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Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. April 2014

Messner: Touristische Mount-Everest-Besteigungen sind fragwürdig

Reinhold Messner stellt den Tourismus am Mount Everest grundsätzlich in Frage.

Der Extrembergsteiger und Autor äußerte sich im "Deutschlandradio Kultur" zur Diskussion um den Streik der nepalesischen Bergführer. Nach Messners Worten legen die Sherpas "ihren Kopf dafür in die Schlinge", dass "reiche Leute" sicher den Gipfel erreichen können. Die Reiseunternehmen garantierten ihren Kunden einen sicheren Aufstieg, setzten dafür aber Arbeiter ein, die ihr Leben riskierten, kritisierte Messner. Den Streik der Sherpas nannte er "mutig" und "nachvollziehbar".

Ukraine: US-Regierung "besorgt" über Entführung von Journalisten

"Das ist eine direkte Verletzung des Genfer Abkommens."

Mit diesen Worten kritisiert die US-Regierung die Entführung des Reporters und Filmemacher Simon Ostrovsky. Der Journalist berichtete für das US-Magazin "Vice" über den Konflikt in der Ukraine. Pro-russische Kräfte haben ihn in der Stadt Slawjansk im Osten des Landes in ihrer Gewalt. US-Außenamtssprecherin Jen Psaki forderte die russische Regierung auf, ihren Einfluss auf die Separatisten geltend zu machen, um alle Geiseln in der Ostukraine zu befreien. - Bereits Anfang der Woche waren mehrere ausländische Journalisten von bewaffneten prorussischen Separatisten festgehalten worden. Zudem soll sich eine ukrainische Reporterin in den Händen der Separatisten befinden.

Kentrup: Shakespeare spricht die wichtigen Themen der Menschheit an

Für Norbert Kentrup sind die Themen William Shakespeares auch nach 450 Jahren noch aktuell.

Der Regisseur und Schauspieler sagte im "Deutschlandradio Kultur", in Shakespeares Werken gehe es um die großen Fragen von Liebe, Treue, Verrat, Heimtücke und Mord. In dieser Hinsicht sei die Welt in den vergangenen Jahrhunderten nicht viel besser geworden. Laut Kentrup findet etwa Ausgrenzung überall statt. Konkret nannte er die Krise in der Ukraine und den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Das Faszinierende an Shakespeare sei, dass er dem Publikum in seinen Stücken ununterbrochen Fragen stelle, statt ihm seine Meinung überzustülpen.

Unesco: Handys bringen Menschen zum Lesen

Im Kampf gegen Analphabetismus hat eine UNESCO-Studie nun einen möglichen Ausweg gefunden - das Mobiltelefon.

Laut der Bildungsorganisation der Vereinten Nationen können rund 774 Millionen Menschen weltweit weder lesen noch schreiben. Laut der Studie helfen aber Mobiltelefone den Menschen besonders da zu lesen, wo es keine Bücher gibt - beispielsweise südlich der Sahara. Hier besitzen die meisten Menschen keine Bücher, aber immer mehr mobile Geräte.

Für die Pilotstudie wurden 4000 Nutzer südlich der Sahara befragt, die über einen solchen Zugang verfügen. Ein Drittel der Befragten liest der UNESCO-Studie zufolge Kindern Geschichten vom Mobiltelefon vor. Laut Unesco nutzen sie die mobile Technik auch, um sich Texte zu suchen, die ihrer Lesefähigkeit entsprechen.

Kulturrat fordert neue Wertschätzungskultur

Der Deutsche Kulturrat sieht geistiges Eigentum als Pfund, mit dem unsere Gesellschaft wuchern sollte.

Geschäftsführer Olaf Zimmermann forderte am heutigen Welttag des Buches und des Urheberrechts eine neue Wertschätzungskultur. Künstlerisches müsse genauso gewürdigt werden wie technische Leistungen, erklärte Zimmermann in einer Stellungnahme. Er verwies besonders auf die Problematik des digitalen Zeitalters. Weil territoriale Grenzen keine Rolle mehr spielten, müsse der urheberrechtliche Schutz aufrechterhalten und verbessert werden.

Regisseur Michael Glawogger gestorben

Der österreichische Filmemacher Michael Glawogger ist tot.

Der 54-Jährige starb nach Medienberichten bei Dreharbeiten in Liberia an Malaria. Glawogger hatte sich mit Dokumentarfilmen über die negativen Folgen der Globalisierung einen Namen gemacht. Zu seinen bekannten Werken zählen "Megacities" und" Workingman's Death. Der Regisseur war seit dem vergangenen Dezember für eine neue Dokumentation auf Weltreise.

Gerhard Richter: Schönheit ist in Verruf geraten

Ein Meisterwerk zu schaffen hat auch etwas mit Glück zu tun.

Dieser Meinung ist der deutsche Maler Gerhard Richter. Der Künstler sagte der Zeitschrift "monopol", der Begriff "Meisterwerk" müsse eigentlich neu begründet werden. Denn das dafür notwendige Können gebe es heute nicht mehr. Richter kritisiert, in der heutigen Zeit sei das Thema "Schönheit" in Verruf geraten. Nach seinen Worten liegt dies vor allem daran, dass so viel hässliche Dummheit als schön dargestellt werde.

Danielsen: Michael Moore hat teilweise die Distanz verloren

Michael Moore hat für den Dokumentarfilm eine ambivalente Bedeutung.

Dieses Fazit zieht der Intendant des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm, Claas Danielsen, zum 60. Geburtstag Moores. Im "Deutschlandradio Kultur" sagte Danielsen, Moore habe den Filmverleihern die Angst vor dem Dokumentarfilm genommen und ihn einem breiteren Publikum nähergebracht. Außerdem habe der Regisseur vor allem in den USA wichtige Diskussionen ins Rollen gebracht. Danielsen kritisierte jedoch Moores Methoden: Dokumentarfilme dürften nicht die Wahrheit verdrehen oder bewusst Falschaussagen machen. Moore habe teilweise die Distanz verloren und sich selbst zu wichtig genommen.

Jurist Kettemann: Für das Internet muss das Recht nicht neu erfunden werden

"Wir müssen schauen wie wir das Internet demokratischer und fairer regieren können."

So äußert sich der Jurist Matthias Kettemann im Interview mit Deutschlandradio Kultur. Die Internetregulierung basiere bislang auf der Idee des Multi-Stakeholder - also der gleichberechtigten Teilhabe von Unternehmen, Staaten und Zivilgesellschaft. Aber dieses Modell sei faktisch nicht durchsetzbar, kritisiert Kettemann. Denn ein einzelner Aktivist könne nicht dieselbe Macht entfalten wie ein Vertreter einer großen Suchmaschine oder eines Staates. An einem neuen Entwurf müssten sich alle beteiligen, findet der Jurist. Nur so könnten neue Normen geschaffen werden, die die Stabilität des Internets sicherstellen könnten.

Oliver Welke: Programm-Verantwortliche unterschätzen die Zuschauer

"Die Programm-Macher halten ihr Publikum für zu doof."

Dieser Meinung ist der Comedian Oliver Welke. Dem Magazin "Stern" sagte er, auch die Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender unterschätzten die Zuschauer. Laut Welke gibt es aus diesem Grund zu wenig humorvolle politische Sendungen. Seinem Publikum rät Welke, Fernsehen nicht nur zur Unterhaltung sondern auch zur Information zu nutzen. Wörtlich sagte er: "Schaut zwischendurch auch mal richtige Nachrichten, dann versteht ihr die Gags besser." - Der Moderator der "Heute-Show" wurde 2010 für seine Sendung mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Künstler Nicolai: Raumgestaltung der Meisterhäuser in Dessau hieß vor allem verputzen

Ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass es darum geht, das Konzept der Architekten einerseits und die Idee des Bauhauses andererseits in einer eigenen Formulierung zusammenzubringen.

So beurteilt der Künstler Olaf Nicolai in der Zeitschrift "monopol" sein neues Werk. Er war für die Innengestaltung der wiederaufgebauten Häuser in der Dessauer Meistersiedlung verantwortlich. Nicolai habe sich an einer alten Idee des Bauhauses orientiert: Seine Gestaltung ergebe sich aus dem Material und der Struktur der von ihm verputzten Wände. Das einfallende Licht verwandle diese schließlich in ein Spiel weißer Flächen.

Pakistan: Armee beantragt Schließung von Fernsehsender

In Pakistan will die Armee den meistgesehenen privaten Nachrichtensender schließen lassen.

Wie die Regulierungsbehörde bestätigte, beantragte das Militär, dass dem Sender "Geo TV" die Lizenz entzogen wird. Er hatte mehrfach kritisch über die Streitkräfte berichtet. Am Wochenende war ein bekannter Moderator von Geo TV bei einem Anschlag verletzt worden. Die Armee wirft dem Fernsehsender vor, danach eine "bösartige Kampagne" gegen den Militärgeheimdienst begonnen zu haben. Das "Komitee zum Schutz von Journalisten" kritisierte das Vorgehen des Militärs als "Zensur".

Internetsicherheit Brasiliens Parlament beschließt neues Internet-Gesetz

Der brasilianischen Regierung ist mit dem neuen Internet-Gesetz ein fortschrittlicher Balance-Akt gelungen.

So lautet das Urteil der Experten, darunter auch des Erfinders des World Wide Webs, Tim Berners Lee. Gestern stimmte nach dem Abgeordnetenhaus auch der Senat für die neue Regelung. Diese garantiert sowohl den gleichberechtigten Internetzugang für alle Nutzer als auch den Schutz der Privatsphäre. Nach dem neuen Gesetz müssen sich zudem ausländische Internet-Unternehmen der Justiz des Landes beugen, wenn brasilianische Staatsbürger betroffen sind. Präsidentin Dilma Rousseff hatte das Gesetz forciert, nachdem bekannt geworden war, dass die NSA auch ihre eigene Kommunikation überwacht.

Kinostart: WBS-Erkrankte erhoffen sich mehr Aufmerksamkeit von neuem Film

"Der Film ist ganz wichtig für uns."

So äußern sich Angehörige von Menschen mit dem Williams-Beuren-Syndrom, kurz WBS. Der Vorsitzende des WBS-Landesverbandes NRW sagte der Deutschen Presseagentur, er erhoffe sich mehr Aufmerksamkeit. So könne das Syndrom eher erkannt werden und auch eine Förderung früher erfolgen. Morgen startet der Film "Gabrielle - (k)eine normale Liebe", in den deutschen Kinos. Die Hauptdarstellerin Gabrielle Marion-Rivard leidet unter dem Defekt, der zu unterschiedlichen körperlichen und geistigen Einschränkungen führen kann.

Vargas Llosa erzürnt Perus Kirche

Der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa setzt sich für die Rechte Homosexueller ein -

und zieht sich damit den Ärger der katholischen Kirche seines Landes zu. Die Bischofskonferenz in Lima kritisierte in einer Erklärung, Vargas Llosa maße sich an, über das Gewissen anderer zu urteilen. Damit überschreite er seine Zuständigkeiten. Der Autor hatte sich in einer Zeitungskolumne für eine Gesetzesinitiative stark gemacht, die Homosexuellen eheähnliche Lebenspartnerschaften erlaubt.

In dem Artikel in der Zeitung "La República" hatte Vargas die Haltung der Bischöfe, die das Gesetz ablehnen, als "höhlenmenschenartig" bezeichnet.

Finnland: Schwedischsprachige Autoren protestieren

Sie wollen zeigen, dass Schwedisch zu Finnland gehört.

So begründet die Schriftstellerin Vilja-Tuulia Huotarinen finnischen Medienberichten zufolge den Protest vor dem Parlamentsgebäude in Helsinki. Dort haben Mitglieder des finnischen PEN schwedische Texte vorgetragen. In Finnland geben sechs Prozent der Einwohner Schwedisch als Muttersprache an, zudem ist Schwedisch zweite Amtssprache und auch Schilder werden in beiden Sprachen beschriftet. Im letzten Wahlkampf kritisierte die rechtspopulistische Partei "Wahre Finnen" die sprachliche Einflussnahme des Nachbarn. Seitdem verschärft sich der Ton.

Saudi-Arabien will Youtube stärker regulieren

In der Türkei wurde die Videoplattform YouTube kurzerhand gesperrt, in Saudi-Arabien soll es nun ebenfalls strengere Regeln für das US-Unternehmen geben.

Wie die in London erscheinende Zeitung Asharq al-Awsat berichtet, sollen zukünftig neu eingerichtete YouTube-Kanäle offiziell registriert werden müssen. Die Beiträge der Nutzer müssten den strengen Regeln des wahhabistischen Islam unterliegen, hieß es weiter. Zuvor waren bereits mehrere Aktivisten festgenommen worden, weil sie kritische Stücke über König Abdullah auf YouTube veröffentlicht hatten.

Der Wahhabismus ist eine konservative und dogmatische Ausrichtung des sunnitischen Islams und im Königreich Saudi-Arabien Staatsreligion.

Oberstes US-Gericht bestätigt Gesetz gegen Minderheiten-Förderung

Bei einer Bewerbung für einen Studienplatz an einer Hochschule im US-Bundesstaat Michigan darf niemand bevorzugt werden, auch nicht, wenn er einer Minderheit angehört.

Nachdem eine Klage vom Obersten Gericht in Washington abgewiesen wurde, wird sich daran auch in Zukunft nichts ändern. Das Gericht stellte fest, dass die Regelung zur so genannten positiven Diskriminierung nicht gegen die US-Verfassung verstößt. Bürgerrechtler kritisierten das Urteil. Seitdem die Regel gelte, sei die Diversität an den Hochschulen stark gesunken. In sieben anderen Bundesstaaten gibt es ähnliche Gesetze.

Universität Regensburg: Minister Müllers Doktorarbeit ist einwandfrei

Über einen Plagiats-Vorwurf sind schon einige Politiker gestolpert - für Entwicklungshilfeminister Gerd Müller gibt es nun aber positive Rückmeldungen seiner Alma Mater.

Die Universität Regensburg hat auf ihrer Internetseite jegliche Vorwürfe zurückgewiesen. Der beauftragte Ombudsmann habe festgestellt, dass Müllers Dissertation nicht gegen die Grundsätze wissenschaftlicher Praxis verstoße. Dem in der Presse kolportierten Verdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens, so heißt es weiter, fehle insofern die Grundlage. Anfang des Monats hatte die Plattform "Politplag" eine Mitteilung veröffentlicht, in der entsprechende Vorwürfe erhoben worden waren.

Urheberrecht: Zu wenig Beweise für Tarantinos Klage gegen Internetseite

Bislang reichen dem US-Richter die Beweise nicht aus, aber der Regisseur Quentin Tarantino darf nachliefern.

Das berichtet der Fernsehsender CNN im Fall Tarantino gegen die Internetseite Gawker. Der Regisseur hatte die Betreiber wegen Verletzung des Urheberrechts verklagt. Gawker hatte einen Link veröffentlicht, der zu einem Drehbuch-Manuskript führte. Das Skript trägt den Titel "The Hateful Eight" und soll Grundlage für den nächsten Tarantino-Film sein. Der Regisseur hatte das Buch nach eigenen Angaben an nur sechs Personen weitergegeben, darunter die Schauspieler Michael Madsen und Bruce Dern.

Archäologen entdecken Inka-Tempel bei Lima

Pachacamac ist eine archäologische Fundstätte rund 40 Kilometer südöstlich von Perus Hauptstadt Lima.

Auf dem Gelände haben Archäologen jetzt einen bisher unerforschten Inka-Tempel entdeckt. Seine Wände sind mit bunten Wandmalereien verziert - allerdings konnten bisher erst wenige Motive identifiziert werden, wie die Forscher von der Freien Universität Brüssel mitteilten.

Die auf dem Boden gefundenen Opfergaben deuteten darauf hin, dass Pilger zur Zeit der Inka von weit her kamen, um den Tempel zu sehen, meinen die Wissenschaftler.

Ökumene: Kirchen starten gemeinsames Internetportal

"2017 gemeinsam unterwegs" - unter diesem Motto haben die beiden großen Kirchen in Deutschland ein Internetportal zu ökumenischen Fragen gestartet.

Die Plattform dient als Vorbereitung auf das Luther-Reformationsjahr 2017. Mit ihr soll das Dokument "Vom Konflikt zur Gemeinschaft" bekanntgemacht werden. Das Papier hatten die evangelische und katholische Kirche im vergangenen Jahr gemeinsam vorgelegt. Außerdem soll es wöchentliche Beiträge von bekannten Personen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche geben.

Das Portal ist [hier| www.2017gemeinsam.de] zu erreichen.

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