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Kulturnachrichten

Donnerstag, 24. April 2014

Russland treibt Gesetz gegen Blogger voran

Bürgerrechtler sprechen von einem weiteren Schritt, die Meinungsfreiheit in Russland einzuschränken.

Der Grund: Das Parlament in Moskau hat die Voraussetzungen für eine stärkere Kontrolle regimekritischer Blogger geschaffen. Die Abgeordneten verabschiedeten eine Verordnung, die unter anderem vorsieht, dass Blogger sich registrieren lassen müssen. Außerdem dürfen sie dem Vorhaben zufolge keine Informationen über das Privatleben anderer veröffentlichen.

Der Chef des Menschenrechtsrates im Kreml, Fedotow, forderte Präsident Putin auf, das Gesetz nicht zu unterschreiben. Putin selbst erklärte nach Angaben der russischen Agentur Interfax, Blogs sollten ähnlichen Bedingungen unterliegen wie andere Massenmedien, weil ihre Autoren über das Internet zehntausende Menschen beeinflussten.

Wanka stellt neues Jugendaustausch-Programm "Erasmus+" vor

Ein Auslandsaufenthalt schlägt nicht nur Brücken zwischen Studenten und Auszubildenen verschiedener Länder.

Er wirkt weit über den Bildungsbereich hinaus und kann zum Beispiel Jugendarbeitslosigkeit vorbeugen und die persönliche Entwicklung unterstützen. Das sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka in Berlin. Dort stellte sie heute das neue Jugendaustausch-Programm "Erasmus+" vor. Dieses vereint die bisherigen EU-Austauschprogramme "Erasmus" für die Hochschulen sowie "Leonardo da Vinci" und "Comenius" für Studierende, Auszubildende und Schüler. Bis 2020 stellt die Europäische Union hierfür rund 15 Milliarden Euro bereit, rund 40 Prozent mehr als bislang.

In Deutschland werden schätzungsweise eine halbe Millionen Studenten und Auszubildende davon profitieren.

Armenier gedenken des Völkermordes im Osmanischen Reich

Mit Gedenkfeiern und Gottesdiensten haben Armenier auf der ganzen Welt an den Beginn des Völkermords vor 99 Jahren erinnert.

Zehntausende Menschen kamen zum traditionellen Fackelzug in die armenische Hauptstadt Eriwan. Bei den Massakern und Todesmärschen im Osmanischen Reich kamen bis zu eineinbalb Millionen Menschen ums Leben. Mehrere türkische Verbände forderten das Eingeständnis des Völkermords durch die Türkei. Armenien betrachtet die Ereignisse aus dem Ersten Weltkrieg als gezielten Genozid. In Ankara erinnerte Ministerpräsident Erdogan als erster Regierungschef in der türkischen Geschichte offiziell der Massenmorde. Erdogan sagte, die Erinnerung daran sei eine "menschliche Pflicht". Allerdings bezeichnete er die Taten nicht als Völkermord.

China Hong Kong bekommt weltweit erstes Museum über Tiananmen-Massaker

In den chinesischen Medien ist das Tiananmen-Massaker nach wie vor ein Tabu.

Vor 25 Jahren schlug die chinesische Armee eine große Demonstration für mehr Demokratie und Pressefreiheit nieder. Eine Ausstellung in Hongkong will nun an die Ereignisse erinnern. In der Stadt wird am kommenden Wochenende das weltweit erste Museum eröffnet, das sich diesem Thema widmet. Hongkong hat einen semi-autarken Status, deshalb ist dort ein solches Museum überhaupt möglich - anders als in China selbst. Hinter dem Museum steht eine Hongkonger Vereinigung, die Pro-Demokratische Bewegungen in China unterstützt. Ein Sprecher der Organisation sagte, viele Chinesen haben die Bilder, die damals um die Welt gingen, nie gesehen.

Dazu gehöre zum Beispiel das Foto vom „Tank Man", in dem sich ein Zivilist allein vor einen Konvoi von Panzern stellt. Bei der Demonstration am 4. Juni 1989 wurden viele Demonstranten getötet.

Reporter ohne Grenzen kritisiert Verschleppung von Journalisten in der Ukraine

Journalisten müssen über die Ereignisse in der Ukraine frei und ungehindert berichten können.

Das forderte die Organisation "Reporter ohne Grenzen". Der Geschäftsführer der deutschen Sektion sagte, Journalisten seien in dem Land gezielt als Geiseln genommen worden und so zu einem Spielball der Auseinandersetzungen geworden. Erst am Dienstag sei ein amerikanischer Reporter verschwunden, der sich nach russischen Medienberichten in der Gewalt von Separatisten befindet. In den vergangenen Tagen habe es mehrere Übergriffe auf in- und ausländische Berichterstatter gegeben. Die Organisation "Institute of Mass Information" in Kiew geht von fast 200 Angriffen auf Journalisten seit Anfang des Jahres aus.

Jugendamt: fordert Informationen über Kinderpornografie-Verdacht an Odenwaldschule

Das Jugendamt des Landkreises Bergstraße ist verärgert.

Viel zu spät habe man von einer Hausdurchsuchung gegen einen Lehrer an der Odenwaldschule in Heppenheim erfahren. Der Mann wird verdächtigt, kinderpornografisches Material besessen zu haben. Bis morgen Mittag fordert das Jugendamt nun umfassende Informationen von der Schulleitung. Nach Angaben der Schule soll der Lehrer intern seit Monaten beobachtet worden sein. Der Schulleiter Siegfried Däschler-Seiler sagte, da sich die Vorwürfe zunächst nicht erhärtet hatten, sei der Fall nicht öffentlich gemacht worden. Kurz vor Ostern war der 32-jährige Lehrer dennoch wegen des Verdachts auf Kinderpornografie fristlos gekündigt worden. Der Grund: Polizei und Staatsanwaltschaft hatten in seiner Wohnung auf dem Internatsgelände elektronische Datenträger und persönliches Material sichergestellt.

Nach Fährunglück in Südkorea: Oberschule nimmt Unterricht wieder auf

Die Mauer neben dem Schultor war voll mit buntem Papier beklebt.

Darauf hatten viele südkoreanische Schüler der Danwon Oberschule in Ansan, in der Nähe von Seoul, ihre Abschiedsgrüße notiert. Die Schule hat viele Opfer zu beklagen, die bei dem Fährunglück vor gut einer Woche ums Leben kamen. Erst heute hat der Unterricht an der Oberschule wieder begonnen. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, fuhr ein Leichenwagen mit einem Sarg über das Schulgelände. Viele Schüler hatten zur Abschiedszeremonie auch weiße Chrysanthemen mitgebracht. Die Pflanze gilt in Asien als Trauerblume.

Etwa 250 der mehr als 300 Opfer und Vermissten waren Jugendliche dieser Schule. Allein heute wurden 13 Schüler begraben.

Wanderausstellung über kritisches Theater in der Wendezeit

"Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern."

Der Rütlischwur stammt aus Schillers Drama "Wilhelm Tell", das 1989 in Schwerin aufgeführt wurde. Für das Publikum hatte die Zeile wahrscheinlich einen hochbrisanten Klang. Die Aufführung in Schwerin ist aber nur eine von 13 Inszenierungen, an die eine Wanderausstellung über das Theater kurz vor der friedlichen Revolution erinnern will.
Der Historiker Michael Schäbitz erklärte, für die Schau "Von der Bühne auf die Straße" hätten die Ausstellungsmacher analysiert, wie politisch brisante Themen in den Aufführungen verhandelt worden seien. Außerhalb von Berlin sei das bedeutend häufiger vorgekommen. Die Schau ist zunächst im Mecklenburgischen Staatstheater zu sehen.

Danach soll sie auf Reisen gehen. Im Gespräch sind unter anderem Berlin, Dresden und Bochum. Die Ausstellung wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

Salzburger Festspiele müssen wegen Sparzwang Programm verkleinern

Die Chefin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, hat die staatliche Sparpolitik kritisiert.

Sie sagte den "Salzburger Nachrichten", die Subventionen der Festspiele seien seit 1998 nicht erhöht worden. Für 2015 müssten die Festspiel zudem mit Kürzungen rechnen. Habe das Budget 2013 noch bei knapp 65 Millionen Euro gelegen, würden es 2015 deutlich unter 60 Millionen sein. Damit seien die Festspiele gezwungen, auch ihr Programm im kommenden Jahr zu verringern. Ebenso könne die Vorgabe des scheidenden Intendanten, nur noch Neuinszenierungen zu spielen, nicht mehr eingehalten werden.

Asienexperte: "Für Näherinnen in Bangladesch hat sich wenig geändert"

Mehr als 1100 Menschen starben vor genau einem Jahr beim Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch, fast 2500 wurden verletzt.

Die Katastrophe sei kein Unfall gewesen, sondern fahrlässige Tötung, sagte der Asienexperte Christian Brüser in "Deutschlandradio Kultur". Ein Bauingenieur habe kurz vorher vor einem Zusammensturz des Gebäudes gewarnt. Brüser kritisierte, dass sich für die Näherinnen seitdem wenig geändert habe. Sie seien immer noch die billigsten Arbeitskräfte der Welt. Positiv bewertete der Experte den "Bangladesch-Accord". Modefirmen verpflichten sich darüber zu melden, aus welchen Fabriken sie ihre Ware beziehen. Diese werden dann auf Brandschutz und Gebäudesicherheit inspiziert.

Russischer Komponist: "Keine Künstler für neue Ideologie"

"Er hat eine Ideologie, aber keine Künstler dafür."

So beschreibt der Komponist Sergej Newski im "Deutschlandradio Kultur" die neue Politik des russischen Kulturministers Wladimir Medinski. Vor zwei Wochen habe dieser einen Kurs angekündigt, der sich auf traditionelle Werte berufe. Darin sieht der Komponist politisches Kalkül: Mit einem konservativen Weltbild könnte man Leute für Politik entflammen. Das nutze Putin für sich. Es gebe in Russland aber immer noch eine Opposition der Vernunft gegen die Emotion, zeigte sich Newski überzeugt. Als Putin sich mit namenhaften Schriftstellern treffen wollte, sei keiner von denen dazu bereit gewesen.

Autoren des C.H. Beck Verlags sollen bei Wikipedia abgeschrieben haben

Bisher waren es vor allem Politiker, die sich öffentlichen Plagiatsvorwürfen stellen mussten.

Nun gerät der renommierte Verlag C.H. Beck ins Zentrum eines Fälschungsvorwurfs. In einem Buch über große Seeschlachten sollen die Autoren - zwei Historiker - teilweise wortwörtlich aus dem Online-Lexikon Wikipedia abgeschrieben haben. Erstmals veröffentlicht wurde der Vorwurf vor zwei Tagen auf einer privaten Facebook-Seite. - Einer der Autoren, Olaf Rader, weist gegenüber "Spiegel online" die Kritik zurück. Als Autoren hätten sie ausschließlich technische Details aus dem Online-Lexikon übernommen. Früher habe man den Brockhaus benutzt, heute Wikipedia. - Ein Verlagsmitarbeiter sagte gegenüber dem Medium, man werde die Vorwürfe zeitnah prüfen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Yasmina Khadra: Algerien ist mein ganzer Stolz und mein Schmerz

"Mein Land ist mein ganzer Stolz und mein Schmerz."

Das sagte der algerische Schriftsteller Yasmina Khadra in der "Neuen Zürcher Zeitung". Sein neuer Roman "Qu'attendent les singes?" sei ein Röntgenbild des heutigen Algerien. In dem Buch benenne er die Probleme, die das Land daran hinderten, voranzukommen. Er ergründe den sozialen und intellektuellen Verfall, der Algerien in nie gekanntem Ausmaß überziehe. Als Autor versuche er, das wenige zu retten, was in seinem Land noch zu retten sei.

Vergangenes Jahr beschloss Khadra, sich als unabhängiger Kandidat für die Präsidentschaftswahlen in Algerien aufstellen zu lassen. Er scheiterte jedoch, weil er für eine offizielle Kandidatur nicht genügend Unterstützer fand.

Frankreich: Empörung über Neonazi-Feier im Elsass

Wie können 200 Neonazis unbescholten Hitlers Geburtstag feiern?

Das fragt der Vize-Chef der französischen Oppositionspartei UMP, Roger Karoutchi, den Regierungschef Manuel Valls in einem offenen Brief. Im ganzen Land hatte eine Veranstaltung für Empörung gesorgt. Neonazis, vor allem aus Deutschland, hatten am Osterwochenende einen Saal in Oltingue, im Elsass, gemietet. Der Bürgermeister des kleinen Ortes sagte, er habe vom Hintergrund der Feier nichts gewusst. Auch die Polizei griff nicht ein - und das, obwohl sie Hinweise aus Deutschland erhalten hatte. Ein Sprecher erklärte, man habe zwar einige Beamte zur Neonazi-Feier geschickt. Personenkontrollen seien aber nicht im öffentlichen Interesse gewesen.

Der Termin der Feier war bereits Monate vorher im Internet angekündigt worden, der Ort war aber zunächst nicht bekannt.

Kolumbianer ehren García Márquez mit öffentlichen Lesungen

Zu Ehren des verstorbenen Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez hat in Kolumbien ein Lesemarathon stattgefunden.

Dafür wurden mehr als 12.000 Exemplare seines Werks "Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt" verteilt. In über 500 Städten lasen Menschen in Bibliotheken, auf Plätzen und Parks daraus vor. - Der Parlamentsvorsitzende Juan Fernando Cristo kündigte an, er werde im Senat die Ausgabe einer Briefmarke und einer Banknote mit dem Bild von "Gabo" vorschlagen. - Der Schriftsteller ist vergangene Woche im Alter von 87 Jahren gestorben.

Zeit-Online: Glawogger erzählte aus dem Innern seiner Figuren

"Der Österreicher war ein Grenzgänger zwischen Fiktion und Realität",

schreibt die "Süddeutsche Zeitung" über den Filmemacher Michael Glawogger. Er sei ein Dokumentarfilmer gewesen, der die Realität in ihrer Zuspitzung zeigen wollte. Für "Die Tageszeitung" war er nicht nur einer der umtriebigsten, sondern auch einer der neugierigsten Filmemacher. Dabei habe er aus dem Innern der geschundenen träumenden Seelen seiner Figuren selbst gefilmt, erinnert "Zeit-Online". - Michael Glawogger ist vorgestern im Alter von 54 Jahren an Malaria gestorben.

Polnischer Dichter Tadeusz Różewicz gestorben

Seine frühen Gedichte waren auch eine literarische Aufarbeitung von Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg.

Jetzt ist der polnische Dichter und Bühnenautor Tadeusz Różewicz im Alter von 92 Jahren gestorben. Das meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Rozewicz gehörte zu der Generation polnischer Dichter, die nach dem Zweiten Weltkrieg auch über die Grenzen Polens hinaus bekannt wurden. - Während des Zweiten Weltkriegs war er in der Widerstandsbewegung aktiv, sein Bruder wurde von der Gestapo getötet. Viele seiner Werke wurden auch ins Deutsche übersetzt.

Różewicz wurde unter anderem mit dem Samuel-Bogumil-Linde-Preis der Städte Göttingen und Thorn für Verständigung und Versöhnung zwischen Deutschland und Polen ausgezeichnet.

Messner: Touristische Mount-Everest-Besteigungen sind fragwürdig

Reinhold Messner stellt den Tourismus am Mount Everest grundsätzlich in Frage.

Der Extrembergsteiger und Autor äußerte sich im "Deutschlandradio Kultur" zur Diskussion um den Streik der nepalesischen Bergführer nach dem bislang schlimmsten Unglück am Mount Everest. Nach Messners Worten legen die Sherpas "ihren Kopf dafür in die Schlinge", dass "reiche Leute" sicher den Gipfel erreichen können. Die Reiseunternehmen garantierten ihren Kunden einen sicheren Aufstieg, setzten dafür aber Arbeiter ein, die ihr Leben riskierten, kritisierte Messner. Den Streik der Sherpas nannte er "mutig" und "nachvollziehbar".

Letzte Woche sind bei einem Lawinenunglück am Mount Everest 16 Bergführer ums Leben gekommen.

Verbot Russland verbietet Schimpfwörter in Medien, Kunst und Filmen

In Russland sind derbe Schimpfwörter in Medien, Filmen und Kunst demnächst verboten.

Wie die Staatsagentur "Ria Nowosti" meldet, beschloss das Parlament in Moskau ein umstrittenes Gesetz. Demnach sind Strafen von umgerechnet 1000 Euro vorgesehen. Wer öfter auffällt, muss sogar mit einem Berufsverbot rechnen. Auch CDs und DVDs müssen in Zukunft in Bezug auf mögliche Schimpfwörter mit einem Warnhinweis gekennzeichnet sein. In Russland sind "Mutterflüche" - sogenannte Mat - in der Umgangssprache vor allem unter Männern weit verbreitet. Der Föderationsrat und Präsident Wladimir Putin müssen dem Gesetz noch zustimmen.

CCC: Verschlüsselung lässt Geheimdienste erblinden

"Geheimdienste sind nicht allmächtig."

Diese Auffassung vertritt Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Der Wochenzeitung "Der Freitag" sagte sie, Verschlüsselung lasse die Geheimdienste "erblinden." Schon wenn nur 15 Prozent der Nutzer ihre Daten sicherten, seien die Dienste gezwungen umzudenken. Laut Kurz muss vor allem die Wirtschaft ihre Kommunikation wirkungsvoll verschlüsseln. Die Expertin räumt ein, dass viele Sicherungs-Methoden angreifbar sind. Trotzdem sei Verschlüsselung auch im Alltag der entscheidende Faktor, um gegen Geheimdienste und Überwachung anzukämpfen.

Newmans Skandalgemälde wieder in Amsterdamer Museum

Es ist fast 20 Jahre her, dass Barnett Newmans Gemälde "Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue III" von einem Museumsbesucher schwer beschädigt wurde.

Ab heute ist das Kunstwerk im Rahmen einer Newman-Ausstellung wieder im Amsterdamer Stedelijk Museum zu sehen. Das abstrakte rote Gemälde mit je einem gelben und blauen Seitenstreifen war 1986 von einem psychisch kranken Mann mit einem Messer beschädigt worden. Das Gemälde wurde zwar restauriert. Doch das Ergebnis war nach Ansicht von Experten so schlecht ausgeführt, dass das Werk nicht mehr dem Original glich.

Auch andere Werke von Newman wurden Opfer von Anschlägen. 1997 war der niederländische Attentäter zurückgekehrt und hatte Newmans "Cathedra" zerschnitten. 1982 war "Who's Afraid of Red, Yellow and Blue IV" in Berlin von einem Studenten beschädigt worden.

DJ Redjeb: "Vergessene afrikanische Musik bekommt eine neue Chance"

Die afrikanische Popmusik der 60er und 70er Jahre gehört für ihn genauso zum Weltkulturerbe wie der Jazz.

Der Frankfurter DJ Samy Ben Redjeb erforscht die Geschichte des Afropop und veröffentlicht alte Aufnahmen auf seinem eigenen Label. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er, Afrika sei zur Zeit auch deshalb musikalisch im Fokus, weil die Menschen von amerikanischem Pop übersättigt seien. Vergessene Musik bekomme durch seine Arbeit wieder eine Chance und werde zum Leben erweckt. Außerdem sei es für ihn selbstverständlich, den Autoren Lizenzen zu zahlen.

Künstler mit Projekträumen klagen über steigende Mieten

"Wir sind stark bedroht, weil die Immobilienpreise explodieren",

sagte Tiny Domingos vom Netzwerk freier Berliner Projekträume und -initiativen der Deutschen Presse-Agentur. Steigende Mieten machten den Künstlern zu schaffen, die auf Projekträume angewiesen seien. - Nach Schätzungen des Bundesverbands Deutscher Galerien und Kunsthändler existieren in der Hauptstadt mehr als 100 solcher Initiativen. Im Unterschied zu Galerien sind sie meistens nicht wirtschaftlich orientiert.

US-Atheisten klagen erfolgreich gegen Gebete im Stadtrat

Es gilt die Trennung zwischen Kirche und Staat - auch im Stadtrat von Pismo Beach in Kalifornien.

Wie die "Washington Post" berichtet, darf die Bürgervertretung vor ihren Sitzungen künftig nicht mehr beten. Der Pastor, der dafür normalerweise einbestellt worden sei, werde ab sofort nicht mehr eingeladen. Dem Bericht zufolge hatten zwei Vereinigungen gegen die Gebete geklagt, die Organisation "Freedom From Religion Foundation" aus Wisconsin und "Atheists United" aus San Luis Obispo. Daraufhin lenkte die Stadtverwaltung ein - weil sie der Kommune nach eigenen Angaben einen langwierigen und teuren Rechtsstreit ersparen wollte.

Rom erwartet bis zu eine Million Besucher zur Heiligsprechung von Päpsten

Rom und der Vatikan wappnen sich für einen Massenandrang von Besuchern.

Auf dem Petersplatz werden am Sonntagmorgen die verstorbenen Päpste Johannes der 23. und Johannes Paul der Zweite heilig gesprochen. Das römische Pilgerwerk rechnet deshalb mit bis zu einer Million Menschen. Nur ein Teil von ihnen wird es auf den Petersplatz schaffen. Deshalb wird die Zeremonie auf mehrere Großbildleinwände übertragen - in der Innenstadt und sogar am Flughafen von Rom. Für die Sicherheit rund um den Petersplatz sorgen rund um die Uhr etwa 2.000 Polizisten. Außerdem sind hunderte Freiwillige und Sanitäter im Einsatz.

Unesco: Handys bringen Menschen zum Lesen

Im Kampf gegen Analphabetismus hat eine UNESCO-Studie einen möglichen Ausweg gefunden - das Mobiltelefon.

Demnach unterstützen die mobilen Geräte Menschen besonders dort besser lesen zu lernen, wo es keine Bücher gibt - beispielsweise südlich der Sahara. Hier besitzen die meisten Menschen keine Bücher, aber immer mehr Mobiltelefone. - Laut der Bildungsorganisation der Vereinten Nationen können rund 774 Millionen Menschen weltweit weder lesen noch schreiben.

Für die Pilotstudie wurden 4000 Nutzer südlich der Sahara befragt, die über einen solchen Zugang verfügen. Ein Drittel der Befragten liest der UNESCO-Studie zufolge Kindern Geschichten vom Mobiltelefon vor. Laut Unesco nutzen sie die mobile Technik auch, um sich Texte zu suchen, die ihrer Lesefähigkeit entsprechen.

Sportwissenschaftler: Bewegung in Schulen muss mehr sein als nur Sportunterricht

"In der Regel kommt nur der Kopf in die Schule".

Das sagte der Sportwissenschaftler Reiner Hildebrandt-Stratmann der "Braunschweiger Zeitung". Bewegung komme in den Schulen dagegen häufig zu kurz. Nicht nur im Sportunterricht, sondern auch in anderen Fächern müsste Bewegung in den Schulalltag integriert werden - gerade an Ganztagsschulen.

So könnten die Schüler zum Beispiel Texte vorspielen oder physikalische Phänomene am eigenen Körper erleben. Dadurch verbesserten sich nicht unbedingt die Leistungen. Aber Bewegung trage zu einer ganzheitlicheren Art des Lernens bei.

Russland streitet um Rückkehr der Winterzeit

Die Abschaffung der Winterzeit sei ein Vorteil für "Mensch und Vieh".

Davon war Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew überzeugt, als er die Zeitumstellung vor drei Jahren - damals noch als russisches Staatsoberhaupt - abschaffte. Jetzt hat sich das Parlament in Moskau für ein Ende des "ewigen Sommers" ausgesprochen. In einem Beschluss appellierte die Staatsduma gestern an die Führung des Landes, die Uhren wieder umzustellen. Zahlreiche Bürger hätten sich beschwert, sagte ein Abgeordneter der Nachrichtenagentur Interfax. Die lange Dunkelheit am Morgen schlage vielen aufs Gemüt.

Architekt Hans Hollein in Wien gestorben

Der österreichische Architekt Hans Hollein ist tot.

Nach Angaben seiner Familie starb er im Alter von 80 Jahren in Wien. Hollein war Träger des renommierten Pritzker-Preises. Zu seinen bekanntesten Bauten zählen das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, das Museum Abteiberg in Mönchengladbach und die österreichische Botschaft in Berlin.

Led Zeppelin bringt unveröffentlichte Songs heraus

Sie gehören zu den Pionieren des Hard Rock und Heavy Metal.

Jetzt hat die britische Kult-Band Led Zeppelin angekündigt, alle neun Studien-Alben neu auflegen zu wollen. Außerdem wolle sie Lieder aus der Zeit ihrer Studioaufnahmen veröffentlichen, die es bisher nicht auf Tonträger geschafft haben. Das gab die Band auf ihrer Homepage bekannt. Die ersten drei Alben sollen im Juni erscheinen, zwei Bonustracks wurden schon jetzt vorgestellt, berichtete der britische Sender BBC.

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