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Kulturnachrichten

Mittwoch, 2. April 2014

Ai Weiwei-Ausstellung in Berlin eröffnet

In Berlin ist die weltweit größte Ausstellung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei eröffnet worden.

Vor mehreren hundert Gästen im Martin-Gropius-Bau appellierte Kulturstaatsministerin Grütters am Abend an die Regierung in Peking, dem 56-Jährigen endlich Reisefreiheit zu gewähren. Ai Weiwei könne heute nicht hier sein, aber er spreche durch seine Werke, sagte die CDU-Politikerin. Der Intendant der Berliner Festspiele, Oberender, nannte das Reiseverbot einen Skandal.

Der Konzeptkünstler zeigt in Berlin mehrere Installationen. Unter anderem hat er die Gefängniszelle nachgebildet, in der er 81 Tage in Isolationshaft saß.

Gestohlene Bilder von Gauguin und Bonnard in Italien sichergestellt

Italiens Fahnder melden einen beachtlichen Erfolg im Kampf gegen Kunstraub.

Zwei gestohlene Gemälde der französischen Postimpressionisten Paul Gauguin und Pierre Bonnard sind wieder aufgetaucht. Kunstfahnder fanden die beiden Bilder in der Küche eines Fiat-Arbeiters, der sie bei einer Fundsachen-Auktion erstanden hatte. - Italiens Kulturminister Dario Franceschini präsentierte die auf einen Wert von mehreren Millionen geschätzten Bilder auf einer Pressekonferenz. Die beiden Gemälde waren 1970 in London einer reichen Familie gestohlen worden und wurden nach Angaben der Carabinieri vor einem Monat in Italien sichergestellt.

Italien verfügt über eine weltweit renommierte Task Force zum Aufspüren gestohlener Kunstwerke. Nach Angaben ihres Leiters Mariano Mossa liegen die Umsätze des illegalen Kunstwerkes weltweit an vierter Stelle nach dem Waffen- und Drogenhandel sowie dem Handel mit Finanzprodukten. Die italienische Task Force verfügt mit rund 5,7 Millionen aufgelisteten Objekten über die größte Datenbank der Welt für gestohlene Kunst.

ROG fordert Schutz für Reporter in Afghanistan

"Die tödlichen Angriffe zeigen, dass Afghanistan keineswegs sicher ist und Journalisten eine Zielscheibe radikaler Kräfte bleiben."

Das sagte Christian Mihr, Geschäftsführer von "Reporter ohne Grenzen" in Berlin. Die Nichtregierungsorganisation fordert angesichts einer Welle der Gewalt die Regierung in Kabul auf, Journalisten besser zu schützen. - Seit Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs im Februar sind mehrere Journalisten getötet worden, andere wurden bedroht und angegriffen.

Kulturrat: Geplante Tarifeinheit schadet dem Kulturbetrieb

"Die Tarifeinheit schadet dem Kulturbetrieb."

Davon ist der Deutsche Kulturrat überzeugt. Geschäftsführer Olaf Zimmermann fordert deshalb von der Bundesregierung, ihre Pläne zu verwerfen. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, dass in einem Betrieb künftig nur ein Tarifvertrag gelten soll - und zwar der der mitgliederstärksten Gewerkschaft. Laut Zimmermann gibt es aber gerade in Kultureinrichtungen viele berufsspezifische Gewerkschaften, die dann keine Tarifverträge mehr abschließen könnten. Dadurch sieht Zimmermann die im Grundgesetz verankerte Kunstfreiheit gefährdet.

Sievernich: Ai Weiwei nutzt Ironie gegen Repressionen

Ai Weiwei macht keine politische Kunst, aber Kunst mit einer politischen Aussage.

Dieser Meinung ist Gereon Sievernich, Kurator der Ai Weiwei-Schau, die heute in Berlin eröffnet wird. Sievernich sagte im "Deutschlandradio Kultur", er sehe in vielen der Werke Ai Weiweis einen ironischen Umgang mit den Repressionen der chinesischen Staatsführung. Das helfe dem Künstler, die Situation zu ertragen und zu überleben. Bei einem Besuch in Ai Weiweis Studio zählte Sievernich zwölf Überwachungskameras in dem Raum. Dass der Künstler es wage, darüber auch durch seine Werke zu sprechen, sei nicht nur für ihn selbst, sondern für ganz China sehr wichtig. - Die Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau wird heute Abend durch Kulturstaatsministerin Monika Grütters eröffnet. Der 56-jährige Künstler darf wegen seiner Kritik an der chinesischen Regierung nicht selbst nach Deutschland kommen.

Feuilletons würdigen Historiker Le Goff als bedeutenden Intellektuellen

"Er brachte den Lesern bei, Geschichte zu denken."

Mit diesen Worten würdigt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" den verstorbenen französischen Historiker Jacques Le Goff. Er habe wissen wollen, wir die Menschen damals ihre Probleme lösten - und zwar nicht, um daraus zu lernen, sondern, um sich wie ein Künstler davon inspirieren zu lassen, schreibt die Zeitung. Die "Süddeutsche Zeitung" lobt vor allem Le Goffs alltagsgeschichtlichen Zugang zu den Quellen. Dadurch habe er einen völlig neue Sicht auf das Mittelalter ermöglichst. Nach Ansicht des "Tagesspiegels" war Le Goff als einer von Wenigen in der Lage, der Rede vom "alten Europa" einen wirklichen Sinn zu verleihen. Der Historiker starb gestern im Alter von 90 Jahren in Paris.

Vargas Llosa unterstützt Protestbewegung in Venezuela

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro versucht, eine Diktatur nach dem Vorbild Kubas zu installieren.

Das kritisiert der peruanisch-spanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa. Der Nobelpreisträger kündigte an, die Protestbewegung in Venezuela zu unterstützen. Nach Informationen der BBC wird der Autor Mitte April zu einer von der Opposition organisierten Konferenz reisen. Ein dauerhafter Erfolg Maduros wäre laut Vargas Llosa eine Gefahr für alle lateinamerikanischen Länder. Seit Beginn der Proteste in Venezuela Anfang Februar sind bereits 39 Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung macht die Opposition für die Gewalt verantwortlich und spricht von einem Umsturzversuch.

SZ: Westen darf sich nicht nur auf Ai Weiwei beschränken

"Wie geht es den anderen Gegenwartskünstlern in China?"

Das fragt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" mit Blick auf die Ausstellung des Künstlers und Menschenrechtsaktivisten Ai Weiwei, die heute in Berlin eröffnet wird. Das Fazit der Zeitung: Es gibt eine freie chinesische Gegenwartskunst, nur wird sie in der westlichen Welt viel zu wenig wahrgenommen und ausgestellt. Außerdem sei das Klima für Künstler in China seit dem Amtsantritt von Präsident Xi Jinping insgesamt deutlich schlechter geworden. Als Beispiel nennt die "FAZ" den 1982 geborenen Zhao Zhao. Er erinnert in seinen Werken unter anderem an die Opfer des Tiananmen-Massakers von 1989. Der Künstler saß zeitweise im Gefängnis, eine seiner Plastiken wurde beschlagnahmt und zerstört.

Protest: Journalisten in Afghanistan lassen Taliban nicht zu Wort kommen

Sie lassen die Taliban nicht mehr zu Wort kommen.

So reagieren knapp 50 prominente afghanische Journalisten auf die Ermordung eines AFP-Reporters im März. Über den Protest berichtet die "Süddeutsche Zeitung". In einem gemeinsamen Statement der Journalisten heißt es demnach, sie würden zwar weiterhin über Anschläge berichten, aber 15 Tage lang keine Veröffentlichungen der Islamisten verbreiten. Bisher galt, dass auch die Taliban als eine der Kriegsparteien das Recht haben, zu Wort zu kommen. Trotz der steigenden Gefahr für Journalisten habe aber niemand daran gedacht, seinen Job ganz aufzugeben, zitiert das Blatt einen Kollegen des Getöteten. - Am 20. März hatten die Taliban in einem Restaurant im Zentrum von Kabul neun Menschen erschossen, darunter den AFP-Reporter Sardar Ahmad, seine Frau und zwei ihrer Kinder.

Dramatikerpreis für algerische Autorin Rayhana

"Wie ein Fächer Karten blättert sich in diesem Stück die Vielfalt der arabischen Frauen auf."

Das schrieb Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek über die Tragikomödie "In meinem Alter rauche ich immer noch heimlich". Für das Stück wird die Theaterautorin Rayhana gemeinsam mit ihrer Übersetzerin Elisabeth Schwagerle mit dem Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreis ausgezeichnet. - In dem Werk treten neun Frauen auf und reden offen über politische, soziale und religiöse Unterdrückung. - Der Preis wird am 16. Mai im Goethe-Institut in Paris überreicht.

Ruhrtriennale: Orchester-Zyklus bringt das Revier zum Tanzen

Anti-Opern, Musiktheater an der Schwelle zur Performance und Installationen, die Räume verändern:

Das Programm der dritten Ruhrtriennale will erneut die Grenzen zwischen den einzelnen Kunstformen verschwimmen lassen. Ein besonderer Schwerpunkt des Festivals liege in diesem Jahr auf Aufführungsorten in Duisburg, sagte Intendant Heiner Goebbels bei der Vorstellung des Programms. - Ein Höhepunkt wird Goebbels' Orchesterzyklus "Surrogate Cities" sein. Bei der Musiktheaterproduktion führen 140 Akteure, darunter auch Laien, einen Großstadt-Tanz auf. - Die Ruhrtriennale 2014 läuft vom 14. August bis zum 28. September.

Opernchef Gökmen: Kulturpläne wären das Ende von Oper und Ballett

Das von der Regierung geplante Kulturgremium bedeutet das Ende von Oper und Ballett.

Dieser Meinung ist der Generalintendant der türkischen Opern, Rengim Gökmen. Der Zeitung "Radikal" sagte er, sollte das Vorhaben umgesetzt werden, werde es an den Häusern keine Profis mehr geben. Die Vorlage sei von Menschen vorbereitet worden die - so Gökmen wörtlich - mit Musik, Bühnen und Kunst überhaupt nichts am Hut hätten. Die Bedenken der Kulturverantwortlichen gegen die Pläne werden dagegen laut Gökmen nicht berücksichtigt. Die türkische Regierung plant, die Strukturen der bestehenden Staatstheater aufzulösen und sie unter die alleinige Leitung eines elfköpfigen Gremiums zu stellen - bestellt von der islamisch-konservativen AKP.

Müller: In Afghanistan bildet sich eine Zivilgesellschaft heraus

"Man hat das Gefühl, dass sich die Bevölkerung intensiv mit den Wahlprogrammen auseinandersetzt."

Das sagte Marion Regina Müller, Büroleiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Kabul, im Deutschlandradio Kultur. Sie erlebe in Afghanistan eine anregende Diskussionskultur. Von der angespannten Sicherheitslage in dem Land hätten sich die Leute, mit denen sie gesprochen habe, nicht beeindrucken lassen. - Man könne beobachten, wie sich in Afghanistan eine Zivilgesellschaft herausbilde, sagte Müller. Gerade die junge Generation habe eine Vorstellung davon, wie das Land aussehen solle. - Afghanistan wählt am Samstag einen neuen Präsidenten.

NS-Raubkunst: Graphische Sammlung München einigt sich mit Erben

Die Staatliche Graphische Sammlung München hat sich mit den Erben eines jüdischen Sammlers geeinigt.

Dabei ging es um eine Zeichnung des florentinischen Künstlers Andrea Boscoli aus dem 15. Jahrhundert - das Bild bleibt weiter im Besitz des Museums. Die Pinakotheken hatten das Werk nach eigenen Angaben im Jahr 2003 bei einer Auktion gekauft. Es stammte aber ursprünglich aus der Sammlung des jüdischen Kunsthändlers Michael Berolzheimer. Seine Erben erhoben deshalb im vergangenen Jahr Anspruch auf Schadenersatz. Das Museum teilte mit, man habe den Nachkommen jetzt einen finanziellen Ausgleich gezahlt. Eine Summe wurde nicht genannt.

Regisseur Aronowsky: Fäulnis des Planeten für alle sichtbar

Gott hätte heute viele Gründe, die Menschen wie zur Zeit Noahs wegen ihrer Sünden fortzuspülen.

Davon ist der Regisseur Darren Aronowsky überzeugt. Er sagte der Zeitung "Die Welt", die Fäulnis auf dem Planeten sei für jeden sichtbar. Der Mensch sei ein schrecklich schlechter Sachverwalter von Gottes Kreation. Aronowsky hat die biblische Geschichte der Arche Noah verfilmt. Er erklärte, sie sei eine der ältesten der Menschheit. Selbst in Kulturen, in denen Noah selbst nicht vorkomme, gebe es Erzählungen über die Flut - zum Beispiel in China und bei den Mayas. Er habe deshalb Interpretationen zu der Figur weggelassen und sei zum Kern zurückgekehrt. - Aronowskys Film "Noah" läuft morgen in den deutschen Kinos an.

Spendenprojekte für ägyptisches Museum in Gizeh

Die Finanzierung des Ägyptischen Museums in Gizeh ist immer noch nicht gesichert.

Die Eröffnung des Hauses ist für Herbst 2015 geplant. Eine japanische Entwicklungshilfeorganisation beteiligt sich mit umgerechnet rund 200 Millionen Euro an dem Projekt und finanziert damit gut ein Drittel der Kosten. Nach Informationen des Internetportals "The Art Newspaper" sollen jetzt außerdem Touristen und die Bevölkerung mit einer Spende helfen. Das Altertumsministerium bittet ausländische Gäste, ihre Hotelrechnung für das Projekt um jeweils einen Dollar aufzustocken. In einer weiteren Kampagne wird jeder Ägypter aufgefordert, 30 Cent zu geben. In dem Museum sollen 100.000 antike Schätze ausgestellt werden, darunter auch die Mumie des Pharaos Tutanchamun. Ende Januar war bei einer Bombenexplosion in Kairo das Museum für Islamische Kunst weitgehend zerstört worden.

Kunstberater Achenbach: Kunstverkaufe von Unternehmen "völliger Wahnsinn"

Unternehmen sollten Kunst nicht kaufen, um Geld anzulegen, sondern weil sie eine gesellschaftliche Verantwortung haben.

Dieser Meinung ist der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach mit Blick auf die geplanten Kunstverkäufe von WDR und Eon. Achenbach sagte im "Deutschlandradio Kultur", er empfehle Unternehmen statt dessen, Kunst und Kultur durch Stiftungen zu fördern und so Museen und Theater zu unterstützen. Den geplanten Verkauf eines Gemäldes von Jackson Pollock durch den Energieversorger Eon bezeichnet Achenbach als "Wahnsinn". Nach seinen Worten wäre das Bild gesichert und könnte weiterhin in einem Museum hängen, wenn das Museum es als Stiftung erworben hätte. - Auch WDR-Intendant Tom Buhrow hatte im Oktober angekündigt, die Kunstsammlung des Senders werde verkauft.

Kunst New Yorker Immobilienmogul will Gemälde von Picasso loswerden

Ein echter Picasso wertet jede Immobilie auf - könnte man meinen.

Doch ein Denkmalschutz-Verein konnte nur mit einer einstweiligen Verfügung verhindern, dass Picassos Werk "Le Tricorne" im Four Seasons Restaurant in New York abgehängt wird. Immobilieninvestor Aby Rosen, dem das Gebäude gehört, hatte angekündigt, die Wand hinter dem Gemälde renovieren zu wollen. Sie sei durch Feuchtigkeit marode geworden. - Dem widerspricht der Denkmalschutz-Verein, dem das Kunstwerk gehört. Es sei gefährlich, das Bild abzuhängen, warnte ein Experte. Es sei auf einem Theatervorhang gemalt. Wenn man es bewege, würde es wie ein Kartoffelchip brechen. - Der Verein wirft Rosen vor, er wolle das Bild nur loswerden, weil es ihm nicht gefalle. Er solle es als "Lumpen" bezeichnet haben. - Jetzt soll ein Gericht klären, wie es mit dem Picasso weitergeht.

Mozilla-Chef Eich: Gesellschaftliche Überzeugungen dürfen keine Rolle spielen

Der neue Mozilla-Chef, Brendan Eich, steht wegen seiner Position zu gleichgeschlechtlichen Ehen in der Kritik.

Eich reagierte jetzt in einem Interview mit dem Technologieblog "CNET". Er werde nicht zurücktreten, denn Überzeugungen wie diese sollten grundsätzlich keine Rolle spielen, sagte Eich. Er sieht durch die Debatte das Unternehmen Mozilla und dessen Web-Browser Firefox bedroht. Eich hatte 2008 einen Gesetzentwurf gegen gleichgeschlechtliche Ehen in Kalifornien mit einer Spende von 1000 Dollar unterstützt. Mehrere Mozilla-Mitarbeiter hatten deshalb öffentlich den Rücktritt ihres Chefs gefordert. Entwickler von Apps kündigten die Zusammenarbeit, eine Website ruft zum Boykott von Firefox auf.

Brasiliens Militär öffnet Archive aus Diktaturzeit

Das Militär in Brasilien will seine Archive aus der Zeit der Militärdiktatur öffnen.

Damit können Fälle von Mord und Folter zwischen 1964 und 1985 aufgeklärt werden. Nach Medienberichten hat das Verteidigungsministerium damit dem Druck der Wahrheitskommission nachgegeben, die die Verbrechen untersuchen soll. Während der Militärherrschaft wurden nach offiziellen Angaben fast 500 Menschen getötet. Opferverbände gehen außerdem von 50.000 Folteropfern aus. Zu den Menschenrechtsverstößen in der Diktatur haben die Streitkräfte bisher nur eigene Berichte vorgelegt. Diese gelten als unvollständig. Außerdem geht daraus nicht hervor, wer für Mord und Folter verantwortlich war.

Falsche Soldaten und lebende Statuen am Brandenburger Tor verboten

Verkleidete Straßenkünstler sind am Brandenburger Tor künftig nicht mehr erwünscht.

Das Bezirksamt Berlin Mitte hat Auftritte auf dem Pariser Platz zu gewerblichen Zwecken oder zum Sammeln von Spenden verboten. Das teilte Bezirksstadtrat Carsten Spallak von der CDU mit und bestätigte damit Zeitungsberichte. Vor dem Brandenburger Tor hatten Künstler zum Beispiel als lebende Statuen oder Soldaten in Uniformen aus der Zeit des Kalten Krieges Geld verdient. Durchgesetzt werden soll das Verbot mit verstärkten Kontrollen des Ordnungsamtes. Musiker und Pflastermaler sind davon nicht betroffen.

Sudan: Wertvolle Grabbeigaben aus Museum gestohlen

Die Schätze waren nur notdürftig gesichert.

Unbekannte Täter haben aus einem Museum im Norden des Sudan jahrhundertealte wertvolle Grabbeigaben gestohlen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP handelt es sich um drei bis zu 15 Meter hohe Figuren königlicher Bestattungszeremonien aus dem 7. bis 3. Jahrhundert vor Christus. Dass sie fehlen, wurde erst drei Tage nach dem Diebstahl entdeckt. Der Sudan hatte vor kurzem fast 98 Millionen Dollar Finanzhilfen vom Golfemirat Katar bekommen. Damit sollen archäologische Projekte finanziert und Museen und Grabstätten besser gesichert werden.

US-Pfadfinder schließen homosexuellen Gruppenführer aus

Er hatte sich in einem Interview mit dem Sender NBC offen zu seiner Homosexualität bekannt.

Deshalb haben die US-Pfadfinder einen Gruppenführer ausgeschlossen. In einem Brief des Generalrats an Geoff McGrath hieß es, man sehe keine andere Möglichkeit, als seine Mitgliedschaft zu annullieren. Durch sein Statement sei er nicht mehr qualifiziert, Jungengruppen zu führen. McGrath selbst hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur AP nach seinem Interview nicht mit einem Ausschluss gerechnet. Eigentlich hatten sich die US-Pfadfinder im letzten Mai nach langem Ringen darauf geeinigt, dass auch Schwule und Lesben bei ihnen Mitglied werden dürfen. Allerdings gilt das nur für Jugendliche und nicht für Betreuer oder Angestellte.

Catherine Deneuve kritisiert Depardieu wegen Steuerflucht

Bei Catherine Deneuve ist Gérard Depardieu offenbar unten durch.

Die französische Filmschauspielern hat sich in einem Interview mit der Zeitschrift "Hollywood Reporter" wenig schmeichelhaft über ihren Kollegen geäußert. Depardieu sei kein nachzuahmendes Vorbild, sagte die 70-Jährige. Er sei aus Frankreich weggegangen, nur weil er die dort fälligen Steuern nicht zahlen wolle. Allerdings sei es unmöglich, über einen langen Zeitraum ein Bürger von nirgendwo zu bleiben, meinte Deneuve. Depardieu war Ende 2012 nach einem Streit mit der sozialistischen Regierung um höhere Steuern für Wohlhabende nach Belgien gezogen. Im vergangenen Jahr nahm er außerdem die russische Staatsbürgerschaft an, die ihm Staatschef Wladimir Putin persönlich angeboten hatte.

Sahra Wagenknecht: Religion kann der Gesellschaft nutzen

"Religion nützt der Gesellschaft, wenn sie zum Widerstand ermutigt und die Mächtigen in Wirtschaft und Politik nicht verschont."

Das schreibt Sahra Wagenknecht, Politikerin der Linken, in einem Gastkommentar für eine Beilage der Wochenzeitung "Die Zeit". - Die Kirche der Anklage gegen die Macht des großen Geldes sein, führt Wagenknecht aus. Fragwürdig seien dann allerdings Bischöfe, die wie ein Kaiser residierten und eine Vatikanbank, die Vorschriften für Geldwäsche nicht erfülle.

"Zeit" erscheint mit neuem Hamburg-Regionalteil

Die "Zeit" erscheint morgen erstmals mit einer eigenen Hamburg-Ausgabe.

Der neue Regionalteil kommt in der Startphase mit durchschnittlich 10 Seiten heraus. Inhaltlich soll es um eine stärkere Debattenkultur in der Hansestadt gehen. Der Geschäftsführende Redakteur der "Zeit", Patrik Schwarz, sagte der Deutschen Presse-Agentur, man blicke zwar liebevoll auf die Stadt, das schließe Kritik aber nicht aus. Hamburg vertrage es durchaus, herausgefordert zu werden. Für die neuen Seiten mit einer Auflage von 75.000 Stück wurden sechs Redakteure eingestellt. Die Neuerscheinung wird heute Abend mit einer Kulturnacht gefeiert. Geplant sind insgesamt 23 Veranstaltungen wie Lesungen und Debatten.

US-Schüler an allen acht amerikanischen Elite-Unis angenommen

Kwasi Enin hat die große Auswahl.

Der auf Long Island lebende 17-jährige Sohn ghanischer Einwanderer hat in den USA etwas fast Unmögliches geschafft: Er kann sich aussuchen, an welcher der acht sogenannten "Ivy-League"-Universitäten er studieren will. Jede der Elite-Hochschulen nahm seine Bewerbung an. Dabei haben Universitäten wie Harvard, Princeton und Yale extrem strenge Zulassungsbedingungen und akzeptieren im Schnitt nur jeden zehnten Bewerber. Enin sagte der Zeitschrift "Newsday", er habe es einfach einmal bei allen diesen Unis probieren wollen.

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