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Samstag, 15.05.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 31. März 2021

"Game of Thrones" soll auf die Bühne kommen

Die Erfolgs-Serie "Game of Thrones" soll einem Medienbericht zufolge auch auf die Bühne kommen. Das Branchenblatt "The Hollywood Reporter" berichtet, der Erfinder George R. R. Martin arbeite an einer Show, die ab 2023 am Broadway, am Londoner West End und in Australien aufgeführt werden solle. An dem Stück seien demnach die Produzenten Simon Painter und Tim Lawson beteiligt. Die Show soll ein Prequel zu "Game of Thrones" sein, das heißt sie soll 16 Jahre vor den Ereignissen spielen, die in der Fernsehserie vorkommen.

Deutschland nimmt Definition für Antiziganismus an

Deutschland hat als erstes Land die Arbeitsdefinition von Antiziganismus der "Internationalen Allianz zum Holocaust-Gedenken" angenommen. Antiziganismus bezeichnet den Rassismus gegenüber Sinti und Roma. Deutschland macht nun die Definition der IHRA zur Grundlage für politisches und Verwaltungshandeln. Außenminister Maas sagte in Berlin, der Völkermord an den Sinti und Roma während der NS-Zeit sei viel zu lange in Vergessenheit geraten. Die Diskriminierung von Sinti und Roma halte sich "hartnäckig in unseren Gesellschaften". Nach der IHRA-Definition handelt es sich etwa um Antiziganismus, wenn Sinti und Roma verzerrt dargestellt oder ihre Verfolgung durch die Nationalsozialisten geleugnet werden. Der Begriff "Zigeuner" wird als antiziganistisch bewertet, wenn er als Beleidigung verwendet wird.

Portugal holt Gastland-Auftritt auf Buchmesse 2022 nach

Nach der Absage der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr soll Portugal seinen Gastland-Auftritt 2022 nachholen. Der Direktor der Buchmesse, Oliver Zille, sagte, der Auftritt solle unter dem Motto "Unerwartete Begegnungen" stehen. Dabei werde Literatur aus verschiedenen portugiesischsprachigen Ländern wie Angola, Guinea-Bissau oder Mosambik präsentiert. Bereits in diesem Jahr erscheinen 50 neue Bücher aus Portugal und anderen Ländern in deutscher Sprache. Die Leipziger Buchmesse hätte vom 27. bis 30. Mai veranstaltet werden sollen, wurde aber wie schon im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

Erstmals Frau an Spitze der Freien Akademie der Künste

Die Freie Akademie der Künste in Hamburg hat erstmal eine Frau an ihre Spitze gewählt. Die Schriftstellerin Monique Schwitter war bisher Vizepräsidentin der Akademie. Die Neuwahlen waren nötig geworden, weil der erst vor einem halben Jahr ins Amt gekommene Präsident Ullrich Schwarz Ende Februar überraschend zurückgetreten war. Neugewählter Vizepräsident ist der Schauspieler Burghart Klaußner.

Christoph Neuhaus gewinnt Landesjazzpreis 2021

Der Gitarrist Christoph Neuhaus wird mit dem baden-württembergischen Jazzpreis 2021 ausgezeichnet. Der Stuttgarter Musiker bewege sich stilsicher und kreativ an der Schnittstelle zwischen Jazz, Groove, Blues und Folkmusik, so Kunststaatssekretärin Petra Olschowski in Stuttgart. Die mit 15.000 Euro verbundene Auszeichnung soll Neuhaus im Rahmen der Stuttgarter Jazz-Open verliehen werden. Der 34-jährige Musiker ist vielfach ausgezeichnet. Er arbeitete mit zahlreichen internationalen Musikern zusammen. Nach Stationen in Basel und New York lebt er wieder in seiner Heimatstadt Stuttgart. Er hat fünf Alben veröffentlicht, zuletzt "Ramblin Bird".

Berliner Ensemble unterstützt Theaterautoren

Das Berliner Ensemble will Autoren in der Corona-Krise finanziell unterstützen. Von der seit einem Jahr andauernden Pandemie und den damit einhergehenden Beschränkungen seien freie Dramatikerinnen und Dramatiker hart getroffen. Deswegen werde ein Fonds in Höhe von 100 000 Euro eingerichtet, teilte das Theater mit. Das Geld geht an zehn Autorinnen und Autoren, darunter Nino Haratischwili, Karen Köhler und Clemens Setz. Sie sollen sich mit dem Thema "Unsere Natur?" auseinandersetzen und die Ideen im Frühjahr 2022 vorstellen. Eine Stiftung fördert das Projekt.

Autorin Karosh Taha erhält Alfred-Döblin-Medaille

Die kurdisch-deutsche Schriftstellerin Karosh Taha bekommt die diesjährige Alfred-Döblin-Medaille. Die "Akademie der Wissenschaften und der Literatur" in Mainz würdigt mit dem Preis Tahas bisherige Arbeiten, insbesondere den Roman "Im Bauch der Königin". Darin gelinge es der Autorin, eine Vielzahl von Figuren mit all ihren Sehnsüchten und Abgründen darzustellen und wie nebenbei auch eine Geschichte von Einwanderung und Verlust zu erzählen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Die Alfred-Döblin-Medaille würdigt Autorinnen und Autoren für erste vielversprechende Veröffentlichungen und Arbeiten.

Gruner+Jahr-Chefin Jäkel verlässt Verlag

Die langjährige Chefin von Gruner+Jahr, Julia Jäkel, verlässt den Hamburger Verlag - "freundschaftlich und auf eigenen Wunsch", wie das Unternehmen mitteilte. Die mehrfach ausgezeichnete Medien-Managerin galt jahrelang als das Gesicht von Gruner+Jahr und ist seit 2013 Verlagschefin. Ihr Nachfolger wird zum 1. April Stephan Schäfer. Der 46-Jährige ist bereits seit 2013 Mitglied der Geschäftsführung. Er soll seine Aufgabe als Geschäftsführer Inhalte & Marken bei der Mediengruppe RTL Deutschland aber fortsetzen, die er seit Februar 2019 innehat. Gruner+Jahr und der TV-Sender RTL gehören zum Bertelsmann-Konzern, der beide Töchter künftig enger verzahnen will, um Synergien zu heben und Kosten zu sparen.

Oscar-Verleihung jetzt auch als Zoom-Schalte

Wegen der Corona-Pandemie soll die diesjährige Oscar-Verleihung nun auch an Standorten in Europa über die Bühne gehen. Die Produzenten der 93. Academy Awards gaben in einer Videoschalte bekannt, dass sich Oscar-Kandidaten aus London und möglicherweise aus anderen Städte dazuschalten können. Die Show am 25. April sollte zunächst nur an zwei Standorten in Los Angeles mit den Nominierten vor Ort laufen. Die Show-Produzenten, darunter der Regisseur Steven Soderbergh, hatten kürzlich erklärt, dass Zoom-Schalten bei der Gala nicht erwünscht seien. Wer also nicht Live teilnehme, könne im Falle eines Sieges den Preis auch nicht virtuell annehmen. Wegen Corona-Auflagen wäre aber vor allem für Kandidaten aus Europa die Anreise nach Los Angeles schwierig gewesen. Nach den neuen Plänen können Auftritte von zusätzlichen Standorten, wie London, in die Show eingebaut werden.

Kunstmesse Art Düsseldorf auf April 2022 verlegt

Wegen der andauernden Corona-Pandemie ist die Kunstmesse Art Düsseldorf nun auf den 8. bis 10. April 2022 verschoben worden. Die Anmeldephase für Galerien und Aussteller werde zum 1. September dieses Jahres wieder aufgenommen, teilten die Veranstalter mit. Die vierte Auflage der noch jungen Kunstmesse war bereits zweimal verschoben worden. Zuletzt war der Juni dieses Jahres angepeilt worden.

Berliner Naturkundemuseum wird wieder geschlossen

Wegen ansteigender Infektionszahlen und einer veränderten Teststrategie in der Hauptstadt schließt das Berliner Museum für Naturkunde ab Donnerstag wieder seine Pforten. Damit sollten die Anstrengungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie unterstützt werden, teilte das Museum in Berlin mit. Der Schutz des Publikums und des Personals habe für das Museum oberste Priorität. Um die knappen Testkapazitäten nicht zusätzlich zu belasten, habe man sich daher entschlossen, die Ausstellungen ab 1. April bis auf weiteres zu schließen. In Berlin muss ab 1. April unter anderem für den Besuch eines Museums ein aktueller negativer Coronatest vorgelegt werden.

Grütters warnt vor einem "Einsparpotenzial Kultur"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich erneut dafür ausgesprochen, bei den Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen von Anfang an das Kulturleben einzubeziehen. Kultur könne aus der Isolation befreien und vielen vereinsamten Menschen wieder Anregungen liefern, sich mit anderen Themen im Lockdown auseinanderzusetzen, wird die CDU-Politikerin von der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zitiert. Inzwischen sei belegt, dass die Ansteckungsgefahr in Kinos, Theatern und Opernhäusern geringer ist als in Supermärkten, so Grütters. Zugleich warnte die Staatsministerin davor, nach der Corona-Krise bei der Kultur zu sparen: Das Potenzial sei gemessen am Gesamthaushalt eher gering. Man spare viel weniger, als man zerstöre.

Hollywood-Biopic über Polio-Impfstoff-Entdecker Salk

Hollywood verfilmt das Leben des US-Mediziners Jonas Salk (1914-1995), der in den 1950er Jahren den Polio-Impfstoff gegen Kinderlähmung entwickelte. Die Hauptrolle in dem Film "Splendid Solution" übernehme US-Schauspieler Jeremy Strong, berichtet das Branchenblatt "Variety". Der 42-Jährige ist mit dem Drama "The Trial of the Chicago 7" für einen Oscar nominiert. Es gäbe kaum eine aktuellere Geschichte als die von Salk, der die Welt vor einer verheerenden Pandemie retten wollte, erklärten die Produzenten Shawn Levy und Dan Levine. Kinderlähmung tötete zu jener Zeit weltweit Millionen Menschen oder fesselte sie für immer an Eiserne Lungen oder Gehhilfen. Salk erprobte den Impfstoff 1952 an sich und seiner Familie. Ihm ist die fast vollständige Ausrottung von Polio zu verdanken.

Astrid-Lindgren-Preis für Jean-Claude Mourlevat

Der französische Autor Jean-Claude Mourlevat erhält in diesem Jahr den renommierten Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis. Die Jury in Stockholm teilte mit, Mourlevats immer wieder überraschende Arbeit verbinde den Stoff des alten Epos mit der zeitgenössischen Wirklichkeit. Der 69-jährige Mourlevat ist unter anderem der Erfinder des Igels "Jefferson" aus dem gleichnamigen Jugendbuch. Der Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis war von der schwedischen Regierung zu Ehren der legendären Kinderbuchautorin ins Leben gerufen worden und wird seit 2003 jährlich vergeben. Mit einem Preisgeld in Höhe von fünf Millionen schwedischen Kronen - umgerechnet rund 490.000 Euro - gilt die Ehrung als weltweit höchstdotierte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur.

Bau des "MiQua" in Köln wird deutlich teurer

Das jüdische Museum MiQua in Köln wird um weitere 50 Millionen Euro teurer als zuletzt gedacht. 127 Millionen Euro werde das Projekt kosten, das im Jahr 2024 fertig werden soll, teilte die Stadt Köln mit. Der Stadtrat werde Anfang Mai über den gestiegenen Finanzbedarf beraten. Die höheren Kosten erklärte die Verwaltung unter anderem mit verzögerten Tiefbauarbeiten und der Freilegung von archäologischen Funden. Darüber hinaus habe sich wegen antisemitischer Vorfälle die Sicherheitseinschätzung der Kriminalpolizei verändert, was zu Umplanungen geführt habe. Der Grundstein für das Museum wurde im Juni 2018 in der Kölner Altstadt direkt neben dem Rathaus gelegt. Das MiQua entsteht als hallenartiger Schutzbau über den Überresten des mittelalterlichen jüdischen Viertels.

Leopold-Lucas-Preis für Philosoph Waldenfels

Der Bochumer Philosoph Bernhard Waldenfels wird mit dem Leopold-Lucas-Preis der Universität Tübingen ausgezeichnet. Die Jury würdigte den 87-Jährigen als wichtigen philosophischen Denker der Gegenwart, der sich in origineller Weise dem Dialog zwischen Nationen und Ländern gewidmet habe. Waldenfels stehe für ein weites Denken, das Philosophie, Recht, Ethik und Psychologie, aber auch Literatur und Kunst verbinde. Ein Festakt zur Übergabe des mit 50.000 Euro dotierten Preises kann nach Angaben der Universität wegen der Corona-Situation derzeit nicht stattfinden. Die Übergabe soll im kommenden Jahr nachgeholt werden. Der Leopold-Lucas-Preis ehrt Personen, die sich um Toleranz und Völkerverständigung verdient machen.

Longlist für International Booker Prize veröffentlicht

Autorinnen und Autoren aus vier Kontinenten sind im Rennen um den diesjährigen International Booker Prize. Die sogenannte Long List mit 13 Nominierten für den britischen Literaturpreis wurde veröffentlicht. Unter ihnen sind Can Xue aus China und Ngugi wa Thiong'o aus Kenia, die auch schon länger als Anwärter auf den Literatur-Nobelpreis gelten. Am 22. April wird die Liste auf sechs Finalisten reduziert. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird am 2. Juni bekanntgegeben. Der International Booker Prize wird jedes Jahr an einen Roman oder ein Erzählwerk verliehen, das aus einer anderen Sprache ins Englische übersetzt wurde. Das Preisgeld beträgt 50.000 britische Pfund - rund 58.000 Euro.

Einwohner Timbuktus erhalten Entschädigung

Ein Opfer-Fonds des Internationalen Strafgerichtshofs hat Reparationen
in Millionenhöhe wegen der Zerstörung von Weltkulturerbe-Stätten in Timbuktu gezahlt. 2012 hatten islamistische Milizen viele historische Gebäude in der alten Karawanen- und Gelehrtenstadt in Mali verwüstet. Neben Wiedergutmachungen in Höhe von 2,7 Millionen Euro für die Einwohner Timbuktus zahlte der Fonds jeweils einen symbolischen Euro an den malischen Staat und die UN-Kulturorganisation Unesco.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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