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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. April 2015

Stiftung für Raubkunstforschung eröffnet Zentrale

Magdeburger Zentrum soll Provenienzforschung bündeln

Das Deutsche Zentrum zur Suche nach NS-Raubkunst hat einen festen Standort. Erstmals tagte der Stiftungsrat im neuen Stiftungsgebäude in Magdeburg. Das Zentrum hat die Aufgabe, bei der Suche nach NS-Raubkunst zu helfen. Die Vorsitzende des Stiftungsrates, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, hob bei dem Treffen hervor, die Stiftung sei in weniger als einem Jahr errichtet worden. Mit der Berufung von Rüdiger Hütte (55) zum hauptamtlichen Vorstand sei nun auch das Leitungsteam vollständig. Der Stiftungsrat ist das Aufsichtsgremium des Zentrums. Ihm gehören 15 Mitglieder aus dem Kreis der Stifter (Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände) an. Zudem gibt es ein wissenschaftliches Kuratorium mit Experten aus dem In- und Ausland. Die zum 1. Januar 2015 errichtete Stiftung soll die Provenienzforschung vor allem zur NS-Raubkunst bündeln und ausbauen. Sie ist zentrale Ansprechpartnerin zur Umsetzung der "Gemeinsamen Erklärung", die Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände zur Auffindung und Rückgabe von NS-Raubkunst vereinbart haben. Das Zentrum führt mit zunächst 20 Mitarbeitern die Aufgaben der ehemaligen Koordinierungsstelle Magdeburg und der ehemaligen Arbeitsstelle für Provenienzforschung fort.

4000 Jahre altes Ziegelstück an den Irak zurückgegeben

Fund war per Post geschickt worden

Ein mehr als 4000 Jahre altes Ziegelstück mit einer sumerischen Inschrift ist an den Irak zurückgegeben worden. Wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mitteilte, hatte sie den wertvollen Fund vor einigen Wochen per Post geschickt bekommen. Der Absender gab an, das Ziegelfragment in den 1980er Jahren im Südirak als Souvenir erhalten zu haben. Wie die wissenschaftliche Analyse ergab, handelte es sich bei der Inschrift um eine Widmung des altorientalischen Herrschers Amar-Suena (21. Jh. v. Chr.), der vom Bau eines Tempels für den Gott Enki berichtet. Höchstwahrscheinlich stamme das Stück aus der antiken Stadt Eridu, dem heutigen Tell Abu Schachren im Südirak, berichtete die Stiftung. Offensichtlich illegal eingeführte Objekte sollten nicht in die Sammlungen der Stiftung gelangen, sagte deren Präsident Hermann Parzinger. "Das entspricht unserer Verantwortung für das Kulturerbe der Menschheit."

Google will 150 Millionen Euro in Journalismus in Europa investieren

Suchmaschinenriese geht auf Verlage zu

Zwischen Google und Verlagshäusern gibt es oft Spannungen, viele Verleger sehen Google als Nutznießer ihrer Arbeit im Netz. Nun will der Internetkonzern in den nächsten drei Jahren 150 Millionen Euro ausgeben, um Innovationen im digitalen Journalismus in Europa zu fördern. Zudem will Google in einer Arbeitsgruppe mit Medienmachern sprechen und damit auch das Verhältnis zur Branche verbessern. Zum Start der "Digital News Initiative"sind acht renommierte Medien beteiligt, darunter die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Zeit" aus Deutschland sowie die britische Zeitung "Guardian". Auch drei internationale Journalisten-Vereinigungen sind dabei. Die Initiative soll auch diskutieren, wie hochwertiger Journalismus im digitalen Zeitalter weitergeführt werden könne.

Harter Job im Steinbruch der Kultur

Berlins Kulturstaatssekretär seit einem Jahr im Amt|

Heute genau ist Tim Renner seit einem Jahr im Amt. Als Berliner Kulturstaatssekretär hat er den Status eines Paradies-Vogels inne. Er gilt als unterhaltsam, selbstironisch und postet auch schon mal ein Foto von seiner Staatssekretärs-Toilette, die Fliesen gelb und braun, auf seiner Facebook-Seite. Renner, der Mann aus der Popkultur, kommt besonders in der freien Szene gut an. Bei den nächsten Haushaltsverhandlungen will er sich stark machen für die freien Künstler, die Berlin zwar hip und attraktiv gemacht haben, die hohen Mieten aber nicht mehr bezahlen können. Wo Renner versucht, Strukturen aufzubrechen, hagelt es Kritik und Anfeindungen. Die letzten Wochen im Theaterstreit um die Neubesetzung des Chefsessels der Berliner Volksbühne haben ihm zugesetzt. Sein erstes Jahr als Berlins Kulturstaatssekretär bilanziert Tim Renner gegenüber unserem Programm so: "Es ist ein Jahr im Steinbruch der Kultur. Es ist ohne Zweifel ein harter Job. Es gab natürlich in den letzten drei Wochen schon Momente, wo man dachte irgendwie, was tue ich mir da an, aber ich glaub das übersteht man."

Geld für Kultureinrichtungen in Ostdeutschland

Grütters: Vielfalt gehört zu historischem Erbe

Kulturstaatsministerin Monika Grütters fördert bedeutende Kultureinrichtungen in Ostdeutschland mit 3,5 Millionen Euro. Auch im 25. Jahr nach der Wiedervereinigung wiesen die Kultureinrichtungen in den neuen Bundesländern immer noch einen hohen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf auf, so die Staatsministerin: "Zu unserem historischen Erbe gehört auch die bemerkenswerte Vielfalt der Kultureinrichtungen in Ostdeutschland, der Bund setzt sich daher für den Erhalt und die Präsentation dieses nationalen Kulturerbes ein." Ziel sei es, durch die Investitionen die kulturelle und touristische Anziehungskraft der einzelnen Regionen zu stärken. Die Bundesmittel gehen in diesem Jahr an 22 ostdeutsche Institutionen, darunter die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Sie wird bei der Wiedereinrichtung der Rüstkammer im Residenzschloss unterstützt, das Staatstheater in Cottbus erhält Geld und Thüringen darf die Mittel für die weitere Sanierung und museale Herrichtung von Schloss Altenstein einsetzen.

Nacktauftritt bei Verleihung von Theaterpreisen

Autor schockt französische Ministerin

Mit einem Nacktauftritt bei der Verleihung der französischen Theaterpreise Molières hat ein Schauspieler und Autor für Erheiterung gesorgt - und Kulturministerin Fleur Pellerin geschockt. Sébastien Thiéry trat am Montagabend bei der Preisverleihung in Paris nackt auf die Bühne und forderte in der Rolle eines Gewerkschaftsvertreters, dass auch Autoren von einem besonderen Status für Kunstschaffende profitieren. Pellerin hielt sich zunächst erstaunt die Hand vor den Mund und lachte, dann folgte sie den Ausführungen des Schauspielers etwa zu einer Arbeitslosenversicherung für Autoren. Dass Thiéry nackt auf die Bühne trat und dann sogar in die Publikumsränge lief, kommt nicht von ungefähr: Er ist Autor des Erfolgsstücks "Deux hommes tout nus" ("Zwei ganz nackte Männer"), in dem sich zwei Männer unbekleidet in einem Bett wiederfinden ohne zu wissen, warum. Er ist auch einer der Darsteller in dem Stück, das für zwei Molières nominiert war. Es ging aber letztlich leer aus.

Unesco prüft Wiederaufbau des zerstörten Kulturerbes in Nepal

Kulturstätten sind einzigartige Verbindung aus Hinduismus und Buddhismus

Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal prüft die Unesco, wie die zerstörten Stätten des Weltkulturerbes in Kathmandu gerettet werden können. Unesco-Chefin Irina Bokowa sagte der Nachrichtenagentur AP, sie werde so schnell wie möglich eine Expertenmission entsenden, um festzustellen, was getan werden kann, um den Schaden zu reparieren. In einigen Fällen sei sogar ein Wiederaufbau zu erwägen. Beim starken Beben vom Wochenende starben mehr als 4000 Menschen, berühmten Kulturstätten wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Drei von sieben Gebetsstätten in und nahe Kathmandu seien ernsthaft beschädigt worden, sagte Bokowa. Dazu zählt auch der berühmte Durbar-Platz in Kathmandu mit seinen Pagoden und Tempeln aus dem 15. bis 18. Jahrundert. Auch die Weltkulturerbe-Stätte Nationalpark Sagarmatha am Mount Everest sei beschädigt. Bokowa sagte, es sei eine "riesige Katastrophe", dass die für Nepal typische Verbindung von Hinduismus und Buddhismus zerstört worden sei. Die Kulturstätten in Nepal ziehen jährlich Hunderttausende Touristen an. Die Branche ist eine wichtige Säule der Wirtschaft des bitterarmen asiatischen Landes.

Festspielintendant hält Veränderung an der Volksbühne für aggressiven Vorgang

Thomas Oberender fürchtet Schaden für die Berliner Festspiele durch ähnliche Theaterkonzepte

Der Intendant der Berliner Festspiele, Thomas Oberender, teilt die Sorge, dass mit der geplanten Veränderung an der Berliner Volksbühne die Berliner Festspiele kopiert würden. "Ich finde, das ist durchaus ein relativ aggressiver Vorgang, aus einem Künstlertheater ein Cluster zu machen, das verschiedene Spielstätten und Kunstformen unter ein Dach nimmt", sagte er dem Rundfunk Berlin-Brandenburg. Das tangiere die Festspiele, aber auch andere Akteure in der Stadt, wie das HAU. Der Londoner Museumsmacher Chris Dercon (56) wird im Jahr 2017 Nachfolger von Volksbühnen-Intendant Frank Castorf. Die Personalie hatte einen Streit um die Zukunft der Berliner Theaterlandschaft ausgelöst. Mehrere namhafte Intendanten, allen voran der scheidende Berliner-Ensemble-Chef Claus Peymann, warfen den politisch Verantwortlichen vor, die traditionsreiche Volksbühne zu einer Art Festivalhaus umbauen zu wollen. Das werde für das Haus der Berliner Festspiele richtige Konsequenzen haben, so Oberender weiter, wenn die Volksbühne in dem Feld anfange zu produzieren, in dem auch die Festspiele im Moment produzieren. Die Dynamik seines Hauses werde von dieser Veränderung stark beeinflusst werden.

Gerhard Richter gefragtester lebender Maler

Kunstmarkt auf Höhenflug

Gerhard Richter ist einem Ranking zufolge der gefragteste lebende Maler auf dem Auktionsmarkt der vergangenen 40 Jahre. Nach dem Kunstindex des "Manager Magazin" erzielten von 1970 bis 2014 Werke von Pablo Picasso die höchsten Umsätze. Dahinter folgen Andy Warhol, Claude Monet, Francis Bacon, Pierre-Auguste Renoir und dann der in Köln lebende Richter (83). Die vier begehrtesten Maler des Jahres 2014 waren demzufolge Andy Warhol, Pablo Picasso, Francis Bacon und Richter auf Platz 4 - wieder als erster lebender Künstler. Der Index basiert nach Angaben des Magazins auf fünf Millionen Verkaufsdaten von 700 Auktionshäusern. Neuere Studien haben ergeben, dass sich der Weltkunstmarkt derzeit auf einem Allzeit-Hoch befindet. Der Autor des "mm-Kunstindex", Roman Kräussl, hält diese Preisentwicklung für übertrieben. Ein Preisrutsch bei den großen Frühjahrs- oder Herbst-Auktionen sei nicht überraschend. Die Preise für zeitgenössische Kunst hätten einen kritischen Wert überschritten.

Ärger um PEN-Preis für "Charlie Hebdo" in den USA

Sechs Schrifsteller haben Teilnahme an Preisgala aus Protest abgesagt

Die Auszeichnung der Pariser Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" mit dem PEN-Preis für Mut und Meinungsfreiheit sorgt in den USA für Ärger. Sechs Schriftsteller, darunter Michael Ondaatje, Teju Cole und Rachel Kushner, hätten aus Protest gegen die Ehrung ihre Teilnahme an der Preisgala am 5. Mai abgesagt, berichtete die "New York Times". Kushner begründete das mit der "kulturellen Intoleranz" der Zeitschrift. Auf die Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo", die immer wieder religionskritische Karikaturen veröffentlicht hatte, war im Januar ein Anschlag von Islamisten verübt, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen. Der Schriftstellerverband PEN zeigte sich überrascht von der Ankündigung der sechs Mitglieder. "Wir wussten alle, dass es eine in einigen Hinsichten kontroverse Entscheidung war", sagte PEN-Präsident Andrew Solomon. "Aber ich hätte nicht gedacht, dass das Thema diese speziellen Bedenken bei diesen speziellen Autoren auslösen könnte." Der frühere PEN-Präsident und Bestseller-Autor Salman Rushdie kritisierte die Bedenken der Schriftsteller als "entsetzlich falsch".

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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