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Kulturnachrichten

Sonntag, 12. April 2015

Theater-Visionärin Judith Malina tot

Sie ist 88-jährig in New Jersey gestorben

Die Theater-Visionärin Judith Malina ist tot. Die Schauspielerin und Regisseurin sei bereits am Freitag im Alter von 88 Jahren im US-Bundesstaat New Jersey gestorben, berichteten US-Medien unter Berufung auf ihre Freundin, die Autorin Karen Malpede. Die Ursache sei eine Lungenkrankheit gewesen. Die in Kiel geborene Malina hatte gemeinsam mit ihrem Ehemann Julian Beck in den 1940 Jahren das Living Theatre gegründet, eine der radikalsten und experimentellsten Theatergruppen der USA. Malina spielte zudem auch in mehreren Hollywood-Filmen mit, unter anderem 1991 in "Die Addams Familie".

Jazz-Legende Herbie Hancock wird 75

Ende der musikalischen Karriere ist nicht in Sicht

Jazz alleine hat Herbie Hancock nie gereicht. "Ich schaue immer nach einem Weg, mich weiterzuentwickeln, Dinge auseinanderzunehmen und neu zusammenzusetzen, und nicht einfach nur immer wieder dasselbe zu machen", sagte der Pianist jüngst dem US-Radiosender NPR. Seit mehr als einem halben Jahrhundert gilt Hancock, der heute 75 Jahre alt wird, als einer der erfolgreichsten Komponisten und Interpreten des Jazz. Gleichzeitig macht er auf seinen mehr als 200 Alben und unzähligen Konzerten immer wieder Ausflüge in Klassik, Folklore, Rhythm & Blues, Rock, Pop und Rap. Kritik von Puristen ignoriert er. "Ich muss meinen eigenen Überzeugungen treu sein, dass ist der einzige Weg, sich selbst zu respektieren." Zahlreiche Grammys und sogar einen Oscar hat ihm das schon eingebracht.

München verabschiedet sich von Helmut Dietl

Schlangen vor den Kondolenzbüchern am Nordfriedhof

Eine Stunde nach Öffnung der Halle waren bereits etwa 300 Menschen gekommen, um dem Regisseur die letzte Ehre zu erweisen. "Danke für Deine Geschichten", schrieb einer ins Kondolenzbuch. "Sie werden, wie Du, unsterblich sein." Einige legten Blumen vor seinem weißen Sarg nieder und zündeten Kerzen an. Aus Lautsprechern ertönte die Titelmelodie aus Dietls Münchner Kultserie "Kir Royal". Helmut Dietl war am 30. März im Alter von 70 Jahren in seiner Münchner Wohnung gestorben. Rund eineinhalb Jahre zuvor hatte er seine schwere Lungenkrebserkrankung öffentlich gemacht. Bereits gestern hatten sich Freunde und Familie in einer geheim gehaltenen Trauerfeier auf dem Nordfriedhof von Dietl verabschiedet. Unter den Gästen waren auch seine frühere Lebensgefährtin Veronica Ferres, Schauspieler Heiner Lauterbach und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Rheinland startet ins Preußenjahr

Vor 200 Jahren bekam Preußen das Rheinland

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wird seit heute an die Herrschaft der Preußen am Rhein erinnert. 200 Jahre ist es her, dass das Rheinland beim Wiener Kongress den Preußen zugesprochen wurde. Bis zum 18. Oktober sind 450 Veranstaltungen unter dem Motto "Danke Berlin - 200 Jahre Preußen am Rhein" geplant. Es sei wichtig, die Preußen-Herrschaft nicht eindimensional negativ zu betrachten, sagte Heike Otto, Geschäftsführerin des rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, der das Gedenken koordiniert. Mittlerweile sei die Geschichtsforschung so weit, auch positive Aspekte zu benennen. "Den Kölner Dom würde es so nicht geben, wenn die Preußen 1880 nicht viel Geld zur Reparatur in die Hand genommen hätten". Spuren wie diese könne jeder Rheinländer täglich sehen - oft würden sie aber nicht wahrgenommen. Otto verweißt außerdem auf unzählige Denkmäler, Turnhallen und Kasernen aus der Zeit der Preußen, ebenso auf die Einführung der Schulpflicht und das Preußenmuseum in Wesel.

Römischer Grenzabschnitt soll Weltkulturerbe werden

NRW, Rheinland-Pfalz und drei niederländische Provinzen bereiten Antrag vor

Deutsche und Niederländer wollen den nördlichen Grenzabschnitt des römischen Reiches, den niedergermanischen Limes, zum Weltkulturerbe machen. Die bereits bestehende Welterbestätte "Grenzen des Römischen Reiches" solle entsprechend erweitert werden. Dazu wollen die Partner am kommenden Donnerstag in Bonn eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnen, wie das nordrhein-westfälische Ministerium für Stadtentwicklung mitteilte. Die Niederlande sollen die Bewerbung einreichen. Bis die Vorbereitungen abgeschlossen sind, könnten aber nach Einschätzung von Fachleuten noch einige Jahre vergehen. Der 385 Kilometer niedergermanische Limes reichte von der niederländischen Nordsee in Katwijk aan Zee bis ins rheinland-pfälzische Remagen. Teile Deutschlands und der Niederlande lagen vor 2000 Jahren im Römischen Reich. Der Limes sei ein besonders beeindruckendes Beispiel dieser gemeinsamen Vergangenheit mit Kastellen, Schiffen, Wegen und Siedlungen entlang des Rheins.

Grüne fordern längere Öffnungszeiten in Museen

Viele Berliner Museen schließen schon um 18 Uhr

Die Kulturexpertin der Berliner Grünen, Sabine Bangert, hat sich für längere Öffnungszeiten in den Museen ausgesprochen. "Wenn Berlin wirklich Weltstadt sei will, sollten auch die Museen etwas besucherfreundlicher werden", sagte Bangert. Derzeit haben die Staatlichen Museen in Berlin nur bis 18.00 Uhr auf, lediglich am Donnerstag können die Besucher bis 20.00 Uhr bleiben. Die Landesmuseen schließen zum Teil noch früher. Eine flexiblere Regelung sei nicht nur im Interesse hunderttausender Touristen, sondern vor allem auch mit Rücksicht auf die berufstätigen Berliner nötig. Dennoch müsse es für das Personal insgesamt bei einer vertretbaren Belastung bleiben. Zudem kritisierte Bangert die gleichzeitige Schließung mehrerer publikumsträchtiger Häuser. "Es kann doch nicht angehen, dass der Pergamon-Saal, die Neue Nationalgalerie, das Georg Kolbe Museum und die Berlinische Galerie alle gleichzeitig saniert werden", sagte sie. Als Ersatzstandort für die Neue Nationalgalerie schlägt Bangert den früheren Flughafen Tempelhof vor.

US-Erfolgsserie "Homeland" kommt nach Berlin

Dreharbeiten größtenteils an realen Schauplätzen

Die Fünfte Staffel der US-Erfolgsserie "Homeland" wird in Berlin und im Potsdamer Studio Babelsberg gedreht. Ein Team der Produktionsfirma Fox 21 werde in der kommenden Woche anreisen und in Babelsberg mit Vorbereitungsarbeiten beginnen. Eine offizielle Bestätigung durch das Studio gab es nicht. Auch in der Vergangenheit zeigte sich das Studio stets äußerst diskret, wenn Hollywoodgrößen wie beispielsweise George Clooney oder Quentin Tarantino in der Region Filme drehten. Wie es heißt, drohten die Produktionsverhandlungen für "Homeland" im Vorfeld zeitweise aus finanziellen Gründen zu scheitern. Weil sich das Medienboard Berlin-Brandenburg und die Regierungen beider Länder in die Verhandlungen mit den Amerikanern einschalteten, habe die Hauptstadtregion letztlich dann doch den Zuschlag erhalten. Der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski sagte dem "Tagesspiegel", der Senat sei zwar nicht direkt involviert gewesen, habe jedoch die Verhandlungen begleitet und wolle die Dreharbeiten nach seinen Möglichkeiten unterstützen.

Jeder wird sich Karte für Elbphilharmonie leisten können

Der Intendant will ein Haus für alle

Christoph Lieben-Seutter, der Intendant der Elbphilharmonie, will das Konzertgebäude im Hamburger Hafen zu einem Haus für alle machen. "In der Elbphilharmonie wird sich jeder eine Karte leisten können", sagte Lieben-Seutter in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt". "Wir als Hamburg Musik werden keinen Preissprung machen, nur weil die Elbphilharmonie da ist." Bei den anderen Veranstaltern werde es höchstens kleine Anpassungen geben. Lieben-Seutter bekräftigte, dass die Elbphilharmonie nach dann zehnjähriger Bauzeit am 11. Januar 2017 eröffnet werden soll. Mitte Januar hatte Bürgermeister Olaf Scholz dieses Datum bekanntgegeben. Ursprünglich sollte das Konzerthaus bereits 2010 eröffnet werden. Der Termin wurde jedoch mehrfach verschoben. Parallel zu den Verzögerungen explodierten auch die Kosten für das Konzerthaus. Sie stiegen seit dem Spatenstich im Frühjahr 2007 von ursprünglich geplanten 77 Millionen Euro auf inzwischen 789 Millionen Euro.

Philologenverband sieht Abitur "entwertet"

Die Prüfungen seien leichter, als früher

Der Deutsche Philologenverband sieht das Abitur "entwertet", wenn mehr als 50 Prozent eines Jahrgangs die Reifeprüfung machen. "Studien unter anderem in Nordrhein-Westfalen oder Hamburg belegen: Die Qualität des Abiturs hat gelitten." Das sagte der Verbandsvorsitzende Heinz-Peter Meidinger in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Hinter einer Studienberechtigung müsse immer auch die Studienbefähigung stehen, mahnte der Oberstudiendirektor. "Wir haben die berufliche Förderung vernachlässigt". Die Folge sei, dass Akademiker mit einem mittelmäßigen Abschluss, speziell in Sozial- und Geisteswissenschaften oder auch in Jura, nur schlecht bezahlte Stellen fänden. Dagegen klage das Handwerk über einen Mangel an Lehrstellenbewerbern. "Ein Maurerlehrling bekommt mittlerweile genau so viel Gehalt wie ein Lehramts-Referendar. Das illustriert die Fehlsteuerung", sagte Meidinger.

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