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Kulturnachrichten

Samstag, 5. April 2014

Yahya Hassan: Es war keine bewusste Entscheidung, Dichter zu werden

In Dänemark ist sein Buch ein Bestseller.

Jetzt erscheint die Gedichtsammlung von Yahya Hassan auch auf Deutsch. Im Interview mit der "taz" sagte der Dichter palästinensischer Abstammung, es sei keine bewusste Entscheidung gewesen, Dichter zu werden. Er habe mit dreizehn Jahren angefangen, Rapmusik zu machen. Später sei ihm das zu oberflächlich geworden, er habe aber weiter Texte geschrieben. Die seien nach und nach zu Gedichten geworden. Er finde nicht, dass er in seinen Gedichten Vorurteile gegenüber Migranten schüre. Die Assoziationen des Lesers könne er nicht steuern. Die Bedeutung eines Buchs bestimmten das Leben und der Geschmack jedes einzelnen Individuums. Im vergangenen Herbst war Hassan wegen seiner Texte von einem Islamisten angegriffen worden.

Uganda: Polizei durchsucht Hilfsprojekt für Aidskranke

Der Vorwurf lautet: "Training von Jugendlichen in Homosexualität".

Mit dieser Begründung hat die Polizei in Uganda ein Hilfsprojekt für Aidskranke durchsucht. Ein Polizeisprecher sagte, sie hätten einen Mann festgenommen, der regelmäßig in der Organisation verkehre und in die Rekrutierung und das Training von Homosexuellen verwickelt gewesen sei. Hintergrund ist offenbar ein Gesetz gegen Homosexualität, das im Februar trotz internationaler Proteste in Uganda unterzeichnet worden war. Das Walter Reed Project wird von der US-Regierung finanziert und bietet Behandlungen für Aidskranke.

Youtube in der Türkei wieder gesperrt

Viel Zeit war nicht, in der Türkei Filme auf Youtube anzuschauen.

Erst gestern hatte ein Gericht in Ankara die Sperrung der Videoplattform aufgehoben. Stunden später ordnete es dann eine weitere Blockade an. Das melden mehrere Medien in der Türkei. Laut einem Tweet auf "CNN Turk" soll Youtube solange gesperrt bleiben, bis einige Videos entfernt werden, die türkische Gesetze verletzen. Die Sperre von Youtube war ursprünglich am 27. März eingesetzt worden. Zur Begründung hieß es, die Veröffentlichung eines Gesprächs von Regierungsvertretern über einen möglichen Militäreinsatz in Syrien gefährde die nationale Sicherheit.

Air Asia zieht Artikel wegen Anspielung auf vermisstes Flugzeug zurück

Seien sie sicher, dass ihr Flugzeug niemals verloren geht.

Mit diesem Satz endet ein Artikel über das Pilotentraining bei Air Asia im Bordmagazin der Billigfluglinie. Der Text gelangte ins Internet und sorgte dort für Empörung, weil er als Anspielung auf das vermisste Flugzeug von Malaysia Airlines verstanden wurde. Air Asia hat sich jetzt für den Artikel entschuldigt und die ganze Ausgabe des Magazins zurückgezogen. Ein Sprecher sagte, die Ausgabe sei in Druck gegangen, bevor das Flugzeug am 8. März verschwunden sei. Trotzdem kündigte er Disziplinarmaßnahmen gegen die Redaktion an.

Amerikanische Ureinwohner protestieren gegen Logo der Cleveland Indians

Für sie ist es kein Logo, sondern eine Verspottung ihrer Religion.

Amerikanische Ureinwohner haben beim Eröffnungsspiel des Baseball-Teams "Cleveland Indians" vor dem Stadion demonstriert. Sie fordern, dass die Mannschaft ihr Logo "Chief Wahoo" abschafft. Es zeigt die Karikatur eines Indianer-Gesichts mit Stirnband und Feder am Hinterkopf. Der Geschäftsführer des "American Indian Education Center", Robert Roche, betonte, weder er selbst noch seine Kinder seien Maskottchen. Das Logo verspotte amerikanische Ureinwohner und ihre Religion.

Amerikanischer Chordirektor Salamunovich gestorben

Der amerikanische Chordirektor Paul Salamunovich ist tot.

Wie ein Sprecher des Los Angeles Master Chorale sagte, starb Salamunovich bereits am Dienstag im Alter von 86 Jahren. Er leitete den Chor von 1991 bis 2001. Während dieser Zeit sang das Ensemble Soundtracks für mehrere Kinofilme, darunter "Der Pate" oder "A.I. Artificial Intelligence". Nach Einschätzung der New York Times war der Los Angeles Master Chorale unter Salamunovich eines der besten Vokalensembles der USA.

Civil Rights Museum in Memphis renoviert und wieder eröffnet

"Weniger Herumstehen und Lesen" - mit diesem Ziel hat das amerikanische Museum der Bürgerrechte seine Ausstellung neu gestaltet.

Das Museum in der Stadt Memphis setzt jetzt auf eine neue Form von Exponaten. Szenen aus dem "Marsch auf Washington", der berühmten Demonstration von 1963, sind mit lebensgroßen Figuren nachgestellt. Über Lautsprecher ist dazu die Rede von Martin Luther King zu hören: "I have a dream". Ein weiteres zentrales Ausstellungsstück ist der Nachbau eines Sklavenschiffs. Das "National Civil Rights Museum" befindet sich in dem Gebäude, auf dessen Balkon Martin Luther King erschossen wurde. Renovierung und Umbau für umgerechnet rund 20 Millionen Euro wurden durch Spenden finanziert.

Kirchenmitarbeiter in Italien brauchen polizeiliches Führungszeugnis

Die katholische Kirche Italiens schaut bei Neueinstellungen künftig genauer hin.

Neue Mitarbeiter müssen ab Montag ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, wenn sie mit Minderjährigen zusammen arbeiten. So soll verhindert werden, dass Personen, die durch pädophile Übergriffe oder Kinderpornografie straffällig geworden sind, in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen kommen. Laut dem betreffenden staatlichen Gesetzesdekret drohen Arbeitgebern, die auf den Nachweis verzichten, Geldstrafen zwischen 10.000 und 15.000 Euro.

Argentiniens Staatschefin wird Patin für Baby von homosexuellem Paar

In Argentinien können Paare Staatschefs bitten, Pate ihres siebten Kindes zu werden.

Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner macht jetzt eine Ausnahme und wird Patin des ersten Kindes eines homosexuellen Paares, das in Argentinien getauft wird. Unter Fernández wurde in Argentinien als erstem Land in Lateinamerika die Ehe zwischen Homosexuellen erlaubt. Die Präsidentin setzte sich damit vor vier Jahren gegen den heutigen Papst Franziskus durch, der damals der katholischen Kirche Argentiniens vorstand.

George W. Bush stellt Porträts von Politikern aus

Nach seiner Zeit als US-Präsident hat er sich der Malerei gewidmet.

Jetzt stellt George W. Bush erstmals einige Gemälde aus. Wie das Museum der Bush-Familie in Dallas mitteilte, sind Porträts von Staats- und Regierungschefs zu sehen. So gebe es zum Beispiel Bilder von Angela Merkel, Wladimir Putin und Vaclav Havel. Vergangenes Jahr hatten Hacker private E-Mails der Familie Bush abgefangen und einige Fotos von Bildern veröffentlicht, darunter ein Selbstporträt des früheren Präsidenten in der Badewanne.

Pierce Brosnan: James Bond nur eine weitere Rolle

-Er bezeichnet James Bond als einfach nur eine weitere Rolle.

Der Schauspieler Pierce Brosnan erzählt im Interview mit der Zeitung "Die Welt", was die Rolle des britischen Geheimagenten für ihn bedeutet hat. Die Bond-Filme hätten es ihm ermöglicht, eine Firma zu gründen und eigene Filme zu produzieren. Als Last habe er die Rolle nie empfunden. Bond habe ihm ausschließlich Glück gebracht. Brosnan betonte, dass er sich nicht danach richte, was die Leute für die richtige Rolle nach Bond halten. Er suche sich gerne ungewöhnliche Filme aus, das mache für ihn das rückhaltlose Vergnügen aus, als Schauspieler zu arbeiten.

Studie: In Asien ist die Durchmischung von Religionen am höchsten

In Asien ist die religiöse Vielfalt am größten.

Das geht aus einer Studie hervor, die vom Washingtoner Pew Research Center veröffentlicht wurde. Der Untersuchung zufolge bekennen sich im Asien-Pazifik-Raum gut ein Viertel der Bevölkerung jeweils zum Hinduismus oder zum Islam, weitere 12 Prozent zum Buddhismus. Auch Christen und Anhänger traditioneller Religionen leben in vielen asiatischen Ländern. In Afrika, südlich der Sahara, gibt es der Studie zufolge immer noch eine relativ hohe religiöse Diversität. Hingegen gilt Europa als nur "mäßig gemischt". Die weitaus stärkste Glaubensrichtung ist hier das Christentum, dem 75 Prozent der Europäer anhängen. Muslime stellen lediglich 6 Prozent, 18 Prozent fühlen sich religiös ungebunden.

Weltweites Schlusslicht bildet übrigens der Vatikanstaat, wo neben dem Katholizismus keine weitere Religion praktiziert wird.

Weitere Details zur Studie können Sie hier nachlesen.

Terre des Femmes kritisiert fehlende Dokumentation von Genitalverstümmelung

Die Genitalverstümmelung von Frauen weltweit muss besser dokumentiert werden.

Das fordert die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes von den Vereinten Nationen. Die Menschenrechtler erklärten, die Zahlen, die von der Weltgesundheitsorganisation und dem Kinderhilfswerk UNICEF genannt würden, seien viel zu niedrig. Aktuell sei von 140 Millionen betroffenen Mädchen und Frauen die Rede - dabei würden aber nur Afrika und der Nordirak erfasst. Die UNO ignoriere, dass Genitalverstümmelung auch an vielen Orten in Asien praktiziert werde, betonte Terre des Femmes.

Es sei wichtig, alle Fälle zu dokumentieren, damit die tatsächliche Lage deutlich werde. Nur so entstehe auch der notwendige Druck auf Regierungen und die Staatengemeinschaft, wirkungsvoll gegen diese Menschenrechtsverletzung zu handeln. Terre des Femmes verwies besonders auf den Fall Indonesiens: In dem mehrheitlich muslimischen Land sei das Gesundheitsministerium 2010 der Empfehlung von Islamgelehrten gefolgt und habe die nun offiziell "Mädchenbeschneidung" genannte Genitalverstümmelung erlaubt. Dagegen hat Terre des Femmes im Februar mit zwei Partnerorganisationen eine Petition gestartet.

Margot Käßmann: "Ein Papst, der so handelt, ist uns sehr nah"

"Ein Papst, der so handelt, ist uns sehr nah - auch wenn uns das Papsttum fern bleiben wird."

Diese Worte stammen von Margot Käßmann, der früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland. Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur lobte sie, Papst Franziskus habe ein ganz großartiges Gespür für Gesten und Symbole, etwa beim Besuch von Bootsflüchtlingen auf der italienischen Insel Lampedusa. - In den Fragen der ökumenischen Zusammenarbeit zwischen Katholiken und Protestanten gebe es zur Zeit allerdings keine wirklichen Impulse, bedauerte die Theologin.

Das Interview können Sie hier im Deutschlandradio Kultur ab 13.05 Uhr hören.

Kunstfestival Quadriennale beginnt in Düsseldorf

"Über das Morgen hinaus."

Unter diesem Motto startet heute in Düsseldorf das Kunstfestival Quadriennale. Vier Monate lang werden in der Stadt Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart gezeigt. Insgesamt 13 Museen beteiligen sich mit Ausstellungen. In der Kunstsammlung NRW ist eine Schau zur Bedeutung der weißen Flächen in der Kunst zu sehen.

China: Besuch auf "Friedhof der ausgestorbenen Tiere" zum traditionellen Totengedenkfest

Gräber pflegen und die Ahnen ehren - das machen seit gestern Millionen Chinesen, die zum traditionellen Totengedenkfest auf die Friedhöfe pilgern.

Etwas ungewöhnlich ist da ein Friedhof in Peking: Dort wird an ausgestorbene Tierarten erinnert. Dazu sind die Grabsteine wie Dominosteine angeordnet, um das Artensterben zu verdeutlichen. Ganz vorne steht ein Stein für die jamaikanische Beutelratte, die bereits 1880 vom Menschen ausgerottet wurde. Am Ende der Reihe steht ein Grabstein für die menschliche Rasse. - Der Friedhof wurde 1999 von einem Tierschützer eingerichtet, der damit mehr Bewusstsein für den Arten- und Umweltschutz schaffen wollte.

Mit Erfolg, wie die "Beijing Evening News" berichten: In diesem Jahr haben schon mehrere tausend Besucher Blumen abgelegt und Gedenkreden für die Tiere aufgesagt.

Das Totengedenkfest Qingming ist seit 2008 ein nationaler Feiertag in China. Es findet immer am 4., 5. oder 6. April statt. Dann reisen Millionen Chinesen nach Hause und besuchen und pflegen die Gräber von verstorbenen Angehörigen.

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