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Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. April 2015

MacGregor übernimmt Gründungsintendanz des Humboldtforums

Seinen Posten als Direktor des British Museum will er Ende des Jahres niederlegen

Der renommierte britische Museumsexperte Neil MacGregor soll mit dem Humboldtforum in Berlin Deutschlands ehrgeizigstes Kulturprojekt voranbringen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters berief den 68-Jährigen heute zum Leiter der Gründungsintendanz für das Kulturzentrum im rekonstruierten Stadtschloss. Neben der Beratungsarbeit in Berlin will er weiter für die BBC tätig bleiben und am Museum im indischen Mumbai mitwirken. "Auch wenn ich nicht mehr Vollzeit arbeite, werde ich in mehrere Projekte eingebunden bleiben", erklärte er. Unter MacGregors Leitung soll die Gründungsintendanz von Oktober an für zunächst zwei Jahre inhaltliche Schwerpunkte für das Humboldtforum entwickeln. Neben MacGregor werden dem dreiköpfigen Gremium auch der Kunsthistoriker Horst Bredekamp und der Archäologe Hermann Parzinger angehören. MacGregor erklärte, mit den außereuropäischen Sammlungen der Berliner Museen werde es wie nirgends sonst möglich sein, im Humboldtforum auf die Kulturen der Welt zu schauen. "Das ist eine historische Chance für Deutschland, für Europa, für die ganze Welt." Parzinger sagte, er freue sich auf die Zusammenarbeit: "Seine inspirierende Art der Wissensvermittlung und sein weltweites Netzwerk werden dem Humboldtforum die nötige Strahlkraft verschaffen." Bredekamp sagte: "MacGregor ist eine der herausragenden Gestalten der Museumswelt überhaupt." Weiter bekräftigte er, dass das Humboldtforum den Charakter eines Volkspalastes bekommen solle: "Es soll ein Centre Pompidou werden (....), also ein Gebäude, das für die gesamte Bevölkerung ein Begehungsort werden wird."

Diogenes-Verlag sagt Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse ab

Verlag leidet unter der Schwäche des Euros

Der Schweizer Diogenes-Verlag hat seine Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse 2015 abgesagt. "Wir haben uns zu dieser Sparmaßnahme entschlossen, damit wir ein gesundes Unternehmen bleiben und unsere Planungssicherheit gewährleisten können", sagte Verlagssprecherin Ruth Geiger heute. Diogenes leidet wie andere exportorientierte Unternehmen der Schweiz darunter, dass der Kurs des Euro gegenüber dem Franken um fast 20 Prozent abgesackt ist. Auslöser dafür war die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar, die Bindung des Franken an den Euro durch einen Mindestkurs aufzugeben. Das Verlagshaus, das 90 Prozent seines Umsatzes im Euroland Deutschland macht, sei gezwungen worden, Sparpotenziale zu aktivieren, erläuterte Geiger. "Dadurch bleibt das Unternehmen wirtschaftlich gesund und keine der 65 Stellen in Zürich ist gefährdet." Zudem habe Diogenes im März ein gutes Umsatzplus erwirtschaftet.

Ballettförderer Fritz Höver mit 93 Jahren gestorben

Er war Begründer der Noverre-Gesellschaft zur Förderung junger Choreografen

Der Begründer der Noverre-Gesellschaft zur Förderung junger Ballett-Choreografen, Fritz Höver, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 93 Jahren zu Hause in Stuttgart, wie sein Lebenspartner und adoptierter Sohn Gerhard Woihsyk am Mittwoch sagte. Bis zuletzt sei der sehr meinungsstarke Höver noch am Ballett interessiert gewesen und habe erst Ende März noch eine Aufführung besucht. Seit 1958 unterstützt die Noverre-Gesellschaft junge Talente der Ballettszene. Zu den Geförderten zählen John Neumeier, Jirí Kylián, William Forsythe, Pina Bausch und Christian Spuck. Stuttgarts Ballettintendant Reid Anderson sagte heute: "Ohne die unermüdliche Arbeit von Fritz Höver würde es die europäische Tanzwelt in dieser Form nicht geben. Sein Tod ist ein unfassbarer Verlust für die gesamte Tanzwelt."

Brandenburg soll Landesmuseum für Moderne Kunst bekommen

Geplant ist ein Doppelstandort in Frankfurt/Oder und Cottbus

Das Land Brandenburg soll ein Landesmuseum für Moderne Kunst bekommen. Der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt Oder, Martin Wilke, hat die Pläne dafür heute vorgestellt. Das Museum soll im kommenden Jahr aus zwei bereits bestehenden Häusern institutionell verknüpft werden: dem Museum Junge Kunst in Frankfurt Oder und dem Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus. Dadurch sollen die Sammlungen der beiden Häuser, deren Schwerpunkt auf Kunst aus der DDR liegt, besser zur Geltung kommen, erklärte Markus Derling, Kulturbeigeordneter der Stadt Frankfurt/Oder. Eine Sparmaßname sei die Fusion aber nicht. Die Zusammenlegung der beiden Museen könnte die bisherigen Etats um eine Viertelmillion übersteigen. Das zusätzliche Geld soll vom Land Brandenburg kommen.

Frankfurt/Main soll Holocaust-Lehrstuhl erhalten

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst übernimmt die Kosten

Die Goethe-Universität Frankfurt soll Deutschlands erste Professur für Holocaust-Forschung erhalten. Ein Ministeriums-Sprecher bestätigte dies heute gegenüber dem Hessischen Rundfunk. Einzelheiten und Zeitpläne wollte er allerdings noch nicht kommentieren. Über das Projekt werde noch verhandelt; außerdem seien Berufungsverfahren notwendig. Laut Online-Ausgabe der "Bild" soll der Lehrstuhl vor allem die Geschichte der Juden in Frankfurt und besonders während des Nazi-Terrors aufarbeiten. Der Lehrstuhl solle in dem Gebäude angesiedelt werden, in dem während der NS-Zeit das Hauptquartier der IG Farben war. Einen Großteil der Kosten soll laut Bericht das hessische Wissenschaftsministerium tragen. Bereits im kommenden Jahr solle der Lehrstuhl besetzt werden.

Restaurierung des tschechischen Nationalmuseums kann beginnen

Beschwerde gegen das Vergabeverfahren wurde abgelehnt

Mit knapp vierjähriger Verzögerung kann in Prag die Restaurierung des tschechischen Nationalmuseums beginnen. Eine unterlegene Baufirma hatte beim Kartellamt Beschwerde gegen das Vergabeverfahren eingelegt. Diese wurde nun abgelehnt, wie die Behörde heute bestätigte. Das Neorenaissance-Gebäude steht seit Sommer 2011 leer. Ein Teil der Exponate ist seither in einem Nebengebäude zu sehen. Der Umbau kostet mehr als 50 Millionen Euro. Dann sollen modernisierte Ausstellungsräume, ein neues Café und eine Kinderecke Besucher anlocken. Unsicher ist, ob das Museum wie geplant zum 200-jährigen Bestehen im Jahr 2018 wiedereröffnet werden kann.

Frankfurt/Main soll Museum für moderne elektronische Musik bekommen

Schirmherr des Projekts ist DJ "Talla 2XLC"

"Es soll mehr als ein normales Museum werden", sagte ein Sprecher der Stadt heute. "Es wird sich nicht auf eine Kiste mit Schallplatten beziehen - auch DJs werden zu Workshops kommen." Schirmherr des Projekts ist Andreas Tomalla, der als DJ in der Techno-Szene als "Talla 2XLC" international bekannt ist. Er gilt als Erfinder des Begriffs "Techno". Das Museum soll in einem bestehenden Gebäude in der Innenstadt untergebracht werden. Weitere Details nannte der Sprecher nicht. Zwischen den Initiatoren und der Stadt sei vereinbart worden, Einzelheiten erst während der Musikmesse am kommenden Mittwoch zu nennen.

Dresdner Doppelschau zu Romantikern ist Publikumsmagnet

Schau im Albertinum wird bis zum 17. Mai verlängert

Die Dresdner Doppelausstellung zu den romantischen Malern Caspar David Friedrich (1774-1840) und Johann Christian Dahl (1788-1857) erweist sich als Besuchermagnet. Wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden heute Mittwoch mitteilten, wird die Schau im Albertinum deshalb bis zum 17. Mai verlängert. Ursprünglich sollte sie am 3. Mai zu Ende gehen. Bislang kamen 50 000 Besucher. Die Ausstellung "Dahl und Friedrich. Romantische Landschaften" zeigt rund 120 Werke beider Maler sowie von Künstlern aus deren Umfeld.

Niederländische Reporterin in Türkei vor Gericht

Frederike Geerdink soll PKK-Propaganda verbreitet haben

In der Türkei hat heute der Prozess gegen eine niederländische Journalistin begonnen, der Verbreitung von Terror-Propaganda vorgeworfen wird. Sie hoffe auf Freispruch, teilte die Korrespondentin Frederike Geerdink per Twitter aus dem Gericht im südostanatolischen Diyarbakir mit. Die Staatsanwaltschaft hatte Geerdink vorgeworfen, Propaganda für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) betrieben zu haben. Gleich zu Beginn des Verfahrens habe aber die Anklage selbst auf Freispruch plädiert, erklärte Geerdink. Ihren Angaben zufolge sei keine Entscheidung verkündet worden, da der zuständige Richter bei der Verhandlung nicht anwesend war. Die Niederländerin, die in Diyarbakir arbeitet, war im Januar von der dortigen Anti-Terror-Polizei vorübergehend festgenommen und verhört worden. Sie soll PKK-freundliche Botschaften und Embleme der Kurdenrebellen wie deren Fahne über soziale Netzwerke verbreitet haben. Die Festnahme der Journalistin löste internationale Proteste aus. Kritiker werfen der islamisch-konservativen Regierung in Ankara vor, Journalisten unter Druck zu setzen und die Pressefreiheit immer weiter einzuschränken.

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