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Kulturnachrichten

Sonntag, 26. April 2015

Erdbeben auch kulturgeschichtliche Katastrophe

Weltkulturerbe in Nepal zerstört

Auch für Nepals reiches Kulturerbe war das Erdbeben ein schwerer Schlag. Im Zentrum der Hauptstadt Kathmandu sowie den angrenzenden Königsstädten Bhaktapur und Patan, die auf der Liste des Weltkulturerbes stehen, wurden mehrere Tempel und Statuen aus dem 12. bis 18. Jahrhundert beschädigt oder ganz zerstört. Die Unesco sammelt noch Informationen, befürchtet aber das Schlimmste. "Zwei Tempel in Patan sind komplett eingestürzt, und am Durbar-Platz in Kathmandu ist es noch schlimmer", sagte der Unesco-Vertreter für Nepal der Nachrichtenagentur AFP. Die Unesco bemüht sich auch herauszufinden, wie die Lage an der Weltkulturerbestätte Lumbini rund 280 Kilometer westlich von Kathmandu ist. Sie gilt als Geburtsort Buddhas.

Hallervorden verstört mit "Heim ins Reich"-Ausspruch

Die Äußerung sei satirisch gemeint gewesen, so Hallervorden

Der Schauspieler Dieter Hallervorden hat mit seiner Dankesrede bei der österreichischen "Romy"-Filmpreisgala Irritationen ausgelöst. "Diese österreichische "Lola" - diese österreichische "Romy" natürlich - führe ich heim ins Reich", sagte der Komiker gestern Abend in Wien, wo als er als bester Filmschauspieler geehrt wurde. Die Aussage sei satirisch und mahnend gemeint gewesen, rechtfertigte er sich. Hallervorden wurde für seine Rolle in Til Schweigers Tragikomödie "Honig im Kopf" ausgezeichnet. Der österreichische Künstler André Heller widersprach Hallervorden öffentlich. Mit dem Slogan "Heim ins Reich" warben Nationalsozialisten unter anderem für den Anschluss Österreichs an Deutschland. Die "Romy"-Gala fand in der Hofburg auf dem Heldenplatz statt, einem historisch aufgeladenen Ort, wo Adolf Hitler 1938 den Anschluss verkündete. Er habe bewusst provozieren wollen, sagte Hallervorden. Die Österreicher seien vor dem Zweiten Weltkrieg zu Nazi-Deutschland übergelaufen, hätten aber später keine Mitschuld eingestanden. "Ich will niemanden zu rechtem Gedankengut ermuntern, im Gegenteil! Ich will davor warnen", betonte er.

Bühnenbildpreis für Berliner Künstler

Bert Neumann bekommt Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis

Für seine "stets neuen, radikalen Bühnenerfindungen" hat der Berliner Künstler Bert Neumann den mit 5000 Euro dotierten Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis erhalten. Zur Verleihung in Gießen kamen etwa 400 Gäste, darunter die Schauspielerin Sophie Rois.
Preisträger Neumann ist Ausstattungsleiter der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Der mit 2500 Euro dotierte Förderpreis ging an den Künstler Andy Seno Aji aus Indonesien. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Hein-Heckroth-Gesellschaft zusammen mit der Stadt Gießen und dem Land Hessen vergeben. Der Preis erinnert an den aus Gießen stammenden Maler und Bühnenbildner Hein Heckroth (1901-1970). Eine Besonderheit ist, dass der jeweils letzte Hauptpreisträger den nächsten vorschlägt. 2013 ging der Preis an die Bühnenbildnerin Anna Viebrock.

Kirchenlieder-Komponist Schneider wird 85

Sein "Danke"-Lied wurde weltweit bekannt

"Danke, für diesen guten Morgen, danke, für jeden neuen Tag". Dieses Lied hat den evangelischen Theologen Martin Gotthard Schneider in der ganzen Welt bekannt gemacht. Heute wird der Kirchenmusiker 85 Jahre alt. Seine Komposition war als bisher einziges Kirchenlied 1963 sechs Wochen lang in den Charts der deutschen Hitparade. Nach Angaben des Gustav Bosse Verlags wurde das Lied in mehr als 25 Sprachen übersetzt. Die Pop-Gruppe "Die Ärzte" hat in ihren Anfangsjahren Text und Melodie in einer Punkfassung auf den Markt gebracht. Bereits 1963 gelangte es in einer Schallplatteneinspielung des Botho-Lucas-Chors in die Charts der deutschen Hitparade.

Nachbau weltberühmter Höhle in Südfrankreich eröffnet

Bereits am ersten Tag alle Tickets ausverkauft

Eine Replik der für ihre steinzeitlichen Malereien berühmten Chauvet-Höhle in Südfrankreich ist seit gestern für Besucher offen. "Wir erwarten zwischen 2500 und 3000 Besucher, die alle vorher über das Internet reserviert haben", sagte Direktor Antoine Deudon der Nachrichtenagentur AFP. Alle Tickets seien ausverkauft. Insgesamt wurden bislang 70.000 Eintrittskarten über das Internet verkauft. Der Höhlennachbau in Vallon-Pont-d'Arc im südfranzösischen Département Ardèche war am 10. April von Staatschef François Hollande eingeweiht worden. Zu sehen sind beeindruckende Felsmalereien von Tieren, darunter Panther, Höhlenbären, Löwen und Eulen auf 3500 Quadratmetern, die den echten Zeichnungen der Cro-Magnon-Menschen vor rund 36.000 Jahren nachempfunden sind. Die echte Chauvet-Höhle liegt nur etwa einen Kilometer von der Nachbildung entfernt. Aufgrund der hohen Empfindlichkeit der Felsmalereien bleibt diese aber dem breiten Publikum verschlossen. Die Höhle war 1994 von drei Hobby-Forschern entdeckt worden. Ihr Zugang war vor rund 23.000 Jahren verschüttet worden. Die Grotte zählt zum Unesco-Welterbe.

Neue Wende in Münchner Konzertsaal-Debatte möglich

Experten sprechen sich gegen die Zwillingslösung in Gasteig aus

Im Dauerstreit um den Bau eines Weltspitzen-Konzertsaals in München zeichnet sich eine neue Wende ab. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer schließt eine "neue Situation" nicht aus. In der langerwarteten Konzertsaal-Studie, kommen Experten zu dem Schluss, dass die sogenannte "Zwillingslösung" vor allem den Münchner Philharmonikern schaden würde. Die Rede ist von Einbußen in Höhe von rund 700.000 Euro. Ein Neubau wird nun nach Angaben des Bayerischen Rundfunks doch in Erwägung gezogen. Bisher ist das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ohne eigenen Konzertsaal, obwohl es sich um ein Ensemble von Weltruf handelt. Die ebenfalls hoch angesehenen Münchner Philharmoniker spielen im Gasteig, doch der dortige Saal hat nur eine mittelmäßige Akustik. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und Seehofer hatten sich eigentlich darauf verständigt, vorrangig die sogenannte Zwillingslösung zu prüfen - den Umbau des Gasteig für beide Orchester anstelle eines Neubaus. In Teilen der Münchner Musikszene gab es einen Proteststurm.

Dercon holt fünfköpfiges Künstlerteam an Berliner Volksbühne

Personalpläne

Chris Dercon startet seine Intendanz an der Berliner Volksbühne zusammen mit einem fünfköpfigen Künstlerteam. Dazu gehören der französische Tänzer und Choreograf Boris Charmatz, Filmregisseur Romuald Karmakar („Der Totmacher) und Filmemacher und Medienwissenschaftler Alexander Kluge. Ebenfalls dabei: Die deutsche Theaterregisseurin Susanne Kennedy und die dänische Choreografin Mette Ingvartsen. Das gaben Dercon und Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller heute auf einer Pressekonferenz bekannt. Dercon wird im Sommer 2017 Frank Castorf als Volksbühnen-Chef ablösen.

Berliner Staatsballett weitet Streik aus

Ausstand wurde fortgesetzt

Die Tänzerinnen und Tänzer des Berliner Staatsballetts haben ihren Streik im Tarifkampf fortgesetzt: Gestern fiel an der Staatsoper im Schiller Theater der Ballett-Abend "Duato/Forsythe/Goecke" aus. Bereits am Freitagabend bestreikten Tänzer eine Aufführung an der Deutschen Oper. Die Stiftung Oper in Berlin verweigere weiterhin Gespräche über einen Haustarifvertrag, erklärte Verdi. Bei dem Vertrag geht es unter anderem um die Staffelung der Gagen, Arbeitszeit, freie Tage und den Gesundheitsschutz.

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