-Preis geehrt

Auszeichnung für Lyrikband "Istanbul, zusehends"

Die Dichterin Barbara Köhler hat den diesjährigen Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik erhalten. Die 56 Jahre alte in Duisburg lebende Schriftstellerin wurde in Staufen bei Freiburg für ihren Gedichtband "Istanbul, zusehends" ausgezeichnet. Dieses Werk sei eine "herausragende Neuerscheinung des Jahres 2015", sagte ein Sprecher der Jury. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro verbunden und den Angaben zufolge einer der bedeutendsten Preise für Lyrik im deutschsprachigen Raum. Er ist nach dem Lyriker Peter Huchel (1903-1981) benannt und wird jährlich zu dessen Geburtstag am 3. April vergeben.

Internationales "Movimentos"-Festival in Wolfsburg

Mehr als 60 Veranstaltungen bis zum 10. Mai

Das am Wochenende eröffnete "Movimentos"-Kulturfestival in Wolfsburg steht in seiner 14. Ausgabe unter dem Motto "Liebe". Bis zum 10. Mai treten Künstler aus der ganzen Welt in der Stadt und der Umgebung auf. Zum Auftakt am Samstagabend zeigten Tänzer der Movimentos Akademie Premieren der Choreografien "Option Liebe" und "Risk and Run" auf der Bühne des Theaters Wolfsburg. Begleitet wurden sie vom VW-Orchester. Insgesamt sind nach Angaben der Organisatoren 61 Veranstaltungen in den Sparten Tanz, Jazz, klassische Matineen und Soireen, szenische Lesungen und Schauspiel geplant. Das Festival wird von der "Autostadt" der Volkswagen AG organisiert.

Frühchristlicher Taufort am Kölner Dom eingeweiht

Raum stammt vermutlich aus dem 6. Jahrhundert

Am Kölner Dom ist das umgestaltete frühchristliche Baptisterium eingeweiht worden. Der Raum an der östlichen Außenseite der Kathedrale mit dem wahrscheinlich aus dem 6. Jahrhundert stammenden achteckigen Taufbecken erhielt ein Panoramafenster. Auch Decke und Bodenbelag wurden erneuert. Damit werde das älteste bauliche Zeugnis des Christentums in Köln nun wieder in würdiger Umgebung präsentiert, sagte Dompropst Gerd Bacher. Das Baptisterium war 1866 bei Bauarbeiten wiederentdeckt und im Anschluss zunächst mit einem Schutzbau umgeben worden. Die Pläne für die jetzige Umgestaltung stammen nach Angaben der Dombauhütte von dem Münchner Architektenbüro Allmann/Sattler/Wappner. Das Baptisterium ist kein sakraler Raum, sondern Teil der Domgrabung. Es soll künftig bei Führungen zu besichtigen sein, teilte die Dombauhütte mit.

Musikakademie Rheinsberg feiert 25-jähriges Bestehen

Bundes- und Landesakademie in brandenburgischer Schlossanlage

Mit einem Festakt hat die Musikakademie Rheinsberg im brandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin am Samstag ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Wie Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) erklärte, finden Profi- und Laienmusiker in der Musikakademie eine erstklassige Übungs- und Aufführungsstätte vor. Keine andere Akademie in Deutschland verfüge über ein Umfeld aus historischer Kulisse und Kammeroper. Die Bundes- und Landesakademie arbeitet seit 1991 in der Schlossanlage Rheinsberg. Mehr als 18 000 Teilnehmer wurden allein 2015 unter anderem in Meisterkursen und Musikwerkstätten gezählt. Rund 20 000 Gäste besuchten die Konzerte. 2014 wurden die Musikakademie und die Kammeroper fusioniert.

Latinjazz-Saxofonist "Gato" Barbieri gestorben

Argentinier schrieb Filmmusik für "Der letzte Tango in Paris"

Der Latinjazz-Saxofonist Leonardo "Gato" Barbieri ist tot. Er sei am Samstag im Alter von 83 Jahren in einem New Yorker Krankenhaus an einer Lungenentzündung gestorben, teilte seine Frau Laura mit. Der aus Argentinien stammende Barbieri nahm zwischen 1967 und 1982 insgesamt 35 Alben auf. 1973 gewann er einen Grammy für seine Musik zum Spielfilm "Der letzte Tango in Paris." 2015 wurde er für seinen als rebellisch, aber zugänglich gefeierten Stil mit einem Latin Grammy Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Seinen Spitznamen "El Gato" (Die Katze) bekam Barbieri in den 1950er Jahren für seine Art verpasst, in der er mit seinem Saxofon zwischen den Clubs in Buenos Aires zu seinen Konzerten hin- und herhetzte.

Jan Fabre gibt Leitung von griechischem Theaterfestival ab

Belgier war von griechischen Künstlern kritisiert worden

Der belgische Theatermacher Jan Fabre hat seinen Rücktritt als künstlerischer Leiter des Theaterfestivals Athen und Epidaurus erklärt. Das berichten diverse Medien. "Ich habe das Angebot des griechischen Kulturministers unter der Bedingung angenommen, mir in künstlerischen Entscheidungen völlige Freiheit zu gewähren", zitiert das Internetmagazin Lavenir Fabre. Dies scheine ihm in Griechenland jedoch nicht möglich zu sein. Parallel zu Fabres Rücktritt erklärte die Festivalleitung, dass es die Notwendigkeit einer Anreicherung des Programms mit griechischen Produktionen anerkenne und dass die erforderlichen Maßnahmen ergriffen würden. Fabres Entscheidung, die erste Festivaledition Belgien zu widmen, hatte in der griechischen Theaterscene für großen Unmut gesorgt.

Valentin Hennig erhält Max Ernst Stipendium

Stuttgarter Meisterschüler für Videoarbeiten geehrt

Der Künstler Valentin Hennig ist mit dem mit 10.000 Euro dotierten Max Ernst Stipendium 2016 ausgezeichnet worden. Der 1986 in Herrenberg bei Stuttgart geborene Hennig erhielt die Auszeichnung am Samstagabend in Brühl bei Köln für seine Videoarbeiten, wie das Max Ernst Museum mitteilte. In Verbindung mit der Auszeichnung wurde in dem Museum eine Ausstellung mit Videoarbeiten des Künstlers eröffnet, die bis 17. April gezeigt wird. Hennig ist seit 2015 Meisterschüler im Weißenhofprogramm der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

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