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Kulturnachrichten

Freitag, 17. April 2015

Lilienthal wünscht Berlin mehr Experimentierfreude

Der Theaterszene könne das nur gut tun

Der designierte Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, hält die von Claus Peymann, dem Intendanten des Berliner Ensembles, angestoßene Berliner Theaterdebatte für "total langweilig". Seiner Meinung nach ist das Berliner Ensemble der "eigentliche Event-Schuppen". Zur Diskussion um die Nachfolge von Frank Castorf an der Volksbühne, sagte Lilienthal, der derzeitige Direktor der Tate-Gallery in London, Chris Dercon, wäre ein guter Kandidat. Eine Durchmischung von Bildender Kunstwelt und Theaterwelt könne der Stadt Berlin nur gut tun, so Lilienthal. Lilienthal ging auch auf die Diskussion um das Festhalten an Ensemble-Strukturen ein. Er verwies darauf, dass sich dieses Modell an der Volksbühne längst aufgelöst habe: "Die Volksbühne bedient sich durch ein reisendes Ensemble, was in Berlin und Hamburg lebt, und stellt da immer wieder Stück-Ensembles zusammen." Auch Chris Dercon brauche solche lockeren Strukturen, um "gut arbeiten zu können", betonte Lilienthal.

München kündigt Dieter-Hildebrandt-Preis an

Preis soll jährlich verliehen werden

Der Kabarettist Dieter Hildebrandt soll mit einem eigens nach ihm benannten Preis posthum geehrt werden. Wie die Stadt München mitteilte, ist die Auszeichnung mit 10 000 Euro dotiert und soll künftig jährlich an politische Kabarettisten verliehen werden. Der Dieter-Hildebrandt-Preis soll die bis dato alle zwei Jahre verliehene und mit 6000 Euro dotierte städtische Kabarett-Auszeichnung ablösen. Der Stadtrat muss dem Beschluss noch zustimmen. Dieter Hildebrandt war 2013 gestorben.

Niedergermanischer Limes soll Welterbe werden

Römischer Grenzwall habe gute Chancen

Der Niedergermanische Limes soll nach dem Willen von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden Unesco-Welterbe werden. Dazu unterzeichneten die beiden Länder und drei Provinzen des Nachbarstaates gestern in Bonn eine entsprechende Vereinbarung, wie der Landschaftsverband Rheinland und das rheinland-pfälzische Kulturministerium mitteilten. "Die Bewerbung hat große Aussicht auf Erfolg, da der Niedergermanische Limes dann Teil der internationalen Unesco-Welterbestätte "Grenzen des Römischen Imperiums" wäre." Die frühere römische Provinz Niedergermanien (Germania inferior) umfasste den Angaben zufolge das Rheinland und weite Teile der heutigen Niederlande. Entlang des Rheins sei der Limes auf 385 Kilometern Länge von Remagen bis zur Mündung bei Katwijk an Zee verlaufen. Der Obergermanisch-Raetische Limes auf dem heutigen Gebiet von Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen ist bereits seit 2005 Unesco-Welterbe.

Immer mehr Printmagazine in Deutschland

Rein digitaler Journalismus sei wirtschaftlich schwach

Die deutschen Zeitschriftenverleger haben im vergangenen Jahr 133 neue Print-Magazine auf den Markt gebracht. Die Zahl der periodisch erscheinenden Publikumszeitschriften sei auf einen Rekordstand von fast 1600 gestiegen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, Stephan Scherzer, am Donnerstagabend in München. Die Vorsitzende des Verbands der Zeitschriftenverlage in Bayern, Waltraut von Mengden, sieht gute Gründe dafür, weiter in Print zu investieren: "Die Deutschen geben für Zeitschriften jedes Jahr immer noch über drei Milliarden Euro aus." Die Werbeerlöse von Zeitungen und Zeitschriften beliefen sich auf über vier Milliarden Euro, sagte von Mengden bei der VZB-Jahrestagung. "Demgegenüber fallen die wirtschaftlichen Erfolge des rein digitalen Journalismus nach wie vor kümmerlich aus. Wer also den Digital-Predigern vor 10 bis 15 Jahren gefolgt wäre, wäre heute wahrscheinlich ein bisschen pleite."

Autor Ostermaier: Nibelungenlied ist Antikriegsepos

Keine martialische Action bei den Nibelungen-Festspielen

Für den diesjährigen Autor der Wormser Nibelungen-Festspiele, Albert Ostermaier, ist das Nibelungenlied "das stärkste deutsche Antikriegsepos", das man sich vorstellen kann. Wenn man das Original lese, frage man sich, wie der Text von den Nationalsozialisten so habe missbraucht werden können, sagte Ostermaier der Deutschen Presse-Agentur. Sein Stück "Gemetzel", das Ende Juli in Worms in Rheinland-Pfalz Premiere hat, orientiert sich am zweiten Teil der Nibelungensage, der Zeit nach Siegfrieds Tod. Es wird zu großen Teilen aus der Perspektive eines Kindes erzählt - des Jungen Ortlieb, Sohn von Siegfrieds hinterbliebener und auf Rache sinnender Geliebter Kriemhild und des Hunnenkönigs Etzel. Ostermaier und Regisseur Thomas Schadt setzen dabei trotz des Titels nicht auf martialische Action. Es werde kein naturalistisches, blutrünstiges Gemetzel geben, hatte Schadt bereits im November angekündigt. Die Nibelungen-Festspiele 2015 finden das erste Mal unter der Leitung von Intendant Nico Hofmann statt.

Maren Kroymann erhält Kleinkunstpreis

Sie stehe für ein mutiges und feministisches Frauenkabarett

Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Maren Kroymann hat den diesjährigen Ehrenpreis des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg erhalten. Die 65-Jährige stehe für ein mutiges und feministisches Frauenkabarett, teilte die Jury zur Preisverleihung am gestern Abend in Freiburg mit. Kroymann sei mitunter kokett, stets kultiviert, feminin, elegant und dabei scharfzüngig. Mit ihrem aktuellen Bühnenprogramm "In my Sixties" ist sie derzeit auf Tour. Der Preis wird jährlich vergeben und ist mit 5000 Euro verbunden. Er wird von der Staatlichen Toto-Lotto-Gesellschaft mit Sitz in Stuttgart gestiftet.

Maren Kroymann erhält Kleinkunstpreis

Sie stehe für ein mutiges und feministisches Frauenkabarett

Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Maren Kroymann hat den diesjährigen Ehrenpreis des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg erhalten. Die 65-Jährige stehe für ein mutiges und feministisches Frauenkabarett, teilte die Jury zur Preisverleihung am Donnerstagabend in Freiburg mit. Kroymann sei mitunter kokett, stets kultiviert, feminin, elegant und dabei scharfzüngig. Mit ihrem aktuellen Bühnenprogramm "In my Sixties" ist sie derzeit auf Tour. Der Preis wird jährlich vergeben und ist mit 5000 Euro verbunden. Er wird von der Staatlichen Toto-Lotto-Gesellschaft mit Sitz in Stuttgart gestiftet.

BGH: Digitale Kopien von Lehrbüchern bleiben erlaubt

Verlag wollte digitale Kopien verbieten lassen

Der Verlag Eugen Ulmer ist mit seiner Klage gegen die Digitalisierung seiner Bücher in einer Universitätsbibliothek gescheitert: Der Bundesgerichtshof (BGH) wies die Klage des Unternehmens gegen die Technische Universität Darmstadt als unbegründet ab. Dem Urteil zufolge ist es auch möglich, dass Bibliotheksnutzer digitalisierte Bücher kopieren oder auf einen USB-Stick abspeichern.

Cannes: Französische Filme machen das Rennen

Kein deutscher Beitrag im Wettbewerb

Das Filmfestival von Cannes schickt dieses Jahr verstärkt französische Regisseure in das Rennen um die Goldene Palme. Von den bislang 17 Wettbewerbs-Filmen kommen vier aus Frankreich. Aus Deutschland ist auch dieses Jahr wieder kein Regisseur dabei.
Unter den Franzosen konkurrieren unter anderem Jacques Audiard mit dem noch provisorischen Titel "Dheepan" und die Regisseurin Maïwenn mit "Mon Roi" um die höchste Cannes-Auszeichnung. Die Regisseurin erhielt 2012 für "Polizei" den Preis der Jury. Italien wird von Altmeister Nanni Moretti und seinem Film "Mia Madre" vertreten sowie von Paolo Sorrentino mit "Youth". US-Filmregisseur Gus Van Sant geht mit "The Sea of Trees" in das Palmen-Rennen. Das Festival findet vom 13. bis 24. Mai statt.

Neuer Direktor des Instituts Mathildenhöhe

Philipp Gutbrod übernimmt die Stelle von Ralf Beil

Der Kunsthistoriker Philipp Gutbrod wird neuer Leiter des Darmstädter Instituts Mathildenhöhe. Der bisherige stellvertretende Direktor werde der Nachfolger von Ralf Beil, der im Februar an das Kunstmuseum Wolfsburg gewechselt ist, teilte die Stadt Darmstadt mit. "Philipp Gutbrod verfügt über eine ausgezeichnete fachliche Expertise als Kunsthistoriker und langjährige Erfahrung als international engagierter Ausstellungsmacher", sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch. Gutbrod studierte in München und Heidelberg Kunstgeschichte, Öffentliches Recht und Klassische Archäologie. Er arbeitete am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris und als Geschäftsführer der Villa Grisebach Auctions in New York. Seit 2011 ist er Ausstellungskurator und Sammlungskonservator am Institut Mathildenhöhe. "Die Mathildenhöhe Darmstadt ist ein Gesamtkunstwerk, das den Übergang vom 19. zum 20. und 21. Jahrhundert in Kunst, Architektur und Design auf einzigartige Weise versinnbildlicht", sagte Gutbrod.

Bushido erringt Teilerfolg bei Prozess um Plagiatsvorwürfe

Die französische Band Dark Sanctuary hatte den Rapper verklagt

Der Berliner Rapper Bushido hat in einem Prozess um mutmaßliche musikalische Plagiatsvorwürfe vor dem Bundesgerichtshof einen Erfolg errungen: Der BGH verwies den Fall am Donnerstag an das Oberlandesgericht Hamburg zurück. Dieses muss erneut prüfen, ob der Rapper für einige seiner Lieder unberechtigt Musikteile der französischen Band Dark Sanctuary verwendet hat. Zugleich wies der BGH die Klagen von drei Bandmitgliedern ab. Lediglich die Klage des Komponisten muss vor dem OLG neu aufgerollt werden. Die Gruppe wirft Bushido vor, für 13 Titel unberechtigt Tonfolgen ihrer Lieder übernommen zu haben. Ihre Klage war in den Vorinstanzen überwiegend erfolgreich gewesen, woraufhin Bushido in Revision gegangen war.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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