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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. April 2014

Theologe kritisiert "Heiligkeitsschwemme"

Rainer Kampling spricht von einer Heiligkeitsschwemme in den vergangenen hundert Jahren.

Der katholische Berliner Theologe sagte im "Deutschlandradio Kultur", es sei fraglich, ob es der Kirche guttue, ein ganzes Heer von heiligen Päpsten zu haben. Am kommenden Wochenende werden Papst Johannes Paul der Zweite und Papst Johannes der 23. heiliggesprochen. Beide seien große Menschen gewesen, denen man nacheifern könne, dennoch sei es nicht notwendig, jeden Papst heilig zu sprechen, sagte Kampling. Das Verfahren der Heiligsprechung bezeichnete der Theologe als logistische Leistung. Vor allem bei sogenannten "aktuellen Heiligen" wie Johannes Paul dem Zweiten müssten zahlreiche Zeitzeugen gehört werden. Daneben würden alle Schriften gesichtet und ausgewertet.

Intendant Alward gibt 2015 Leitung der Salzburger Osterfestspiele ab

Die Osterfestspiele Salzburg müssen sich auf die Suche nach einem neuen Intendanten machen.

Peter Alward will im kommenden Jahr diesen Posten aufgeben. Er werde seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern, teilte der 63-jährige Brite mit. Als man ihm vor fünf Jahren überraschend die geschäftsführende Intendanz angebot, habe er das als Zwischenlösung gesehen, sagte Alward. - Dirigent Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle sowie der Aufsichtsrat der Festspiele bedauerten Alwards Entscheidung. Seine Verdienste um die Osterfestspiele seien enorm, hieß es. Die Intendanz soll nun international ausgeschrieben werden.

Alward hatte die Leitung der Osterfestspiele nach einem Finanzskandal 2010 von Michael Dewitte übernommen. Die Berliner Philharmoniker, mit denen Herbert von Karajan das Festival 1967 gegründet hatte, kündigten damals die Zusammenarbeit auf. Seit 2013 spielt die Sächsische Staatskapelle unter Thielemann in Salzburg.

Twitter holt Google-Manager als neuen Deutschland-Chef

Der Kurznachrichtendienst Twitter hätte gern mehr Gewicht in Europa.

Jetzt verstärkt ein Google-Manager die Führungsriege des Unternehmens in Deutschland. Zum 1. August 2014 soll Thomas de Buhr neuer Managing Director von Twitter Deutschland werden, wie der Kurznachrichtendienst in Hamburg mitteilte. - Twitter ist in Deutschland bislang nicht so populär wie in den USA, Großbritannien oder der Türkei. Nach einer Anfang März vom Magazin "Focus" veröffentlichten Studie sind im deutschsprachigen Raum 8,9 Millionen Menschen bei Twitter angemeldet, aber nur 1,4 Millionen als Verfasser von Kurzmitteilungen aktiv. - Twitter hatte zum Jahreswechsel insgesamt 241 Millionen Nutzer weltweit.

Bibliotheken wollen Gleichstellung von E-Books und gedruckten Büchern

Wer in einer Bibliothek E-Books ausleihen möchte, hat oft nur eine geringe Auswahl.

Der Deutsche Bibliotheksverband setzt sich deshalb für eine rechtliche Gleichstellung von E-Books und gedruckten Büchern ein. Bislang könnten Büchereien nicht jedes E-Book erwerben. Sie seien abhängig davon, wie die Verlage jeweils über die Lizenz-Erteilung entscheiden. Anders als bei physischen Medien - also bei gedruckten Büchern, CDs oder DVDs - hätten die Bibliotheken nach dem geltenden Urheberrecht kein Recht zum Erwerb und Verleih elektronischer Medien.

Um auf das Thema aufmerksam zu machen, gibt es eine europäische Kampagne. Sie trägt in Deutschland den Titel "E-Medien in der Bibliothek: mein gutes Recht!".

Jon Krakauer: Leben der Sherpas immer gefährlicher

Für ausländische Bergsteiger wird der Mount Everst immer sicherer - für Sherpas dagegen gefährlicher.

Das bilanziert der US-amerikanische Autor und Bergsteiger Jon Krakauer. Er schreibt im "New Yorker" zur aktuellen Diskussion nach dem Lawinenunglück in Nepal mit 13 Toten. Laut Krakauer sind westliche Bergsteiger zum Beispiel deutlich besser mit Sauerstoff versorgt als früher. Die schweren Flaschen müssten die Sherpas aber zusätzlich tragen. Sie hielten sich außerdem viel öfter in besonders gefährlichen Regionen auf. Die Bergführer in Nepal fordern nach dem Unglück mehr Rechte sowie eine bessere Versicherung und drohen deshalb mit Streiks.

Aserbaidschan: CJP kritisiert Verurteilung von Journalisten

Aserbaidschan sollte endlich die Meinungs- und Pressefreiheit einhalten.

Das verlangt das "Komitee zum Schutz von Journalisten" und kritisiert die Haftstrafe für Rauf Mirkadyrow. Der Reporter einer unabhängigen Zeitung wurde wegen Spionage zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte in seinen Berichten immer wieder die Menschenrechtslage in der Türkei und in Aserbaidschan kritisiert. Das Land übernimmt im Mai turnusgemäß für ein halbes Jahr den Vorsitz im Europarat. Die Journalistenvereinigung fordert vor allem vor diesem Hintergrund, dass Aserbaidschan die "Schau-Prozesse" gegen Reporter beendet.

Reporter ohne Grenzen fordern Aufklärung in Ägypten

Bei einer Demonstration an der Universität in Kairo wurden Mitte April zwei Journalisten durch Schüsse verletzt.

Die Nichtregierungsorganisation "Reporter ohne Grenzen" fordert jetzt eine unabhängige Aufklärung der Schüsse. Die Verantwortlichen sollten vor Gericht gestellt werden, heißt es in einer Mitteilung. Darin äußert sich die Organisation erneut besorgt über die Situation von Journalisten in Ägypten. Sie würden immer wieder zur Zielscheibe - vor allem, wenn sie die Geschehnisse auf Versammlungen oder Demonstrationen dokumentierten. - Im März wurde die 23-jährige Reporterin Mayada Ashraf getötet, als sie eine Demonstration von Muslimbrüdern beobachtete.

Berliner Ex-Rapper angeblich in Syrien getötet

Vor kurzem rief der frühere Rapper Denis Cuspert deutsche Muslime auf, mit ihm im "Heiligen Krieg" zu kämpfen.

Der Berliner Ex-Rapper und mutmaßliche Islamist Denis Cuspert ist nach Angaben von Rebellen und Aktivisten in Syrien getötet worden. Der unter dem Namen Abu Talha al-Almani kämpfende Deutsche sei bei einem Selbstmordanschlag "rivalisierender Kämpfer" ums Leben gekommen, hieß es in islamistischen Internetforen. - Cuspert war Medienberichten zufolge im Juni 2012 abgetaucht und hatte sich der Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" angeschlossen. Sie gilt als radikalste und rücksichtsloseste Gruppe im syrischen Krieg.

Claus Peymann geht nicht zurück zum Burgtheater

"Ich stehe für diesen Posten nicht zur Verfügung."

Mit diesen Worten hat der ehemalige Intendant des Burgtheaters, Claus Peymann, eine Rückkehr zu der Wiener Bühne ausgeschlossen. Viele Theaterbesucher, aber auch Politiker, Journalisten und Mitglieder des Burgtheaters hätten ihn in den letzten Tagen gebeten, nach Österreich zurückzukehren, sagte Peymann. - Doch das Berliner Ensemble, wo der 76-Jährige heute als Intendant tätig ist, werde die letzte Station seiner Arbeit als Theaterdirektor sein. - Im März war Burgtheater-Intendant Matthias Hartmann entlassen worden. Ihm wird eine Mitschuld an der schlechten finanziellen Lage der renommierten Bühne gegeben.

Peymann war von 1986 bis 1999 Intendant des Burgtheaters.

Menschenrechtler: Indiens Lehrer diskriminieren nach Kasten

"Wir bekamen nur dann etwas zu essen, wenn etwas von den anderen Kinder übrig blieb. Nach und nach hörten wir auf, zur Schule zu gehen."

So schildert ein 14-Jähriger den Bildungsalltag in Indien. Nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" ist Indiens Kastenwesen in staatlichen Schulen nicht überwunden. Lehrer ließen die Schüler im Norden des Landes oft nach Kasten geordnet antreten, heißt es in einem Bericht. Dalits, früher Unberührbare genannt, müssten sogar die Schultoilette putzen. - Seit vier Jahren hat jedes Kind in Indien ein Recht auf Bildung. Doch fast die Hälfte breche schon in der Grundschule ab, heißt es in dem Bericht weiter. Autorin Jayshree Bajoria sagte, die "tief in der Gesellschaft verwurzelte Diskriminierung" treffe vor allem Dalits, Muslime und Kinder von Stammesvölkern. Lehrer und Direktoren würden nicht zur Rechenschaft gezogen.

Schriftsteller Hemon: Literatur kann im besten Fall das Bewusstsein erweitern

"Schreiben ist für mich der entscheidende Weg, mich mit der Welt und mit mir selbst auseinanderzusetzen."

So definiert der bosnisch-amerikanische Schriftsteller Aleksandar Hemon die Arbeit an seinem Werk. Hemon sagte der "Neuen Zürcher Zeitung" beim Schreiben werde er unter anderem von Erinnerung geleitet - etwa an den Krieg in seiner Heimat. Laut Hemon bringt Literatur in Krisenzeiten allerdings nicht notwendigerweise bessere Menschen hervor, sondern schafft nur einen Raum, um das Bewusstsein zu erweitern. Die Welt verändern könne nur der Mensch selbst. Und der lasse sich im Krieg schnell psychologisch und moralisch beeinflussen.

Tausende verabschieden sich in Mexiko von Gabriel García Márquez

"Wenn er etwas noch besser konnte, als Bücher zu schreiben, dann war das, Freunde zu gewinnen."

Mit diesen Worten würdigte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den verstorbenen Schriftsteller Gabriel García Márquez. Zu einer Trauerfeier in Mexiko-Stadt kamen viele tausend Menschen. Die Urne des Verstorbenen war im "Palacio de Bellas Artes" aufgebahrt, dem "Palast der Schönen Künste" im Zentrum der Hauptstadt. Der mexikanische Staatschef Enrique Pena Nieto bezeichnete García Márquez als den größten lateinamerikanischen Schriftsteller aller Zeiten. Der Autor war am Gründonnerstag im Alter von 87 Jahren gestorben. Für den heutigen Dienstag ist eine weitere Trauerfeier geplant, diesmal in seinem Geburtsland Kolumbien.

Separatisten in der Ukraine halten ausländische Journalisten vorübergehend fest

Das ost-ukrainische Slowjansk steht zur Zeit im Fokus des internationalen Medieninteresses.

Jetzt haben die pro-russischen Separatisten dort drei ausländische Journalisten vorübergehend festgehalten, die nach der tödlichen Schießerei vom Wochenende aus der Stadt berichten wollten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP handelt es sich um einen Weißrussen und zwei Italiener. Das ukrainische Außenministerium und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa kritisierten den Vorfall. Korrespondentenberichten zufolge haben die pro-russischen Kräfte zudem eine ukrainische Journalistin in ihrer Gewalt. Sie soll sich im Februar an den Protesten auf dem Maidan in Kiew beteiligt haben, die zum Sturz des früheren Präsidenten Viktor Janukowitsch führten.

Donezk: Pianist Martello spielt vor Regionalverwaltung

Der deutsche Pianist Davide Martello hat schon auf dem Taksim-Platz in Istanbul gespielt - umringt von Polizisten und Demonstranten.

Jetzt hat er sein Klavier in der ostukrainischen Stadt Donezk aufgestellt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP gab er ein Konzert vor der Regionalverwaltung. Das Gebäude ist von pro-russischen Einheiten besetzt. Martello spielt seine selbst komponierten Stücke an ungewöhnlichen Orten unter freiem Himmel und will sich so nach eigenen Angaben für Frieden und Verständigung einsetzen. Ziele seiner Reisen waren im vergangenen Jahr neben der Türkei auch Usbekistan und Afghanistan.

Homosexualität: US-Pfadfinder beenden Zusammenarbeit mit Kirchengemeinde

Die US-Pfadfinder tun sich schwer mit Toleranz in Sachen sexueller Orientierung - das bekommt jetzt auch eine Kirchengemeinde zu spüren.

Die "Boy Scouts" hatten einen Gruppenführer aus Seattle ausgeschlossen, nachdem er sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hatte. Eine örtliche Kirchengemeinde stellte sich hinter den Mann. Ihr kündigten die Pfadfinder jetzt die Zusammenarbeit. Die Begründung: Die Kirche verstoße gegen geltende Abmachungen und Regeln. Eigentlich hatten sich die US-Pfadfinder im letzten Mai darauf geeinigt, dass auch Schwule und Lesben bei ihnen Mitglied werden dürfen. Allerdings gilt das nur für Jugendliche und nicht für Betreuer oder Angestellte.

Zeitung: von Hagens darf Museum in Berlin eröffnen

Der Protest von Politikern und Kirchenvertretern hat offenbar nichts genützt.

Der Plastinator Gunther von Hagens darf am Berliner Alexanderplatz ein eigenes Museum für seine Ausstellung "Körperwelten" eröffnen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wurde der Bauantrag genehmigt. Die Zeitung zitiert einen Stadtmitarbeiter mit den Worten: "Wir sind nicht die Geschmackspolizei".

Das Museum soll auf 1.200 Quadratmetern plastinierte menschliche Leichenteile zeigen. Das Vorhaben war bei der Berliner CDU und den beiden großen Kirchen auf Kritik gestoßen.

Citizen Science startet neue Plattform

Bürger zählen Schmetterlinge oder helfen beim Aufbau einer landesweiten Mückenkarte - die Bewegung Citizen Science ist nicht neu.

Jetzt gibt es eine Plattform im Netz, die die direkte Beteiligung von Bürgern an Forschung fördern soll. Unter www.buergerschaffenwissen.de können Wissenschaftler ihre Projekte online stellen und Hobbyforscher gezielt nach Aktionen oder Projekten suchen, die sie interessieren. - Der Generaldirektor des Berliner Museums für Naturkunde, Johannes Vogel, sagte, Citizen Science habe das "Potenzial, die gesamte Forschungslandschaft zu modernisieren". Die neue Plattform wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert.

Die alten Römer hatten viel Blei im Trinkwasser

Ein alte Theorie besagt, dass das Römische Reich untergegangen sei, weil alle Bewohner chronische Bleivergiftungen gehabt hätten.

Dieser Annahme widersprechen französische Forscher. Sie haben alte Ablagerungen aus dem antiken Hafen Roms und einem Tiberkanal analysiert. Das Ergebnis: Im frühen Römischen Reich lag der Bleigehalt im Trinkwasser Roms zum Teil um das 40-Fache höher als in natürlichen Quellen. Allerdings sei er nie so hoch gewesen, dass er den Römern hätte dauerhaft schaden können.

Wegen der gesundheitsschädlichen Wirkung gibt es in Deutschland strenge Vorschriften: Maximal 0,1 Milligramm Blei pro Liter sind im Trinkwasser erlaubt.
Ihre Studie haben die Forscher im [Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)]http://www.pnas.org/content/early/2014/04/16/1400097111] veröffentlicht.

Beck: Gauck soll Religionsfreiheit in der Türkei thematisieren

Bundespräsident Joachim Gauck soll bei seiner Reise in die Türkei nicht nur über Verletzungen der Pressefreiheit sprechen.

Der religionspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, forderte, Gauck solle auch andere Verstöße gegen Menschenrechte thematisieren, insbesondere bei der Religionsfreiheit. Christen aller Konfessionen müssten in dem Land ihre Religion ausüben können. Beck geht es unter anderem um den Bau von Kirchen und um die Reisefreiheit für christliche Geistliche. Auch religiöse Bräuche seien zu respektieren.

Gauck reist am Samstag in die Türkei und trifft dort unter anderem Staatspräsident Abdullah Gül und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

BR-Hörfunkdirektor Wagner verteidigt Verlegung von BR Klassik

Die Klassik-Hörer sollen in den Genuss einer besseren, digitalen Klang-Qualität kommen.

Mit diesem Argument rechtfertigt der Hörfunk-Direktor des Bayerischen Rundfunks, Martin Wagner, sein Vorhaben, dem Sender BR Klassik die UKW-Frequenz zu entziehen. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er, die Hörer würden dadurch keinesfalls degradiert. Die UKW-Frequenzen von BR Klassik sollen künftig von dem Jugend-Programm "Puls" genutzt werden, das bisher nur im Internet und im Digitalradio zu empfangen ist. Zahlreiche Hörer und der Bayerische Musikrat haben gegen dieses Vorhaben protestiert.

WDR: Sonia Mikich will das Investigative stärken

Sonia Mikich will in ihrem neuen Amt das Investigative stärken.

Das kündigte die künftige WDR-Chefredakteurin im "Tagesspiegel" an. Sie wolle sich um Dokumentationen und Reportagen kümmern und guten Journalismus auch Jüngeren näherbringen. Außerdem plädiert die 62-Jährige dafür, dass Fernseh-, Hörfunk- und Internetredaktionen enger zusammenwachsen. Mikich tritt ihr Amt zum 1. Mai an, wenn der bisherige Chefredakteur Jörg Schönenborn auf den Posten des Fernsehdirektors wechselt.

Japan: Politiker besuchen umstrittenen Yasukuni-Schrein

China und Südkorea sind verärgert über diese "Provokation".

Mehr als 120 japanische Abgeordnete haben den Yasukuni-Schrein in Tokio besucht. Die Gedenkstätte ist umstritten, weil sie nicht nur den 2,5 Millionen japanischen Todesopfern des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist. Dort werden auch 14 verurteilte Kriegsverbrecher geehrt. Chinesen und Koreaner, deren Länder von Japan im Zweiten Weltkrieg besetzt waren, sehen in dem Schrein eine Geschichts-Verherrlichung. Besuche von japanischen Politikern sorgen deshalb immer wieder für Empörung in den Nachbarländern.

Türkei: Prozess gegen Twitter-Nutzer

Laut Amnesty International zeigt der Prozess, wie stark die Meinungsfreiheit in der Türkei abgenommen hat.

In Izmir stehen 29 Twitter-Nutzer vor Gericht, weil sie während der landesweiten Unruhen im vergangenen Sommer zum Gesetzesverstoß aufgerufen zu haben sollen. Laut Anklage haben einige von ihnen in ihren Nachrichten außerdem Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan beleidigt. Die Anwältin eines der Beschuldigten nannte die Vorwürfe "politisch". Die betroffenen Tweets seien durch die türkische Verfassung und die Europäische Menschenrechtskonvention als freie Meinungsäußerung geschützt. - Nach dem Auftakt gestern wurde der Prozess auf den 14. Juli vertagt.

Christa-Wolf-Gesellschaft gegründet

Christa Wolf war eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der DDR.

Drei Jahre nach ihrem Tod hat sich jetzt eine Gesellschaft zur weiteren Erforschung ihrer Arbeiten gegründet. Unter dem Titel "Neue Perspektiven auf das Lebenswerk von Christa Wolf" wollen die Mitglieder die Literatur Christa Wolfs aktuell aufarbeiten. Zum Vorstand gehören neben der Literaturwissenschaftlerin Therese Hörnigk auch Wolfs Mann Gerhard sowie die Autoren Günter Grass und Volker Braun.

Die Gesellschaft will sich in dieser Woche in Berlin auf einem internationalen Kolloquium in der Humboldt-Universität vorstellen.

Regisseur Joss Whedon veröffentlicht neuen Film im Internet

Die Zukunft des Films liegt nicht im Kino, sondern im Internet.

Das scheint sich zumindest US-Regisseur Joss Whedon gedacht zu haben. Er hat mit seinem neuen Film "In Your Eyes" die großen Hollywood-Studios umgangen und den Streifen direkt online veröffentlicht. Der 49-Jährige erklärte nach der Premiere des Films auf dem Tribeca-Filmfestival in New York, der Download werde fünf US-Dollar kosten. - Whedon hatte vor zwei Jahren bei der erfolgreichen Comic-Verfilmung "Marvel's The Avengers" Regie geführt, für die er auch das Drehbuch schrieb. Außerdem erfand er die Fernsehserie "Buffy - Im Bann der Dämonen".

Gewerkschaft: Frühschichten sollten zur WM später anfangen

Während der Fußball-WM in Brasilien soll jeder die Spiele der deutschen National-Elf anschauen können und trotzdem genug Schlaf bekommen.

Arbeitnehmervertreter fordern deshalb in der "Bild"-Zeitung einen späteren Beginn der Frühschichten. Von der Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie heißt es, Arbeitgeber und Betriebsräte müssten gemeinsam Lösungen finden, um Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. Wegen der Zeitverschiebung beginnen viele Spiele erst um 22 oder 24 Uhr.

Buddha-Tattoo: Britische Touristen aus Sri Lanka ausgewiesen

Ein Buddha-Tattoo auf dem Arm hat eine britische Touristin in Sri Lanka vor Gericht gebracht.

Wie die Polizei mitteilte, wurde die Frau kurz nach ihrer Ankunft am Flughafen in Gewahrsam genommen und einem Richter vorgeführt. Dieser habe ihre Ausweisung angeordnet. Eine offizielle Begründung für das Urteil gab es nicht. In Sri Lanka gehen die Behörden aber immer wieder gegen Ausländer vor, die sich ihrer Ansicht nach respektlos gegenüber buddhistischen Symbolen verhalten. Im August 2012 wurden drei Franzosen zu jeweils sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil sie eine Buddha-Statue geküsst hatten.

Las Vegas: Arena für "Rock in Rio" geplant

Eines der größten Musikfestivals der Welt - das "Rock in Rio" - expandiert in die USA.

Das Festival findet seit 1985 statt - bisher in Brasilien, Portugal und Spanien. Ab Mai 2015 soll in Las Vegas eine riesige Open-Air-Arena für die Veranstaltung gebaut werden. Nach den Plänen eines Casinokonzerns sollen auf 13 Hektar unter anderem fünf Bühnen, nach Mottoshows gestaltete Straßen, Soundanlagen und Geschäfte entstehen. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 300.000 Besuchern. Beim Festival in Rio de Janeiro im vergangenen September wurden nach Angaben der Organisatoren allein 600.000 Tickets innerhalb der ersten vier Stunden verkauft. Unter anderem traten Bruce Springsteen, Beyoncé und Justin Timberlake auf.

Danny Boyle für Regie bei Jobs-Film im Gespräch

Der britische Oscar-Preisträger Danny Boyle ist als Regisseur für einen Film über Apple-Gründer Steve Jobs im Gespräch.

Nach einem Bericht des Branchenmagazins "Hollywood Reporter" will Boyle Leonardo DiCaprio für die Hauptrolle gewinnen. Das Sony Studio plant den Film auf Basis der autorisierten Biografie "Steve Jobs" von Walter Isaacson. Er hatte mehr als 40 Interview mit Jobs geführt. Der Apple-Gründer war 2011 mit 56 Jahren an Krebs gestorben.

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