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Kulturnachrichten

Donnerstag, 10. April 2014

BGH soll über Suhrkamp-Sanierungsplan entscheiden

Der Streit beim Suhrkamp Verlag geht in die nächste Instanz.

Der Bundesgerichtshof soll über den umstrittenen Sanierungsplan für den Suhrkamp Verlag entscheiden. Miteigentümer Hans Barlach hat Beschwerde bei der letzten zivilgerichtlichen Instanz eingelegt, teilte das Gericht mit. Über einen möglichen Verhandlungstermin sei noch nicht entschieden, dies könne Monate dauern, hieß es. - Der Insolvenzplan sieht vor, den traditionsreichen Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Barlach, der mit 39 Prozent am Unternehmen beteiligt ist, verlöre dadurch weitreichende Mitspracherechte. Er versucht den Plan von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz deshalb zu verhindern. Die beiden Gesellschafter sind seit Jahren zutiefst zerstritten.

Urteil zu Raubkopien: Künstler erhalten kein Geld für Urheberrechte

Wer legal Musik oder Filme kopiert, muss Gebühren zahlen, die dann an den Urheber weitergereicht werden.

Jetzt hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass diese Gebühren nicht erhöht werden dürfen, um damit auch Tantieme für illegale Raubkopien abzugelten. Das heißt, alle europäischen Staaten müssen zwischen legalen und illegalen Privatkopien unterscheiden. - Bei dem Rechtsstreit geht es um eine Auseinandersetzung zwischen Importeuren und Herstellern in den Niederlanden. Sie hatten für unbeschriebe Datenträger wie CDs deutlich höhere Gebühren berechnet, weil auch mögliche illegale Raubkopien eingepreist worden waren.

Direktor der Petersburger Eremitage : Boykott der Kunstbiennale "Manifesta" wäre idiotisch

Im Juni eröffnet in der Sankt Petersburger Eremitage die Manifesta.

Forderungen, die Biennale für zeitgenössische Kunst mit Blick auf den Krim-Konflikt zu boykottieren, hält der Direktor der Eremitage, Michail Piotrowski für idiotisch. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er, die meisten Sankt Petersburger wären froh, wenn die Ausstellung nicht stattfinden würde. Ein Boykott würde den Trend zur Isolation nur bestärken. Piotrowski erklärte wörtlich: "Wir wollen, dass die Manifesta hier stattfindet, damit sich etwas verändert".

Über Werke homosexueller Künstler und Kunst zum Thema Homosexualität sagte Piotrowski, dem Gesetz nach dürften solche Aufnahmen nicht gezeigt werden. Aber auf dem Territorium der Kunst müsse es möglich sein. So habe etwa Marlene Dumas für die Manifesta eine Serie mit Porträts homosexueller Künstler gemalt.

Pressefreiheit: Journalistenorganisation rügt Ukraine

"Die Ukraine darf russischen Journalisten nicht den Zugang zum Land verwehren."

Das fordert das "Komitee zum Schutz von Journalisten". Nach Angaben der Organisation sind in den vergangenen Tagen unter anderem Reporter der Nachrichtenagentur "RIA Nowosti" und des Senders "Russia Today" an der ukrainischen Grenze abgewiesen worden. Eine demokratische Regierung dürfe Journalisten aber nicht nach ihrer Nationalität bewerten, sondern müsse für Pressefreiheit sorgen, teilte das Komitee mit.

Claudio Magris: Europa muss europäischer Staat werden

Claudio Magris sieht in einem europäischen Staat die einzige mögliche Zukunft des Kontinents.

Der italienische Schriftsteller sagte im "Deutschlandradio Kultur", es sei lächerlich, dass Herausforderungen wie Migration mit nationalen Gesetzen geregelt würden. Laut Magris ist die EU unfähig, eine mutige Politik zu gestalten. Eine Einigung Europas sei auch deshalb nicht leicht, weil bisher alle neuen Staaten als Ergebnis von Krieg entstanden seien. Jetzt versuche man zum ersten Mal in der Geschichte, eine größere politische Einheit anders zu schaffen.

Claudio Magris wird heute 75 Jahre alt.

ROG fordert: Whistleblower nicht länger wie Kriminelle behandeln

"Reporter ohne Grenzen" nennt die Aktion "Whistles for Whistleblower".

Unter diesem Titel fordert die Organisation am zweiten Sitzungstag des NSA-Untersuchungsausschusses umfassenden Schutz für Hinweisgeber. Sie will in Berlin vor den Botschaften er USA und Großbritannien mit Trillerpfeifen auf die Situation von Informanten aufmerksam machen. ROG-Vorstandssprecherin Astrid Frohloff rief die Bundesregierung auf, für die Sicherheit von Edward Snowden zu sorgen. Außerdem müsse die Regierung einen eigenen Informantenschutz verabschieden.

Ägyptische Regierung baut Kontrolle über Moscheen aus

"Die Kontrolle durch das Ministerium über alle Moscheen in Ägypten soll verstärkt werden, damit sie nicht in die Hände von Extremisten fallen."

Das gab die ägyptische Regierung in einer Erklärung bekannt. Das Amt des Ministerpräsidenten teilte mit, dass mehr als 17.000 Geistlichen im Land eine Genehmigung für die Freitagspredigt erteilt worden sei. Sie seien alle an der Al-Azhar-Universität sowie Instituten ausgebildet worden, die dem Ministerium für religiöse Stiftungen unterstehen. 12.000 Geistliche ohne staatliche Zulassung hätten dagegen ihren Posten räumen müssen. - Hintergrund der Entscheidung ist, dass in Ägypten islamische Parteien die Moscheen angeblich nutzen sollen, um Anhänger anzuwerben.

Filmwirtschaft : Senkung des Filmförderfonds unverantwortlich

"Die Internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Films darf nicht durch kurzfristige Haushaltsziele beschädigt werden",

sagte die Verbandspräsidenten der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft Manuela Stehr. Im neuen Haushaltsentwurf sind für den Filmförderfonds 60 Millionen Euro vorgesehen - zehn Millionen weniger als im Vorjahr. - Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters betonte, für sie habe die Filmförderung weiter hohe Priorität. Insgesamt flössen jedes Jahr 95 Millionen Euro aus ihrem Haushalt in diesen Bereich.

Nacho Duato: Klassiker behalten, moderne Ballett-Werke ergänzen

"Wenn man die Schritte mit Bedacht wählt, werden sie einen am Ende weiter tragen."

Das sagte der neue Intendant des Berliner Staatsballetts, Nacho Duato, bei der Vorstellung seines ersten Spielplans. Im Programm setzt er auf Klassiker, diese sollen allerdings um moderne Ballett-Werke ergänzt werden. Es sei ein besonnener Start, sagte er auf einer Pressekonferenz. Er wolle erst einmal die Stadt Berlin, die Tänzer und das Publikum kennenlernen. - Duato löst zur neuen Spielzeit Vladimir Malakhov ab, der das Staatsballett knapp zehn Jahre lang leitete und vor allem die klassische Ballettkunst mit viel Spitzentanz pflegte.

Mueller-Stahl: Neid ist in Deutschland ausgeprägt

Das heutige Deutschland ist Armin Mueller-Stahl das liebste, das er je erfahren hat.

Trotzdem stellt der Schauspieler einen ausgeprägten Neid fest. Der Zeitung "Die Zeit" sagte er, das lasse ihn daran denken, wie die Deutschen unter den Nazis zu Feinden wurden und sich in der DDR abhörten. Müller-Stahl übersiedelte 1980 von Ost-Berlin in den Westen. In der DDR hätten ihn vor allem die Arbeit am Theater und beim Film und seine Freundschaften gehalten, erklärte der Schauspieler. Die Zeit nach 1945 sei für ihn die aufbauendste gewesen. Nach dem Krieg habe er Träume verwirklichen und sich ausprobieren können.

Armin Mueller-Stahl hat über sein Leben jetzt ein Buch mit dem Titel "Dreimal Deutschland und zurück" geschrieben.

Kunstexperte Raue: Fall Gurlitt hat NS-Raubkunstdebatte belebt

"Der große Verdienst von Herrn Gurlitt - wofür er nichts kann - ist, dass die Raubkunstdebatte unglaublich virulent wurde."

Das sagte der Berliner Kunstexperte dem Magazin "art". Die Entscheidung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, eine eigene Stiftung für NS-Raubkunst einzurichten sowie die vehemente Diskussion zu dem Thema sind für Raue erfreuliche Folgen des Gurlitt-Skandals. - Von den insgesamt 1280 bei dem Kunsterben Cornelius Gurlitt gefundenen Bildern stehen rund 500 Werke im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. - Vor drei Tagen hatte Gurlitt der Bundesregierung und dem Bundesland Bayern zugesichert, seine Sammlung auch nach dem Ende der Beschlagnahme von Experten untersuchen zu lassen und Werke gegebenenfalls zurückzugeben.

Zeitungen: Fall Gurlitt ist Lehrstück für Aufarbeitung deutscher Geschichte

"Es bleibt ein schaler Nachgeschmack."

Dieser Meinung ist die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" mit Blick auf den Fall Gurlitt. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hatte gestern die Beschlagnahmung der Bilder des Kunstsammlers aufgehoben. Das Blatt vergleicht die Behörde mit einem Hund, der den Schwanz einzieht. Für die Zeitung "Die Welt" sagt die Entscheidung viel über das deutsche Geschichtsbild. Gurlitt dürfe jetzt allein bestimmen, wie ein Land zu seiner Vergangenheit stehe. Nach Ansicht der "Berliner Zeitung" ist ein neues Bewusstsein nötig. Deutschland müsse Provenienzforschung als nationale Aufgabe begreifen.

Russland schaltet Voice of America ab

Russland hat den US-finanzierten Radiosender Voice of America abgeschaltet.

Das meldet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti und beruft sich auf den Leiter des staatlichen russischen Medienunternehmens Rossija Segodnia, Dmitri Kiseljow. Die Entscheidung habe nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, da der Sender sowieso nichts originelles gesendet habe, hieß es. Kiseljow hatte die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim befürwortet. Die USA hatten ihn dafür mit Sanktionen belegt.

Estland: Nationalmuseum erhält Sakralgewand des heiligen Platon

Estland bekommt nach fast hundert Jahren Nationalheiligtümer zurück.

Das Sakralgewand und ein Medaillon des Bischofs Platon werden ab jetzt im Nationalmuseum ausgestellt. Der apostolisch-orthodoxe Metropolit Stefanus erklärte, es sei ein Glücksfall, dass diese Gegenstände erhalten geblieben und nun wieder aufgetaucht seien. Durch ihre Präsentation im Nationalmuseum werde das Gedenken an den ersten estnischen Heiligen hochgehalten. Der Heilige Platon wurde 1919 von den Bolschewiken ermordet und 2000 heilig gesprochen. Sein Sakralgewand gelangte nach Finnland. Die Mitra ist nach wie vor verschwunden, könnte sich aber in Stockholm befinden.

Londoner Filmfestival zeigt verschollene Peter-Sellers-Filme

Sie waren 60 Jahren lang verschollen.

Jetzt sind zwei frühe Filme des britischen Schauspielers Peter Sellers zum ersten Mal zu sehen - beim "Londoner Southend Film Festival". Die beiden rund halbstündigen Kurzfilme mit den Titeln "Dearth of a Salesman" und "Insomnia is Good for You" stammen aus dem Jahr 1957. Sie dienten offenbar dazu, Produzenten vom komödiantischen Talent Sellers´ zu überzeugen. Gefunden wurden die Filme vom Hausverwalter eines Gebäudes in London, das früher die Produktionsfirma "Park Lane Films" beherbergte. Bei der Räumung der Büros im Jahr 1996 habe er rund 21 Filmdosen gefunden, sie dann aber bis vor kurzem schlicht vergessen.
Peter Sellers wurde in den 1960er Jahren vor allem als Inspektor Clouseau in der Filmreihe "Der rosarote Panther" bekannt.

Venezuela: Journalisten fordern Freilassung von entführter Kollegin

Sie gehen davon aus, dass die Tat politisch motiviert war.

Journalisten in Venezuela haben im Fernsehen und sozialen Netzwerken die Freilassung ihrer Kollegin Nairobi Pinto verlangt. Die Chefkorrespondentin des Senders Globovisión war am Sonntag vor ihrem Haus in Caracas entführt worden. Zuletzt häuften sich die Hinweise auf einen politischen Hintergrund. So sei die Journalistin bereits zuvor bedroht worden, hieß es in Medienberichten. Studentenführerin Gaby Arellano vermutet Regierungsanhänger hinter der Entführung. Seit fast zwei Monaten gehen Regierungsgegner immer wieder gegen die linksgerichtete Regierung von Präsident Nicolás Maduro auf die Straße. Bei den Auseinandersetzungen kamen bislang mindestens 39 Menschen ums Leben.

Grimme-Institut-Geschäftsführer Kammann: "Unabhängigkeit der Jurys wird nicht angetastet"

Das Grimme-Institut bleibt trotz eines geplanten Eigentümer-Wechsels unabhängig.

Das meint jedenfalls der scheidende Geschäftsführer, Uwe Kammann, mit Blick auf eine mögliche Beteiligung der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen. Im Deutschlandradio Kultur sagte Kammann, die LfM wolle als möglicher Gesellschafter die Unabhängigkeit der Jurys nicht antasten. Sollten die Juroren an die lange Leine gelegt werden, würde damit die Qualität der Preisarbeit beschädigt. Dies sei aber in keiner Weise zu erkennen. Kammann bestätigte die Existenz einer bereits unterzeichneten Rahmenvereinbarung. Demnach wolle sich das Land Nordrhein-Westfalen aus der Finanzierung des Grimme-Instituts zurückziehen. Die Lücke von jährlich 400.000 Euro solle dann die Landesmedienanstalt übernehmen.

Intendant Köhler: Ich will nicht so tun, als sei die Welt noch in Ordnung

Den Vorwurf: "Der Kapitän verlässt das sinkende Schiff" lässt Axel Köhler nicht gelten.

Der Intendant der Oper Halle gibt aus Protest gegen Landeskürzungen sein Amt auf. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, er habe durch die Einsparungen keine Gestaltungsmöglichkeiten mehr. Es sei besser, sich zu diesem Zustand klar zu bekennen, statt so zu tun, als sei die Welt noch in Ordnung. Das Land Sachsen-Anhalt hatte die Fördermittel für die Oper in diesem Jahr von bislang 12 auf 9 Millionen Euro gekürzt.

Merkel: Vertriebenenzentrum ist wichtig, um Geschichtsbewusstsein zu schärfen

"Es ist unser aller Auftrag, dass es auf unserem Kontinent nie wieder zu Flucht und Vertreibung kommt."

Mit diesen Worten hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür eingesetzt, dass das Dokumentationszentrum zu Flucht und Vertreibung schnell fertiggestellt wird. Merkel sagte beim Jahresempfang des Bundes der Vertriebenen in Berlin, das Vorhaben sei wichtig, um Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft zu schärfen. Das Dokumentationszentrum wird seit dem vergangenen Juni im Berliner Deutschlandhaus eingerichtet. Die Eröffnung ist für 2016 geplant. Das Projekt hatte jahrelang zu scharfen Protesten geführt - unter anderem aus Tschechien und Polen. Kritiker befürchteten, das Zentrum wolle in erster Linie den Fokus auf die Vertriebenen richten und weniger auf die von Deutschen begangenen Taten während des Zweiten Weltkrieges.

Chipperfield gewinnt Architekten-Wettbewerb für Stockholmer Nobel-Zentrum

Hier soll der Nobelpreis ein neues Zuhause finden:

in einem Neubau direkt am Wasser auf der Halbinsel Blasieholmen im Stadtzentrum von Stockholm. Im Gestaltungswettbewerb hat sich das Berliner Büro des Architekten David Chipperfield durchgesetzt. Der Entwurf von Chipperfield und Christoph Felger sieht einen Kubus mit vertikalen Messing-Elementen und Glas vor. Die Jury lobte ihn als elegant und zeitlos. Der Baubeginn ist für 2015 geplant; kosten soll das neue "Nobelhuset" 145 Millionen Euro.

Geplant ist, dass in dem Gebäude in der schwedischen Hauptstadt die Nobelpreise verliehen werden. Auch ein Museum, ein Restaurant, Büros und eine Bibliothek sollen eingerichtet werden.

Und so sieht der Entwurf aus.

Snowden soll Ehrendoktor der Universität Rostock werden

Edward Snowden soll Ehrendoktor der Universität Rostock werden.

Die Philosophische Fakultät hat nach eigenen Angaben beschlossen, ein entsprechendes Verfahren zu eröffnen. Snowden hatte den NSA-Skandal ins Rollen gebracht, indem er geheime Unterlagen über die Arbeit des Geheimdienstes an Journalisten übergab. Nach den Worten von Dekan Hans-Jürgen von Wensierski erfüllt Snowden damit die Funktion eines klassischen Aufklärers. Er werde den Titel voraussichtlich noch in diesem Semester erhalten.

Forscher müssen immer länger auf Nobelpreis warten

Nach einer nobelpreiswürdigen Entdeckung vergehen in der Regel viele Jahre, bevor ein Wissenschaftler tatsächlich den Nobelpreis bekommt.

Und diese Wartezeit wird sogar immer länger. Das hat eine Studie der finnischen Aalto-Universität ergeben, über die im Fachblatt "Nature" berichtet wird. Demnach dauert es in der Regel mehr als 20 Jahre von der Entdeckung bis zur Preisverleihung, Tendenz steigend. 1940 seien Nobelpreise in Physik, Chemie und Medizin nur in wenigen Fällen nach mehr als 20 Jahren vergeben worden. 1985 war das bei rund der Hälfte der Ehrungen der Fall. Das Fazit der Studie: Mit der Wartezeit steigt auch das Durchschnittsalter, in dem die Forscher den Preis erhalten. Dadurch kommt es immer öfter dazu, dass wichtige Forschungsergebnisse gar nicht gewürdigt werden - weil der Wissenschaftler bereits gestorben ist.

Entsorgung Gutachten hält "Grünen Punkt" für Misserfolg

Seit 1991 gehören Grüner Punkt und Gelber Sack zu unserem Alltag.

Das Betriebswirtschaftliche Institut für Abfall- und Umweltstudien in Jena hat das Entsorgungs-System untersucht und zieht kritisch Bilanz. Das Ganze sei ein ökonomischer und ökologischer Reinfall, urteilt das Institut. Das Aufkommen an Kunststoffverpackungen sei nicht wie erhofft gesunken, sondern um ein Viertel gestiegen. Außerdem würden nur 20 Prozent des Verpackungsabfalls recycelt, der Rest werde verbrannt. Der Grüne Punkt habe nicht gehalten, was er versprochen hat, sagte Gutachter Heinz-Georg Baum.

Portugiesischer Regisseur de Oliveira dreht mit 105 noch einen Film

Er war schon zu Stummfilmzeiten im Kinogeschäft aktiv.

Im Alter von 105 Jahren dreht der portugiesische Regisseur Manoel de Oliveira noch einen neuen Film. Das berichtet die Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf die Produktionsfirma. In dem Film geht es den Angaben zufolge um die Geschichte Portugals und die Wirtschaftskrise. Die Dreharbeiten finden in Oliveiras Heimatstadt Porto statt.

Erstmals gleichgeschlechtliche Ehe in Italien anerkannt

In Italien ist erstmals eine gleichgeschlechtliche Ehe amtlich registriert worden - und dass, obwohl es in dem Land gar keine Homo-Ehe gibt.

Ein Gericht in der toskanischen Stadt Grosseto urteilte, dass die vor zwei Jahren in New York geschlossene Ehe eines 68-jährigen und eines 57-jährigen Italieners von den Behörden anerkannt werden müsse. Der Stadtverwaltung wurde aufgetragen, das Paar als verheiratet anzuerkennen. Die Schwulenvereinigung Gay Center feierte die Gerichtsentscheidung als "revolutionär". Darauf müsse Ministerpräsident Matteo Renzi nun reagieren.

Rolling Stone mit historisch falschem Cover

Mit diesem historisch falschen Titelblatt sorgt der "Rolling Stone" für Diskussionen.

Das Cover der US-Musikzeitschrift für den kommenden Monat zeigt die Schauspielerin Julia Louis-Dreyfus nackt mit einem Tattoo der US-Verfassung - darunter die Unterschrift von John Hancock. Das Problem: Hancock unterzeichnete als dritter Präsident des Kontinentalkongresses nicht die Verfassung, sondern die Unabhängigkeitserklärung. Darauf wies unter anderem das Nationale Verfassungszentrum in Philadelphia auf Twitter hin. Eine Sprecherin des "Rolling Stone" erklärte, die Unabhängigkeitserklärung habe man an eine andere Stelle des Körpers geschrieben - dort habe die Unterschrift aber nicht hingepasst.

Möbelhaus verkauft Tasse mit Hitlerbild

Manchmal sollte man genauer hinschauen, bevor man Kaffeetassen im altmodischen Stil bestellt.

Einkäufer eines Möbelhauses in Unna haben auf einer Messe in China nicht genau aufgepasst und 5000 Tassen mit einem Hitler-Porträt geordert. 175 Exemplare waren nach Aussage von Christian Zurbrüggen, Mitinhaber des Einrichtungshauses, schon verkauft, als die Panne bemerkt wurde. Zwischen Rosenmuster und Zierschrift fand sich auf den Tassen auch eine verblasste Briefmarke aus dem "Dritten Reich" mit dem Porträt des Diktators. - Damit sie nicht weiter im Umlauf sind versprach Zurbrüggen den Käufern für die Rückgabe einen Einkaufsgutschein über 20 Euro - auch wenn die Tasse nur 1,99 Euro gekostet habe.

Diskussion Bush-Portraits: Gemälde oder Kopien?

Ist der ehemalige US-Präsident George W. Bush ein Künstler, ein Maler oder hat er einfach nur kopiert?

Über diese Frage rätselt das amerikanische Feuilleton, seitdem zahlreiche Werke Bushs im texanischen Dallas in einer Ausstellung gezeigt werden. Die Bilder sind Portraits von internationalen Staats- und Regierungschefs. Die "New York Times" sieht darin eine - Zitat - verblüffende Fähigkeit, Fotografien in ungelenkere Bilder zu übersetzten. Auch andere Medien verglichen die Werke mit Fotos von Putin und Merkel aus dem Internet. Eine US-Kritikerin bezeichnete die Werke zwar als "simpel gestrickt", nahm Bush aber auch in Schutz. Porträts nach Fotos zu malen sei in der Post-Moderne völlig legitim.

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